Wandernde Himmel

Roman

Hao Jingfang

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Beschreibung

2096: Die Erde hat erfolgreich eine Kolonie auf dem Mars gegründet. Doch ein Unabhängigkeitskrieg bricht aus: Während die Mars-Bewohner den Raubtierkapitalismus verdammen, gilt der rote Planet auf der Erde als Autokratie. Die einzige Verbindung über fast ein Jahrhundert: das Frachtschiff Maearthr.

Um die Freundschaft zwischen den Planeten wieder zu beleben, sendet der Mars eine Gruppe Jugendlicher auf die Erde – darunter auch Louying, Enkelin des Mars-Machthabers.

Im Jahr 2196, kehrt die Gruppe nach fünf Jahren auf der Erde zurück. Aber die Zeit dort hat ihren Blick verändert. Sie begehren auf, zunächst mit den friedlichen Mitteln der Kunst, aber dann verschärfen sich die Proteste. Wo steht Louying? Kann sie ein Blutbad verhindern?

Hao Jingfang, geboren 1984, gewann bereits 2002 ihren ersten Literaturpreis. Doch den Studienplatz, den ihr die Chinesisch-Fakultät der Peking-Universität reservierte, lehnte sie ab. Stattdessen studierte sie Physik und machte ihren Ph.D. in Wirtschaftswissenschaften. Seit 2006 publiziert sie regelmässig in chinesischen Zeitschriften und arbeitet inzwischen beim Thinktank China Development Research Foundation. Ihre unterschiedlichen Wissensbereiche kommen in ihrem Schreiben aufs Fruchtbarste zusammen: Für ihre Erzählung «Peking falten» erhielt sie 2016 den Hugo Award, einen der wichtigsten Preise für Science-Fiction-Literatur – nach «Die drei Sonnen» von Bestsellerautor Cixin Liu erst der zweite Text aus China, dem das gelang. Hao Jingfangs Bücher verkauften sich in China über eine Million Mal.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 752
Erscheinungsdatum 25.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-27418-3
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 20.8/13.4/5 cm
Gewicht 660 g
Originaltitel Stray Skies
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Marc Hermann

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Ein ruhiger Sci-Fi zum nachsinnen...
von einer Kundin/einem Kunden am 28.01.2021
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Zwei Welten in Frieden und Harmonie? Was braucht eine Gesellschaft und was überhaupt nicht? Hier wird einfühlsam von unterschiedlichen Perspektiven gezeigt, dass nicht alles nur schwarz/weiß ist. Die Schreibweise der Autorin fand ich sehr angenehm und detailiert. Man lernt Ängste und Vorurteile der Protagonisten kennen, die nich... Zwei Welten in Frieden und Harmonie? Was braucht eine Gesellschaft und was überhaupt nicht? Hier wird einfühlsam von unterschiedlichen Perspektiven gezeigt, dass nicht alles nur schwarz/weiß ist. Die Schreibweise der Autorin fand ich sehr angenehm und detailiert. Man lernt Ängste und Vorurteile der Protagonisten kennen, die nicht weit von unseren entfernt sind. Es ist definitiv kein Action-Sci-Fi, dennoch (meiner Meinung nach) ein entspannter Lesetipp für Fans von ähnlichen wie "Der Wüstenplanet", 1984, etc.

3,5*
von Drachenfeuer am 23.07.2019

3.5* Science Fiction aus China ist im Kommen. Eine aufstrebende junge Frau ist ebenfalls unter den zahlreichen neuen Namen, die auch im europäischen Buchmarkt ihre Fans finden: Hao Jingfang schrieb mit »Wandernde Himmel« einen wunderbar zarten und einfühlsamen Roman über die Frage »Wie wollen wir leben?« »Zwei Gesellschaft... 3.5* Science Fiction aus China ist im Kommen. Eine aufstrebende junge Frau ist ebenfalls unter den zahlreichen neuen Namen, die auch im europäischen Buchmarkt ihre Fans finden: Hao Jingfang schrieb mit »Wandernde Himmel« einen wunderbar zarten und einfühlsamen Roman über die Frage »Wie wollen wir leben?« »Zwei Gesellschaften und eine große Frage: Wie wollen wir leben? 2096: Die Erde hat eine Kolonie auf dem Mars gegründet, um neuen Lebensraum zu erschließen. Doch die will unabhängig sein: Während die Mars-Bewohner den Raubtierkapitalismus der Erde verdammen, halten die Erdenmenschen den roten Planeten für ein System unkontrollierter Alleinherrschaft. Zur Verständigung zwischen den Völkern sendet der Mars hundert Jahre später einige Jugendliche auf die Erde – darunter auch die kürzlich verwaiste Luoying, eine Enkelin des Mars-Machthabers. Ihr Bruder bleibt zurück. Fünf lange Jahre dauert es, bis die nun erwachsene Frau den loyalen und erfolgreichen Rudy in der roten Heimat wiedersieht. Die Weltenwanderin Luoying muss sich entscheiden: Für oder gegen das starre System - mit möglicherweise tödlichen Konsequenzen nicht nur für sie selbst.« (Quelle: Verlag) Ich schreibe diese Rezension mit einigem Abstand zum Buch und ich muss gestehen, dass nicht allzu viele Eindrücke hängen geblieben sind. Das liegt aber daran, dass ich persönlich eher für die großen Wow-Momente zu haben bin und »Wandernde Himmel« im Gegenzug dazu sehr ruhig erzählt ist. Es empfiehlt sich definitiv, sich Zeit und Ruhe für diesen Roman zu suchen, um ihn dann bestmöglich in all seinen Facetten genießen zu können. Die Autorin hat einen wunderbar zarten Blick für die Details, die ihre Welt lebendig werden lassen. Luoying wirkt dadurch wie ein sehr zerbrechliches Geschöpf – jedoch wissen wir alle, dass stille Wasser tief sind. So auch Luoying, die, vielleicht beabsichtig, vielleicht unbeabsichtigt, ein großes Umdenken in ihrer Gesellschaft und besonders unter den jungen Leuten anstößt. In der Ruhe des Romans liegt seine Eindrücklichkeit. Wir verfolgen einen eher langsamen Spannungsaufbau, jedoch ist stets zu merken, dass unterschwellig etwas im Argen ist. Allerdings hat mich der zweite Teil des Romans leider etwas verloren. Für mich war es dann doch etwas zu ruhig. Dem ganzen Roman liegt Platons Höhlengleichnis zugrunde. Derjenige, der seinen Platz in den Schatten nie verlässt, wird nie erfahren, dass die Schatten nicht echt sind. Luoying war eine jener Personen, die die Schatten verließ und auf der Erde eine völlig andere Art und Weise kennen lernte zu leben. Sie kennt nun die Vor- und Nachteile beider Welten und beider Lebenskonzepte, hängt aber selber als Weltenwanderin dazwischen und weiß nicht so recht, welchem Konzept sie sich eher verbunden fühlt. Der Erde? Dem Mars? Etwas Neuem? Leider muss ich das sehr konservative Welt- und Rollenbild, das in diesem Roman präsentiert wird, kritisieren. Ob da wohl der chinesische Hintergrund durchkommt? »Wandernde Himmel« von Hao Jingfang ist ein sehr ruhiger, aber dafür umso eindrücklicherer Roman über die Frage, wie wir leben wollen. Für manche mitunter jedoch zu ruhig. Nichtsdestotrotz ist er auf jeden Fall eine Empfehlung.


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