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Die Evolution der Sprache

Wie die Menschheit zu ihrer größten Erfindung kam

Beck Paperback Band 4507

Klug, ungeheuer kenntnisreich und voller Witz vermittelt Deutscher die neuesten Erkenntnisse der Linguistik. Er beschreibt, wie unsere alltäglichsten Gewohnheiten die eindrucksvollsten Sprachstrukturen hervor- und auch wieder zu Fall bringen. Und nebenbei beantwortet er in diesem Buch auch noch Fragen wie: Warum haben die meisten Sprachen kein Verb für «haben»? Warum sagte Luther «schlecht», wenn er doch das Gegenteil meinte? Und warum scheinen Türken rückwärts zu sprechen? Guy Deutschers Geschichte der Sprache beginnt mit einem Paradox: «Die Sprache ist die grösste Erfindung der Menschheit - obwohl sie natürlich nie erfunden wurde.» Keine Sprachkommission, kein Ältestenrat des antiken Rom hat irgendwann die ausgeklügelte lateinische Grammatik entworfen, und auch von der Möglichkeit göttlicher Eingebung möchten wir einmal absehen. Aber wie kamen wir dann weg vom Niveau steinzeitlicher Äusserungen und zu den komplexen Sprachen der Antike und Gegenwart? Guy Deutscher zeigt anhand zahlreicher Beispiele, wie die differenzierten Grammatiken, enormen Vokabularien und komplexen Bedeutungszusammenhänge von heute entstehen konnten.
Portrait
Guy Deutscher ist in Tel Aviv aufgewachsen. Er hat in Cambridge Mathematik und Linguistik studiert und dann dort am St. John's College sowie an den Universitäten in Leiden und Manchester über Sprachstrukturen geforscht. Von ihm liegt bei C.H.Beck vor: «Im Spiegel der Sprache. Warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieht» (2013).
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Beschreibung

Produktdetails

Format PDF i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 381 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 18.09.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783406727504
Verlag C. H. Beck
Dateigröße 13468 KB
Übersetzer Martin Pfeiffer
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Die Gesetze des Sprachwandels
von S.A.W aus Salzburg am 14.09.2018

Guy Deutscher gibt einen klaren Crash-Kurs in Linguistik, die aus der Gegenwart die Sprachen der Vergangenheit rekonstruieren kann und umgekehrt und beantwortet so nebenbei die Frage, wann der Mensch die Sprache „erfunden“ hat. Sprache beginnt mit den Zwei-Wort-Satz „werfen Speer“, mit dem eine klare Handlungsanweisung gegeben ... Guy Deutscher gibt einen klaren Crash-Kurs in Linguistik, die aus der Gegenwart die Sprachen der Vergangenheit rekonstruieren kann und umgekehrt und beantwortet so nebenbei die Frage, wann der Mensch die Sprache „erfunden“ hat. Sprache beginnt mit den Zwei-Wort-Satz „werfen Speer“, mit dem eine klare Handlungsanweisung gegeben werden kann. Dies schaffen Kleinkinder mit etwa eineinhalb Jahren, Schimpansen schaffen es nicht, selbst wenn sie in Labors bis zu 300 Begriffe lernen wie der legendäre Kanzi. Diese Leistung entwickelte sich vor 1,5 Mill Jahren (H. erectus) oder erst vor 40.000 J (H. sapiens). Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte in einer langen Entwicklungszeit von Begriffen zu 2-Wort-Sätzen hin zu komplexer Grammatik, wo es z.B. das Latein kennt. Die Grammatikregeln der Verknüpfung der Worte, um die Satzbedeutung klar zu machen sind hierarchisch, ein Hauptsatz ist wichtiger als der Nebensatz, S-P-O sind wichtiger als Nebenworte. Es gibt klare Begriffe von Dingen, Abstrakte und Tätigkeiten und diverse Partikel und Endungen, die keine eigene Bedeutung haben, sondern nur Wortrelationen bezeichnen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten. Die Satzstellung S-P-O im Englischen kommt ohne Suffixe aus, das Lateinische und viele antike Sprachen definieren Deklination und Konjugation über Endbuchstaben, das Deutsche arbeitet mit Präfixen und Suffixen und kann dadurch sehr variabel gestaltet werden. Da sich Sprachen durch Lautverschiebungen und Grammatikevolution laufend verändert, ist die riesige Vielzahl von tausenden Sprachen entstanden. So variieren die semitischen Sprachen eine 3-Konsonanten-Wurzel mit drei Vokal-Slots. Je nachdem, welche Vokale eingefügt werden, sind Zeiten und Verknüpfungen sowie abgeleitete Wörter ausgedrückt. So wird s- s-l-m zu salam (das in Frieden Sein), muslim (einer, der in Frieden sein lässt) und Islam (Unterwerfung unter Gott). Wer Fremdsprachen lernt, beklagt meist die Unregelmäßigkeit der tausenden Ausnahmen. Diese sind Zeugen der Vergangenheit und der ständigen Wandlung der Sprachen. (Niemand könnte heute noch Althochdeutsch verstehen, außer ein Linguist) Die Motive dafür sind Vereinfachung, Expressivität und Analogie. Gleichzeitig baut die Sprache aber durch Differenzierung und Übertragung von Metaphern vom Konkreten hin zum Abstrakten immer neue Wörter auf. Eine These besagt, dass kleine Stämme ohne viel Kontakt komplexere Sprachstrukturen aufbauen, während große Zivilisation einem großen Vereinfachungsdruck ausgesetzt sind. So hatte Indogermanisch (in Südrussland isoliert) 8 Fälle, die Weltsprache Englisch hat nur mehr einen. Die Eleganz dieses Buches liegt in den einfachen Beispielen, die die Grammatikevolution leicht verstehbar machen, wobei der Autor ganz ohne Fachausdrücke auskommt, sodass der Aufbau verschiedener Sprachen sofort einleuchtet. Nachdem ich mehrere germanische und romanische Sprachen, sowie Latein und Altgriechisch gelernt habe haben mich die Sprachveränderungen schon immer beschäftigt. Noam Chomsky war mir aber zu kompliziert, während ich bei Guy Deutscher sofort Antwort auf alle meine Fragen bekommen habe. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Die Kinder des Tantalus“