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Roter Hunger

Stalins Krieg gegen die Ukraine - Mit zahlreichen Abbildungen

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.04.2019

Verlag

Siedler

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

23.2/16.4/4.6 cm

Gewicht

921 g

Beschreibung

Rezension

»Anne Applebaums Buch wird gewiss zum Standardwerk über eines der grössten Verbrechen der Menschheit.« ("Timothy Snyder")
»(...) glänzend geschriebenen Studie (...)« ("Die literarische Welt, Richard Herzinger")
»Die amerikanische Historikerin und Journalistin ist eine ausgewiesene Kennerin Osteuropas.« ("NZZ Bücher am Sonntag, Reinhard Meier")

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.04.2019

Verlag

Siedler

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

23.2/16.4/4.6 cm

Gewicht

921 g

Auflage

3. Auflage

Originaltitel

Famine: The Ukranian Genocide 1932-33

Übersetzt von

Martin Richter

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8275-0052-6

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Vergangenheit erklärt Gegenwart

Nicole Korzonnek aus Hamburg am 16.03.2022

Bewertungsnummer: 1676212

Bewertet: eBook (ePUB)

Die Ukraine kennt den Hunger! Ausgerechnet die Kornkammer Europas! So wird das derzeit vom Krieg terrorisierte Land ja gerne genannt. Zur Zeiten der Sowjetunion war die Ukraine indes die Kornkammer Russlands. Bereits unter Lenin fand 1922/23 eine große Hungersnot statt. Doch Lenin ließ internationale Hilfe ins Land, sodass allein die Amerikaner mit ihren Lebensmittelversorgungen 11 Millionen Ukrainern das Leben retten konnten. Stalin indes ging 1932/33 - also genau zehn Jahre später - anders vor. Nachdem die ukrainischen Bauern von ihm zwangskollektiviert wurden, presste er sie aus. Die Kornabgaben waren gigantisch. Schließlich wollte Stalin in der Sowjetunion die Industrialisierung vorantreiben. Missernten wurden von ihm nicht beachtet. Irgendwann mussten die Bauern in den Kolchosen sogar ihr Saatgut abgeben, damit ausländische Aufträge erfüllt werden konnten. Es war also eine Hungersnot mit Anlauf und kreischender Ansage. Statt dann aber dem Ausland zu gestatten, den Ukrainern zu helfen, wurden die Grenzen in alle Richtungen dicht gemacht. Knapp 4 Millionen Menschen starben in der Ukraine. Diese Hungersnot ist dort dementsprechend als Holomodor - Tötung durch Hunger - in die Geschichte eingegangen. Jedenfalls in die Geschichte der Ukraine. Denn Russland leugnet den Holomodor nach wie vor. Und weigert sich dementsprechend auch, von einem Genozid am urkainischen Volk zu sprechen. Anne Applebaums Buch widmet sich zentral diesem Holomodor, geht tatsächlich aber weit darüber hinaus. Denn sie setzt diese Hungersnot in einen geschichtlichen Kontext, widmet sich zuerst der Historie des Landes. Polen, Russland, Polen, Russland - die Ukraine war nie so richtig ein souveräner Staat, gehörte entweder zu dem einen Land oder dem anderen Reich. Während die Polen die kulturellen Unterschiede akzeptierten, versuchte die Sowjetunion eben diese auszumerzen. Ukrainisch wurde ebenso verboten, wie Kunst und Kultur “russisiert” wurden. Bereits Lenin verfolgte Intellektuelle, Dichter und Denker der Ukraine - Stalin führte sein Werk fort. Und zwar gründlich. Applebaum spannt hier also einen ganz weiten Bogen. In der Mitte dann eingebettet: der Holomodor. Genau diese Passagen nagten bei mir ziemlich an der Substanz. Die Steigerung des Leids bricht einem das Herz: erst betteln, dann Eicheln und Gräser essen. Und dann? Sterben. Oder auch Kannibalismus. Wobei diese große Verzweiflungstat tatsächlich die Ausnahme war. Doch der Hunger entmenschlichte auch auf vielen anderen Ebenen, wie Applebaums sorgfältig zusammengesuchte Augenzeugenberichte belegen. Das ist alles ebenso intensiv wie erschreckend. Und dann geht Applebaum weiter. Bis ins Jahr 2015. Sie spannt den historischen Kontext weiter, bettet ihn ein. Zum Beispiel, dass der Begriff Holomodor bis heute nicht anerkannt ist. Oder dass die russische Regierung jeden als Nazi (aha!) beschimpft, der ihn verwendet. Oder dass das Hungersnot-Denkmal auf der Krim gezielt von den Russen 2014/15 durch Bomben zerstört wurde. Letztlich geht das Buch dann weit über den Hunger hinaus, denn es macht greifbarer, warum Putin gerade seinen terroristischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit einer solch irrsinnigen Verbissenheit führt. Und warum die Ukrainer derart leidenschaftlich dagegenhalten. Ein großes Buch, das derzeit aktueller denn je ist - auch wenn es sich mit der Vergangenheit beschäftigt.

Vergangenheit erklärt Gegenwart

Nicole Korzonnek aus Hamburg am 16.03.2022
Bewertungsnummer: 1676212
Bewertet: eBook (ePUB)

Die Ukraine kennt den Hunger! Ausgerechnet die Kornkammer Europas! So wird das derzeit vom Krieg terrorisierte Land ja gerne genannt. Zur Zeiten der Sowjetunion war die Ukraine indes die Kornkammer Russlands. Bereits unter Lenin fand 1922/23 eine große Hungersnot statt. Doch Lenin ließ internationale Hilfe ins Land, sodass allein die Amerikaner mit ihren Lebensmittelversorgungen 11 Millionen Ukrainern das Leben retten konnten. Stalin indes ging 1932/33 - also genau zehn Jahre später - anders vor. Nachdem die ukrainischen Bauern von ihm zwangskollektiviert wurden, presste er sie aus. Die Kornabgaben waren gigantisch. Schließlich wollte Stalin in der Sowjetunion die Industrialisierung vorantreiben. Missernten wurden von ihm nicht beachtet. Irgendwann mussten die Bauern in den Kolchosen sogar ihr Saatgut abgeben, damit ausländische Aufträge erfüllt werden konnten. Es war also eine Hungersnot mit Anlauf und kreischender Ansage. Statt dann aber dem Ausland zu gestatten, den Ukrainern zu helfen, wurden die Grenzen in alle Richtungen dicht gemacht. Knapp 4 Millionen Menschen starben in der Ukraine. Diese Hungersnot ist dort dementsprechend als Holomodor - Tötung durch Hunger - in die Geschichte eingegangen. Jedenfalls in die Geschichte der Ukraine. Denn Russland leugnet den Holomodor nach wie vor. Und weigert sich dementsprechend auch, von einem Genozid am urkainischen Volk zu sprechen. Anne Applebaums Buch widmet sich zentral diesem Holomodor, geht tatsächlich aber weit darüber hinaus. Denn sie setzt diese Hungersnot in einen geschichtlichen Kontext, widmet sich zuerst der Historie des Landes. Polen, Russland, Polen, Russland - die Ukraine war nie so richtig ein souveräner Staat, gehörte entweder zu dem einen Land oder dem anderen Reich. Während die Polen die kulturellen Unterschiede akzeptierten, versuchte die Sowjetunion eben diese auszumerzen. Ukrainisch wurde ebenso verboten, wie Kunst und Kultur “russisiert” wurden. Bereits Lenin verfolgte Intellektuelle, Dichter und Denker der Ukraine - Stalin führte sein Werk fort. Und zwar gründlich. Applebaum spannt hier also einen ganz weiten Bogen. In der Mitte dann eingebettet: der Holomodor. Genau diese Passagen nagten bei mir ziemlich an der Substanz. Die Steigerung des Leids bricht einem das Herz: erst betteln, dann Eicheln und Gräser essen. Und dann? Sterben. Oder auch Kannibalismus. Wobei diese große Verzweiflungstat tatsächlich die Ausnahme war. Doch der Hunger entmenschlichte auch auf vielen anderen Ebenen, wie Applebaums sorgfältig zusammengesuchte Augenzeugenberichte belegen. Das ist alles ebenso intensiv wie erschreckend. Und dann geht Applebaum weiter. Bis ins Jahr 2015. Sie spannt den historischen Kontext weiter, bettet ihn ein. Zum Beispiel, dass der Begriff Holomodor bis heute nicht anerkannt ist. Oder dass die russische Regierung jeden als Nazi (aha!) beschimpft, der ihn verwendet. Oder dass das Hungersnot-Denkmal auf der Krim gezielt von den Russen 2014/15 durch Bomben zerstört wurde. Letztlich geht das Buch dann weit über den Hunger hinaus, denn es macht greifbarer, warum Putin gerade seinen terroristischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit einer solch irrsinnigen Verbissenheit führt. Und warum die Ukrainer derart leidenschaftlich dagegenhalten. Ein großes Buch, das derzeit aktueller denn je ist - auch wenn es sich mit der Vergangenheit beschäftigt.

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Roter Hunger

von Anne Applebaum

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