Die Narayama-Lieder

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Mit einem Nachwort von Eduard Klopfenstein. Mit einem Nachwort von Eduard Klopfenstein

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Beschreibung


Im abgelegenen, rauen japanischen Hochland beherrscht die archaische Natur das Leben der Dorfbewohner. Im Schatten des mächtigen Berges Narayama haben sie gelernt, ihren Rhythmus dem der aufspringenden Knospen anzupassen. Doch jeder Winter ist hart, und das Wohl der Familie steht an erster Stelle.

So auch für die zähe, fürsorgliche Orin, die sich unentwegt um das Glück ihres Sohnes sorgt. Noch vor Ende des Jahres muss sie ihm eine Frau finden. Beginnt erst der Winter, wird sie keine Gelegenheit mehr dazu haben. Denn der Brauch gebietet, dass sich die Alten mit siebzig auf eine Reise begeben, von der sie nicht zurückkehren.

Fukazawa erzählt eine japanische Legende im Hier und Jetzt, eine Geschichte von Leben und Tod, Liebe, Würde und Hingabe.

»Die knappe und karge Erzählung ist ein Meisterwerk der japanischen Literatur dieses Jahrhunderts.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Ein echtes Kleinod. Abgesehen von ihrer Aktualität ist diese Geschichte vor allem ein literarischer Schatz. Eine sehr berührende Mutter-Sohn-Geschichte, eine Mutter-Sohn-Abschiedsgeschichte. Durch die Liedtexte und die Noten im Anhang des Buches bekommt der sehr optisch verfasste Text eine klangliche Ausarbeitung, die ihn zu einem kleinen Gesamtkunstwerk macht.« ("SWR2")
»Erstmals 1956 veröffentlicht, erinnert diese Erzählung in ihrer scheinbaren Simplizität an Juan Rulfos Pedro Páramo, in seiner Allegorizität an Hemingways Der alte Mann und das Meer. Die Geschichte mag in einem engen Kulturkreis verankert sein, ihr Kern aber ist universell.« ("Jan Michalski Stiftung")
»Ein Klassiker der modernen Japanischen Literatur. Die eigenwillige Geschichte über den Umgang mit dem Tod sprüht vor Humor. Der Übersetzer Thomas Eggenberg findet dafür eine frische, knappe, rhythmische Sprache.« ("NZZ am Sonntag")
»Auf wunderbar schlichte Weise erzählt Shichiro Fukuzawa von Leben und Sterben, Abschied und Liebe. Eine kleine Geschichte, von der eine grosse emotionale Kraft ausgeht.« ("Heilbronner Stimme")
»In diesem Roman des japanischen Autors ist alles enthalten, was das menschliche Leben mit seinen ewig gleichen Facetten, immer und überall gültig, ausmacht: Liebe, Zuneigung und Trauer, Sorge und Neid, Schicksalsergebenheit und Auflehnung, existenzielle Nöte, bindende Rituale, Würde und Erbarmen. Und der Tod. Der präsent ist als Teil des Lebens.« ("Literaturgarage")
»Aufwühlender, erschreckender als Shichiro Fukazawas zunächst vollkommen harmlos daherkommende Erzählung Die Narayama-Lieder dürfte wohl kaum ein anderes Buch sein. Eine Geschichte über Leben und Tod, nach deren Lektüre man vielleicht wieder etwas zufriedener mit seinem banalen eigenen Leben ist.« ("Der Bund")
»Fukazawa behandelt in seiner ersten Erzählung, die nun erstmals direkt aus dem Japanischen übersetzt wurde, das Thema der Altentötung (Senizid). Zwei Nachworte beleuchten die Hintergründe zu Autor, Erzählung und Übersetzung. Ein hübsch aufgemachter Klassiker.« ("ekz Bibliotheksservice")

Details

Verkaufsrang

17912

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.08.2021

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

19.4/11.8/1.5 cm

Beschreibung

Details

Verkaufsrang

17912

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.08.2021

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

19.4/11.8/1.5 cm

Gewicht

188 g

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

Narayama bushi kō

Übersetzer

Thomas Eggenberg

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-00574-7

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Orins stiller Tod

Almut Scheller-Mahmoud am 28.01.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dieses Büchlein ist eine Preziose: der Einband und natürlich der eigentümliche, ausserge- wöhnliche Text selbst mit den Liedern, die mit spöttischem Unterton, das Dorfleben illustrierend, in den Text hineingewebt sind. Eigentümlich, weil er eine ungewöhnliche Schilderung ist, aus einer archaischen Zeit, aus einer archaischen Landschaft. Eine archaische „Triage“. Und doch atmet der Text Lebensfreude, denn Orin hat es akzeptiert, dass sie mit 70 „auf den Berg geht“, nicht dumpf oder aufbegehrend gegen die Tradition, sondern freudig als Lauf des Lebens, als unausweichliches Schicksal. Für uns moderne Menschen ist Orin eine Geisel archaischer Traditionen und die Triage gerade in den aktuellen pandemischen Zeiten ein Stich in das Wespennest unseres modernen Egos. Die verwitwete Orin lebt mit ihrem Sohn Tatsuhei und Enkeln in der „Wurzelhütte“. Das Dorf besteht aus 22 Hütten, alle „getauft“. Das karge Hochland bietet den Dörflern kaum Abwechslung, bis auf das Bon-Fest, bei dem die Ahnen für 3 Tage im Diesseits mit Tanz empfangen werden, Neujahr und das Narayama-Fest. Es gibt nur wenig Anbauflächen. Das bedeutet knappe Ressourcen, und Nahrungsmittel-Diebstahl ist ein großes Tabu im sozialen Gefüge. Beim Narayama-Fest, das nur einmal im Jahr gefeiert wird, wird jedoch üppig getafelt: die Früchte der frühen herbstlichen Ernte und die kostbarste Delikatesse überhaupt, weißer Reis. Orin freut sich auf das Fest, kann sie doch endlich wie alle Alten „auf den Berg gehen“, die wichtigste Reise ihres Lebens antreten, hinauf zum Göttlichen Berg. Sie ist bereit, denn sie hat für ihren Sohn eine neue Frau gefunden, Tamayan. Aber auch ihr Enkel Kesakichi hat sich schon verfrüht eine Frau gesucht, Matsuyan von der „Teichhütte“. Man heiratet spät, jedes neue Familienmitglied ist ein Esser mehr im essenknappen Dorfleben. Der Winter nähert sich. Mehr denn je eine Herausforderung, denn nun gibt es 2 Personen mehr, die essen wollen, zumal Matsuyan wie ein Bär futtert (sie ist im 5. Monat schwanger). Orin fühlt sich überflüssig mit den 2 neuen Frauen im Haus und sehnt sich nach der Reise zum Göttlichen Berg. Endlich gibt ihr Sohn schweren Herzens sein Einverständnis, obwohl die Schwiegertochter meint, man solle das kommende Baby von Matsuyan opfern. Orin lädt zum Abschiedstrunk. 7 Männer und 1 Frau erscheinen, geben Abweisungen und Erklärungen, nehmen Gelübde ab. So ist es Brauch. Es gibt drei Regeln: No. 1: unterwegs nicht sprechen. No. 2: niemand darf sie beim Aufbruch sehen, No. 3: der Begleiter darf bei der Rückkehr vom Berg nicht zurück blicken ( Reminiszenzen an Lots Frau und Orpheus?). Einer gibt Tatsuhei den Tipp: es reiche schon bis zu den 7 Tälern, ein Rat, den er erst auf dem Rückweg versteht. Orin will fort, ermahnt den Sohn, der sie über die 7 Täler, wo es nur einen und doch keinen Weg gebe, (die Symbolik des Unterwegsseins und des finalen Ankommens?) bis auf den Berg, wo der Gott wohnt, trägt. Auf dem Berg legt Orin ihre gewebte Matte zurecht und legt ein Bällchen weißen Reis darauf. Sie schiebt den Sohn in Richtung Abstieg und drückt fest seine Hände. Tatsuhei torkelt weinend abwärts. Er dreht sich nicht um. Doch dann beginnt es zu schneien, und er will dieses Glück mit seiner Mutter teilen, denn sie glaubte fest, dass es schneien würde, wenn sie auf den Berg, wo der Gott wohnt, geht. Er sieht sie beten, die Matte um sich gelegt, vom Schnee umhüllt. Er begegnet bei den 7 Tälern dem Sohn des Nachbarn, der seine Trage abschnallt und den Vater hinabstürzt. Das Schlussbild als „Das Leben geht weiter“-Sinnbild: der Enkel sitzt betrunken in Orins ge- füttertem Wattemantel, seine Frau trägt Orins Stoffgürtel. Und er sagt: Oma hat Glück: es schneit. In diesem kleinen Buch ist alles enthalten, was das menschliche Leben ausmacht: Liebe, Zuneigung, Trauer, Sorge, Neid, Schicksalsergebenheit, Auflehnung, existenzielle Not, Rituale, Würde, Erbarmen. Und der Tod. Der präsent ist als Teil des Lebens. Der in unseren Zeiten verdrängt wird, nur durch Schlagzeilen von Kriegen und von Pandemien kolportiert wird, bis er wieder verschwindet aus unserem kollektiven Bewusstsein. Ganz wunderbar die Sprache: schlicht und klar mit naturnahen Einsprengseln. Keine manirierten Sentimentalitäten, sondern mitfühlend, miterlebend und nachdenklich berührend. In vielen Märchen und Mythen, besonders bei den Indianern, Eskimos und anderen arktischen Völkern gibt es den Senizid. Und es ist Fukazawa hoch anzurechnen, dieses Phänomen so einfühlsam und plastisch in Literatur verwandelt zu haben. Für mich ist Orin eine Heldin. Eine lebensfrohe, mutige Frau, die ihren Weg erkennt und ihn konsequent verfolgt und als Opfergang für ihre Familie zu Ende geht. Gekrönt von der letzten Freude: dem Schnee. Fukazawa bezeichnet das Alter als „das Herumtrödeln auf dem Weg zur Unterwelt“. So sollten wir, das Herumtrödeln genießen, uns der kleinen Dinge des Lebens erfreuen, z.B. Bücher wie diese als Schätze zu entdecken in der Flut der mediokren Publikationen.

Orins stiller Tod

Almut Scheller-Mahmoud am 28.01.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dieses Büchlein ist eine Preziose: der Einband und natürlich der eigentümliche, ausserge- wöhnliche Text selbst mit den Liedern, die mit spöttischem Unterton, das Dorfleben illustrierend, in den Text hineingewebt sind. Eigentümlich, weil er eine ungewöhnliche Schilderung ist, aus einer archaischen Zeit, aus einer archaischen Landschaft. Eine archaische „Triage“. Und doch atmet der Text Lebensfreude, denn Orin hat es akzeptiert, dass sie mit 70 „auf den Berg geht“, nicht dumpf oder aufbegehrend gegen die Tradition, sondern freudig als Lauf des Lebens, als unausweichliches Schicksal. Für uns moderne Menschen ist Orin eine Geisel archaischer Traditionen und die Triage gerade in den aktuellen pandemischen Zeiten ein Stich in das Wespennest unseres modernen Egos. Die verwitwete Orin lebt mit ihrem Sohn Tatsuhei und Enkeln in der „Wurzelhütte“. Das Dorf besteht aus 22 Hütten, alle „getauft“. Das karge Hochland bietet den Dörflern kaum Abwechslung, bis auf das Bon-Fest, bei dem die Ahnen für 3 Tage im Diesseits mit Tanz empfangen werden, Neujahr und das Narayama-Fest. Es gibt nur wenig Anbauflächen. Das bedeutet knappe Ressourcen, und Nahrungsmittel-Diebstahl ist ein großes Tabu im sozialen Gefüge. Beim Narayama-Fest, das nur einmal im Jahr gefeiert wird, wird jedoch üppig getafelt: die Früchte der frühen herbstlichen Ernte und die kostbarste Delikatesse überhaupt, weißer Reis. Orin freut sich auf das Fest, kann sie doch endlich wie alle Alten „auf den Berg gehen“, die wichtigste Reise ihres Lebens antreten, hinauf zum Göttlichen Berg. Sie ist bereit, denn sie hat für ihren Sohn eine neue Frau gefunden, Tamayan. Aber auch ihr Enkel Kesakichi hat sich schon verfrüht eine Frau gesucht, Matsuyan von der „Teichhütte“. Man heiratet spät, jedes neue Familienmitglied ist ein Esser mehr im essenknappen Dorfleben. Der Winter nähert sich. Mehr denn je eine Herausforderung, denn nun gibt es 2 Personen mehr, die essen wollen, zumal Matsuyan wie ein Bär futtert (sie ist im 5. Monat schwanger). Orin fühlt sich überflüssig mit den 2 neuen Frauen im Haus und sehnt sich nach der Reise zum Göttlichen Berg. Endlich gibt ihr Sohn schweren Herzens sein Einverständnis, obwohl die Schwiegertochter meint, man solle das kommende Baby von Matsuyan opfern. Orin lädt zum Abschiedstrunk. 7 Männer und 1 Frau erscheinen, geben Abweisungen und Erklärungen, nehmen Gelübde ab. So ist es Brauch. Es gibt drei Regeln: No. 1: unterwegs nicht sprechen. No. 2: niemand darf sie beim Aufbruch sehen, No. 3: der Begleiter darf bei der Rückkehr vom Berg nicht zurück blicken ( Reminiszenzen an Lots Frau und Orpheus?). Einer gibt Tatsuhei den Tipp: es reiche schon bis zu den 7 Tälern, ein Rat, den er erst auf dem Rückweg versteht. Orin will fort, ermahnt den Sohn, der sie über die 7 Täler, wo es nur einen und doch keinen Weg gebe, (die Symbolik des Unterwegsseins und des finalen Ankommens?) bis auf den Berg, wo der Gott wohnt, trägt. Auf dem Berg legt Orin ihre gewebte Matte zurecht und legt ein Bällchen weißen Reis darauf. Sie schiebt den Sohn in Richtung Abstieg und drückt fest seine Hände. Tatsuhei torkelt weinend abwärts. Er dreht sich nicht um. Doch dann beginnt es zu schneien, und er will dieses Glück mit seiner Mutter teilen, denn sie glaubte fest, dass es schneien würde, wenn sie auf den Berg, wo der Gott wohnt, geht. Er sieht sie beten, die Matte um sich gelegt, vom Schnee umhüllt. Er begegnet bei den 7 Tälern dem Sohn des Nachbarn, der seine Trage abschnallt und den Vater hinabstürzt. Das Schlussbild als „Das Leben geht weiter“-Sinnbild: der Enkel sitzt betrunken in Orins ge- füttertem Wattemantel, seine Frau trägt Orins Stoffgürtel. Und er sagt: Oma hat Glück: es schneit. In diesem kleinen Buch ist alles enthalten, was das menschliche Leben ausmacht: Liebe, Zuneigung, Trauer, Sorge, Neid, Schicksalsergebenheit, Auflehnung, existenzielle Not, Rituale, Würde, Erbarmen. Und der Tod. Der präsent ist als Teil des Lebens. Der in unseren Zeiten verdrängt wird, nur durch Schlagzeilen von Kriegen und von Pandemien kolportiert wird, bis er wieder verschwindet aus unserem kollektiven Bewusstsein. Ganz wunderbar die Sprache: schlicht und klar mit naturnahen Einsprengseln. Keine manirierten Sentimentalitäten, sondern mitfühlend, miterlebend und nachdenklich berührend. In vielen Märchen und Mythen, besonders bei den Indianern, Eskimos und anderen arktischen Völkern gibt es den Senizid. Und es ist Fukazawa hoch anzurechnen, dieses Phänomen so einfühlsam und plastisch in Literatur verwandelt zu haben. Für mich ist Orin eine Heldin. Eine lebensfrohe, mutige Frau, die ihren Weg erkennt und ihn konsequent verfolgt und als Opfergang für ihre Familie zu Ende geht. Gekrönt von der letzten Freude: dem Schnee. Fukazawa bezeichnet das Alter als „das Herumtrödeln auf dem Weg zur Unterwelt“. So sollten wir, das Herumtrödeln genießen, uns der kleinen Dinge des Lebens erfreuen, z.B. Bücher wie diese als Schätze zu entdecken in der Flut der mediokren Publikationen.

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