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Welt ohne Geist

Wie das Silicon Valley freies Denken und Selbstbestimmung bedroht

Im digitalen Zeitalter erlebt die Welt eine beispiellose Renaissance der Monopole. Ihre Macht erlaubt es einigen wenigen Big-Tech-Unternehmen, nicht nur Konkurrenz um ihre Produkte auszustechen. Sie ist inzwischen so gross, dass Internetkonzerne wie Google, Apple, Amazon und Facebook drauf und dran sind, die Ideologie ihrer Gründer und Führer, die Vision des Silicon Valley von der Alles-Maschine, zu vollenden.

Franklin Foers Welt ohne Geist beschreibt mit bestechender Klarheit die Geschichte der Digitalisierung, von Alan Turing und Stewart Brand bis Jeff Bezos und Larry Page, und ihre Folgen: Im Schaufenster des Silicon Valley mögen Pluralismus und Individualität liegen, doch was wir uns erkaufen, sind Konformität, Desinformation, Privatisierung von Wissen und die Abschaffung der Privatsphäre. Selbstbestimmung, mahnt Foer, ist ohne einen freien Geist unmöglich. Wenn wir das Schaffen von Kultur, von Gedanken- und Diskussionsräumen dem Silicon Valley überantworten, befördern wir nicht unsere Existenz und das Gemeinwohl - wir befördern die Bilanzen der Konzerne und die Macht der Maschine.

Portrait
Foer, Franklin
Franklin Foer, Jahrgang 1974 ist als Journalist für den Atlantic tätig und war Herausgeber der New Republic; er veröffentlichte u.a. in Slate, der New York Times und dem Wall Street Journal. Foer, älterer Bruder der Autoren Jonathan Safran und Joshua Foer, lebt in Washington, D.C.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 03.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89667-576-7
Verlag Karl Blessing Verlag
Maße (L/B/H) 20.8/13.7/3 cm
Gewicht 397 g
Originaltitel A World Without Mind. The Existential Threat of Big Tech
Übersetzer Jürgen Neubauer
Verkaufsrang 32387
Buch (Paperback)
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Fr. 28.90
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WORLD WITHOUT MIND - Lesens- und bedenkenswerte Analyse digitaler Bedrohung des freien Denkens
von j.h. aus Berlin am 14.09.2018

Insbesondere seit Beginn des 21. Jahrtausends hat die Digitalisierung immer stärker in unser Leben eingegriffen. War das Internet in seinen Anfangsjahren noch ein nahezu harmloser Spielplatz mit amateurhaften Homepages, das lokale Angebot ergänzenden Shopping-Möglichkeiten oder illegalen bis halb legalen Gelegenheiten für Musik-... Insbesondere seit Beginn des 21. Jahrtausends hat die Digitalisierung immer stärker in unser Leben eingegriffen. War das Internet in seinen Anfangsjahren noch ein nahezu harmloser Spielplatz mit amateurhaften Homepages, das lokale Angebot ergänzenden Shopping-Möglichkeiten oder illegalen bis halb legalen Gelegenheiten für Musik-/Filmdownloads, scheint es nun der Lebensmittelpunkt zu sein. Das führte zu einer noch vor kurzer Zeit nahezu undenkbaren Monopolisierung des Geistes, die zwangsläufig zu einer Verflachung der Inhalte führt und die Konsumenten manipuliert. Der Journalist Franklin Foer (*1974) analysiert in WORLD WITHOUT MIND schonungslos die Gefahren, die von dieser Monopolisierung des Geistes durch die Konzerne aus dem Silicon Valley ausgehen: "Mehr als jede vorangegangene Konzernclique haben diese Technologiemonopole das Ziel, die Menschheit nach ihrem Bilde zu formen. Sie sehen die Chance, die Fusion von Mensch und Maschine zu Ende zu führen und die menschliche Evolution in eine neue Richtung zu lenken. ... Die großen Technologiekonzerne, gelegentlich unter dem Akronym GAFA zusammengefasst, zersetzen die Prinzipien, die unsere Individualität schützen. Ihre Geräte und Websites räumen mit der Privatsphäre auf, sie missachten Urheberrechte und geistiges Eigentum. Auf wirtschaftlichem Gebiet rechtfertigen sie die Monopolbildung und erklären freimütig, dass Wettbewerb unserem Streben nach Gemeinwohl und anderen ehrgeizigen Zielen zuwiderläuft. Den zentralen Grundsatz des Individualismus, der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen, stellen sie auf den Kopf. Sie haben den Anspruch, unsere kleinen und großen Alltagsentscheidungen zu automatisieren. Ihre Algorithmen sollen vorgeben, welche Nachrichten wir lesen, welche Waren wir kaufen, welche Route wir wählen und welche Freunde wir in unseren Kreis aufnehmen." (S. 12 f.) Nach der die aktuelle Situation sprachlich brillant und durchaus polemisch analysierenden "Vorrede" beschäftigt sich Teil 1 unter dem Titel "Die Monopolisten des Geistes" ausführlich mit den Heilsversprechen des Silicon Valley. Analysiert werden die Google-Sicht auf die Zukunft des Menschen, die Meinungsmanipulation durch den eigene Vorlieben bestärkenden News-Feed von Facebook und Amazons Einfluss auf Verlagswesen und Handel. Die Rolle des Gatekeepers - in Vor-Internet-Zeiten waren dies die Journalisten einflussreicher Zeitungen - wurde durch diese Unternehmen völlig neu definiert. Teil 2 mit dem Titel "Welt ohne Geist" reflektiert aus eigener Betroffenheit den Niedergang des Journalismus in den vergangenen Jahren. Im Gegensatz zum Print-Journalsimus zählen eben online nur die Klicks - und um die zu erzielen, scheint jedes Mittel recht. Geistige Verflachung und Häppchen-Journalismus ist die zwangsläufige Folge: Boulevard-Journalismus findet nun auch in früher auf Seriosität bedachten Medien statt. Unter dem Titel "Holen wir unseren Geist zurück" ruft Foer in Teil 3 durchaus polemisch und teils wohl auch naiv dazu auf, über die eigene Position zur Digitalisierung einmal genauer nachzudenken und nach Möglichkeiten zu suchen, den Einfluss der Giganten auf den eigenen Lebensentwurf wenigstens etwas zurückzudrängen: "Dass die Überwachung im Internet keinem totalitären Regime dient, macht sie deswegen noch lange nicht harmlos. Sie soll uns manipulierbar machen. Manches an dieser Manipulation mag uns sogar gefallen: Wir schwelgen in der vom Algorithmus empfohlenen Musik, wir freuen uns über die Turnschuhwerbung und sind dankbar dafür, dass ein Computer die Informationsflut für uns sortiert. Doch diese Annehmlichkeiten lassen sich auch anders beschreiben: Wir geben unseren freien Willen auf und überlassen unsere Entscheidungen einer Maschine." (S. 267) Neben der sprachlich brillanten Analyse des gegenwärtigen Zustandes unternimmt Franklin Foer ausführliche Exkurse in die Entwicklung der Digitalisierung, die in den Forschungen Alan Turings ihren Anfang nahm. Das im BLESSING-Verlag unter dem Titel WELT OHNE GEIST in deutscher Übersetzung von Jürgen Neubauer erschienene Buch lässt den Leser nachdenklich über die Gefahren in der wachsenden Macht der künstlichen Intelligenz zurück.