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Hier ist noch alles möglich

Roman

Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik eingestellt. Abend für Abend macht sie ihren Rundgang, kontrolliert die Zäune. Ein Wolf soll in das Gelände eingedrungen sein. Mit jeder Nachtschicht wird die Suche nach dem Wolf mehr zu einer Suche nach sich selbst und zur Frage nach den Grenzen, die wir ziehen, um das zu schützen, woran wir glauben.

„Gianna Molinari nimmt uns an Bord einer literarischen Forschungsreise zu den Terrae Incognitae der Gegenwart, nimmt uns vom vermeintlich sicheren Ufer mit ins offene Meer.“ Ruth Schweikert

„Manche Bücher sind wie Inseln. Leser betreten sie nur kurz, aber lang genug, dass sie ihre rätselhafte Schönheit, ihren sprachlichen Bewuchs, ihre Bewohner nicht mehr missen möchten. Hier ist noch alles möglich ist genau so ein Buch.“ Saša Stanišić
Rezension
»Hier, in diesem eigentümlichen Buch, ist tatsächlich ALLES möglich. Ein Plädoyer für die Vorstellungskraft«
Portrait

Gianna Molinari wurde 1988 in Basel geboren und lebt in Zürich. Sie studierte von 2009 bis 2012 Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und danach Neuere Deutsche Literatur an der Universität Lausanne. Sie war Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa 2012 am Literarischen Colloquium Berlin und erhielt im selben Jahr den Preis sowie den Publikumspreis des 17. MDR-Literaturwettbewerbs. Bei den „Tagen der deutschen Literatur“ 2017 in Klagenfurt wurde sie für einen Auszug aus ihrem Debüt „Hier ist noch alles möglich“ mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet, 2018 erhielt sie den Robert-Walser-Preis.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 192 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 13.07.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783841216182
Verlag Aufbau digital
Dateigröße 11782 KB
Verkaufsrang 721
eBook
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
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Einzigartig!
von einer Kundin/einem Kunden am 01.02.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein spannendes Debüt, das zu Recht für den deutschen Buchpreis nominiert war. Aus der Sicht der jungen Nachtwärterin erfährt der Leser nicht nur was in der Fabrik und um diese herum passiert, sondern auch was dort möglich ist und war.

Ein außergewöhnliches Buch
von Martin Schult aus Borken am 17.12.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eine junge Frau tritt ihre neue Stelle als Nachtwächterin bei einer maroden Verpackungsfabrik an. Der Kantinenkoch hat vor kurzer Zeit einen Wolf gesichtet und die Aufgabe der jungen Frau besteht nun darin mit ihrem direkten Kollegen diesen Wolf ausfindig zu machen. Die Suche nach dem Wolf ist jedoch wenig... Eine junge Frau tritt ihre neue Stelle als Nachtwächterin bei einer maroden Verpackungsfabrik an. Der Kantinenkoch hat vor kurzer Zeit einen Wolf gesichtet und die Aufgabe der jungen Frau besteht nun darin mit ihrem direkten Kollegen diesen Wolf ausfindig zu machen. Die Suche nach dem Wolf ist jedoch wenig erfolgreich, und so wandelt sich die Suche in einer nach der eigenen Identität... Ich bin auf Den Roman "Hier ist noch alles möglich" durch die Nominierung auf die Longlist des Deutschen Buchpreises aufmerksam geworden. Mit einer hohen Erwartung bin ich in das Buch gestartet und wurde von der erfrischenden und auf dem ersten Blick sehr einfachen Schreibweise der Schweizer Autorin Gianna Molinari überrascht. Sie erzählt die Geschichte in einfachen wenig ausgeschmückten Sätzen, überlässt aber gleichzeitig dem Leser eine stetige Interpretation der geschriebenen Worte. Das Buch liest sich hervorragend, verlangt aber aufgrund der Gedanken zwischen den Zeilen die volle Konzentration des Lesers. Der Roman wird so zu einem überraschenden Erlebnis, welches ich in dieser Form nicht erwartet habe. Die Hauptprotagonistin, die auch namentlich nicht genannt wird, wirkt sehr sympathisch, obwohl es so gut wie keine Informationen zu ihrem Leben gibt. Sie befindet sich nicht nur auf der Suche nach dem Wolf, sondern wohl auch nach sich selbst und erscheint so ein wenig naiv und kindlich. Gerade diese Orientierungs-losigkeit lässt das Gefühl aufkommen, dass in ihrem Leben eigentlich noch alles möglich ist. Die liebevolle Gestaltung des Buches verleiht dem Text noch einen zusätzlichen Charme. "Hier ist noch alles möglich" ist ein in seiner Form mehr als ungewöhnlicher Roman und wird auf diese Weise sicherlich nicht nur Fürsprecher finden. Aber gerade ein Buch, welches derart polarisiert, weckt mein Interesse, so dass ich die Nominierung zum Deutschen Buchpreis auch gut nachvollziehen kann. Da ich das Buch für lesenswert halte, empfehle ich es gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

"Warum bist du hier?" - "Es gefällt mir hier. Das ist ein guter Ort. Hier ist noch alles möglich..."
von einer Kundin/einem Kunden am 13.11.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Ort, an dem noch alles möglich ist, ist eine Kartonagefabrik in einem Industriegebiet in der Nähe eines Flughafens. Obwohl die Fabrik wohl kurz vor der Schließung steht, wird eine junge Frau als Nachtwächterin eingestellt - zu stehlen gibt es zwar nicht viel, aber der Kantinenkoch behauptet, er habe... Der Ort, an dem noch alles möglich ist, ist eine Kartonagefabrik in einem Industriegebiet in der Nähe eines Flughafens. Obwohl die Fabrik wohl kurz vor der Schließung steht, wird eine junge Frau als Nachtwächterin eingestellt - zu stehlen gibt es zwar nicht viel, aber der Kantinenkoch behauptet, er habe einen Wolf auf dem Gelände gesehen, wie er in den Küchenabfällen wühlte. Vom Wolf keine Spur, aber die Nachtwächterin setzt sich gedanklich mit der Situation auseinander, was ist mit dem Raubtier, was bedeutet das für sie? Alles gerät für sie dann wirklich aus dem Takt, als sie hört, daß vor einiger Zeit hier ein Mann vom Himmel fiel, wohl ein blinder Passagier, der aus dem Radkasten eines Flugzeuges stürzte. Alles was galt, gilt für sie nicht länger... Dieser Roman, fast ohne Handlung, ist wirklich meisterlich! Sätze von solcher Klarheit, von solcher Nachdenklichkeit, die aber leicht und, fast, verspielt daher kommen, sind selten. Es ist hohe Kunst, das Seelenleben einer Protagonistin so kühl und gleichzeitig gefühlvoll zu beschreiben! Passend dazu sind in den Text Photographien und Zeichnungen eingeflochten - hier erinnert die Autorin schon ein wenig an den jungen Arno Schmidt... Zitat: "Clemens befeuchtet seine Finger und wischt damit über das Glas seiner Armbanduhr. Ob ich hier das Gefühl hätte, ein Bestandteil von etwas zu sein, fragt Clemens. Vielleich, ja, vorübergehend, sage ich. Es tut mir leid, sagt Clemens. Es ist nur die Ähnlichkeit der Gesichter. Es tut mir leid, sagt er noch einmal, und ich nehme ihm den Zettel aus der Hand und gehe damit in meine Halle."