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Erwachsenwerden am Ende der Geschichte

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

656

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.03.2022

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

332

Maße (L/B/H)

21.6/14.2/3.6 cm

Beschreibung

Rezension

»Ein leuchtendes Memoire über ein vergessenes Stück Europa. Hinreissend erzählt.«
Peter Neumann, DIE ZEIT 17.11.2022

Details

Verkaufsrang

656

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.03.2022

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

332

Maße (L/B/H)

21.6/14.2/3.6 cm

Gewicht

501 g

Auflage

5. Auflage

Originaltitel

Free. Coming of Age at the End of History.

Übersetzer

Eva Bonne

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43034-7

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“Frei” — frei zu denken, frei zu schreiben

Bewertung am 06.06.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lea Ypi gelingt es überzeugend, sich in die Welt eines Mädchens und Teenagers in Albanien um die Wende in den späten 1980er / frühen 1990er Jahre zu versetzen. Die totalitäre, real-sozialistische Geschichte des Landes wird “en passant” und durch die kindlichen bzw. jugendlichen Augen Lea Ypis vermittelt, wobei sie nie den Anspruch an die “absolute Wahrheit” erhebt. Während Lea Ypis Familie aufgrund von ihren “Biografien” zahlreiche Geheimnisse vor dem Kind hütet, entdeckt man mit dem Heranwachsen des Kindes, was der albanische Staat seinen Staatsbürgern und -bürgerinnen (und damit der Familie Ypi) über Jahrzehnte antat. Dies alles in “wohlwollender Absicht”, aber in perfider stalinistischer Manier — allgegenwärtige Bespitzelung und Denunziation, politische, wirtschaftliche und geisteswissenschaftliche Abschottung, Mangel durch Planwirtschaft und verbohrte Autarkie-Bestrebung. Einzig das sie fordernde staatliche Schulsystem bietet der jungen Lea ein Sprungbrett ins Erwachsenwerden, wobei auch hier die unter dem Radar gehaltene staatskritische Geisteshaltung der Eltern und der geliebten Grossmutter zur Reife der Autorin erheblich beitrugen. Erst im letzten Viertel dringt die Autorin als studierte und lehrende Philosophin durch, als sie dem Vater Erklärungen für sein Verhalten in den Mund legt. So, wie Lea Ypi das beschreibt, kann es gewesen sein — und wenn es erfunden ist, ist es gut erfunden und noch besser eingebettet. Das ist schriftstellerische Freiheit! Alles in allem ist “Frei. Erwachsenwerden am Ende der Geschichte” ein sehr lesenswertes Buch — für diejenigen, die sich anschliessend vertiefter mit der Geschichte Albaniens auseinandersetzen wollen, wie auch für diejenigen, die sich “bloss” für den Blick einer in einem totalitären Staat heranwachsenden Frau interessieren.

“Frei” — frei zu denken, frei zu schreiben

Bewertung am 06.06.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lea Ypi gelingt es überzeugend, sich in die Welt eines Mädchens und Teenagers in Albanien um die Wende in den späten 1980er / frühen 1990er Jahre zu versetzen. Die totalitäre, real-sozialistische Geschichte des Landes wird “en passant” und durch die kindlichen bzw. jugendlichen Augen Lea Ypis vermittelt, wobei sie nie den Anspruch an die “absolute Wahrheit” erhebt. Während Lea Ypis Familie aufgrund von ihren “Biografien” zahlreiche Geheimnisse vor dem Kind hütet, entdeckt man mit dem Heranwachsen des Kindes, was der albanische Staat seinen Staatsbürgern und -bürgerinnen (und damit der Familie Ypi) über Jahrzehnte antat. Dies alles in “wohlwollender Absicht”, aber in perfider stalinistischer Manier — allgegenwärtige Bespitzelung und Denunziation, politische, wirtschaftliche und geisteswissenschaftliche Abschottung, Mangel durch Planwirtschaft und verbohrte Autarkie-Bestrebung. Einzig das sie fordernde staatliche Schulsystem bietet der jungen Lea ein Sprungbrett ins Erwachsenwerden, wobei auch hier die unter dem Radar gehaltene staatskritische Geisteshaltung der Eltern und der geliebten Grossmutter zur Reife der Autorin erheblich beitrugen. Erst im letzten Viertel dringt die Autorin als studierte und lehrende Philosophin durch, als sie dem Vater Erklärungen für sein Verhalten in den Mund legt. So, wie Lea Ypi das beschreibt, kann es gewesen sein — und wenn es erfunden ist, ist es gut erfunden und noch besser eingebettet. Das ist schriftstellerische Freiheit! Alles in allem ist “Frei. Erwachsenwerden am Ende der Geschichte” ein sehr lesenswertes Buch — für diejenigen, die sich anschliessend vertiefter mit der Geschichte Albaniens auseinandersetzen wollen, wie auch für diejenigen, die sich “bloss” für den Blick einer in einem totalitären Staat heranwachsenden Frau interessieren.

Geschichtsklitterung

Bewertung am 12.01.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das non-fiction Buch „Free“ der LSE-Professorin für Politische Theorie, Lea Ypi, hat bei Kennern Albaniens für höchste Irritation gesorgt, da es alle Bemühungen, die albanische Geschichte zu verstehen und seriös zu erklären, konterkariert und nachhaltig beschädigt. Diese Publikation, die in einer stark konzertierten Aktion bisher den angloamerikanischen und seit Mitte November den albanischen Raum erreicht hat, ist ein besonders fragwürdiger bis perfider Versuch an die jüngere albanische Geschichte zu klittern und mittels fabrizierter Erzählungen (die höchstens in einem eindeutig als fiction bezeichneten Rahmen toleriert werden könnten) die nicht-albanische Öffentlichkeit zu manipulieren. Diese durch marxistisch geprägte Anschauungen konstruierten „Lehrdialoge/situationen“ als erlebte Realität darzustellen muss jede/n Albaner/in irritieren und alarmieren.

Geschichtsklitterung

Bewertung am 12.01.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das non-fiction Buch „Free“ der LSE-Professorin für Politische Theorie, Lea Ypi, hat bei Kennern Albaniens für höchste Irritation gesorgt, da es alle Bemühungen, die albanische Geschichte zu verstehen und seriös zu erklären, konterkariert und nachhaltig beschädigt. Diese Publikation, die in einer stark konzertierten Aktion bisher den angloamerikanischen und seit Mitte November den albanischen Raum erreicht hat, ist ein besonders fragwürdiger bis perfider Versuch an die jüngere albanische Geschichte zu klittern und mittels fabrizierter Erzählungen (die höchstens in einem eindeutig als fiction bezeichneten Rahmen toleriert werden könnten) die nicht-albanische Öffentlichkeit zu manipulieren. Diese durch marxistisch geprägte Anschauungen konstruierten „Lehrdialoge/situationen“ als erlebte Realität darzustellen muss jede/n Albaner/in irritieren und alarmieren.

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