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Die Ästhetik des Widerstands

Ausgezeichnet mit dem Deutsche Hörbuchpreis 2008 in der Kategorie. Das Besondere Hörbuch / Regie

Peter Weiss

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Beschreibung

Mehr als acht Jahre schreibt Peter Weiss an seinem Hauptwerk über den kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus. Geschichtliche Trauer und Erinnerungsarbeit und zugleich das Bewegendste, was über Widerstand zu schreiben war. Mit gleichsam filmischen Mitteln montiert Weiss historische Szenen und Fragmente, verbindet Vergangenheit und Gegenwart in Dialogen und reflektierenden Passagen.
Karl Bruckmaier montiert die Rollen des jugendlichen (Robert Stadlober) und des gealterten Peter Weiss (Peter Fricke) als Erzählerstimmen mit den übrigen Figuren und dezenten Soundcollagen zu einem grossen Hörspielkunstwerk.

Peter Weiss erscheint rückblickend als eine zentrale Figur der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Er wurde am 8.11.1916 in Nowawes bei Berlin geboren und verbrachte seine Jugend in Berlin und Bremen. 1934 emigrierte er mit seinen Eltern nach London, von 1936 bis 1938 besuchte er die Kunstakademie in Prag. 1939 siedelte er mit seinen Eltern nach Schweden über, wo er am 10.5.1982 starb. 1982 erhielt er den Georg-Büchner-Preis.

Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen neben der "Ermittlung" (1965) u.a. "Abschied von den Eltern" (1961), "Die Verfolgung und Ermordung des Jean Paul Marat" (1964) sowie die viel beachtete "Ästhetik des Widerstands" (1975).

Robert Stadlober, geboren 1982, ist einer der gefragtesten jungen deutschsprachigen Schauspieler. Er spielte zum Beispiel in „Sonnenallee“, „Crazy“, „Krabat“ und „Jud Süss - Film ohne Gewissen“. Als Hörbuchsprecher liest er u.a. „Die Reifeprüfung“ von Charles Webb.

Peter Fricke, 1940 geboren, erhielt seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Seitdem spielte er an fast allen bekannten Bühnen, u. a. an der Städtischen Bühne der Stadt Frankfurt/Main, dem Kölner Schauspielhaus, dem Residenztheater München, der Berliner Volksbühne sowie dem Schauspielhaus Düsseldorf. Zusätzlich wirkte er in mehr als 120 TV-Produktionen mit und ist in vielen Hörspielen zu hören.

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Robert Stadlober, Peter Fricke, Rüdiger Vogler
Spieldauer 630 Minuten
Erscheinungsdatum 01.03.2007
Verlag Der Hörverlag
Sprache Deutsch, Englisch
EAN 9783867170147

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Wie wäre es, ein solches Hörspiel über die heutige Zeit zu machen?
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 18.02.2016

Ich höre diese 12 CDs im Abstand von 2 oder 3 Jahren immer wieder. Und ich bin jedes Mal verblüfft, wie dieser "sperrige" Textkoloss plötzlich ganz klar und durchsichtig, ganz verständlich wird. Im Moment beschäftigt mich besonders die Frage, wie würde Peter Weiss die politischen Verhältnisse heute darstellen? Welche Kunstwerke ... Ich höre diese 12 CDs im Abstand von 2 oder 3 Jahren immer wieder. Und ich bin jedes Mal verblüfft, wie dieser "sperrige" Textkoloss plötzlich ganz klar und durchsichtig, ganz verständlich wird. Im Moment beschäftigt mich besonders die Frage, wie würde Peter Weiss die politischen Verhältnisse heute darstellen? Welche Kunstwerke wären heute seine Grundlagen zur Reflexion? Welche Bücher würde er jetzt erwähnen? Ich halte dieses Hörspiel für den idealen Einstieg zu dem umfangreichen Roman.

O Herakles. Wie kalt sind deine Wangen...
von Zitronenblau am 25.12.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Walter Jens beschreibt die Ästhetik des Widerstands als "gelungenen Gegen-Entwurf zum Joyceschen Kompendium" und meint, Weiss' Epopöe fordere dessen Ulysses in die Schranken der Poesie. Mit Verlaub, dieser Kommentar ist so haltlos wie der klägliche Vergleich mit Joyce überhaupt. Weiss inthronisiert ein historisches Denkmal für... Walter Jens beschreibt die Ästhetik des Widerstands als "gelungenen Gegen-Entwurf zum Joyceschen Kompendium" und meint, Weiss' Epopöe fordere dessen Ulysses in die Schranken der Poesie. Mit Verlaub, dieser Kommentar ist so haltlos wie der klägliche Vergleich mit Joyce überhaupt. Weiss inthronisiert ein historisches Denkmal für die vor allem marxistische Widerstandsbewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Buch endet mit dem Ende des 2. Weltkriegs. Der Roman ist dabei ganz und gar unpoetisch. Im Grunde lesen wir über fast 1200 Seiten einen mehr aufzeichnungsartigen Text eines namenlosen Ich. Dieses Ich ist so flach wie das Spektrum dieses "Epos" - und dies ist nicht abwertend gemeint, nicht der Horizont dieser Chronik soll in uns eingehen, sondern die Tiefe der antifaschistischen und antikapitalistischen Widerstandsbewegung in einer gewissen Korrelation. Daher ist die Handlung weniger Ich-bezogen. Vielmehr kommt der Erzähler, der natürlich ein Arbeiter ist, aus Deutschland (eig. Tschechoslowakei), schließt sich der Bewegung im spanischen Bürgerkrieg an und zieht weiter nach Schweden, um von dort aus zu operieren. Dabei ist Weiss/der Erzähler erstaunlich nah an der historischen Realität. Die einzelnen geschichtlich wirksamen Personen und Ereignisse (ohne diese an dieser Stelle aufzuzählen) werden genannt und also in die Epopöe gemeißelt. Das Ich fungiert somit auf den ersten Blick als bloßes Sprachrohr, Beschreibender und Berichtender dieser Handlungen, Personen und Ereignisse (Denkmalsetzungsfunktion). Doch ist diese Reduktion des Erzählers nicht symbolisch, sondern programmatisch. Weiss versucht hier einen Entwurf der Ästhetisierung auf einer subtileren Ebene. Das Ich will nicht Revolutionär sein, es will uns nicht überzeugen, es ist rot und macht keinen Hehl um seinen Hass auf das Bürgertum. Das Ich ist aber intellektuell und will schreiben, sich künstlerisch verwirklichen, die Synthese aus "Arbeit und Kunst": "Wir fragten uns, was das wahre in der Kunst sei, und fanden, es müsse das Material sein, das durch die eignen Sinne und Nerven gegangen sei." Die Weisssche Technik hierbei ist das Suchen nach historischen wie fiktiven (künstlerischen, literarischen) Vergleichen (z.B. Kafkas Schloss als Proletarierroman). Dabei fließen diese Reflexionen in den Raum der "realen" Aufzeichnungen des Ich fließend über. Diese Technik bringt in den Roman partiell forminnovative essayistische Elemente ein, drückt inhaltlich natürlich (nicht zuletzt auch durch seine Länge!) den ständigen, ewigen Prozess der Dialektik zwischen Unterdrückung und Widerstand aus. Weiss monumentalisiert also durch Gehalt wie Gestalt: das Buch sublimiert sich SELBST zu einer gattungsbezogenen Form des ästhetischen Widerstands!!! - Das ist brillant! Und doch sind mir die heraklidischen Referenzen zu dünn. In der Mutterdarstellung erkenne ich keine Alkeme. "Trotzdem [...] gebe ich Herakles noch nicht auf." Sein Weg als "Arbeiter" zeigt sich in der Dialektik die sich inhaltlich durch das ständige Nachvorn und Nachhinten, den Wechsel der Operationsorte (Kommunismus ist nationslos) und der vielen Reaktionäre auszeichnet. Der Roman bedeutet Indifferenz, Verharren, ja, am Ende beinahe Niederlage. Und so geht es dem Ich. Seine Entwicklung ist -wenn überhaupt- künstlersich zu begreifen, doch es entwickelt sich praktisch kaum, es speist seine intellektuelle Kraft aus jener Dialektik. Und darüber konstituiert sich wiederum der Titel: Ein kolossaler "Arbeiterroman", aber sicher kein Gegen-Entwurf zum Odysseus...

Ein wahres Meisterwerk
von Alexandra Zander aus Köln am 22.08.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Peter Weiss wohl wichtigstes Werk berichtet mittels ekphrasischer Mittel über leidvolle Lebensgeschichten, die ihr Ende im KZ nahmen. Ein herausragendes und sehr wichtiges Buch, das jeder gelesen haben sollte!


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