Geschlechtersozialisation aus biologischer Sicht. Anlage und Erziehung

Anlage und Erziehung

Michael Lenz

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Beschreibung

Bei der Geschlechtszugehörigkeit handelt es sich um eines der grundlegenden menschlichen Unterscheidungsmerkmale. In ähnlicher Weise kommt der Geschlechterdebatte im Rahmen der Sozialisationsforschung ein besonderer Stellenwert zu. Thematisiert wird dabei schwerpunktmässig, auf welche Weise geschlechtsspezifische Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale im Prozess der frühkindlichen Sozialisation angeeignet werden und schliesslich zum Erwerb einer stabilen Geschlechtsidentität führen. Wo liegen jedoch die Ursachen für typisch weibliches oder männliches Rollenverhalten? Werden geschlechtsspezifische Verhaltensweisen vorrangig gelernt, sind sie als Folgen biologischer Reifungsprozesse anzusehen oder ist diese Dichotomisierung von Anlage und Umwelt, die sich auch in der Unterscheidung von 'Sex' und 'Gender' in der Geschlechterdebatte widerspiegelt, überflüssig oder sogar kontraproduktiv? Michael Lenz setzt sich bei der Klärung dieser Fragen zunächst mit zentralen Ansätzen der Geschlechtersozialisation aus den Bereichen der Psychoanalyse, Kognitionspsychologie und des konstruktivistisch-orientierten Feminismus auseinander. Anschliessend werden diesen Konzepten neue Erkenntnisse aus biologischen Disziplinen wie der Evolutionsbiologie, Primatologie und der Verhaltensgenetik gegenübergestellt. Dabei wird deutlich, dass die Auseinandersetzung mit biologischem Wissen in der Sozialisationsforschung dringend einzufordern ist, um durch eine interdisziplinäre Sichtweise der Klärung grundlegender Fragen in der Geschlechterdebatte näherzukommen. Gerade eine derartige Auseinandersetzung mit biologischen Rahmenbedingungen erfolgt jedoch in sozialisationstheoretischen Ansätzen nur am Rande. Im Anschluss an den Nachweis, dass sich sozialisationstheoretische und biologische Ansätze nicht zwangsläufig ausschliessen müssen, richtet der Autor anhand von fünf Thesen Forderungen an die weitere Arbeit in der Sozialisationsforschung und -theoriebildung.

Dr. phil. Michael Lenz, geboren 1972, hat Biologie und das Unterrichtsfach Pädagogik auf Lehramt (Sek. II/I) studiert und an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld promoviert. Er beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit der Anlage-Umwelt-Thematik und der Geschlechtersozialisation mit dem Ziel einer Integration biologischen Wissens in erziehungswissenschaftlichen Kontexten. Neben seinen wissenschaftlichen Tätigkeiten arbeitet er als selbstständiger Softwareentwickler in den Bereichen >wissenschaftliches Arbeiten< und >Typografie<.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 01.10.1999
Verlag Ibidem
Seitenzahl 178
Maße (L/B/H) 20.6/14.8/2 cm
Gewicht 241 g
Auflage 2. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-932602-79-5

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