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Natur - Mensch - Recht.

Elemente einer Theorie der Rechtsbefolgung.

Schriften zur Rechtstheorie Band 190

Andreas Fisahn

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Beschreibung

Vollzugsdefizite im Recht werden als Phänomen inzwischen allgemein zur Kenntnis genommen und problematisiert. "Erfunden" wurde das Vollzugsdefizit im Umweltrecht, aber bei genauerem Hinsehen hat sich auch das Strafrecht schon immer mit Vollzugsdefiziten beschäftigt. Die Kehrseite des Vollzugsdefizits ist die Rechtsbefolgung, die Bereitschaft und Fähigkeit der Bürger, rechtlichen Regeln Folge zu leisten, bzw. ihnen nicht Folge zu leisten. Die handlungs- und strukturtheoretischen Bedingungen der Rechtsbefolgung macht sich der Verfasser zum Problem und versucht, ein komplexes Verständnis für die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit von Recht zu entwickeln.

Dabei dienen die empirischen Ergebnisse der Untersuchungen zum umweltrechtlichen Vollzugsdefizit als Ausgangs- und Referenzpunkt der weiteren Überlegungen. Die Ergebnisse zeigen, dass Recht und soziale Praxis voneinander abweichen, Recht nicht einfach "umgesetzt" wird. Sie zeigen aber auch, dass Recht bei den Adressaten nicht unwirksam bleibt, ungehört verhallt, sondern Steuerungserfolge verbuchen kann. Dieses Phänomen ist theoretisch zu erfassen.

Nach einer Diskussion der Theorieangebote zum Wirkmechanismus des Rechts rekonstruiert und diskutiert der Verfasser die handlungs- und strukturtheoretischen Grundlagen bei Anthony Giddens und Pierre Bourdieu. Ausgehend von wesentlichen Elementen und Bausteinen dieser Theorien, wird eine Konzeption des Verhältnisses von Recht und Handeln entwickelt. Dabei werden reflexive Ordnung, deren wesentliches Element das Recht ist, und vorbewusste Ordnung, die die Einlagerungen der Struktur im Handeln erfasst, gegenübergestellt. Den verharrenden Momenten der Struktur stehen dynamische, subjektive Elemente im Handeln gegenüber, die Lernprozesse erlauben.

Anhand des Verhältnisses von reflexiver und vorbewusster Ordnung, ihrer Übereinstimmung oder Abweichung, wird der Wirkungsgrad der rechtlichen Norm bestimmt. Abschliessend werden die gewonnenen Hypothesen an einigen rechtlichen Beispielen exemplifiziert.

Andreas Fisahn, Prof. Dr. iur., geb 1960. Lehrt Öffentliches Recht, Umwelt- und Technikrecht sowie Rechtstheorie an der Universität Bielefeld. Gehört dem wissenschaftlichen Beirat von Attac an.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 453
Erscheinungsdatum 25.08.1999
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-428-09831-6
Verlag Duncker & Humblot
Maße (L/B/H) 23/15.5/2.3 cm
Gewicht 615 g
Auflage 1. Auflage

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  • Inhaltsübersicht: Einleitung - 1. Konzeptionen der Rechtsbefolgung: Das Problem: Vollzugsdefizite im Umweltrecht - Subjektiver Juridismus. Das utilitaristische Theorem - Objektiver Soziologismus - Rechtsbefolgung und Legitimation - 2. Re-Produktion der Struktur in der sozialen Praxis: Giddens Theorie der Strukturierung - Struktureller Zwang - Kreatives Handeln, Regeln - Elemente einer "Theorie der Praxis" - Pierre Bourdieu - 3. Theorie der Rechtsbefolgung: Vorbewusste Ordnung, reflexive Ordnung: Begriffsklärungen - Divergenz und Konvergenz: der Wirkmechanismus des Rechts - Divergenz und Konvergenz in verschiedenen Rechtsgebieten - Literaturverzeichnis - Personen- und Sachwortverzeichnis