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Aus der Welt

Roman

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Beschreibung

Hoch oben im Norden Norwegens spielt diese Geschichte, kurz vor der Jahrtausendwende. Der junge Henrik Vankel arbeitet hier als Aushilfslehrer. Selbsthass, Einsamkeit und Schamgefühle bestimmen sein Leben. Schon lange ist er aus der Welt gefallen, schon lange versteht er die Zeichen seiner Mitmenschen nicht mehr – schon lange verschwimmen ihm Traum und Realität. Bis ihm eines Tages klar wird, dass er sich verliebt hat. In eine seiner Schülerinnen. Eine eigentlich unmögliche Liebesgeschichte. Ist dies wirklich die Rettung – oder der Auftakt zum endgültigen Zusammenbruch?

„Aus der Welt“, das gefeierte Romandebüt von Karl Ove Knausgård, hat viele Facetten. Von Sprach- und Verbindungslosigkeit ist darin die Rede, vom verzweifelten Versuch, sich einen Sinn zu erschaffen in einem rätselhaften Dasein. Es erzählt die Geschichte einer Kindheit und Jugend im Norwegen der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, in einer Familie und einer Welt, in der Scham und Schuldgefühle zu den stärksten Triebfedern überhaupt gehören. Es ist das sprachmächtige Debüt eines jungen Schriftstellers, eine erbarmungslose Erkundung des männlichen Egos und der Selbstzerstörung, aber auch eine literarische Feier von überbordender Phantasie.

»So verstörend wie packend. Letzteres liegt am Rhythmus von Knausgårds Sprache, die widersprüchliche Emotionen und unzählige Nuancen in sich birgt und immer in Bewegung bleibt.« ("Martina Läubli / NZZ am Sonntag")
»Schon in diesem Debüt legt sich Knausgård keine Zügel an, es ist undiszipliniert, anmassend. Es ist ein Monstrum. Überwältigend gut.« ("Peter Urban-Halle / Berliner Zeitung")
»Man liest und liest gebannt und verblüfft staunend, wie sich das alles fügt in diesem grandios fliessenden Stil jenseits allen Moralisierens.« ("Ulrich Steinmetzger / Westdeutsche Allgemeine Zeitung")
»In seinem Debütroman probiert sich Karl Ove Knausgård mit der Unbändigkeit eines Kindes aus und lässt seine spätere Meisterschaft aufblitzen.« ("Tobias Wenzel / WDR 3")
»Der psychologische Furor, den Knausgård bei der Schilderung dieser Obsession entfesselt, erinnert an die grandiosen Novellen von Stefan Zweig, Arthur Schnitzler oder Hermann Bahr.« ("Ulf Heise / Cicero")
»Der Gestus allein, mit dem sich hier ein Debütant auf eine Stufe mit den Grossen der Weltliteratur stellt und stilistisch dabei nicht abfällt, verdient Bewunderung.« ("Welf Grombacher / Freie Presse Chemnitz")

Karl Ove Knausgård wurde 1968 geboren und gilt als wichtigster norwegischer Autor der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, autobiographischen Projektes wurden weltweit zur Sensation. Sie sind in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach preisgekrönt. 2015 erhielt Karl Ove Knausgård den WELT-Literaturpreis, 2017 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Er lebt mit seiner Familie in London. "Aus der Welt", 1998 in Norwegen erschienen, ist sein Debüt als Autor, das nun erstmals auf Deutsch erscheint. Der Roman wurde bei seiner Veröffentlichung in Norwegen gefeiert als eines »der wichtigsten Bücher der letzten 25 Jahre« (Dagbladet) und mit dem Norwegischen Kritikerpreis ausgezeichnet. Es war das erste Mal, dass dieser Preis einem Debütanten verliehen wurde..
Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, Kjell Westö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.10.2020

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

928

Maße (L/B/H)

22/14.9/5.7 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.10.2020

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

928

Maße (L/B/H)

22/14.9/5.7 cm

Gewicht

1037 g

Originaltitel

Ute av verden

Übersetzer

Paul Berf

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87437-1

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Ambivalent

Sandra Falke aus Berlin am 01.04.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte dreht sich um den 26-Jährigen Henrik Vankel, der als Aushilfslehrer in einem winzigen Ort in Nordnorwegen eingestellt wird und dort eine hochgradig illegale Affäre mit seiner Schülerin beginnt. Allerdings wird diese Geschichte abrupt unterbrochen, als Henrik in seine Heimatstadt zurückkehren muss. Im Wechsel erzählt Henrik die Liebes- und Leidensgeschichte seiner Eltern, schildert Episoden aus seiner Jugend, verarbeitet die Konsequenzen seiner Affäre und nimmt später den noch in der Luft hängenden Handlungsstrang wieder auf. Auf den ersten Blick macht die Handlung den kleineren Teil des Romans aus: Sie ist umwoben von Henriks reflexiven Gedankengängen und existentialistischen Grübeleien. Das Thema Zeit und die Vergänglichkeit und Bedeutungslosigkeit eines Individuums werden aus aus Punkten der Vergangenheit beschrieben, die in Kontexten von geschichtlichen Kausalitäten umgesetzt werden. „Aus der Welt“ ist, wie jeder Roman von Knausgård, eine Sammlung kulturhistorischer Perlen, literarischer Analysen, geschichtlicher Berührungspunkte – und eine entsetzliche Geschichte über einen unsympathischen, Menschen hassenden, amoralischen Alkoholiker.

Ambivalent

Sandra Falke aus Berlin am 01.04.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte dreht sich um den 26-Jährigen Henrik Vankel, der als Aushilfslehrer in einem winzigen Ort in Nordnorwegen eingestellt wird und dort eine hochgradig illegale Affäre mit seiner Schülerin beginnt. Allerdings wird diese Geschichte abrupt unterbrochen, als Henrik in seine Heimatstadt zurückkehren muss. Im Wechsel erzählt Henrik die Liebes- und Leidensgeschichte seiner Eltern, schildert Episoden aus seiner Jugend, verarbeitet die Konsequenzen seiner Affäre und nimmt später den noch in der Luft hängenden Handlungsstrang wieder auf. Auf den ersten Blick macht die Handlung den kleineren Teil des Romans aus: Sie ist umwoben von Henriks reflexiven Gedankengängen und existentialistischen Grübeleien. Das Thema Zeit und die Vergänglichkeit und Bedeutungslosigkeit eines Individuums werden aus aus Punkten der Vergangenheit beschrieben, die in Kontexten von geschichtlichen Kausalitäten umgesetzt werden. „Aus der Welt“ ist, wie jeder Roman von Knausgård, eine Sammlung kulturhistorischer Perlen, literarischer Analysen, geschichtlicher Berührungspunkte – und eine entsetzliche Geschichte über einen unsympathischen, Menschen hassenden, amoralischen Alkoholiker.

Man braucht einen langen Atem und wird dafür belohnt.

Rezensent aus BW am 03.12.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Aus der Welt“ ist der fiktive Debutroman von Karl Ove Knausgård, der 1998 in Norwegen erstveröffentlicht und ausgezeichnet wurde. Erst jetzt, 2020 wurde er ins Deutsche übersetzt. Er basiert lose auf Knausgårds eigenen Lebens- und Familiengeschichte. Der 26-jährige Aushilfslehrer Henrik Vankel zieht Ende des 20. Jahrhunderts in ein abgelegenes Dorf im Norden Norwegens. Er ist am Ende seiner Lehrerausbildung, einige Prüfungen stehen noch aus. Er will ein Jahr lang an dieser Schule arbeiten. Obwohl die Dörfler freundlich sind, fühlt er sich in der Enge dieser Gemeinschaft nicht so recht wohl. Im ersten Drittel des Buches begleiten wir den Protagonisten in seinem Lehreralltag. Wir lernen ihn ziemlich gut kennen und merken bald, dass etwas nicht mit ihm stimmt. Henrik ist psychisch instabil und hat Schwierigkeiten damit, Beziehungen aufzubauen. Er fühlt sich einsam, leidet unter Scham- und Schuldgefühlen, bezieht alles auf sich, hat manchmal fast paranoide Vorstellungen davon, dass Mitmenschen über ihn reden und sich über ihn lustig machen und wird von seinem Selbsthass und seinen selbstdestruktiven Tendenzen gequält. Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Realität. Wahrscheinlich haben wir es mit einer Borderline-Struktur und -Persönlichkeit zu tun. Sein schlimmstenfalls krankheitswertiges, bestenfalls pubertär-unsicheres Wesen führt zwangsläufig zu auffälligem und befremdlichem Verhalten, so dass seine Umgebung ihn fraglich findet und skeptisch beäugt. Und dann passiert das Ungeheuerliche! Er, der selbst pubertär und unreif anmutet, verliebt sich in eine 13-jährige Schülerin. Begierde, Phantasie, der Beginn einer Affäre, eine einmalige erotische Begegnung. Was ist, darf nicht sein! Er flieht aus Angst vor Entdeckung und Bestrafung in den Süden des Landes. Dort gibt er sich intensiv seinem Innenleben hin. Er beschäftigt sich mit sich und seiner Vergangenheit, in der seine Andersartigkeit und Beziehungsstörung bereits offensichtlich waren. Schon damals legte er grenzüberschreitende Verhaltensweisen an den Tag und sein obsessiver Wunsch, eine Freundin zu finden verführte ihn dazu, zum Stalker zu werden. Wir lesen von seinen Eltern und erfahren, wie sie sich kennengelernt haben Henrik will Vergangenes aufarbeiten, überlässt sich seinen endlosen Assoziationen, überbordenden Phantasien, exzessiven Träumereien und fast zermürbenden Grübeleien. Die tiefgründigen psychologischen Analysen und interessanten philosophischen Betrachtungen waren für mich als Psychoanalytikerin äußerst interessant, wenn auch zeitweise zu ausufernd und ziemlich anstrengend. Dass der Roman aus diesem Grund derart umfangreich wurde, wundert mich nicht. Karl Ove Knausgårds wortgewaltige Sprache und die kraftvollen Bilder, sowie seine prägnanten und stimmungsvollen Beschreibungen von Landschaft und Natur gefielen mir außerordentlich gut. Das Spannende und Absurde ist, dass wir Henriks Geschichte aus seiner Perspektive erfahren und diese Tatsache dazu verführt, Vieles zu bagatellisieren, zu beschönigen und zu verstehen und Vieles so einzuordnen und in dem Licht zu sehen, wie Henrik selbst es macht. Er könnte es schaffen, einen um den Finger zu wickeln, wenn man nicht immer wieder einen Schritt zurücktreten würde, um die Geschehnisse und Entwicklungen aus einer anderen, nämlich der Fremd-Perspektive zu betrachten. Der Leser muss aufpassen, um nicht von Henrik manipuliert und beeinflusst zu werden. Er darf sich nicht verwickeln lassen. Ich musste mich immer wieder herauswinden aus seiner Sicht der Dinge, um einen klaren Kopf zu behalten. Das war oft mühevoll und unangenehm. Dass der Autor so etwas bewirkt und auslöst lässt mich bewundernd staunen! Wer sich nicht von der Dicke des Buches abschrecken lässt, wem es nichts ausmacht, viele Stunden mit einem unsympathischen Protagonisten zu verbringen und wer sich nicht daran stört, dass der Autor sich oft in Details, Beschreibungen und zusammenhanglosen Ab- und Ausschweifungen verliert, sollte dieses herausragende Werk lesen. Es war für mich kein vergnügliches, aber ein besonderes und beeindruckendes Leseerlebnis. Jetzt, nach der Lektüre dieses Erstlingswerkes, frage ich mich, was eigentlich so skandalträchtig an diesem über 900-seitigen Roman ist. Die Beziehung des 26-jährigen Aushilfelehrers Henrik Vankel zu seiner 13-jährigen Schülerin Miriam ist zwar haarsträubend, empörend und skandalös, aber ihre Entstehung ist psychdynamisch nachvollziehbar und psychoLOGISCH und deren Schilderung nimmt vergleichsweise wenig Raum ein. Nach den ersten 300 Seiten mutiert sie zur Nebensache, weil von da an Henriks Vergangenheit fokussiert wird. Mir scheint, dass es eher aufsehenerregend ist, dass öffentlich bekannt und angeprangert wird, dass Norwegen minderqualifizierte Lehrkräfte einstellt.

Man braucht einen langen Atem und wird dafür belohnt.

Rezensent aus BW am 03.12.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Aus der Welt“ ist der fiktive Debutroman von Karl Ove Knausgård, der 1998 in Norwegen erstveröffentlicht und ausgezeichnet wurde. Erst jetzt, 2020 wurde er ins Deutsche übersetzt. Er basiert lose auf Knausgårds eigenen Lebens- und Familiengeschichte. Der 26-jährige Aushilfslehrer Henrik Vankel zieht Ende des 20. Jahrhunderts in ein abgelegenes Dorf im Norden Norwegens. Er ist am Ende seiner Lehrerausbildung, einige Prüfungen stehen noch aus. Er will ein Jahr lang an dieser Schule arbeiten. Obwohl die Dörfler freundlich sind, fühlt er sich in der Enge dieser Gemeinschaft nicht so recht wohl. Im ersten Drittel des Buches begleiten wir den Protagonisten in seinem Lehreralltag. Wir lernen ihn ziemlich gut kennen und merken bald, dass etwas nicht mit ihm stimmt. Henrik ist psychisch instabil und hat Schwierigkeiten damit, Beziehungen aufzubauen. Er fühlt sich einsam, leidet unter Scham- und Schuldgefühlen, bezieht alles auf sich, hat manchmal fast paranoide Vorstellungen davon, dass Mitmenschen über ihn reden und sich über ihn lustig machen und wird von seinem Selbsthass und seinen selbstdestruktiven Tendenzen gequält. Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Realität. Wahrscheinlich haben wir es mit einer Borderline-Struktur und -Persönlichkeit zu tun. Sein schlimmstenfalls krankheitswertiges, bestenfalls pubertär-unsicheres Wesen führt zwangsläufig zu auffälligem und befremdlichem Verhalten, so dass seine Umgebung ihn fraglich findet und skeptisch beäugt. Und dann passiert das Ungeheuerliche! Er, der selbst pubertär und unreif anmutet, verliebt sich in eine 13-jährige Schülerin. Begierde, Phantasie, der Beginn einer Affäre, eine einmalige erotische Begegnung. Was ist, darf nicht sein! Er flieht aus Angst vor Entdeckung und Bestrafung in den Süden des Landes. Dort gibt er sich intensiv seinem Innenleben hin. Er beschäftigt sich mit sich und seiner Vergangenheit, in der seine Andersartigkeit und Beziehungsstörung bereits offensichtlich waren. Schon damals legte er grenzüberschreitende Verhaltensweisen an den Tag und sein obsessiver Wunsch, eine Freundin zu finden verführte ihn dazu, zum Stalker zu werden. Wir lesen von seinen Eltern und erfahren, wie sie sich kennengelernt haben Henrik will Vergangenes aufarbeiten, überlässt sich seinen endlosen Assoziationen, überbordenden Phantasien, exzessiven Träumereien und fast zermürbenden Grübeleien. Die tiefgründigen psychologischen Analysen und interessanten philosophischen Betrachtungen waren für mich als Psychoanalytikerin äußerst interessant, wenn auch zeitweise zu ausufernd und ziemlich anstrengend. Dass der Roman aus diesem Grund derart umfangreich wurde, wundert mich nicht. Karl Ove Knausgårds wortgewaltige Sprache und die kraftvollen Bilder, sowie seine prägnanten und stimmungsvollen Beschreibungen von Landschaft und Natur gefielen mir außerordentlich gut. Das Spannende und Absurde ist, dass wir Henriks Geschichte aus seiner Perspektive erfahren und diese Tatsache dazu verführt, Vieles zu bagatellisieren, zu beschönigen und zu verstehen und Vieles so einzuordnen und in dem Licht zu sehen, wie Henrik selbst es macht. Er könnte es schaffen, einen um den Finger zu wickeln, wenn man nicht immer wieder einen Schritt zurücktreten würde, um die Geschehnisse und Entwicklungen aus einer anderen, nämlich der Fremd-Perspektive zu betrachten. Der Leser muss aufpassen, um nicht von Henrik manipuliert und beeinflusst zu werden. Er darf sich nicht verwickeln lassen. Ich musste mich immer wieder herauswinden aus seiner Sicht der Dinge, um einen klaren Kopf zu behalten. Das war oft mühevoll und unangenehm. Dass der Autor so etwas bewirkt und auslöst lässt mich bewundernd staunen! Wer sich nicht von der Dicke des Buches abschrecken lässt, wem es nichts ausmacht, viele Stunden mit einem unsympathischen Protagonisten zu verbringen und wer sich nicht daran stört, dass der Autor sich oft in Details, Beschreibungen und zusammenhanglosen Ab- und Ausschweifungen verliert, sollte dieses herausragende Werk lesen. Es war für mich kein vergnügliches, aber ein besonderes und beeindruckendes Leseerlebnis. Jetzt, nach der Lektüre dieses Erstlingswerkes, frage ich mich, was eigentlich so skandalträchtig an diesem über 900-seitigen Roman ist. Die Beziehung des 26-jährigen Aushilfelehrers Henrik Vankel zu seiner 13-jährigen Schülerin Miriam ist zwar haarsträubend, empörend und skandalös, aber ihre Entstehung ist psychdynamisch nachvollziehbar und psychoLOGISCH und deren Schilderung nimmt vergleichsweise wenig Raum ein. Nach den ersten 300 Seiten mutiert sie zur Nebensache, weil von da an Henriks Vergangenheit fokussiert wird. Mir scheint, dass es eher aufsehenerregend ist, dass öffentlich bekannt und angeprangert wird, dass Norwegen minderqualifizierte Lehrkräfte einstellt.

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