Gestern ist ein ferner Ort

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Beschreibung


Nach einem Schlaganfall muss Celia zurück ins Leben finden. Ein Teil ihrer Vergangenheit ist einfach ausgelöscht. Fieberhaft versucht sie, diese Leerstellen zu füllen. Doch ihre Tochter Paula scheint fest entschlossen, genau das zu verhindern. Immer wieder weicht sie den Fragen ihrer Mutter aus - besonders dann, wenn Celia sich nach ihrem Sohn Emilio erkundigt. Und offenbar hat Paula auch alle anderen angewiesen, Celia nur die halbe Wahrheit zu sagen. Aber hat sie das Recht, ihrer Mutter die eigene Lebensgeschichte zu verschweigen?


Joaquín Berges, geboren 1965, lebt mit seiner Familie in der Nähe von Zaragoza. Schon als Kind hat er das Lesen für sich entdeckt. Nach dem Studium der spanischen Literatur hat er für ein grosses Unternehmen gearbeitet und nebenher angefangen, eigene Geschichten zu schreiben. Sein erster Roman erschien 2009 und wurde mit einem Preis für das beste spanische Debüt ausgezeichnet.

Details

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

30.08.2019

Verlag

Lübbe

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

21.6/13.7/4 cm

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

30.08.2019

Verlag

Lübbe

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

21.6/13.7/4 cm

Gewicht

494 g

Auflage

1. Auflage 2019

Originaltitel

UNA SOLA PALABRA

Übersetzer

Sybille Martin

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-404-17856-8

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Geruhsam erzählte Reise zu sich selbst

Bewertung aus Kronberg am 12.01.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

"Gestern ist ein ferner Ort" hat mich durch Klappentext und Leseprobe gleich interessiert. Wir lernen Celia kennen, die nach einem Schlaganfall im Koma lag und nun unter partieller Amnesie leidet. Celia, das erkennen wir sofort, ist eine energische und intelligente Dame, die bislang offenbar selbstbestimmt und erfolgreich gelebt hat. Nun von ihrer Umwelt, insbesondere ihrer Tochter Paula, wie eine Invalidin behandelt zu werden, geht ihr verständlicherweise gegen den Strich. Sehr schön wird uns im ersten Teil des Buches geschildert, wie Celia und Paula umeinander herumschleichen, beide nicht so recht wissen, wie sie mit der neuen Situation und ihrer neuen Beziehung miteinander umgehen sollen. Paula verpaßt Celia eine ganze Reihe an Vorschriften und wie der Klappentext schon verrät: sie verschweigt ihrer Mutter etwas und hat auch Celias Umfeld sogfältig instruiert. So rennt Celia ständig gegen Wände, als sie nach ihren Erinnerungen sucht. Es werden zahlreiche Andeutungen gemacht, daß es ein dunkles Geheimnis gibt und daß Celia in den Jahren vor ihrem Schlaganfall eine ganz andere Person war, als wir sie nun erleben. Eine mysteriöse Jugendfreundin wird erwähnt, ein seltsam abwesender Sohn, Familienzwiste und noch vieles mehr. Gebannt begab ich mich mit Celia auf diese Reise und wurde mit jeder Andeutung gespannter, was sich da alles aufdecken würde. Vorweg muß ich schon sagen, daß ich am Ende dieser Reise doch ein wenig enttäuscht war. Die meisten der Andeutungen verpuffen im Laufe der Geschichte und viele Punkte, zu denen ich gerne wesentlich mehr erfahren hätte, werden nicht weiter erwähnt oder nur im Vorbeigehen behandelt. Letztlich geht es nämlich gar nicht so sehr um diese Geheimnisse, um Celias vorheriges Selbst, sondern das Buch ist eine Art innerer Reise Celias zu sich selbst, zu ihrer Vergangenheit, zu ihr wichtigen Menschen. Hier hat mich der Klappentext leider etwas in die Irre geführt und meine Erwartungen nicht völlig getroffen. Die Sprache des Autors ist ausgezeichnet. Klar, wohlformuliert, oft poetisch. Auch die Übersetzung ist gut. Celia als Charakter ist gelungen, glaubhaft und vielschichtig, auch wenn mir leider am Ende noch zu große Lücken bzgl. ihrer vorherigen Persönlichkeit bleiben. Die anderen Charaktere sind wesentlich blasser als sie, kamen mir nur teilweise nahe. Umgebungen und Atmosphäre sind hervorragend beschrieben. Man sieht die Terrasse, die Meeratmosphäre, die staubigen Landstraßen richtiggehend vor sich und spürt oft die herrschende Stimmung. Das zeugt von einem guten Blick für Details. Diese Detailliebe führt aber zugleich auch zu stilistischen Komponenten, die mir nicht zugesagt haben. Für mich nebensächliche Dinge werden ausführlich und wiederholt beschrieben. Die Bestandteile jeder Mahlzeit, teils banale Alltagsunterhaltungen und andere Dinge nehmen sehr viel Raum ein und konnten mein Leseinteresse nicht bannen. Celia entdeckt über ihre Enkelin ein Social Media Farmspiel, was als Idee an sich gut ist, um die Verbindung zwischen Celia und ihrer Enkelin, sowie Celias Möglichkeit, sich so in eine routinierte Beschäftigung zu finden, darzustellen. Allerdings wird das Spiel und dessen einzelne Schritte dann ständig viel zu ausführlich beschrieben - das wäre zum Vermitteln der Botschaft nicht notwendig gewesen. Auf ihrer Reise zu sich selbst besucht Celia mehrere Menschen aus ihrer Vergangenheit. Das ist teilweise recht interessant, gerade wenn wichtige Punkte aus der Vergangenheit zur Sprache kommen, oder sie nach Jahrzehnten einen ihr wichtigen Menschen neu entdeckt. Oft bestehen diese Besuche aber aus Alltäglichem, aus vielen Details, die für mich für die Geschichte nicht notwendig waren. Diese Menschen erscheinen und verschwinden dann größtenteils wieder. Während diese Dinge viel Raum bekommen, bleiben viele Punkte unerklärt oder kaum erklärt. Nachdem Celia relevante Themen aufdeckt, habe ich gespannt darauf gewartet, was nun geschieht, wie sie reagiert, wie sie sich fühlt. Es ging weiter mit Mahlzeiten, Farmspielen, Alltagsroutinen. Mir fehlte hier einfach sehr viel. Dafür werden einige neue "Baustellen" aufgemacht, deren Sinn sich mir nicht erschloß. Am Ende war ich enttäuscht, wie viele Andeutungen mich neugierig gemacht hatten und dann einfach in der Geschichte verschwunden sind. Die Gewichtung war nicht mein Fall. Es kommt hier wirklich sehr darauf an, was man erwartet. Wer Wert auf stimmungsvolle Szenen, behutsames Erzähltempo, eine innere Reise teilweise ohne Antworten legt, wird dieses Buch genießen, denn es ist in dieser Hinsicht ausgezeichnet konzipiert und geschrieben. Mein Geschmack war es aufgrund der erwähnten Punkte leider nicht ganz, wobei ich doch froh bin, es kennengelernt zu haben.

Geruhsam erzählte Reise zu sich selbst

Bewertung aus Kronberg am 12.01.2021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

"Gestern ist ein ferner Ort" hat mich durch Klappentext und Leseprobe gleich interessiert. Wir lernen Celia kennen, die nach einem Schlaganfall im Koma lag und nun unter partieller Amnesie leidet. Celia, das erkennen wir sofort, ist eine energische und intelligente Dame, die bislang offenbar selbstbestimmt und erfolgreich gelebt hat. Nun von ihrer Umwelt, insbesondere ihrer Tochter Paula, wie eine Invalidin behandelt zu werden, geht ihr verständlicherweise gegen den Strich. Sehr schön wird uns im ersten Teil des Buches geschildert, wie Celia und Paula umeinander herumschleichen, beide nicht so recht wissen, wie sie mit der neuen Situation und ihrer neuen Beziehung miteinander umgehen sollen. Paula verpaßt Celia eine ganze Reihe an Vorschriften und wie der Klappentext schon verrät: sie verschweigt ihrer Mutter etwas und hat auch Celias Umfeld sogfältig instruiert. So rennt Celia ständig gegen Wände, als sie nach ihren Erinnerungen sucht. Es werden zahlreiche Andeutungen gemacht, daß es ein dunkles Geheimnis gibt und daß Celia in den Jahren vor ihrem Schlaganfall eine ganz andere Person war, als wir sie nun erleben. Eine mysteriöse Jugendfreundin wird erwähnt, ein seltsam abwesender Sohn, Familienzwiste und noch vieles mehr. Gebannt begab ich mich mit Celia auf diese Reise und wurde mit jeder Andeutung gespannter, was sich da alles aufdecken würde. Vorweg muß ich schon sagen, daß ich am Ende dieser Reise doch ein wenig enttäuscht war. Die meisten der Andeutungen verpuffen im Laufe der Geschichte und viele Punkte, zu denen ich gerne wesentlich mehr erfahren hätte, werden nicht weiter erwähnt oder nur im Vorbeigehen behandelt. Letztlich geht es nämlich gar nicht so sehr um diese Geheimnisse, um Celias vorheriges Selbst, sondern das Buch ist eine Art innerer Reise Celias zu sich selbst, zu ihrer Vergangenheit, zu ihr wichtigen Menschen. Hier hat mich der Klappentext leider etwas in die Irre geführt und meine Erwartungen nicht völlig getroffen. Die Sprache des Autors ist ausgezeichnet. Klar, wohlformuliert, oft poetisch. Auch die Übersetzung ist gut. Celia als Charakter ist gelungen, glaubhaft und vielschichtig, auch wenn mir leider am Ende noch zu große Lücken bzgl. ihrer vorherigen Persönlichkeit bleiben. Die anderen Charaktere sind wesentlich blasser als sie, kamen mir nur teilweise nahe. Umgebungen und Atmosphäre sind hervorragend beschrieben. Man sieht die Terrasse, die Meeratmosphäre, die staubigen Landstraßen richtiggehend vor sich und spürt oft die herrschende Stimmung. Das zeugt von einem guten Blick für Details. Diese Detailliebe führt aber zugleich auch zu stilistischen Komponenten, die mir nicht zugesagt haben. Für mich nebensächliche Dinge werden ausführlich und wiederholt beschrieben. Die Bestandteile jeder Mahlzeit, teils banale Alltagsunterhaltungen und andere Dinge nehmen sehr viel Raum ein und konnten mein Leseinteresse nicht bannen. Celia entdeckt über ihre Enkelin ein Social Media Farmspiel, was als Idee an sich gut ist, um die Verbindung zwischen Celia und ihrer Enkelin, sowie Celias Möglichkeit, sich so in eine routinierte Beschäftigung zu finden, darzustellen. Allerdings wird das Spiel und dessen einzelne Schritte dann ständig viel zu ausführlich beschrieben - das wäre zum Vermitteln der Botschaft nicht notwendig gewesen. Auf ihrer Reise zu sich selbst besucht Celia mehrere Menschen aus ihrer Vergangenheit. Das ist teilweise recht interessant, gerade wenn wichtige Punkte aus der Vergangenheit zur Sprache kommen, oder sie nach Jahrzehnten einen ihr wichtigen Menschen neu entdeckt. Oft bestehen diese Besuche aber aus Alltäglichem, aus vielen Details, die für mich für die Geschichte nicht notwendig waren. Diese Menschen erscheinen und verschwinden dann größtenteils wieder. Während diese Dinge viel Raum bekommen, bleiben viele Punkte unerklärt oder kaum erklärt. Nachdem Celia relevante Themen aufdeckt, habe ich gespannt darauf gewartet, was nun geschieht, wie sie reagiert, wie sie sich fühlt. Es ging weiter mit Mahlzeiten, Farmspielen, Alltagsroutinen. Mir fehlte hier einfach sehr viel. Dafür werden einige neue "Baustellen" aufgemacht, deren Sinn sich mir nicht erschloß. Am Ende war ich enttäuscht, wie viele Andeutungen mich neugierig gemacht hatten und dann einfach in der Geschichte verschwunden sind. Die Gewichtung war nicht mein Fall. Es kommt hier wirklich sehr darauf an, was man erwartet. Wer Wert auf stimmungsvolle Szenen, behutsames Erzähltempo, eine innere Reise teilweise ohne Antworten legt, wird dieses Buch genießen, denn es ist in dieser Hinsicht ausgezeichnet konzipiert und geschrieben. Mein Geschmack war es aufgrund der erwähnten Punkte leider nicht ganz, wobei ich doch froh bin, es kennengelernt zu haben.

Auf der Suche nach der Vergangenheit

Katrin Orth am 12.01.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Schriftstellerin Celia hat infolge eines Schlaganfalls teilweise ihr Gedächtnis verloren. Dank ihrer Tochter Paula, die Ärztin ist darf sie sich unter deren Aufsicht Zuhause davon erholen. Doch irgendetwas Wichtiges aus ihrer Vergangenheit wird ihr von ihrem Umfeld verschwiegen. Ihre Dateien sind mit einem Passwort geschützt, an das Sie sich auch nicht mehr erinnert. Zusammen mit ihrer Haushälterin Rosario begibt sie sich auf eine spannende Spurensuche und besucht Verwandte und Menschen aus ihrer Vergangenheit um ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Doch als sie die Wahrheit herausfindet, droht ihre Welt ein zweites Mal zusammenzubrechen. Eigentlich ist das Genre nicht ganz so meins, doch die Leseprobe hat mich bereits neugierig auf den Fortgang der Geschichte gemacht. Durch den lockeren und ausführlichen Schreibstil des Autors habe ich rasch in die Geschichte reingefunden. Er hat die "alte Celia" nur knapp beschrieben, was aber nicht tragisch ist da ich Diese nicht sehr sympathisch finde. Die "neue" Celia nach dem Schlaganfall ist offen für Neues, manchmal etwas zickig, abenteuerlustig und lässt nicht locker in ihrem Unterfangen ihre Erinnerungen zurück zu bekommen. Die Beziehungen zu ihrer Tochter ist etwas angespannt, erst gegen Ende scheint sich das Verhältnis ein wenig zu entspannen. In ihrer Haushälterin findet sie eine neue Vertraute und auf lange Sicht gesehen vielleicht eine gute Freundin. Die Geschichte regt den Leser sehr zum Nachdenken an, wie es einem selbst gehen würde, wenn man in der Situation wäre. Celia ist wunderbar einfühlsam beschrieben, wir erleben sie mit all ihrer Unsicherheit, ihrem unerschütterlicher Hoffnung und der Freude über noch so kleine Fortschritte. Wir erleben sie in inniger Beziehung zu ihrem Hund Charlie und ihrer Enkelin Alba. Leider lässt das Ende noch ziemlich viele Fragen offen und die Verwandtschaftsbeziehungen waren zum Teil etwas verwirrend. Nichtsdestotrotz finde ich den Roman sehr gelungen!

Auf der Suche nach der Vergangenheit

Katrin Orth am 12.01.2021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Schriftstellerin Celia hat infolge eines Schlaganfalls teilweise ihr Gedächtnis verloren. Dank ihrer Tochter Paula, die Ärztin ist darf sie sich unter deren Aufsicht Zuhause davon erholen. Doch irgendetwas Wichtiges aus ihrer Vergangenheit wird ihr von ihrem Umfeld verschwiegen. Ihre Dateien sind mit einem Passwort geschützt, an das Sie sich auch nicht mehr erinnert. Zusammen mit ihrer Haushälterin Rosario begibt sie sich auf eine spannende Spurensuche und besucht Verwandte und Menschen aus ihrer Vergangenheit um ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Doch als sie die Wahrheit herausfindet, droht ihre Welt ein zweites Mal zusammenzubrechen. Eigentlich ist das Genre nicht ganz so meins, doch die Leseprobe hat mich bereits neugierig auf den Fortgang der Geschichte gemacht. Durch den lockeren und ausführlichen Schreibstil des Autors habe ich rasch in die Geschichte reingefunden. Er hat die "alte Celia" nur knapp beschrieben, was aber nicht tragisch ist da ich Diese nicht sehr sympathisch finde. Die "neue" Celia nach dem Schlaganfall ist offen für Neues, manchmal etwas zickig, abenteuerlustig und lässt nicht locker in ihrem Unterfangen ihre Erinnerungen zurück zu bekommen. Die Beziehungen zu ihrer Tochter ist etwas angespannt, erst gegen Ende scheint sich das Verhältnis ein wenig zu entspannen. In ihrer Haushälterin findet sie eine neue Vertraute und auf lange Sicht gesehen vielleicht eine gute Freundin. Die Geschichte regt den Leser sehr zum Nachdenken an, wie es einem selbst gehen würde, wenn man in der Situation wäre. Celia ist wunderbar einfühlsam beschrieben, wir erleben sie mit all ihrer Unsicherheit, ihrem unerschütterlicher Hoffnung und der Freude über noch so kleine Fortschritte. Wir erleben sie in inniger Beziehung zu ihrem Hund Charlie und ihrer Enkelin Alba. Leider lässt das Ende noch ziemlich viele Fragen offen und die Verwandtschaftsbeziehungen waren zum Teil etwas verwirrend. Nichtsdestotrotz finde ich den Roman sehr gelungen!

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von Joaquín Berges

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