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Glasmurmeln, ziegelrot

Roman

rüffer&rub literatur 2

"Vielleicht hätten wir ihn doch nicht retten sollen. Vielleicht hätten wir ihn und diese Spionin einfach ausliefern sollen. Unsere ostdeutschen Freunde wären uns sehr dankbar gewesen«, sagte er und versuchte mit dem Blick den Rauch einzufangen, der zur Decke hinaufschlich. »Aber vielleicht können wir unseren Fehler noch korrigieren."

Das Kind wächst während des Kalten Krieges 
in einem osteuropäischen Land auf, als Fremder von seinen Mitschülern gehänselt und von der Staatsmacht schikaniert. Es gibt vieles, was das Kind nicht verstehen kann 
und auch nicht verstehen soll. Um damit fertig zu werden, zieht es sich in seine Sprache zurück, die nur es selbst und die Mutter einschliesst. Es verwandelt alles in Geschichten und schafft so aus Bedrohlichem Interessantes, aus Ungewissem Vertrautes.

Mit der Zeit gewinnt das Kind immer mehr Sicherheit mit seinen Geschichten und somit auch mit einer Realität, die die Menschen mit hohlen Phrasen und absurden Regeln gängelt. Nach und nach erkennt das Kind, wie viel Macht im Erzählen liegt.

Karl Rühmann gelingt es in diesem Episodenroman, prägnante Sprachbilder für die Welt seiner Haupfigur, die er »das Kind« nennt, zu formulieren. Zugleich zeichet er in feinen Szenen die Wirkungsmacht der Fantasie.

»Eine Geschichte, die einem ans Herz und nicht mehr aus dem Kopf geht.« Charles Lewinsky, Schriftsteller
»Was ist fremder, unerklärlicher und beängstigender als die fernste Exotik? Die eigene Kindheit. Noch selten ein ungewöhnlicheres Buch gelesen. Nein – verschlungen!« Margrit Sprecher, Journalistin und Autorin
Portrait
Karl Rühmann (1959) verbrachte seine Kindheit in Jugoslawien und studierte Germanistik, Hispanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft in Zagreb und Münster. An der Story Academy der SAL in Zürich leitet er die Lehrgänge Literarisches Schreiben und Drehbuchautor/-in und arbeitet als Literaturübersetzer und freier Autor.

Publikationen: "Eine wundersame Reise" (2018), "Komm mit zum Fluss" (2017), "Leseglück" (2015), "Wer bist denn du?" (2010)

Karl Rühmann erhielt für den Roman "Glasmurmeln, ziegelrot" 2015 ein Werkjahr der Stadt Zürich.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 168
Erscheinungsdatum 03.10.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-906304-42-7
Verlag Rüffer & Rub
Maße (L/B/H) 19,5/12,9/2,2 cm
Gewicht 273 g
Auflage 1
Verkaufsrang 29.672
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

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Eine vielschichtiges, berührendes und auch heiteres Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Zürich am 04.11.2018

Karl Rühmann kenne ich seit Jahren als Bilderbuchautor, den ich sehr schätze für seinen feinen Humor und seinen Einfallsreichtum und so hab ich mich sehr gefreut, seinen (soweit ich weiss) ersten Roman zu entdecken. Es ist die Geschichte eines Kindes, dass in den Sechzigerjahren in Jugoslawien aufwächst. Er ist... Karl Rühmann kenne ich seit Jahren als Bilderbuchautor, den ich sehr schätze für seinen feinen Humor und seinen Einfallsreichtum und so hab ich mich sehr gefreut, seinen (soweit ich weiss) ersten Roman zu entdecken. Es ist die Geschichte eines Kindes, dass in den Sechzigerjahren in Jugoslawien aufwächst. Er ist dort fremd, er wird von den anderen Kindern geplagt und vom Staat beobachtet. Um mit den vielen Dingen, die es nicht versteht umgehen zu können, erfindet es Geschichten. Diese Geschichten sind zuerst ein Freiraum, den es sich schafft, um einen sicheren Ort zu haben, wo es denken und unbeschwert sein kann. Mit der Zeit erkennt es, wie viel Macht in den Geschichten steckt und dass es dank ihnen auch mehr Kontrolle über sein eigenes Leben erlangen kann. Es ist ein vielschichtiges Buch, das berührt, intensive Bilder erzeugt und zum Denken anregt. Politische Bewegungen, Nationalstaaten, politische, soziale, wirtschaftliche Macht, können ihre Wirkung entfalten, weil es Narrative, Erzählungen, Mythen und Geschichten sind an die wir glauben.

Geht unter die Haut
von Luna77 am 17.10.2018

Der Autor schafft es, Unsagbares in Worte zu fassen. Bei manchen Kapiteln lächelt man zuerst mit den Augen, dann mit dem Mund, während man sich eine Träne aus dem Augenwinkel wischt und versucht, den Kloss im Hals wegzuräuspern. Dieser Roman trifft mitten ins (ziegelrote) Herz.

Ernst, heiter, eindringlich
von Mikula65 am 13.10.2018

Der Roman besteht aus 99 Episoden, der Protagonist ist ein Kind, das alles, was es erlebt, in Geschichten verwandelt und sich so unater schwierigen Umständen zurechzufinden versucht. Wenn das Kind sich geborgen fühlt, wechselt die Perspektive zu einem Ich-Erzähler, wenn etwas Bedrohliches passiert, wird wieder in der 3. Person... Der Roman besteht aus 99 Episoden, der Protagonist ist ein Kind, das alles, was es erlebt, in Geschichten verwandelt und sich so unater schwierigen Umständen zurechzufinden versucht. Wenn das Kind sich geborgen fühlt, wechselt die Perspektive zu einem Ich-Erzähler, wenn etwas Bedrohliches passiert, wird wieder in der 3. Person erzählt. Auch darum wirkt die Geschichte sehr eindringlich, man geht mit dem Protagonisten mit, als wäre man dabei. Einige Episoden erzählen von lustigen oder heiteren Begebenheiten, einige regen zum Nachdenken an, andere sind sehr aufwühlend. Das Buch feiert das Erzählen und ist ein schönes Beispiel dafür, dass Ernst und Leichtigkeit keine Gegensätze sein müssen.