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Karl der Große

Gewalt und Glaube. Ausgezeichnet im DAMALS-Buchwettbewerb in der Kategorie Biographien mit dem 3. Platz 2014

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Regen. Im Regen. Er stand im Regen, unten am Läuterungsberg. Endlos stürzte der Regen auf ihn hernieder und schien dennoch die Sünden nicht abwaschen zu können, die ihn befleckten. Ein Untier zernagte unablässig sein Geschlecht, das umgehend nachwuchs, um wieder zerfressen zu werden, fort und fort. Ein alter Mönch schaute den Büsser und erschrak. Kaum wagte er den Namen des Toten zu offenbaren. Doch alle wussten: Es war Karl, der grosse Kaiser, der Sünder, der da zu büssen hatte.»

Mit diesen Worten beginnt Johannes Fried seine Biographie Karls des Grossen. Wir wissen nur wenig über das Leben und die Person des grössten mittelalterlichen Herrschers. Eine Karls-Biographie in modernem Sinne ist unmöglich. Doch wie Johannes Fried, der Meistererzähler und begnadete Mediävist, in seinem Opus magnum alle historischen Register zieht, anhand von Quellen und Artefakten, Indizien und Analogieschlüssen Karl nachspürt, Wissen, modernste Methoden der Gedächtnisforschung und die schöpferische Intuition ineinander spielen lässt, um ein Zeitalter und eine Herrschergestalt zum Leben zu erwecken – das ist Geschichtsschreibung der Extraklasse. Näher als in diesem Buch wird man Karl dem Grossen lange nicht mehr kommen.
Portrait

Johannes Fried war bis zu seiner Emeritierung Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Frankfurt. 1995 erhielt er den Preis des Historischen Kollegs (Historikerpreis), 2006 den Sigmund- Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Bei C.H.Beck sind zuletzt von ihm erschienen: «Dies Irae. Eine Geschichte des Weltuntergangs» (2016) und «Die Deutschen. Eine Autobiographie. Aufgezeichnet von Dichtern und Denkern» (2018).

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 736
Erscheinungsdatum 18.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-72543-2
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 21.6/14.1/4.3 cm
Gewicht 836 g
Abbildungen mit 60 Abbildungen im Text, 8 Abbildungen im Tafelteil sowie 2 Karten
Auflage 1
Buch (Taschenbuch)
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Fr. 31.90
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Interessante Biographie über Karl den Großen
von Sikal am 26.12.2018

Gleich zu Beginn stellt der Autor klar, dass es sich um keine Biographie im herkömmlichen Sinn handelt. Über Karl den Großen gibt es keine historischen Dokumente im Überfluss, aus denen man schöpfen könnte. So war es Fried nur möglich, sich diesem Herrscher fiktional zu nähern, um von außen sozusagen Rückschlüsse auf diverse... Gleich zu Beginn stellt der Autor klar, dass es sich um keine Biographie im herkömmlichen Sinn handelt. Über Karl den Großen gibt es keine historischen Dokumente im Überfluss, aus denen man schöpfen könnte. So war es Fried nur möglich, sich diesem Herrscher fiktional zu nähern, um von außen sozusagen Rückschlüsse auf diverse Handlungen zu ziehen. Nur wenige seiner Anweisungen, wenig Privates, kaum Briefe sind überliefert und können zusammengefasst werden. Doch wer war dieser Karl, der zugleich gepriesen und auch verspottet wurde, und doch zur wohl berühmtesten Herrschergestalt des Mittelalters aufrückte. Der emeritierte Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Frankfurt, Johannes Fried, versucht auf mehr als 600 Seiten einen Bogen über die Zeitspanne Karl des Großen zu legen, zitiert aus unzähligen Quellen, analysiert und interpretiert Schlussfolgerungen weiterer Biographen. Geboren wurde Karl (vermutlich) 748 und starb (sicher) 814. Bereits früh wurden ihm der Glaube und die Kirche nahe gebracht, Literatur und Latein hatten einen hohen Stellenwert. Geschichtsbücher gab es nur in unzureichender Qualität, dies forcierte Karl während seiner Herrschaft – natürlich unter Beschönigung oder Ausklammerung so mancher blutiger Vergangenheit während des Aufstiegs der Karolinger. Hier versucht Fried die Stimmung der Zeit einzufangen, für die Ausweitung des Christentums wurde durch so manch blutige Auseinandersetzung forciert, Macht und ein einflussreiches Netzwerk aufzubauen verlangten kriegerische Konflikte. Der Schreibstil Frieds ist manches Mal etwas schwierig zu lesen, teilweise verliert er sich zu sehr in Details und so lässt meine Konzentration auch mal nach. Nichtsdestotrotz empfinde ich das Buch als gut recherchiert, er liefert einen guten Überblick und so kann ich das Buch uneingeschränkt jedem interessierten Leser empfehlen. Fried lässt uns einen Blick auf Europas Vergangenheit werfen, was für so manches Verständnis der späteren Geschichte durchaus wichtig ist. Einige Abbildungen und Dokumente ergänzen das Buch, wohingegen ein Stammbaum durchaus hilfreich gewesen wäre. Gerne vergebe ich 4 wohlverdiente Sterne.

Respekt, Herr Fried
von einer Kundin/einem Kunden am 23.01.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Über Karl den Großen wurde doch schon ziemlich viel geschrieben, es wird ziemlich sicher auch noch viel über ihn geschrieben werden. Nicht das alles zu vergessen wäre, aber gegen diese Biografie des berühmtesten aller Kaiser kommt nichts mehr an. Hier gibt es ein Zusammentreffen des Giganten des Mittelalters mit einem Giganten d... Über Karl den Großen wurde doch schon ziemlich viel geschrieben, es wird ziemlich sicher auch noch viel über ihn geschrieben werden. Nicht das alles zu vergessen wäre, aber gegen diese Biografie des berühmtesten aller Kaiser kommt nichts mehr an. Hier gibt es ein Zusammentreffen des Giganten des Mittelalters mit einem Giganten des Fabulieren und des Wissens. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Pflichtlektüre.