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Schönes neues Geld

PayPal, WeChat, Amazon Go - Uns droht eine totalitäre Weltwährung

Norbert Häring: Wir bezahlen mit der Freiheit
In unserer Bezahlwelt tobt ein Krieg gegen das Bargeld. Es geht um kommerzielle Interessen und um die technologiegetriebenen Geschäftsmodelle von Mastercard, Microsoft, Apple und Co. Und es geht um die Freiheit des Individuums.
Der Wirtschaftsexperte Norbert Häring belegt, wie eine Allianz aus grossen Technologie- und Finanzkonzernen, reichen Stiftungen, Regierungen und Organisationen an einem umfassenden System der digitalen finanziellen Überwachung und Kontrolle baut: Wir sind auf dem Weg in ein (vertragsungebundenes) Pay-as-you-go-System, das mittels Gesichtserkennung und Fingerabdrücken aktives Bezahlen überflüssig macht und einer globalen Weltwährung den Weg bahnt. Wer das Buch von Häring liest, weiss, warum das keine Verheissung ist.
Rezension
"Der Autor hat ein überzeugendes Buch geschrieben - mit vielen interessanten und auch überraschenden Einblicken. Norbert Häring präsentiert eine Menge neuer Fakten; komplizierte Zusammenhänge formuliert er verständlich. Er will Menschen aufklären. Denn seiner Meinung nach haben bei einer Auseinandersetzung mit offenem Visier die Bargeldfeinde - zumindest in Europa - schlechte Karten." Caspar Dohmen (Deutschlandfunk "Andruck", 20.08.2018)

"Häring nennt Namen und Fakten. Er beschreibt Zusammenhänge und Hintergründe, die erschrecken. Er hat ein gelungenes und beängstigendes Buch geschrieben - das aufrütteln soll und das hoffentlich auch tut." Patrick Schreiner (Blickpunkt WiSo, 06.09.2018)

"Norbert Härings Buch rüttelt schlafende Geister wach." Beate Bockting (Fairconomy, 08.10.2018)

"Norbert Häring gilt als streitbarer Journalist, aber mit dem Thema Bargeld kennt er sich bestens aus, und seine Thesen regen zur Diskussion an. [...] Mit seinen gut recherchierten Erkenntnissen rüttelt Häring auf und wirft einen grossen Stein ins Wasser." Thorsten Giersch (Handelsblatt Online, 10.10.2018)
Portrait
Dr. Norbert Häring ist Wirtschaftsjournalist und Autor populärer Wirtschaftsbücher. Er schreibt für das Handelsblatt und betreibt den Blog "Geld und mehr". 2014 wurde er mit dem Preis der Keynes-Gesellschaft für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet. Die von ihm 2011 mitbegründete internationale Ökonomenvereinigung World Economics Association hat über 12 000 Mitglieder. 2016 veröffentlichte er das Buch "Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen".
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  • Artikelbild-0
  • Einführung und Überblick
    Die Zukunft des Bezahlens ist 2018 in der Gegenwart angekommen. In Seattle, an der Westküste der USA, eröffnete das erste Amazon-Go-Ladengeschäft für die Allgemeinheit. Wer dort einkauft, braucht dank "modernster Einkaufstechnologie" nicht mehr Schlange zu stehen. Kunden müssen nur einmal die zugehörige App kostenlos auf ihr Smartphone herunterladen. Danach können sie sich nach Belieben im Laden bedienen, ihre Auswahl an Produkten aus dem Regal nehmen, in ihre Tasche packen und wieder gehen. Alles Weitere macht die Technik. Wenn ein Kunde zum Beispiel Marmelade in seine Tasche gelegt hat und dann feststellt, dass er doch lieber Honig hätte, legt er die Marmelade einfach wieder zurück ins Regal. Die Amazon-Überwachungstechnik registriert das und streicht die Marmelade wieder von der Rechnung. Kurz nachdem der Kunde den Laden verlassen hat, ohne von irgendwelchen Kassierern oder Ladendetektiven behelligt worden zu sein, bekommt er eine Rechnung auf sein Smartphone und das Geld wird vom Amazon-Konto abgebucht. Bequemer geht es kaum. Das aktive Bezahlen ist in dieser Konsumutopie, die gerade Realität wird, abgeschafft. Das Abkassieren geht automatisch ohne unsere Beteiligung. Wir müssen nicht einmal mehr eine Karte zücken oder eine Unterschrift leisten. Der Verkäufer und derjenige, der unser Geld verwaltet, werden eins. Wohin die Reise gehen soll, ist klar - und sie geht weit über die Amazon-Welt hinaus: Alle Bequemlichkeit ist auf unserer Seite, alle Macht auf der anderen.
    In China wird gerade eine andere Utopie Realität. Geld als Haupttriebfeder und Belohnung des wirtschaftlichen Handelns wird abgelöst von penibel gemessener Tugendhaftigkeit. Die Regierung führt ein umfassendes System zur Bewertung ihrer Bürger ein. Wer von den Kameras mit Gesichtserkennung dabei ertappt wird, dass er bei Rot über die Ampel geht, bekommt Punkte vom Sozialpunktekonto abgezogen. Wer Kunden besonders freundlich bedient, bekommt welche dazu. Wer zu wenige Sozialpunkte auf dem Konto hat, kann sich kein Ticket für einen Flug oder den Schnellzug mehr kaufen und auch keine schöne Wohnung mehr mieten oder gar erwerben. Bezahlt wird mit den Allround-Apps WeChat oder Alipay, die man sich wie eine Kombination von Facebook, Google, WhatsApp und Amazon vorstellen kann. Da WeChat mit Gesichtserkennung und weiteren biometrischen Merkmalen operiert und eng mit der Regierung zusammenarbeitet, fungiert die App inzwischen sogar als amtlicher Identitätsnachweis. WeChat registriert und speichert alles, was die Teilnehmer mit ihrem Geld machen, und kooperiert mit den Sozialpunktebehörden. Wer den halben Tag Computerspiele spielt oder eine Rechnung nicht bezahlt, hat schlechte Karten. So schön die Vorstellung ist, dass tugendhaftes Verhalten mehr gewürdigt wird als der schnöde Mammon: Wenn eine kommunistische Einheitspartei verbindlich für alle vorschreibt, was gutes und was schlechtes Verhalten ist, und das auch noch überwachen und sanktionieren kann, dann ist das eine totalitäre Gesellschaft ohne individuelle Freiheit.
    Ganz anders die schöne neue Bezahlwelt der Amazon-Go-Gesellschaft - zumindest auf den ersten Blick. Hier schreibt uns keine Obrigkeit vor, wie wir uns verhalten sollen, solange wir uns im Rahmen der Gesetze bewegen. Aber auf den zweiten Blick ist die Schnittmenge mit dem chinesischen Sozialpunktesystem unangenehm gross: Grundlage beider Systeme ist die zuverlässige automatische Identifizierung der Handelnden und die lückenlose automatische Überwachung ihres Handelns. In den chinesischen Städten erfassen Kameras mit Gesichtserkennungssoftware die Passanten auf Schritt und Tritt, genauso wie im Amazon-Go-Laden.
    Amazon Go ist nur ein besonders fortschrittliches Beispiel der Pay as you go-Bezahlwelt, bei der immer stärker einzelne Handlungen und Nutzungen überwacht und automatisch abgerechnet werden. Bei Amazon Go ist jeder Griff ins Regal eine Kaufhandlung und muss entsprechend überwacht
  • Inhalt

    Einführung und Überblick 7

    1. MasterCard, Bill Gates und ihr "Krieg gegen das Bargeld" 24
    Die Besser-als-Bargeld-Allianz 26
    Von Mikrokrediten über finanzielle Inklusion zur Bargeldabschaffung 38
    Finanzielle Inklusion als Neusprech für Bargeldbeseitigung 43
    Falsche Versprechungen und gekaufte Beweise 47
    Bill Gates' Allianz für Finanzielle Inklusion 53
    Schauplatz Kenia: Fragwürdiges Musterbeispiel für Inklusion mit mobilem Geld 56

    2. Unzertrennlich: Finanzielle Inklusion und biometrische Datenbanken 62
    Arme haben kein Recht auf Datenschutz 66
    Geheimdienste als treibende Kraft 68
    Flüchtlinge als wehrlose Versuchskaninchen 71
    Schauplatz Indien: Bargeldabschaffung und eine biometrische Mega-Datenbank 75

    3. Der heimliche Krieg der Schattenmächte gegen das Bargeld 99
    Die G20-Regierungen im Dienste der Besser-als-Bargeld-Allianz 103
    Standardsetzer als Geheimtruppe gegen das Bargeld 107
    Schauplatz Malawi (und andere übereifrige arme Länder): Ein Rätsel 118
    Die Mafiamethoden der transnationalen Schattenmächte 120
    Die Methode für Industrieländer: Gruppendruck 123
    Schauplatz Deutschland (und Europa): Auf leisen Sohlen ins System 125

    4. Im ost-westlichen Panopticon 146
    Schauplatz China: Überwachung und Volkserziehung in Vollendung 147
    Die westliche Variante 154
    Auf dem Weg zu einer totalitären Weltwährung 184

    5. Widerstände, trojanische Pferde und Lösungen 198
    Die Hoffnung auf Bitcoin und digitales Notenbankgeld trügt 199
    Trojanisches Pferd Dateneigentum 207
    Wirksame Wege des Widerstands 211
    Schauplatz Leipzig: Das Recht auf Barzahlung vor dem Bundesverwaltungsgericht 215
    Gemeinsam geht es 219

    Dank 225
    Literaturverzeichnis 227
    Anmerkungen 234
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 16.08.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-593-50914-3
Verlag Campus Verlag GmbH
Maße (L/B/H) 21.6/13.6/2.2 cm
Gewicht 363 g
Verkaufsrang 22039
Buch (Paperback)
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