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Mein Vaterland! Warum ich ein Neonazi war

Er stilisiert sich nicht als Opfer widriger Lebensumstände und wurde auch nicht von raffinierten Funktionären verführt: "Ich hatte unzählige andere Möglichkeiten, aber ich wollte Nazi werden."

Was muss geschehen, damit aus einem gewöhnlichen jungen Mann ein Neonazi wird? Also ein Mensch, der extreme Anschauungen vertritt, Kompromisse verabscheut, sich auserwählt glaubt und meint eine Mission zu haben? Weissgerber zeigt, wie die Abscheu vor dem politischen Alltagsgeschehen, das Misstrauen gegenüber dem gesellschaftlichen Establishment sowie die "gewöhnlichen" Alltagsrassismen eine Weltsicht hervorbringen, die am Ende nur noch eine Sichtweise erlaubt: Entweder die oder wir!

In einer Mischung aus autobiografischen Episoden und politisch-psychologischer Analyse liefert Weissgerber eine einzigartige Studie der Selbstradikalisierung, insbesondere in den ostdeutschen Ländern der Nachwendezeit bis hin zu den Wutbürgern in Ost und West.

Ein Buch von beklemmender Aktualität.
Portrait
Jg. 1989, gehörte bis 2010 zur Führung der militanten Neonazi-Splittergruppe der "Autonomen Nationalisten" in Thüringen. Eine elitäre Gruppierung, die eine gewisse inhaltliche Nähe zu den "Identitären" aufweist. Weissgerber zog sich 2010 aus der rechten Szene zurück. Seit 2012 klärt er in Schulen, Universitäten und Abendveranstaltungen über die extreme Rechte und ihre moderateren Ausläufer auf.

Weissgerber studierte in Jena, Paris und Berlin und arbeitet an seiner Promotion. Er lebt in Berlin und ist als Übersetzer und Bildungsreferent tätig.
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 22.03.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783280090572
Verlag Orell Füssli Verlag
Dateigröße 1263 KB
Verkaufsrang 44158
eBook
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„50 Shades of Braun“
von anna_banana aus Braunschweig am 19.06.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

„Mein Vaterland! – Warum ich ein Neonazi war“ von Christian E. Weißgerber ist eine ehrliche Erklärung, ein ehrlicher Versuch des Autors Verständnis in die Welt zu bringen. Herr Weißgeber tut sich anfangs etwas schwer, dennoch erklärt er, dass es bei diesem Werk nicht um eine Entschuldigung geht. Vielmehr möchte er aufzeigen, das... „Mein Vaterland! – Warum ich ein Neonazi war“ von Christian E. Weißgerber ist eine ehrliche Erklärung, ein ehrlicher Versuch des Autors Verständnis in die Welt zu bringen. Herr Weißgeber tut sich anfangs etwas schwer, dennoch erklärt er, dass es bei diesem Werk nicht um eine Entschuldigung geht. Vielmehr möchte er aufzeigen, dass es für ihn eine Entscheidung war den politischen Weg der Radikalisierung zu gehen. Im Laufe der Zeit bekam er diverse Denkanstöße und veränderte seine Denkgewohnheiten – aus diesem Grund ist das vorliegende Buch von ihm geschrieben worden und im orell füssli Verlag erschienen. Eisenach in Thüringen. Im Jahre 1989 geboren, wuchs der Ich-Erzähler, der in den meisten Fällen namenlos auftritt (wir wissen ja alle wie er heißt), ohne Mutter, aber mit Schwester und verständnisloser Vaterfigur auf. Gespickt mit hohen Absolutionsansprüchen lernt der junge Christian von seinem Vater, dass sich die Menschen einfach durchschauen lassen. Man könnte sich die Welt selbst erklären und vertraut dabei am besten nur auf sein eigenes Urteil, denn durch das erhabene Gedankengut wüsste man es ja sowieso besser als die anderen. Eine lieblose Erziehungsmethode versetzte die beiden Kinder eher in den Zustand der Resignation und Ehrfurcht, später in Unverständnis und Hass – zumindest im Falle des Autors. Über die weitere Entwicklung und dem Verbleib der Schwester ist im weiteren Verlauf des Buches nicht mehr bekannt. Auch im weiteren Bekannten- und Freundeskreis lernt Christian radikale Meinungen, Gedanken der Absolution (Wie sich ein Mann zu verhalten hat; Reines Blut und ein gewisses Geburtsrecht, welches auch etwas über den natürlich angestammten Ort eines Volkes aussagt und vieles mehr;) und eine Treue-verpflichtende Kameradschaft kennen, die ihm Gefühle von Halt, Einfluss und Mitbestimmung bringen. Es liegt also auf der Hand, das eine Prägung im Leben des Autors stattfand, die ihn dazu bewog gewisse Entscheidungen zu treffen und einen Weg einzuschlagen, der ihn als extrovertierten Typen an eine Stelle brachte, an der er lautstark mitmischen wollte. Er lernte unterschiedliche Jugendgruppierungen der Skinhead- und Naziszene kennen, bemerkte Unterschiede in deren Ausprägung und Handlungsweise und entschied sich ebenfalls für ein Standing unter ihnen. Er wollte etwas bewegen. Er wollte seine innere Glaubenshaltung vertreten und kramte nun selbst in der Kiste des Absolutionsdenkens. Frei nach dem Motto, ich habe es so erdacht, es muss so sein und nicht anders. Herr Weißgerber vermittelte mir mit dem Buch einen Überblick über die „50 Shades of Braun“. Denn auch die Naziszene machte einen optischen, sowie ideellen Wandel durch, passte sich an die Anforderungen der heutigen Zeit an, um neue Argumente und Überzeugungsmuster zu finden und wurzelt tiefer, als ich bisher immer dachte. Da gibt es zum Beispiel nicht nur die bekannten „Skinheads“, sondern auch sogenannte „Kraken“, „Öko-Nazis“ oder die „Autonomen Nationalisten“ (zu denen sich Christian eine Zeit lang zugehörig fühlt), um nur einige zu nennen. Jede Gruppe zeichnet sich durch wesentliche Merkmale aus und vertritt eigene Erklärungen für ihr „Überlegensein, der nicht an diesem Ort geborenen Mitmenschen“ und anderer politisch motivierter Themen. Zusammenfassend lässt sich sagen: „Auf der Suche nach verlorener Zärtlichkeit“ bildet der junge Christian eine autoritäre Persönlichkeit aus, um seine Wut zu kontrollieren und sich Gehör zu verschaffen. Er lernt die Naziszene kennen, erkennt Übereinstimmungen in dessen Gedankengut mit seinem eigenen und arbeitete sich zu einem vaterlandstreuen Aktivisten hoch. Je mehr Wissen sich in ihm vereint, desto mehr wachsen Zweifel in dem jungen Christian. So einfach ist das jedoch alles nicht. Bis er seinen Standpunkt wirklich hinterfragt vergehen noch einige Jahre... Ich habe nun ein klareres Bild vor Augen, was den Nationalsozialismus dieser Zeit wachsen lässt und welche Ideen dahinter stecken. Vieles bezieht sich auch auf mythologische Inhalte, Musikbands preisen die Stärken des Werwolfes und huldigen ihre Überlegenheit, Absolutionsdenken greift ein Konstrukt von Zusammenhalt und Gänze auf und das Wissen, man wäre genau richtig – hier, an diesem Ort – gibt einem das Gefühl richtig zu sein, etwas Wahres zu tun. Einige Gruppen verleugnen die antisemitistischen Handlungen der Vergangenheit. Aus meiner Sicht geht es hier um verängstigte Kinder, die sich ungerecht behandelt fühlen und deren Blick auf die Welt sie für alles verschließt, was ihnen Linderung und Heilung bringen kann. Sie haben sich dafür entschieden, es nicht zu sehen. Manchmal fiel es mir aufgrund der vielen politischen Begriffe und der Ausdrucksweise schwer das Gelesene sofort gänzlich zu begreifen. Das Buch ist meiner Meinung nach nicht dick (256 Seiten), trotzdem habe ich recht lange gebraucht, um alles zu erfassen. Das ein oder andere Mal habe ich Stellen mehrfach gelesen, um den Gehalt dessen (hoffentlich) richtig zu begreifen. Ich bin dennoch sehr begeistert von dem Buch, da es mir Verständnis gebracht hat. Diese Erde benötigt Verständnis. Von allen Seiten für alle Seiten. Vielen Dank für deinen Mut und deine Ehrlichkeit, Christian E. Weißgerber. Auf viele der beschriebenen Taten bist du vielleicht nicht mehr stolz. Aber ich denke, du kannst stolz auf dich sein, dass du in der Lage bist, deine Gedanken zu hinterfragen und nach Harmonie und Verständnis zu streben. Du bist über dich hinausgewachsen! Ich ziehe meinen Hut!

Wichtig und lesenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Bad Oeynhausen am 04.06.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

"Mein Vaterland! Warum ich ein Neonazi war" behandelt das Leben des Christian E. Weißgerber. Weißgerber war bis 2010 ein bekanntes Gesicht der rechten Szene in Deutschland. In seinem Buch wechselt er zwischen Biographie und Analyse seines Verhaltens. Er beginnt in seiner Jugend, die geprägt von einem gewalttätigem, alleinerz... "Mein Vaterland! Warum ich ein Neonazi war" behandelt das Leben des Christian E. Weißgerber. Weißgerber war bis 2010 ein bekanntes Gesicht der rechten Szene in Deutschland. In seinem Buch wechselt er zwischen Biographie und Analyse seines Verhaltens. Er beginnt in seiner Jugend, die geprägt von einem gewalttätigem, alleinerziehendem Vater war und dem Wunsch daraus auszubrechen, aber auch die Liebe des Vaters zu bekommen. Im Verlauf erläutert er seinen Freundeskreis, seine Liebe zur Musik, seine Beziehungen und seine Bildung. Alles zusammen ergibt und erklärt (teilweise) die politische Meinung Weißgerbers. Er erwähnt allerdings auch des Öfteren, dass jeder die Chance hat, trotz einer turbulenten Jugend, nicht diesen radikalen, politischen Weg zu wählen. Immer wieder analysiert er sein Verhalten aus heutiger Sicht und teilt seine jetzigen Standpunkte mit. Inhaltlich hat mir das Werk sehr gut gefallen, leider kam ich gar nicht mit seinem Schreibstil zurecht und habe mich regelrecht durchgekämpft. Die biographischen Passagen haben mir sehr zugesagt, sie waren toll und lebendig geschrieben, die analytischen Ausschnitte waren allerdings sehr gestelzt formuliert, voller (unnötiger) Fachbegriffe und teilweise musste ich Sätze mehrmals lesen um den Sinn zu verstehen. Das ist aber sehr subjektiv und kann daran liegen, dass ich kaum Erfahrung im lesen wissenschaftlicher Texte dieses Umfangs habe. Dennoch würde ich das Buch an all diejenigen empfehlen, die es nicht scheuen wissenschaftliche und anspruchsvolle Texte zu lesen und die Interesse an der Thematik haben! Es war sehr interessant in die Weltansichten eines (ehemaligen) Nationalsozialisten zu blicken.

interessantes und aktuelles Thema
von einer Kundin/einem Kunden aus Grafenwöhr am 21.05.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Eigentlich bin ich kein Freund von Sachbüchern, dennoch bin ich aufgrund der zunehmenden politischen Unzufriedenheit sehr interessiert am Thema Nationalsozialismus. Das Cover ist zwar sehr schön, finde ich für ein Sachbuch zum Thema Neonazis jedoch nicht gerade passend. Der Autor, Christian E. Weißgerber, war mir bisher kei... Eigentlich bin ich kein Freund von Sachbüchern, dennoch bin ich aufgrund der zunehmenden politischen Unzufriedenheit sehr interessiert am Thema Nationalsozialismus. Das Cover ist zwar sehr schön, finde ich für ein Sachbuch zum Thema Neonazis jedoch nicht gerade passend. Der Autor, Christian E. Weißgerber, war mir bisher kein Begriff. In insgesamt 8 Kapiteln mit zahlreichen Unterkapiteln erläutert der Aussteiger seinen Weg zum Neonazi, erlaubt dem Leser dabei tiefe Einblicke in die Neonazi-Szene, zitiert rechtsradikale Lieder sowie deren Bedeutung. Viele rechtsradikale Äußerungen werden auch heute noch als schwarzer Humor oder als kleiner Spaß abgetan – ohne dabei an weiterführende Konsequenzen zu denken. Weißgerber versucht mit dem Buch nicht seine Taten und Entscheidungen zu entschuldigen, sondern analysiert selbstkritisch und ehrlich seinen Werdegang. Ich freue mich für ihn, dass er den Ausstieg aus der Szene gemeistert hat und er uns an seinen Erfahrungen teilhaben lässt. Christian E. Weißgerber ist ein intelligenter, junger Mann und hat in Jena, Paris und Berlin u. a. auch Philosophie studiert. Er ist als Übersetzer und Bildungsreferent tätig, was sich auch im Schreibstil klar bemerkbar macht. Dadurch entsteht meiner Meinung jedoch die Gefahr, dass die Lektüre für ein jüngeres Publikum zu anspruchsvoll ist. Insgesamt ein gutes Buch zum Thema, jedoch inhaltlich noch ausbaufähig. "Niemand muss ein Nazi sein. Es steht jedem frei, sich zu entscheiden." Es ist stets eine eigene Entscheidung.