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Erhöhtes Risiko

Auf den Fluren der US-Regierung

Feuer im Maschinenraum der Macht
Wir betreten die Flure der US-Ministerien nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA. Es ist ungewöhnlich still. Trumps Mannschaft, ohnehin spärlich vertreten, hat offenbar wenig Plan, was zu tun ist. Es herrscht vorsätzliche Unwissenheit, denn wer die Konsequenzen seines Handelns nicht kennt, dem fällt es leicht, den "Klimawandel" bedenkenlos zum Unwort deklarieren oder etablierte Forschungsprogramme vom Tisch zu fegen. Alarmstufe Trump!
Michael Lewis führt uns in den Maschinenraum der Macht. Er zeigt: Für den kurzfristigen Erfolg wird kollektives Wissen zerstört und jahrzehntelange Regierungserfahrung bewusst ignoriert. Für sein Buch hat er auch mit denen gesprochen, deren Kenntnis und Leidenschaft die Maschinen am Laufen halten. Ihr Signal muss gehört werden, denn es betrifft nicht nur Amerika, sondern die ganze Welt!
- Michael Lewis enthüllt Trumps explosiven Cocktail aus vorsätzlicher Ignoranz und Käuflichkeit, der die Zerstörung eines Landes anheizt.
- "the fifth risk" jetzt in deutscher Übersetzung
Rezension
"Lewis hat die Gabe, selbst aus sperrigen Stoffen [...] packende Erzählungen zu machen." Guido Mingels (Der Spiegel, 26.01.2019)

"Risikoexperte Lewis zeigt, dass die USA angesichts der gewachsenen Leistungsdefizite im Staatsapparat schlechter gerüstet sind für grosse Katastrophen wie Atomunfälle, Seuchen oder Naturereignisse. (...) Geht etwas schief, sterben Menschen." Hans-Jürgen Jakobs (Handelsblatt, 31.01.2019)
Portrait
Michael Lewis ist New-York-Times-Nr. 1- Bestsellerautor. In seinem ersten Buch "Liar's Poker" verarbeitete er seine Erfahrungen als Investmentbanker. 2003 erschien sein Bestseller "Moneyball", 2011 mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt, ein Buch über ein Baseballteam, das seine Spieler nach mathematischen Regeln beurteilt. Es folgten bei Campus unter anderem "The Big Short", das auch als Kinofilm Furore machte, "Flash Boys" und zuletzt "Aus der Welt", ein Buch über die Freundschaft zwischen Daniel Kahnemann und Amos Tversky. Lewis lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berkeley, Kalifornien.
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  • Für Tom Wolf
    In Memoriam

    Vorwort
    RISKANTE ÜBERGABE
    Es begann mit einem Artikel, den Chris Christie in der New York Times las. Im Februar 2016 war der Gouverneur von New Jersey aus dem Vorwahlkampf der Republikaner ausgestiegen und hatte die Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump unterstützt. Ende April entdeckte er den Artikel. Der Autor beschrieb eine Einladung von Vertretern der verbleibenden Kandidaten - Trump, John Kasich, Ted Cruz, Hillary Clinton und Bernie Sanders - in das von Barack Obama regierte Weisse Haus. Wer sich zu diesem Zeitpunkt noch Hoffnungen machen durfte, der nächste Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, musste offenbar allmählich darauf vorbereitet werden, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Der Bubi, den Trump zu diesem Gespräch geschickt hatte, war nach Ansicht von Christie geradezu lächerlich inkompetent. Also griff er zum Telefon und rief Trumps Wahlkampfmanager Corey Lewandowski an, um ihn zu fragen, warum man diese Aufgabe nicht jemandem übertragen habe, der eine gewisse Erfahrung mit der Regierungsarbeit habe.
    "Weil wir niemanden haben", erwiderte Lewandowski.
    Also bot sich Christie an: Er würde für Donald Trump die Leitung des Übergangsteams in die Hand nehmen. "Das ist fast so, als wäre man ein bisschen Präsident", sagte er zu Freunden. "Man plant die Präsidentschaft." Er traf sich mit Trump. Der erklärte ihm rundheraus, dass er kein Übergangsteam brauche. Wozu sollte man denn die Übernahme der Regierungsgeschäfte vorbereiten, bevor man gewählt wurde? Weil es das Gesetz so verlangt, erklärte ihm Christie. Trump fragte, woher er das Geld für ein Übergangsteam nehmen solle. Christie erläuterte, das müsse er entweder aus privaten Mitteln oder aus seiner Wahlkampfschatulle finanzieren. Aus eigener Tasche wollte es der Milliardär auf gar keinen Fall bezahlen. Aber aus den Wahlkampfspenden wollte er das Geld auch nicht nehmen. Also gab er Christie widerstrebend den Auftrag, eine eigene Kasse anzulegen, aus der das Übergangsteam bezahlt werden sollte.
    "Aber nicht zu viel!", wies er ihn an.
    So begann Christie, sich auf den unwahrscheinlichen Fall vorzubereiten, dass Donald Trump eines Tages zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden sollte. In Trumps Wahlkampfteam waren nicht alle davon begeistert, dass ausgerechnet er diese Aufgabe übernahm. Im Juni erhielt Christie einen Anruf von Trumps Berater Paul Manafort. "Das Bürschchen misstraut Ihnen", warnte ihn Manafort. "Das Bürschchen" war Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Im Jahr 2005 hatte Christie, damals noch Bundesstaatsanwalt für den Bezirk New Jersey, Kushners Vater Charles wegen Steuerhinterziehung erst vor Gericht, dann hinter Gitter gebracht. Nebenbei hatten die Ermittlungen ergeben, dass Charles Kushner eine Prostituierte bezahlt hatte, um seinen eigenen Schwager zu verführen, von dem er annahm, dass er mit Christie unter einer Decke steckte; Charles hatte das Rendezvous gefilmt und die Aufnahmen seiner Schwester geschickt. So etwas vergisst man nicht so schnell, und Christie musste annehmen, dass bei Jared ein Stachel geblieben war. Trump, den Christie beinahe als eine Art Freund bezeichnet hätte, war das jedoch egal. Er hatte Christie zu seiner Hochzeit mit Melania eingeladen, und nun drängt er ihn, doch auch zur Hochzeit seiner Tochter Ivanka mit Jared Kushner zu kommen.
    Das wäre aber peinlich, meinte Christie.
    Ich bezahle die Hochzeit, und das ist mir scheissegal, erwiderte Trump.
    In Christies Augen war Jared Kushner einer von den Leuten, die meinen, nur weil sie Geld haben, müssen sie automatisch auch intelligent sein. Er glaubte allerdings, eine gewisse Verschlagenheit in dem Bürschchen zu erkennen. So kam es, dass Christie bald alles, was er zur Vorbereitung einer möglichen Trump-Regierung unternahm, einem "Exekutivkomitee" vorlegen musste. Das Komitee bestand aus Jared, den Trump-Kindern Ivanka, Donald Jr. und Eric, Paul Manafort, Steve Mnuchin und Jeff
  • Inhalt

    Vorwort: Riskante Übergabe 9

    Kapitel 1: Das fünfte Risiko 27
    Kapitel 2: Risiko Mensch 77
    Kapitel 3: Risikoklima 125

    Dank 221

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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 28.01.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-593-50992-1
Verlag Campus Verlag GmbH
Maße (L/B/H) 22/14.6/2.3 cm
Gewicht 408 g
Originaltitel The Fifth Risk. Undoing Democracy
Übersetzer Jürgen Neubauer
Verkaufsrang 18662
Buch (gebundene Ausgabe)
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Fr. 35.90
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Kundenbewertungen

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.09.2019
Bewertet: anderes Format

Erschreckende Enthüllung der Ahnungslosigkeit und Naivität, mit der die gegenwärtige US-Präsidentschaft ins Amt startete, mit grotesken Folgen nicht nur für US-Bürger.

"Das fünfte Risiko"
von Dr. M. am 07.03.2019

So lautet der Originaltitel dieses Buches. Man muss es lesen, wenigstens bis zur Seite 70, wenn man verstehen will, um was es Michael Lewis tatsächlich geht. Für die deutsche Ausgabe wurde der Originaltitel so verändert, dass man dem potentiellen Leser glauben machen kann, es handele sich hier um eines der vielen Anti-Trump-Büch... So lautet der Originaltitel dieses Buches. Man muss es lesen, wenigstens bis zur Seite 70, wenn man verstehen will, um was es Michael Lewis tatsächlich geht. Für die deutsche Ausgabe wurde der Originaltitel so verändert, dass man dem potentiellen Leser glauben machen kann, es handele sich hier um eines der vielen Anti-Trump-Bücher. Und wer nicht gleich auf die Suggestion hereinfällt, der muss das Buch nur umdrehen. Dort wird die Absicht nicht mehr versteckt. Trump bedroht die Welt. Er hat keinen Plan. Alles geht drunter und drüber. Und in großer Schrift kommt die New York Times zu Wort. Dies, so liest man, ist angeblich das ambitionierteste und wichtigste Buch von Lewis. Darüber kann man geteilter Meinung sein. Das Buch ist nicht schlecht, aber ich fand andere dann doch besser. Was ist nun also das fünfte Risiko? Es wird im Buch so definiert: "Es ist das Risiko, das entsteht, wenn es sich eine Gesellschaft zur Gewohnheit macht, langfristigen Bedrohungen mit kurzfristigen Lösungen zu begegnen." Der Kontext, in dem dieses Risiko erklärt wird, hat nichts mit Donald Trump zu tun. Jedenfalls nicht direkt. Vielmehr geht es um die Plutonium-Produktion in den USA, die einst in Hanford in der Nähe des Columbia Rivers stattfand. Nun muss man den ganzen Komplex vollständig sanieren. Jahrelang wurden konsequente und nachhaltige Lösungen vermieden. Natürlich nicht durch Donald Trump, der wahrscheinlich noch nicht einmal weiß, um was es hier eigentlich geht: der massive radioaktive Dreck droht unterirdisch in den Fluss zu gelangen. Lewis beschäftigt sich in diesem Buch in Wirklichkeit also damit, wie der Staat arbeitet und demonstriert dies am Beispiel von drei Ministerien, die er besucht hat. Natürlich gibt es einen Zusammenhang zu Trump. Kommt es zu einem Regierungswechsel, dann müssen Ministerien und andere Behörden von den neuen Machthabern übernommen werden. Anders als in Deutschland scheint das in den USA ein heftiges Problem zu sein, denn es geht auch um ganz andere Dimensionen. Das Energieministerium der USA beschäftigt weit über 100.000 Mitarbeiter, direkt und in nachgeordneten, aber sehr wichtigen Behörden. Ihm untersteht zum Beispiel Hanford. In den USA gibt es inzwischen ein Gesetz, dass potentiellen Präsidentschaftskandidaten ab einem gewissen Zeitraum vor der Wahl vorschreibt, ein Team zu benennen, das eigentlich aus Fachleuten bestehen sollte, und das sich auf den reibungslosen Übergang der Macht vorzubereiten habe. Es umfasst in der Regel mehrere hundert Leute. Trump wollte das nicht. Und offensichtlich war seine Mannschaft damit auch erheblich überfordert. Wie Lewis berichtet, fand eine wirkliche Übergabe der Macht nicht statt, weil Trumps Abgesandte überhaupt keine Vorstellungen über ihre Aufgabe besaßen. Von Fachwissen ganz zu schweigen. Lewis beschreibt nun, was in den drei von ihm besuchten Ministerien gemacht wird und welche Auswirkungen die fehlende Kompetenz der Trump-Leute und möglicherweise andere Schwerpunktsetzungen wohl haben könnten. Diese spezielle Beschreibung ist jedoch, wenn man die Dinge einmal abstrakter sieht, nur ein Beispiel für ein generelles Problem, das Lewis eben mit dem fünften Risiko beschreibt. Politiker denken nicht langfristig, was nicht unbedingt an ihnen liegt, sondern am System. Schließlich brauchen sie kurzfristige Resultate, die sie dem Wähler als ihre grandiosen Leistungen verkaufen können. Leider geht dies meistens auch auf. Man spekuliert mit dem Vergessen oder damit dass man sich nicht mehr mit den Dingen befassen muss, sollte die langsam brennende Zündschnur dann doch einmal die gelegte Sprengladung erreichen. Trump ist insofern kein Einzelfall, sondern nur jemand, an dem man sich abarbeiten kann, weil er dafür besonders steile Vorlagen bietet. Weil er ein offensichtlicher Bruch im System ist, glaubt man, dass man ihn so vorführen kann. Im propagandistischen Eifer wird dabei allerdings übersehen, dass er nur ein besonders drastisches Beispiel für ein generelles Problem ist. Und das sucht auch Deutschland heim. Man könnte das ganze Alphabet herunterbeten. Beim zweiten Buchstaben fallen mir zum Beispiel sofort Bahn, Banken, Brücken und Bundeswehr ein. Kurzfristiges Herumdoktern bringt langfristig erhebliche Probleme. Das fünfte Risiko eben. In Deutschland nennt man das in bestimmten Fällen "Zeit kaufen" und ist auch noch stolz darauf. Außer dem Energieministerium besuchte Lewis noch das Landwirtschafts- und das Handelsministerium, um dort ähnliche Probleme festzustellen. In allen drei Fällen ist man als Europäer schon ziemlich erstaunt, was in den genannten Ministerien so alles verwaltet wird. Im letzten Fall, bei dem Trump fast gar keine Rolle spielt, geht es nur zu zehn Prozent um den Handel und ansonsten fast nur um Datenerhebungen. Kurz gesagt: Das Buch ist schon interessant und wie immer bei Lewis gut geschrieben, erfüllt aber nur zu einem gewissen Teil die Erwartungen einer gnadenlosen Abrechnung mit dem jetzigen US-Präsidenten. Vielmehr weist es auf ein generelles Stabilitätsproblem des Staates hin, wenn in kurzen Abständen die komplette Führung und die Richtungen staatstragender Einrichtungen ausgewechselt werden. Wer übrigens gerne mit dem Finger auf Trump zeigt, sollte sich auch einmal hierzulande umsehen. Kompetenz ist auch in Deutschland offenbar nicht breit gestreut. Das fünfte Risiko beschränkt sich wohl kaum allein auf Donald Trump.