Das Lächeln meiner Mutter

Delphine de Vigan

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Beschreibung

Schon als Kind fand Delphine ihre Mutter Lucile schöner, talentierter, unkonventioneller als andere Mütter – aber auch immer kühl und distanziert. Aber warum hat Lucile sich für den Freitod entschieden? Diese Frage treibt Delphine de Vigan seit dem Tag um, an dem sie ihre Mutter tot aufgefunden hat. Sie trägt Bilder, Fotoalben, Briefe, Tonbandaufnahmen und vor allem Erinnerungen an die gemeinsamen Zeiten der gesamten Familie zusammen. Es entsteht das Porträt einer widersprüchlichen und geheimnisvollen Frau, die ihr ganzes Leben auf der Suche war - nach Liebe, Glück und nicht zuletzt nach sich selbst.
Gleichzeitig zeichnet de Vigan das lebendige Bild einer französischen Grossfamilie der Fünfziger- und Sechzigerjahre, geprägt von grossen Abendgesellschaften, langen unbeschwerten Sommerurlauben, aber auch den Ängsten der einzelnen Familienmitglieder. So lernt die Autorin Erinnerung um Erinnerung ihre Mutter und schliesslich auch sich selbst zu verstehen.

Produktdetails

Verkaufsrang 26964
Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 16.07.2021
Verlag DUMONT Buchverlag
Seitenzahl 400
Maße 18.9/12.4/2.9 cm
Gewicht 386 g
Auflage 1. Auflage
Originaltitel Rien ne s'oppose à la nuit
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-6546-8

Kundenbewertungen

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Rückblick auf eine Beziehung
von Sandra von Siebenthal aus Romanshorn am 05.10.2021

Als Lucile aus dem Leben scheidet, stellt sich ihre Tochter Delphine die Frage, wie es dazu kommen konnte. Diese Frau, die sie schon immer durch ihre Schönheit, durch ihr Talent, durch ihr Auftreten fasziniert hat, der sie aber doch nie wirklich nahe kam, weckt in Delphine eine Menge an Fragen, welchen sie in der Folge nachgehen... Als Lucile aus dem Leben scheidet, stellt sich ihre Tochter Delphine die Frage, wie es dazu kommen konnte. Diese Frau, die sie schon immer durch ihre Schönheit, durch ihr Talent, durch ihr Auftreten fasziniert hat, der sie aber doch nie wirklich nahe kam, weckt in Delphine eine Menge an Fragen, welchen sie in der Folge nachgehen will. Sie sammelt alles Material, das sie über ihre Familie findet, spricht mit den noch lebenden Mitgliedern und versucht so, die Geschichte der eigenen Familie aufzuarbeiten, offene Fragen zu klären, sich ein Bild zu machen davon, was wirklich passiert ist. Vor allem aber möchte sie ihre Mutter endlich kennenlernen, möchte verstehen, wieso diese so war, wie sie war. Bedeutung „Ich bin das Produkt dieses Mythos und habe in gewisser Weise die Aufgabe, ihn aufrechtzuerhalten und fortzusetzen, damit meine Familie weiterlebt und auch die etwas absurde, verzweifelte Phantasie, die uns eigen ist. Delphine de Vigan erzählt die Geschichte einer Familie in den Fünfziger- und Sechzigerjahren in Frankreich, sie erzählt vom Leben damals in Gesellschaft und auch von privaten Erlebnissen. Sie geht mit ihrer Geschichte weit zurück, bis zur Ursprungsfamilie ihrer Mutter, versucht, aus dem Lauf der Geschichte Antworten zu finden für das, was passiert ist, dafür, wieso ihre Mutter war, wie sie war, wieso sie sich nicht wirklich einliess, sondern sich immer wieder allem entzog, nicht zuletzt auch ihrer eigenen Tochter. Der Weg hin zur Mutter ist auch ein Weg hin zu sich selber für Delphine, sie lernt sich und ihr eigenes Verhalten und Leben besser zu verstehen dadurch, dass sie merkt, wie sich Dinge in der Familie weitervererben. Delphine de Vigan erzählt nicht nur die Geschichte ihrer Familie, immer wieder reflektiert sie auch die eigenen Schwierigkeiten, diese schriftlich festzuhalten. Sie schreibt von den Selbstzweifeln, davon, die richtige Art des Erzählens zu finden. Da Schreiben immer auch eine Form ist, sich selber bewusst zu werden über die Dinge, deuten diese Schreibschwierigkeiten auch auf die Schwierigkeit hin, mit der eigenen Geschichte umzugehen, wirklich hinzuschauen. Dies fiel sicher umso schwerer, als es keine heitere Geschichte ist, sondern eine Familiengeschichte voller Tragödien und Schicksalsschläge. Krankheit und (auch selbstgewählter) Tod sind immer präsent, das Leben als Kind in so einer Familie oft verstörend. Zu gerne würde man das wohl vergessen, wegschauen – doch die Fragen sind zu drängend. Es ist Delphine de Vigan gelungen, diese sehr düstere Geschichte voller Schicksalsschläge und Tragödien authentisch und mit Mitgefühl zu erzählen, Vorwürfe, Selbstmitleid oder Klagen über eine schwierige Kindheit sucht man vergebens. Entstanden ist ein Buch, das trotz der schweren Kost gut lesbar ist. Persönliche Einschätzung Ich habe anfangs gekämpft mit dem Buch, fand den Zugang erst, als Delphine de Vigan von ihren eigenen Problemen schrieb, die Geschichte zu Papier zu bringen. Vorher war es schlicht eine Familiengeschichte, von der man zwar wusste, dass es die von Delphine de Vigane selber ist, die aber doch sonderbar absorbiert im Raum stand. Erst mit dieser Passage wurde der Zusammenhang wirklich spürbar, wurde auch das Involviert-Sein der Autorin fassbar. Ich bin grundsätzlich kein Freund von Erinnerungsbüchern, habe dieses nur gelesen, weil ich von Delphine de Vigans Buch „Dankbarkeiten“ so begeistert war. In meinen Augen kann dieses nicht mit dem anderen mithalten, „Dankbarkeiten“ hat mich mehr berührt und ergriffen – vielleicht, weil hier die Sprache viel sachlicher war als dort, was vielleicht der Nähe der Autorin zum Stoff geschuldet ist. Oft brauchen wir ja die Distanz zu den ganz nahen Dingen, um ihnen überhaupt begegnen zu können. So wirkt dieses Buch auf mich. Fazit: Ein authentisches, sensibles Buch über die Geschichte einer Familie, über die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung und über das Erbe, das wir aus unserer Familiengeschichte mitnehmen. Empfehlenswert.

von einer Kundin/einem Kunden am 23.07.2021
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Nach dem Selbstmord ihrer Mutter Lucile versucht Delphine de Vigan, deren Lebensgeschichte zu rekonstruieren. Meisterhaft und berührend schildert die Autorin, wie Lucile in einer ebenso vitalen wie destruktiven Großfamilie heranwächst, in der sie schon früh mit Tod, Verlust und vermutlich Inzest konfrontiert wird. Luciles später... Nach dem Selbstmord ihrer Mutter Lucile versucht Delphine de Vigan, deren Lebensgeschichte zu rekonstruieren. Meisterhaft und berührend schildert die Autorin, wie Lucile in einer ebenso vitalen wie destruktiven Großfamilie heranwächst, in der sie schon früh mit Tod, Verlust und vermutlich Inzest konfrontiert wird. Luciles späteres Leben wird bestimmt von dem Kampf gegen eine schwere manisch-depressive Erkrankung, die auch die Beziehung zu ihren Töchtern belastet. Das Lächeln meiner Mutter ist eine von Liebe und eigenem Schmerz geprägte Reverenz an eine außergewöhnliche Frau und überdies ein grandioses Buch, das noch lange nachwirkt.

von einer Kundin/einem Kunden am 08.09.2020
Bewertet: anderes Format

Delphine de Vigan ist dem Wunsch ihrer Mutter nachgekommen und hat ihr einen Sarg aus Papier gebaut, der für immer bleiben wird. Geschickt sind Wahrheit und Fiktion miteinandern verwoben. Es steckt immer so viel von der Autorin in ihren Büchern, zumindest hat man das Gefühl.


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