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Bewusstsein, das letzte Rätsel der Philosophie

Zwei Originalvorträge

O-Ton-Wissenschaft

Thomas Metzinger

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Beschreibung

1 | Thomas Metzinger, Was ist das Bewusstsein? (1)
Sendung: 21.10.2007, SWR2, Redaktion: Ralf Caspary

Bewusstsein? Die Schwierigkeit dieses Begriffs erschliesst sich erst, wenn man nicht bei den Inhalten desselben stehen bleibt. Wenn wir von unserem Bewusstsein sprechen, ist etwas Selbstreflexives miteinbegriffen, nicht nur, was gedacht wird, sondern auch wer es denkt. Thomas Metzinger zitiert zur Veranschaulichung Thomas Nagels Gedankenexperiment "Wie ist es, eine Fledermaus zu sein". Die Funktionsweise eines Fledermausgehirns könnte uns vollständig klar sein und dennoch werden wir nie nachfühlen können, wie es ist, in ihrer Haut zu stecken. Ihr Sensorium arbeitet völlig unterschiedlich, aus dem Echo ihrer Schreie konstruiert sie ein Bild der Realität, das ihr erlaubt, kollisionsfrei zu fliegen. Wie diese Realität beschaffen ist, werden wir nie verstehen. Die Begriffe, mit denen ihre subjektiven Tatsachen erfasst werden könnten, kann man nur aus ihrer Erlebnisperspektive heraus erwerben. Wenn dem so ist, gibt es keine feststehenden objektiven Tatsachen, sondern immer nur ein subjektives Erleben, das unter einer bestimmten Perspektive erworben werden kann.

2 | Thomas Metzinger, Was ist das Bewusstsein? (2)
Sendung: 28.10.2007, SWR2, Redaktion: Ralf Caspary

Von echtem Bewusstsein möchte Metzinger nur dann sprechen, wenn sich die Zustände eines informationsverarbeitenden Systems für dieses selbst irgendwie anfühlen, wenn sie einen introspektiv zugänglichen Charakter besitzen. Wie aber grenzt man dieses Kriterium von einem System ab, das sich so verhält, als ob es echte Farben sehen oder wirklichen Schmerz empfinden könnte? Von Daniel Dennett stammt der Hinweis, dass ein Roboter bewusst sein könnte, wenn er zur Informationsquelle darüber wird, was gerade in ihm vorgeht und was er als nächstes tun wird. Damit ginge die Vormachtstellung der Konstrukteure verloren, die ihn gemacht haben und wissen, was er tun sollte. Bewusst wäre eine Maschine dann, wenn wir nur von ihr erfahren können, was sie als nächstes tun wird. Diesen Ansatz führt Metzinger noch weiter und führt als eigenes Kriterium ein, dass wir ein System als bewusstes Objekt behandeln sollten, wenn es uns gegenüber demonstriert, dass die philosophische Frage nach dem Bewusstsein für es selbst ein Problem geworden ist. Sich selbst verstehen zu wollen unterscheidet demnach bewusste von nicht-bewussten Systemen.

Thomas Metzinger, geboren 1958, lehrt Theoretische Philosophie an der Universität Mainz, leitet dort den Arbeitsbereich Neuroethik und gilt weltweit als einer der profiliertesten Philosophen des Geistes. Er war von 2005 bis 2007 Präsident der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft, wird ab Herbst 2009 Präsident der Association for the Scientific Study of Consciousness sein und ist bis Sommer 2009 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Er schreibt regelmäßig Beiträge für Magazine (u. a. Zeit Wissen, Gehirn & Geist) und Zeitungen. Dies ist sein erstes Buch für ein breites Publikum.

Produktdetails

Abo-Fähigkeit Ja
Family Sharing Ja i
Medium MP3
Sprecher Thomas Metzinger
Spieldauer 56 Minuten
Erscheinungsdatum 11.06.2018
Verlag Quartino
Format & Qualität MP3, 56 Minuten, 58.83 MB
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 4057664397973

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