Die Unglückseligen

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Roman

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.02.2016

Verlag

Knaus

Seitenzahl

560

Beschreibung

Rezension

"Ein Paukenschlag in der deutschen Gegenwartsliteratur." ("ARD "Druckfrisch", Denis Scheck")
"Ein wirklich grosses Werk." ("SWR "lesenswert", Felicitas von Lovenberg")
"Thea Dorn hat einen spannenden Wissenschaftsroman verfasst, der Phantasie mit Historie verbindet und der Unsterblichkeit nachspürt." ("NZZ am Sonntag, Stefana Sabin")
"Ein gedankenreiches Buch und auch ein literarisch reiches Buch." ("Rüdiger Safranski, Schweizer Fernsehen "Literaturclub"")
"Es ist einer der wagemutigsten deutschen Romane seit Jahren. Mit hohem stilistischen Aufwand hebt Dorn die Geschichte von Dr. Fausts Scheitern sprachgewandt und experimentierfreudig in die Gegenwart." ("tip Berlin, Thomas Hummitzsch")
„Ein Gedankenabenteuer und Sprachexperiment, das so schön und besonders ist wie der Sound der Romantik, den Dorn toll drauf hat.“ ("BRIGITTE, Angela Wittmann")
»Eine kluge Geschichte von der Sehnsucht nach dem ewigen Leben.« ("Freundin, Verena Lederer")
"Ein lesenswerter, anregender Roman, der Themen- und Gattungsgrenzen sprengend vereint und viele Leser verdient." ("Heilbronner Stimme, Anton Philipp Knittel")
"So wagemutig, weise und vergnüglich war deutsche Hochliteratur schon lange nicht mehr!" ("Rolling Stone, Thomas Hummitzsch")
"Ein Experiment, das durch Witz, Wissen und virtuose Sprache gelungen ist." ("BÜCHERmagazin, Meike Dannenberg")

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.02.2016

Verlag

Knaus

Seitenzahl

560

Maße (L/B/H)

22.1/14.1/4.5 cm

Gewicht

750 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8135-0598-6

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Autorin gräbt dem Leser den Saft ab

Bewertung am 30.11.2019

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Spätestens nach der "Vokalrochade" auf der ersten Seite des ersten Kapitels hätte ich das Buch weglegen sollen. Der Werther ist gegen den Ritter ein Euphoriker. Das Sprachexperiment der Autorin mag zwar gewagt sein, wirkt aber vor allem schwülstig und aufgeblasen. Die ganze Zeit beschleicht einen das Gefühl, die Autorin wolle einem unterjubeln, wie schlau sie ist. Das Schlimmste aber ist, dass man von ihr beständig beim Lesen unterbrochen wird. Wer gegen Klugscheißerei immun ist (oder sie sogar bewundert) und nach Feierabend und am Wochenende noch eine Menge unverbratenen Gehirnschmalz zu vergeben hat, dem mags gefallen.

Autorin gräbt dem Leser den Saft ab

Bewertung am 30.11.2019
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Spätestens nach der "Vokalrochade" auf der ersten Seite des ersten Kapitels hätte ich das Buch weglegen sollen. Der Werther ist gegen den Ritter ein Euphoriker. Das Sprachexperiment der Autorin mag zwar gewagt sein, wirkt aber vor allem schwülstig und aufgeblasen. Die ganze Zeit beschleicht einen das Gefühl, die Autorin wolle einem unterjubeln, wie schlau sie ist. Das Schlimmste aber ist, dass man von ihr beständig beim Lesen unterbrochen wird. Wer gegen Klugscheißerei immun ist (oder sie sogar bewundert) und nach Feierabend und am Wochenende noch eine Menge unverbratenen Gehirnschmalz zu vergeben hat, dem mags gefallen.

Moderne Wissenschaft trifft auf alterslosen Herrn. Literarisch ein Feuerwerk.

Nisnis aus Dortmund am 04.05.2016

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Molekularbiologen Johanna Mawet erforscht die Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthaltes in den USA trifft sie auf einen urigen, scheinbar alterslosen Herrn. Er sei Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren im Jahre 1776. Johanna hält ihn zunächst für verwirrt und doch nimmt sie eine Probe seines Blutes, um anhand der DNA sein wahres Alter bestimmen zu können. Die Laborergebnisse stimmen sie fassungslos und als Johannas Kollegen misstrauisch werden, reist sie mit Ritter nach Deutschland, um wissenschaftliche Erkenntnis in dieser Paradoxie zu erlangen. Die Autorin: Thea Dorn, geboren 1970, studierte Philosophie und Theaterwissenschaften in Frankfurt, Wien und Berlin und arbeitete als Dozentin und Dramaturgin. Sie schrieb eine Reihe preisgekrönter Romane und Bestseller (u.a. "Die Hirnkönigin"), Theaterstücke, Drehbücher und Essays (u.a. "Die neue F-Klasse – Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird") und zuletzt mit Richard Wagner den Sachbuch-Bestseller „Die deutsche Seele“. Sie moderierte die Sendung "Literatur im Foyer" im SWR-Fernsehen und kuratierte unter dem Motto "Hinaus ins Ungewisse!" das "forum:autoren" beim Literaturfest München 2012. Der Film "Männertreu", zu dem sie das Drehbuch geschrieben hat, wurde 2014 mit dem "Deutschen Fernsehpreis" als bester Fernsehfilm des Jahres und 2015 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Thea Dorn lebt in Berlin. Reflektionen: Thea Dorn hat mit diesem Roman ein literarisches Feuerwerk gezündet, dessen schriftstellerische Flammen in ihrer Höhe vermutlich so schnell nicht eingedämmt werden. Sie nutz den Fauststoff als Werkzeug für die Geburt ihres gewagten Stils, die die Handlung dieses Wissenschaftsromans unterstreicht und diese bis zur letzten Seite auszeichnet. Thea Dorn setzt jedoch auch voraus, dass der Leser Dialekt, altertümliche Sprache sowie den Fauststoff und einige Dialoge in der englischen Sprache versteht. Mit dieser Einschätzung liegt sie jedoch sicher falsch und wird so Unmut bei manch einem Leser hervorrufen. Die Handlung, ein Mix aus Fantasie, Philosophie, moderner Wissenschaft und historischem Stoff, erfordert vom Leser höchste Konzentration, um dieses Kunstwerk der Sprache voll umfänglich erfassen und genießen zu können. Die beiden Hauptfiguren Joahanna und Ritter sind in ihren Charaktereigenschaften äußerst tiefgründig und feingliedrig gezeichnet. Während Johanna in ihrer Ezählstimme modern klingt und in ihren Gedanken erfrischend wirkt, ist Ritter mit seiner außergewöhnlichen Erzählstimme tief versunken in seiner altmodischen Welt, die ihn immer wieder in der Gegenwart anecken lässt. Beide Figuren ergänzen sich in diesem Roman, doch sie bleiben auch streitbar und lassen so die Spannung auf gleichmäßig anregender Höhe agieren. Dennoch: Mich hat die Sprache Thea Dorns erreicht. Ich habe diese meisterliche Glanzleistung genossen und schätze sie. Auch der Sinn dieser Geschichte ist mir interessant vorgetragen worden, doch immer wieder zwischendurch wurde ich diesem Stil müde. Ich empfand Längen, aus denen mich die Autorin zwar immer wieder empor zog, doch ich büßte dabei meine Motivation weiterzulesen ein wenig ein. Ich finde es sehr wichtig, dass Leser dieses Buch vor dem Kauf selbstkritisch betrachte. Eine Leseprobe vor dem Buchkauf ist sicher sinnvoll, denn es ist einfach nicht jedermanns Sache, diesen Schreibstil und diese wenn auch sehr hochwertige Sprache zu mögen. Aus diesem Grund liefere ich am Ende dieser Rezension ein paar Zitate, damit ein Leser Hilfestellung erhält, sich auf dieses Buch einzulassen oder nicht. Mein Fazit: Dieser Roman ist literarisch kunstvoll, anspruchsvoll und außergewöhnlich. Die Handlung springt von der Gegenwart in die Vergangenheit von der Moderne in die Romantik und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Es ist kein federleichter Roman den der Leser "zwischendurch" lesen könnte, denn so bliebe sonst dieses wertvolle Werk weit auf der Strecke. Die Unglückseligen von Autorin Thea Dorn ist ausschließlich für Liebhaber schriftstellerischer Kunst ein sprachlich besonderes Ereignis. Zitate 1. Zitat: "War dies nicht das Erste in der langen Kette seiner Verbrechen gewesen? Seine Unsünde? Dass er den Himmel angefleht, er möge ihn kurze Zeit noch auf dieser Erde lassen? Ein paar Monate, Jahre noch - nur so viel Frist als nötig zu vollenden, was er begonnen? Wer immer es gewesen - er hatte ihn erhört. Ihm die irdische Hülle zum Spott gelassen und alles andere genommen. Glaube, liebe, Wissenschaft: dahin. Von seinem einstmals so üppig wuchernden Geist nicht mehr geblieben als das tote Geäst, in dem die Gedankenkrähen einander zausten." 2. Zitat: "Blicken Sie sich um auf der Welt! Wie mögen Sie da ernstlich noch behaupten, der Mensch sei fortgeschritten auf dem Wege der Natur- und Selbsterlösung? Botschaften jagt ihr von einem Erdteil zum anderen; ihr durchfliegt die Lüfte, durchmesst das Weltall, lässt die Nacht heller leuchten als den Tag - allein zu welchem Zwecke? Herrscht eine neue Harmonie, ein neues Glück? Nicht minder elend seh ich die Menschen denn zu meinen frühen Tagen. Nie zuvor nicht lag Natur so stumm, so leblos, so zergliedert da, und deine wachere Menschheit - gleich einer Horde Büffel trampelt sie dumpfwütig über alles hinweg. Dein Fortschritt: Hat einen einzigen Grashalm er zum Sprechen gebracht? Wisst ihr dem Tautropfen zu lauschen, wenn er des Morgens sich vom Blatte löst? Darf eine einzige Naide sich freuen, weil der Mensch sie mit wissender Hand zu sich hat emporgehoben, und beide nun versöhnt in neuer Eintracht einander forterkennen?" 3. Zitat: "Das ewige muss eine Sehnsucht bleiben! Der Mensch braucht den unendlichen Horizont! Aber wehe, er berührt ihn! Wie sollen die Säulen länger das Himmelsdach trage, wenn alle Polarität ausgelöscht, alles in eins geschmolzen? So wie der Tag die Nacht braucht, das Positive das Negative, der Mann das Weib, so braucht die Unendlichkeit die Endlichkeit. Vernichte den einen Pool - und du hast das ganze vernichtet. Lasst endlich davon ab." 4. Zitat: "Ritter, Ritter, Ritter, was soll dies nun wieder werden? Zerfließt in Selbstmitleid und willst gar noch der Lappen sein, der sich aufwischt mit eigner Hand? Wie angstverblödet kann ein Mann den werden! Erinnerst dich nicht mehr, wie lustig du auf Kerners Turm gebrannt, nachdem der Blitz dich dort getroffen? Wie dir der Schädel wollte Plätzen, nachdem auf Sonnenstein den Hals so zierlich durch die Schlinge du gesteckt? Wie's krachte im Geripp', da du zu Nürnberg hast den Fenstersturz erprobt? Doch wenn ein Tor aus Schaden nicht will lernen, so muss er weiter wohl ins eigne Tor sich schießen. In diesem Sinne, Ritter, wünsch ich: Waidmannsheil!"

Moderne Wissenschaft trifft auf alterslosen Herrn. Literarisch ein Feuerwerk.

Nisnis aus Dortmund am 04.05.2016
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Molekularbiologen Johanna Mawet erforscht die Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthaltes in den USA trifft sie auf einen urigen, scheinbar alterslosen Herrn. Er sei Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren im Jahre 1776. Johanna hält ihn zunächst für verwirrt und doch nimmt sie eine Probe seines Blutes, um anhand der DNA sein wahres Alter bestimmen zu können. Die Laborergebnisse stimmen sie fassungslos und als Johannas Kollegen misstrauisch werden, reist sie mit Ritter nach Deutschland, um wissenschaftliche Erkenntnis in dieser Paradoxie zu erlangen. Die Autorin: Thea Dorn, geboren 1970, studierte Philosophie und Theaterwissenschaften in Frankfurt, Wien und Berlin und arbeitete als Dozentin und Dramaturgin. Sie schrieb eine Reihe preisgekrönter Romane und Bestseller (u.a. "Die Hirnkönigin"), Theaterstücke, Drehbücher und Essays (u.a. "Die neue F-Klasse – Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird") und zuletzt mit Richard Wagner den Sachbuch-Bestseller „Die deutsche Seele“. Sie moderierte die Sendung "Literatur im Foyer" im SWR-Fernsehen und kuratierte unter dem Motto "Hinaus ins Ungewisse!" das "forum:autoren" beim Literaturfest München 2012. Der Film "Männertreu", zu dem sie das Drehbuch geschrieben hat, wurde 2014 mit dem "Deutschen Fernsehpreis" als bester Fernsehfilm des Jahres und 2015 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Thea Dorn lebt in Berlin. Reflektionen: Thea Dorn hat mit diesem Roman ein literarisches Feuerwerk gezündet, dessen schriftstellerische Flammen in ihrer Höhe vermutlich so schnell nicht eingedämmt werden. Sie nutz den Fauststoff als Werkzeug für die Geburt ihres gewagten Stils, die die Handlung dieses Wissenschaftsromans unterstreicht und diese bis zur letzten Seite auszeichnet. Thea Dorn setzt jedoch auch voraus, dass der Leser Dialekt, altertümliche Sprache sowie den Fauststoff und einige Dialoge in der englischen Sprache versteht. Mit dieser Einschätzung liegt sie jedoch sicher falsch und wird so Unmut bei manch einem Leser hervorrufen. Die Handlung, ein Mix aus Fantasie, Philosophie, moderner Wissenschaft und historischem Stoff, erfordert vom Leser höchste Konzentration, um dieses Kunstwerk der Sprache voll umfänglich erfassen und genießen zu können. Die beiden Hauptfiguren Joahanna und Ritter sind in ihren Charaktereigenschaften äußerst tiefgründig und feingliedrig gezeichnet. Während Johanna in ihrer Ezählstimme modern klingt und in ihren Gedanken erfrischend wirkt, ist Ritter mit seiner außergewöhnlichen Erzählstimme tief versunken in seiner altmodischen Welt, die ihn immer wieder in der Gegenwart anecken lässt. Beide Figuren ergänzen sich in diesem Roman, doch sie bleiben auch streitbar und lassen so die Spannung auf gleichmäßig anregender Höhe agieren. Dennoch: Mich hat die Sprache Thea Dorns erreicht. Ich habe diese meisterliche Glanzleistung genossen und schätze sie. Auch der Sinn dieser Geschichte ist mir interessant vorgetragen worden, doch immer wieder zwischendurch wurde ich diesem Stil müde. Ich empfand Längen, aus denen mich die Autorin zwar immer wieder empor zog, doch ich büßte dabei meine Motivation weiterzulesen ein wenig ein. Ich finde es sehr wichtig, dass Leser dieses Buch vor dem Kauf selbstkritisch betrachte. Eine Leseprobe vor dem Buchkauf ist sicher sinnvoll, denn es ist einfach nicht jedermanns Sache, diesen Schreibstil und diese wenn auch sehr hochwertige Sprache zu mögen. Aus diesem Grund liefere ich am Ende dieser Rezension ein paar Zitate, damit ein Leser Hilfestellung erhält, sich auf dieses Buch einzulassen oder nicht. Mein Fazit: Dieser Roman ist literarisch kunstvoll, anspruchsvoll und außergewöhnlich. Die Handlung springt von der Gegenwart in die Vergangenheit von der Moderne in die Romantik und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Es ist kein federleichter Roman den der Leser "zwischendurch" lesen könnte, denn so bliebe sonst dieses wertvolle Werk weit auf der Strecke. Die Unglückseligen von Autorin Thea Dorn ist ausschließlich für Liebhaber schriftstellerischer Kunst ein sprachlich besonderes Ereignis. Zitate 1. Zitat: "War dies nicht das Erste in der langen Kette seiner Verbrechen gewesen? Seine Unsünde? Dass er den Himmel angefleht, er möge ihn kurze Zeit noch auf dieser Erde lassen? Ein paar Monate, Jahre noch - nur so viel Frist als nötig zu vollenden, was er begonnen? Wer immer es gewesen - er hatte ihn erhört. Ihm die irdische Hülle zum Spott gelassen und alles andere genommen. Glaube, liebe, Wissenschaft: dahin. Von seinem einstmals so üppig wuchernden Geist nicht mehr geblieben als das tote Geäst, in dem die Gedankenkrähen einander zausten." 2. Zitat: "Blicken Sie sich um auf der Welt! Wie mögen Sie da ernstlich noch behaupten, der Mensch sei fortgeschritten auf dem Wege der Natur- und Selbsterlösung? Botschaften jagt ihr von einem Erdteil zum anderen; ihr durchfliegt die Lüfte, durchmesst das Weltall, lässt die Nacht heller leuchten als den Tag - allein zu welchem Zwecke? Herrscht eine neue Harmonie, ein neues Glück? Nicht minder elend seh ich die Menschen denn zu meinen frühen Tagen. Nie zuvor nicht lag Natur so stumm, so leblos, so zergliedert da, und deine wachere Menschheit - gleich einer Horde Büffel trampelt sie dumpfwütig über alles hinweg. Dein Fortschritt: Hat einen einzigen Grashalm er zum Sprechen gebracht? Wisst ihr dem Tautropfen zu lauschen, wenn er des Morgens sich vom Blatte löst? Darf eine einzige Naide sich freuen, weil der Mensch sie mit wissender Hand zu sich hat emporgehoben, und beide nun versöhnt in neuer Eintracht einander forterkennen?" 3. Zitat: "Das ewige muss eine Sehnsucht bleiben! Der Mensch braucht den unendlichen Horizont! Aber wehe, er berührt ihn! Wie sollen die Säulen länger das Himmelsdach trage, wenn alle Polarität ausgelöscht, alles in eins geschmolzen? So wie der Tag die Nacht braucht, das Positive das Negative, der Mann das Weib, so braucht die Unendlichkeit die Endlichkeit. Vernichte den einen Pool - und du hast das ganze vernichtet. Lasst endlich davon ab." 4. Zitat: "Ritter, Ritter, Ritter, was soll dies nun wieder werden? Zerfließt in Selbstmitleid und willst gar noch der Lappen sein, der sich aufwischt mit eigner Hand? Wie angstverblödet kann ein Mann den werden! Erinnerst dich nicht mehr, wie lustig du auf Kerners Turm gebrannt, nachdem der Blitz dich dort getroffen? Wie dir der Schädel wollte Plätzen, nachdem auf Sonnenstein den Hals so zierlich durch die Schlinge du gesteckt? Wie's krachte im Geripp', da du zu Nürnberg hast den Fenstersturz erprobt? Doch wenn ein Tor aus Schaden nicht will lernen, so muss er weiter wohl ins eigne Tor sich schießen. In diesem Sinne, Ritter, wünsch ich: Waidmannsheil!"

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