Antisemitismus in Zentraleuropa

Werner Bergmann, Ulrich Wyrwa

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Beschreibung

Antisemitismus ist ein aktuelles Problem in Zentraleuropa. Er ist jedoch keine der europäischen Menschheit eingeschriebene Konstante, sondern ein Phänomen, das in einem spezifischen historischen Kontext entstanden ist, als politische Einstellung, soziale Praxis und weltanschauliche Orientierung in Erscheinung trat und sich zur Legitimation auf die Tradition der christlichen Judenfeindschaft berief. Im Zuge der sozioökonomischen Umwälzungen des ,langen' 19. Jahrhunderts aufgekommen, war der Antisemitismus am Ende dieses Zeitalters Ausdruck der kulturellen Krise. Er wurde zu einer zivilisationskritischen Sammelbewegung, die den Juden die Schuld an allen gesellschaftlichen Konflikten und Verunsicherungen gab. Der Zusammenbruch des alten Europa durch den Ersten Weltkrieg und die verheerenden moralischen Folgen der Kriegsniederlage riefen eine Radikalisierung des Antisemitismus hervor. Antisemitische Einstellungen gehörten zum Kern der nationalsozialistischen Weltanschauung, und führten während des Zweiten Weltkrieges zum Völkermord an den europäischen Juden. Der Holocaust hatte jedoch keineswegs das Verschwinden des Antisemitismus zur Folge. Er nahm nach 1945 neue Züge an und äussert sich in Form eines Schuldabwehr-Antisemitismus, als Holocaustleugnung oder Antizionismus.

Prof. Dr. Werner Bergmann ist Professor für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin. Er hat zahlreiche Publikationen zur Geschichte des Antisemitismus vorgelegt, darunter >Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland< (zus. mit R. Erb, 1991) und >Geschichte des Antisemitismus< (2. Aufl. 2004).

Produktdetails

Format PDF i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Nein i
Text-to-Speech Nein i
Erscheinungsdatum 13.04.2016
Herausgeber Kai Brodersen, Martin Kintzinger, Uwe Puschner, Volker Reinhardt
Verlag Wissenschaftliche Buchgesellschaft Stuttgart
Seitenzahl 144 (Printausgabe)
Dateigröße 2717 KB
Sprache Deutsch
EAN 9783534718122

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