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Theorie der digitalen Gesellschaft

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Wir glauben, der Siegeszug der digitalen Technik habe innerhalb weniger Jahre alles revolutioniert: unsere Beziehungen, unsere Arbeit und sogar die Funktionsweise demokratischer Wahlen. In seiner neuen Gesellschaftstheorie dreht der Soziologe Armin Nassehi den Spiess um und zeigt jenseits von Panik und Verharmlosung, dass die Digitalisierung nur eine besonders ausgefeilte technische Lösung für ein Problem ist, das sich in modernen Gesellschaften seit jeher stellt: Wie geht die Gesellschaft, wie gehen Unternehmen, Staaten, Verwaltungen, Strafverfolgungsbehörden, aber auch wir selbst mit unsichtbaren Mustern um?

Schon seit dem 19. Jahrhundert werden in funktional ausdifferenzierten Gesellschaften statistische Mustererkennungstechnologien angewandt, um menschliche Verhaltensweisen zu erkennen, zu regulieren und zu kontrollieren. Oft genug wird die Digitalisierung unserer Lebenswelt heutzutage als Störung erlebt, als Herausforderung und als Infragestellung von gewohnten Routinen. Im vorliegenden Buch unternimmt Armin Nassehi den Versuch, die Digitaltechnik in der Struktur der modernen Gesellschaft selbst zu fundieren. Er entwickelt die These, dass bestimmte gesellschaftliche Regelmässigkeiten, Strukturen und Muster das Material bilden, aus dem die Digitalisierung erst ihr ökonomisches, politisches und wissenschaftliches Kontroll- und Steuerungspotential schöpft. Infolge der Digitalisierung wird die Gesellschaft heute also regelrecht neu entdeckt.
Portrait
Armin Nassehi, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der Ludwig-Maxmilians-Universität München und seit 2012 Herausgeber der Kulturzeitschrift Kursbuch.
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  • Vorwort

    Einleitung

    Wie über Digitalisierung nachdenken?

    Eine techniksoziologische Intuition

    Frühe Technologieschübe

    Original und Kopie

    Produktive Fehlanzeige und Sollbruchstelle

    1 Das Bezugsproblem der Digitalisierung

    Funktionalistische Fragen

    Connecting Data -
    offline

    Was ist das Problem?

    Das Unbehagen an der digitalen Kultur

    Die digitale Entdeckung der «Gesellschaft»

    Empirische Sozialforschung als Mustererkennung

    «Gesellschaft» als Digitalisierungsmaterial

    Der / die / das Cyborg als Überwindung der Gesellschaft?

    2 Der Eigensinn des Digitalen

    Die ungenaue Exaktheit der Welt

    Der Eigensinn der Daten

    Kybernetik und die Rückkopplung von Informationen

    Digitalisierung der Kommunikation

    Dynamik der Geschlossenheit

    Die Selbstreferenz der Datenwelt

    3 Multiple Verdoppelungen der Welt

    Daten als Beobachter

    Verdoppelungen

    Störungen

    Querliegende datenförmige Verdoppelungen

    Die Spur der Spur und diskrete Verdoppelungen

    Spuren, Muster, Netze

    4. Einfalt und Vielfalt

    Medium und Form

    Codierung und Programmierung

    Die digitale Einfachheit der Gesellschaft

    Optionssteigerungen

    Sapere aude im Spiegel der Digitalisierung

    Exkurs Digitaler Stoffwechsel

    5 Funktionierende Technik Die Funktion des Technischen

    Digitale Technik

    Kommunizierende Technik

    Die Funktion des Funktionierens

    Niedrigschwellige Technik

    Dämonisierte Technik

    Unsichtbare Technik und der Turing-Test

    Das Privileg, Fehler zu machen

    6 Lernende Technik Entscheidungen

    Abduktive Maschinen?

    Verteilte Intelligenz?

    Anthropologische und technologische Fragen

    Erlebende und handelnde Maschinen

    Unvollständigkeit, Vorläufigkeit, systemische Paradoxien

    Künstliche, leibliche, unvollständige Intelligenz



    7 Das Internet als Massenmedium
    Sinnüberschussgeschäfte

    Synchronisationsfunktion

    Synchronisation und Sozialisation

    Selektivität, Medialität und Voice im Netz

    Beim Zuschauen zuschauen

    Komplexität und Überhitzung

    Das Netz als Archiv aller möglichen Sätze

    Intelligenz im Modus des Futur 2.0

    8 Gefährdete Privatheit Die Unwahrscheinlichkeit informationeller Selbstbestimmung

    Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?

    Gefährdungen

    Privatheit 1.0

    Privatheit 1.0 als Ergebnis von Big Data?

    Big Data und die Privatheit 2.0

    Privatheit retten?

    9 Debug: Die Wiedergeburt der Soziologie aus dem Geist der Digitalisierung Digitale Dynamik und gesellschaftliche Komplexität

    Eine Chance für die Soziologie

    Anmerkungen

    Sachregister






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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 28.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-74024-4
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 22.1/14.7/3 cm
Gewicht 578 g
Abbildungen mit 2 Abbildungen
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 5331
Buch (gebundene Ausgabe)
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von einer Kundin/einem Kunden am 17.09.2019
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Nassehis Werk ist ein echter Wachrüttler und Augenöffner. Da werden Erinnerumgen an die erste Lektüre von Kahnemans "Schnelles Denken, langsames Denken" wach.