Die Enkelin

Roman

Bernhard Schlink

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Beschreibung

Birgit ist zu Kaspar in den Westen geflohen, für die Liebe und die Freiheit. Erst nach ihrem Tod entdeckt er, welchen Preis sie dafür bezahlt hat. Er spürt ihrem Geheimnis nach, begegnet im Osten den Menschen, die für sie zählten, erlebt ihre Bedrückung und ihren Eigensinn. Seine Suche führt ihn zu einer völkischen Gemeinschaft auf dem Land – und zu einem jungen Mädchen, das in ihm den Grossvater und in dem er die Enkelin sieht. Ihre Welten könnten nicht fremder sein. Er ringt um sie.

Produktdetails

Verkaufsrang 16
Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 27.10.2021
Verlag Diogenes
Seitenzahl 368
Maße (L/B/H) 18.4/12.2/2.6 cm
Gewicht 332 g
Auflage 2. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-07181-8

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5/5

Drei Frauen, drei Generationen und Zeitgeschichte

Circlestones Books Blog am 03.12.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

„Ich will keines dieser nicht gelebten Leben. Aber ich kann sie nicht von mir abtun. Meine nicht gelebten Leben sind mein wie mein gelebtes.“ (Zitat Seite 58) Inhalt Am 17. Mai 1964 lernen sie einander in Ostberlin kennen, Birgit aus dem Osten und Kaspar aus dem Westen, der für dieses Sommersemester nach Berlin gezogen ist. Sie verlieben sich, Kaspar ist bereit, nach Ostberlin zu ziehen, doch Birgit will in den Westen. Am 16. Januar 1965 landet sie in Tempelhof. Nun, nach fünfzig Jahren Ehe, ist Birgit tot und in ihren Entwürfen für einen Roman über ihr Leben entdeckt Kaspar eine völlig andere Frau, als er gekannt hat. Bei ihrer Flucht hat sie ihre kleine Tochter zurückgelassen, wollte sie suchen, hat es immer wieder hinausgeschoben. Kaspar begibt sich auf diese Reise in die Vergangenheit und findet die vierzehnjährige Sigrun, Birgits Enkelin. Können eine Vierzehnjährige, die in einem Dorf nach der Ideologie einer völkischen Gemeinschaft aufgewachsen ist und der ruhige, introvertierte Buchhändler eine gemeinsame Basis finden, einander kennenzulernen? Thema und Genre In diesem Generationenroman, Coming-of-Age-Roman, Beziehungsroman, geht es um drei Frauen aus drei Generationen, prägende Entscheidungen, die das Leben eines Menschen beeinflussen, zeitgeschichtliche und politische Themen wie Ostdeutschland-Westdeutschland, nationalistische, völkische Lebensformen in Deutschland heute. Auch die unterschiedlichen Ideen, beinahe verlassene ländliche Gebiete und Dörfer wieder mit Leben und Zukunftsperspektiven zu füllen, ist ein Thema. Charaktere Im Mittelpunkt dieses Romans stehen die Menschen. Birgit, die eine Entscheidung getroffen hat, ihr Leben mit immer präsenten Schuldgefühlen, ihr Schweigen darüber. Kaspar, der ruhige, intellektuelle Buchhändler, dessen ganzes Leben nach dem Tod seiner Frau Birgit durch ihre Aufzeichnungen plötzlich zu einem „Vielleicht“ wird. Auf der anderen Seite Birgits Tochter Svenja und deren Tochter Sigrun, die Kinder und Enkel der ehemaligen DDR-Bürger, ihre Träume, ihre Werte, manchmal ihr Scheitern. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt. Im ersten Teil wird die Beziehung zwischen Kaspar und Birgit kurz personal mit Kaspar als Mittelpunkt geschildert, daran anschließend wird Birgits Leben ausführlich erzählt, in Ich-Form, da es sich um ihre persönlichen Aufzeichnungen und Unterlagen zu ihrem geplanten Roman handelt. Der zweite Teil ist zugleich der Hauptteil. Kaspar begibt sich auf die Spurensuche, trifft unterschiedliche Personen aus Birgits früherem Leben und schließlich Sigrun, Birgits Enkelin, die auch für ihn zur Enkelin wird. Vorsichtig nähern sich die beiden so unterschiedlichen Personen und Generationen einander an. Der dritte, abschließende Teil spielt zwei Jahre später. Die Sprache erzählt leise und schildert eindrücklich. Fazit Ein facettenreicher Roman mit zeitlos aktuellen Themen. Die Konflikte und Suche nach Lösungen und Wendungen der einfühlsam geschilderten Figuren geben der Geschichte Intensität und Spannung und regen zum Nachdenken an.

5/5

Drei Frauen, drei Generationen und Zeitgeschichte

Circlestones Books Blog am 03.12.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

„Ich will keines dieser nicht gelebten Leben. Aber ich kann sie nicht von mir abtun. Meine nicht gelebten Leben sind mein wie mein gelebtes.“ (Zitat Seite 58) Inhalt Am 17. Mai 1964 lernen sie einander in Ostberlin kennen, Birgit aus dem Osten und Kaspar aus dem Westen, der für dieses Sommersemester nach Berlin gezogen ist. Sie verlieben sich, Kaspar ist bereit, nach Ostberlin zu ziehen, doch Birgit will in den Westen. Am 16. Januar 1965 landet sie in Tempelhof. Nun, nach fünfzig Jahren Ehe, ist Birgit tot und in ihren Entwürfen für einen Roman über ihr Leben entdeckt Kaspar eine völlig andere Frau, als er gekannt hat. Bei ihrer Flucht hat sie ihre kleine Tochter zurückgelassen, wollte sie suchen, hat es immer wieder hinausgeschoben. Kaspar begibt sich auf diese Reise in die Vergangenheit und findet die vierzehnjährige Sigrun, Birgits Enkelin. Können eine Vierzehnjährige, die in einem Dorf nach der Ideologie einer völkischen Gemeinschaft aufgewachsen ist und der ruhige, introvertierte Buchhändler eine gemeinsame Basis finden, einander kennenzulernen? Thema und Genre In diesem Generationenroman, Coming-of-Age-Roman, Beziehungsroman, geht es um drei Frauen aus drei Generationen, prägende Entscheidungen, die das Leben eines Menschen beeinflussen, zeitgeschichtliche und politische Themen wie Ostdeutschland-Westdeutschland, nationalistische, völkische Lebensformen in Deutschland heute. Auch die unterschiedlichen Ideen, beinahe verlassene ländliche Gebiete und Dörfer wieder mit Leben und Zukunftsperspektiven zu füllen, ist ein Thema. Charaktere Im Mittelpunkt dieses Romans stehen die Menschen. Birgit, die eine Entscheidung getroffen hat, ihr Leben mit immer präsenten Schuldgefühlen, ihr Schweigen darüber. Kaspar, der ruhige, intellektuelle Buchhändler, dessen ganzes Leben nach dem Tod seiner Frau Birgit durch ihre Aufzeichnungen plötzlich zu einem „Vielleicht“ wird. Auf der anderen Seite Birgits Tochter Svenja und deren Tochter Sigrun, die Kinder und Enkel der ehemaligen DDR-Bürger, ihre Träume, ihre Werte, manchmal ihr Scheitern. Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt. Im ersten Teil wird die Beziehung zwischen Kaspar und Birgit kurz personal mit Kaspar als Mittelpunkt geschildert, daran anschließend wird Birgits Leben ausführlich erzählt, in Ich-Form, da es sich um ihre persönlichen Aufzeichnungen und Unterlagen zu ihrem geplanten Roman handelt. Der zweite Teil ist zugleich der Hauptteil. Kaspar begibt sich auf die Spurensuche, trifft unterschiedliche Personen aus Birgits früherem Leben und schließlich Sigrun, Birgits Enkelin, die auch für ihn zur Enkelin wird. Vorsichtig nähern sich die beiden so unterschiedlichen Personen und Generationen einander an. Der dritte, abschließende Teil spielt zwei Jahre später. Die Sprache erzählt leise und schildert eindrücklich. Fazit Ein facettenreicher Roman mit zeitlos aktuellen Themen. Die Konflikte und Suche nach Lösungen und Wendungen der einfühlsam geschilderten Figuren geben der Geschichte Intensität und Spannung und regen zum Nachdenken an.

3/5

Einfühlsame Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte

Eine Kundin/ein Kunde aus Hamburg am 02.12.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Als Birgit stirbt, hinterlässt sie ihrem Mann Kaspar nicht nur den Schmerz, sondern auch ausführliche Aufzeichnungen, in denen er erkennt, dass seine Frau einst eine Tochter gebar, die sie nie kennengelernt hat. Auf der Suche nach dem Geheimnis seiner Frau, aber auch nach sich selbst, findet Kaspar schließlich Svenja, die sich der völkischen Bewegung angeschlossen hat. Doch während sich die Beziehung zu seiner Stieftochter und deren Mann schwierig gestaltet, findet er unvermittelt Zugang zu Sigrun - seiner Enkelin... "Die Enkelin" von Bernhard Schlink ist ein dreiteiliger Roman, dessen erster Teil sich vornehmlich um die Beziehung zwischen Kaspar und seiner Frau dreht, während ab Teil zwei daraus eine Art Entwicklungsroman mit dem Fokus auf das Verhältnis zwischen Kaspar und Sigrun wird. Schlink agiert dabei äußerst einfühlsam und möchte die deutsch-deutsche Geschichte in verschiedenen Aspekten aufarbeiten. Die Unterschiede zwischen der BRD und der DDR inklusive der Flucht Birgits aus dem Osten, später dann der Blick auf Wendeverlierer und -gewinner und das Abdriften in die deutsch-nationale Szene. Es ist ein wohlgemeinter Blick Schlinks, dessen Ansinnen ich für ehrenwert und absolut nachvollziehbar halte. Dennoch trifft er dabei nicht immer den richtigen Ton. Im ersten Teil des Romans störten mich die kurzen, schmucklosen Sätze, die inklusive zahlreicher "Danns" und "Abers" einen negativen Eindruck hinterließen. Zudem konnte ich die aus Kaspars Perspektive geschilderte Faszination beim ersten Kennenlernen mit Birgit überhaupt nicht nachvollziehen. Überraschend und gelungen hingegen ist der plötzliche Perspektivwechsel hin zu Birgit, der auch zu einem formalen Bruch des Romans führt. Liest man zunächst zehn kurze Kapitel auf 50 Seiten, folgt mit den Aufzeichnungen Birgits mal eben ein einziges Kapitel, bestehend aus 80 Seiten. Anstrengend, aber überraschend und mutig. Zudem wird die Geschichte Kaspars und Birgits deutlicher, macht aber einen größeren Teil der ersten 50 Seiten durchaus redundant. Ab dem zweiten Teil des Romans sorgte Schlink mit den detaillierten und kuriosen Einblicken in das Leben völkischer Siedler und der warmherzig geschilderten, sich langsam anbahnenden Freundschaft zwischen Kaspar und seiner (Stief-)Enkelin Sigrun bei mir für grundsätzlich mehr Interesse. Doch auch hier konnte mich der Roman nur teilweise überzeugen. Zu holzschnittartig geraten ihm die Figuren, zu unglaubwürdig ist deren Verhalten, zu zufällig die erfolgreiche Suche nach Birgits Tochter Svenja. Die zahlreichen Dialoge wirken recht künstlich, Sigrun verhält sich manchmal wie ein Kleinkind, manchmal wie eine frustrierte Erwachsene - aber eigentlich nie wie die 14-jährige Jugendliche, die sie ist. Wenn Kaspar bei der Suche nach der richtigen Literatur für Sigrun über Begriffe wie "Kondome" oder das Auftauchen von Haschisch stolpert und stattdessen nach "lieben Hunden" im Wald oder "Spielgefährten" für Sigrun sucht, entbehrt das nicht einer gewissen Komik. Hier wird deutlich, dass Schlink verständlicherweise von der Lebenswelt einer 14-Jährigen weit entfernt ist - ob völkisch oder nicht. Kaspar selbst ist hingegen eine Figur, die für mich nicht greifbar war, deren Ambivalenz Schlink aber ganz offensichtlich auch beabsichtigte. Wenn Birgits ehemaliger Geliebter Kaspars verstorbene Ehefrau unwidersprochen als "Flittchen" bezeichnet, oder wenn Kaspar singend und johlend an den Feierlichkeiten der Völkischen teilnimmt, konnte ich nur den Kopf schütteln - und es dennoch nicht verhindern, dass dieser gut 70-Jährige Mann mir in anderen Situationen sehr sympathisch war. Als passend, überraschend und berührend habe ich das Finale empfunden. Ohne inhaltlich näher darauf eingehen zu wollen, gelingt es Schlink jedenfalls, ein drohendes kitschiges Ende zu umgehen und stattdessen mit einem offenen, aber hoffnungsvollen Satz für eine Gänsehaut bei mir zu sorgen. Insgesamt ist "Die Enkelin" ein Roman, der mich trotz der vorhandenen Schwächen immer wieder auch mitnehmen und mich in nicht wenigen Szenen wegen seiner Warmherzigkeit auch berühren konnte.

3/5

Einfühlsame Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte

Eine Kundin/ein Kunde aus Hamburg am 02.12.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Als Birgit stirbt, hinterlässt sie ihrem Mann Kaspar nicht nur den Schmerz, sondern auch ausführliche Aufzeichnungen, in denen er erkennt, dass seine Frau einst eine Tochter gebar, die sie nie kennengelernt hat. Auf der Suche nach dem Geheimnis seiner Frau, aber auch nach sich selbst, findet Kaspar schließlich Svenja, die sich der völkischen Bewegung angeschlossen hat. Doch während sich die Beziehung zu seiner Stieftochter und deren Mann schwierig gestaltet, findet er unvermittelt Zugang zu Sigrun - seiner Enkelin... "Die Enkelin" von Bernhard Schlink ist ein dreiteiliger Roman, dessen erster Teil sich vornehmlich um die Beziehung zwischen Kaspar und seiner Frau dreht, während ab Teil zwei daraus eine Art Entwicklungsroman mit dem Fokus auf das Verhältnis zwischen Kaspar und Sigrun wird. Schlink agiert dabei äußerst einfühlsam und möchte die deutsch-deutsche Geschichte in verschiedenen Aspekten aufarbeiten. Die Unterschiede zwischen der BRD und der DDR inklusive der Flucht Birgits aus dem Osten, später dann der Blick auf Wendeverlierer und -gewinner und das Abdriften in die deutsch-nationale Szene. Es ist ein wohlgemeinter Blick Schlinks, dessen Ansinnen ich für ehrenwert und absolut nachvollziehbar halte. Dennoch trifft er dabei nicht immer den richtigen Ton. Im ersten Teil des Romans störten mich die kurzen, schmucklosen Sätze, die inklusive zahlreicher "Danns" und "Abers" einen negativen Eindruck hinterließen. Zudem konnte ich die aus Kaspars Perspektive geschilderte Faszination beim ersten Kennenlernen mit Birgit überhaupt nicht nachvollziehen. Überraschend und gelungen hingegen ist der plötzliche Perspektivwechsel hin zu Birgit, der auch zu einem formalen Bruch des Romans führt. Liest man zunächst zehn kurze Kapitel auf 50 Seiten, folgt mit den Aufzeichnungen Birgits mal eben ein einziges Kapitel, bestehend aus 80 Seiten. Anstrengend, aber überraschend und mutig. Zudem wird die Geschichte Kaspars und Birgits deutlicher, macht aber einen größeren Teil der ersten 50 Seiten durchaus redundant. Ab dem zweiten Teil des Romans sorgte Schlink mit den detaillierten und kuriosen Einblicken in das Leben völkischer Siedler und der warmherzig geschilderten, sich langsam anbahnenden Freundschaft zwischen Kaspar und seiner (Stief-)Enkelin Sigrun bei mir für grundsätzlich mehr Interesse. Doch auch hier konnte mich der Roman nur teilweise überzeugen. Zu holzschnittartig geraten ihm die Figuren, zu unglaubwürdig ist deren Verhalten, zu zufällig die erfolgreiche Suche nach Birgits Tochter Svenja. Die zahlreichen Dialoge wirken recht künstlich, Sigrun verhält sich manchmal wie ein Kleinkind, manchmal wie eine frustrierte Erwachsene - aber eigentlich nie wie die 14-jährige Jugendliche, die sie ist. Wenn Kaspar bei der Suche nach der richtigen Literatur für Sigrun über Begriffe wie "Kondome" oder das Auftauchen von Haschisch stolpert und stattdessen nach "lieben Hunden" im Wald oder "Spielgefährten" für Sigrun sucht, entbehrt das nicht einer gewissen Komik. Hier wird deutlich, dass Schlink verständlicherweise von der Lebenswelt einer 14-Jährigen weit entfernt ist - ob völkisch oder nicht. Kaspar selbst ist hingegen eine Figur, die für mich nicht greifbar war, deren Ambivalenz Schlink aber ganz offensichtlich auch beabsichtigte. Wenn Birgits ehemaliger Geliebter Kaspars verstorbene Ehefrau unwidersprochen als "Flittchen" bezeichnet, oder wenn Kaspar singend und johlend an den Feierlichkeiten der Völkischen teilnimmt, konnte ich nur den Kopf schütteln - und es dennoch nicht verhindern, dass dieser gut 70-Jährige Mann mir in anderen Situationen sehr sympathisch war. Als passend, überraschend und berührend habe ich das Finale empfunden. Ohne inhaltlich näher darauf eingehen zu wollen, gelingt es Schlink jedenfalls, ein drohendes kitschiges Ende zu umgehen und stattdessen mit einem offenen, aber hoffnungsvollen Satz für eine Gänsehaut bei mir zu sorgen. Insgesamt ist "Die Enkelin" ein Roman, der mich trotz der vorhandenen Schwächen immer wieder auch mitnehmen und mich in nicht wenigen Szenen wegen seiner Warmherzigkeit auch berühren konnte.

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