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Lieber Rotwein als tot sein

Roman




Den eigenen Tod inszenieren und dann ab in die Toskana? Zu früh gefreut!


Als sein Chef sich mit grossem Bedauern von ihm verabschiedet, steht für Arthur Ophof fest: So kann es nicht weitergehen. Dreiundzwanzig Jahre im Toilettenpapiervertrieb, im Reihenhaus eines Örtchens nahe Amsterdam, in der Ehe mit seiner lieben, sanften, verständnisvollen Frau Afra – damit ist jetzt Schluss. Und so stirbt Arthur. Natürlich nicht wirklich, vielmehr fädelt er ein, was es für ein plausibles Ableben einzufädeln gilt. Aus Arthur Ophof wird Luigi Molima. Nur hat er die Rechnung ohne Afra gemacht …

»Eine Geschichte voller Herz, die mich mit ihrem selbstironischen Humor, tollen Figuren und wichtigen Themen begeistert hat. Wer hofft, in Würde alt zu werden, findet hier vieles, worüber es sich nachzudenken lohnt.« Graeme Simsion über Hendrik Groens Tagebücher

»Es ist eine Freude, dieses Buch zu lesen, das sich mit Freundschaft und Würde auseinandersetzt – und damit, wie es ist, wenn die Kräfte im Alter langsam nachlassen. ... Eine unterhaltsame und beglückende Geschichte über einen Mann, der nicht mehr und nicht weniger verlangt, als dass man ihm am Ende seiner Tage mit Respekt begegnet.« John Boyne über Hendrik Groens Tagebücher
Portrait
Hendrik Groen erstes fiktives Tagebuch »Eierlikörtage« wurde 2014 in über fünfunddreissig Ländern zu einem grossen Erfolg. In den Niederlanden gründeten sich Hendrik-Groen-Fanclubs, die auch »Tanztee«, sein zweites Tagebuch, zu einem Bestseller machten und beiden Büchern den NS Publieksprijs bescherten. Mit »Lieber Rotwein als tot sein« legt Groen seinen ersten Roman vor.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 01.10.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-05945-9
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 21.1/13.1/3.2 cm
Gewicht 430 g
Originaltitel Leven en laten leven
Übersetzer Wibke Kuhn
Verkaufsrang 1477
Buch (gebundene Ausgabe)
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Ganz knapp an den fünf Sternen vorbeigeschrammt mit den Tücken des gemeinsam glücklich Altwerden
von Elke Seifried aus Gundelfingen am 13.10.2019

Als Afra das Lied »Ein Mann weiß erst, was er verloren hat, wenn sie weg ist.« trällert, weiß sie noch nicht welchen Gedanken sie bei ihrem frustrierten Ehemann Arthur auslöst. »Spiel das doch auf meiner Beerdigung«, […] »Nein, Arthur, auf meiner Beerdigung. Deine erlebst du schließlich nicht selbst mit.« »Leider nicht.« Das war... Als Afra das Lied »Ein Mann weiß erst, was er verloren hat, wenn sie weg ist.« trällert, weiß sie noch nicht welchen Gedanken sie bei ihrem frustrierten Ehemann Arthur auslöst. »Spiel das doch auf meiner Beerdigung«, […] »Nein, Arthur, auf meiner Beerdigung. Deine erlebst du schließlich nicht selbst mit.« »Leider nicht.« Das war der entscheidende Moment. Der Moment, in dem ich dachte: Warum eigentlich nicht? Der Moment, in dem ich zum ersten Mal dachte: Wäre das nicht eine gute Idee“ Denn genau eine solche zu planen ist nun angesagt. „Trostlose Ehe, großartige Schwiegermutter verstorben, Job losgeworden“, dreiundzwanzig Jahre im Toilettenpapiervertrieb, fast ebenso lange eher unglücklich im selben Reihenhaus eines Örtchens nahe Amsterdam, damit ist jetzt Schluss. So tun wie wenn und sich dann einen schönen Lebensabend irgendwo im Süden machen, die ultimativ gute Idee. Als Leser lernt man Arthur Ophof kennen, erfährt von seinem Frust. Anfangs auch noch bei der Arbeit, begleitet man ihn mit seinen Freunden zum Freitagsgolf und muss dann die Kündigung und auch den Tod der geliebten Schwiegermutter mit ihm durchstehen. Gleichzeitig bekommt man eine gute Vorstellung davon, wie sehr er und seine Ehefrau sich auseinandergelebt haben und ganz klar gilt es auch das Ableben, die Beerdigung und vor allem auch die Zeit danach gründlich zu planen und vorzubereiten. Der Äußerst kurzweilige Sprachstil des Autors macht wirklich Spaß und man darf hier teilweise Tränen lachen. Immer wieder bitterböse Kommentare, „Einen Herzanfall wünscht man keinem, aber wenn denn unbedingt einer verteilt werden soll, dann ist mein Schwiegervater Piet schon ein prima Kandidat.“, ab und an auch etwas makaber, „Ich will auch absolut nicht unter oder über jemandem begraben werden. Ich weiß, dass das Unsinn ist, aber ich finde den Gedanken einfach nicht schön. So ein Sarg über einem fängt vielleicht doch mal ein bisschen an zu lecken. Ich will ein eigenes Grab, auch wenn das teurer ist.“ und auch so mancher schräge Gedanke „Seit ich mir vorgenommen habe, meine eigene Beerdigung zu organisieren, sehe ich Trauerfeiern mit anderen Augen. Sogar dieses Begräbnis eines toten Meerschweinchens rührte mich. Irgendwie wäre es schön, wenn ich auch einen Gartenzwerg mit Schubkarre auf meinem Grab hätte. Einen mannshohen Gartenzwerg.“, garantieren hier jede Menge Lesevergnügen. „Ich beschäftige mich zu viel mit Kremierungen und Beerdigungen.“, das trifft das Jahr der Vorbereitungen das sich dem Entschluss anschließt, mehr als perfekt. Vieles fand ich wirklich interessant. So wusste ich z.B. nicht, dass beim Verbrennen große Knochen übrigbleiben und es gilt, „Die würden ja in der Urne herumklötern, weswegen die Reste in die Knochenmühle müssen, wo sie zu schöner feiner Asche vermahlen werden.“ Allerdings ist mir das dann irgendwann fast ein wenig viel der zur Vorbereitung angeschauten Reportagen und Museumsbesuche geworden. „ Immer wieder kommen mir neue Ideen. Man könnte nach der Beerdigung Tassen, Käppis und T-Shirts mit dem Porträt des Verstorbenen verkaufen, um ein bisschen von den Kosten reinzuholen. Und Stofftaschentücher. Aber die müsste man wohl erst einmal waschen, denn sonst saugen sie ja die Tränen nicht auf. ….“, Arthur kommt schon auf so manchen schrägen Gedanken. Klar alle witzig, pointiert formuliert, für sich genommen zum Lachen und Schmunzeln, aber in der Mitte der Geschichte hat sich bei mir irgendwann eine kleine Länge eingestellt, da hatte es den Reiz des Neuen ein wenig verloren, außerdem wollte ich endlich wissen, was aus seinem Plan und seiner Ehe mit Afra werden wird. Richtig ans Buch gefesselt habe ich dann erst wieder weitergelesen, als es gegen Ende darauf hin zuging. Aber ich habe stets gerne gelesen, denn ganz oft hat der Autor mir nicht nur Lachtränen beschert, sondern konnte mich auch tief berühren. Haben mir doch Sätze wie „Nur bei einer Gelegenheit kuschelt er sich an mich, wenn er ins Bett kommt. Nämlich wenn er kalte Hände hat. Später habe ich noch mal über den Hund nachgedacht. Es würde wirklich keinen großen Unterschied machen, wenn ich Arthur gegen einen Hund eintauschen würde. Einen Labrador oder einen Stabij zum Beispiel.“ oder auch „Die Zeit hat ganz schön große Löcher in den Mantel unserer Liebe gefressen. Wir ignorieren einander im Allgemeinen, bis irgendwann die Grenze der Gereiztheit überschritten ist. Dann werden wir sarkastisch….“, einen regelrechten Stich im Herzen versetzt. Wenn ich ehrlich sein muss, habe ich auch immer ein wenig gehofft, dass sich bei den ganzen Vorbereitungen vielleicht doch so etwas wie wiederentdeckte Liebe einstellt, denn ganz egal sind sich die beiden nicht, das wird deutlich spürbar. Arthurs Plan ist schräg ganz klar, aber irgendwie mochte ich ihn und konnte ihn kein bisschen für seinen ja teils fiesen Plan, der Afra so hintergeht, hassen oder gar richtig verurteilen. Ich habe eher mit ihm und seiner Frau unter dem frustrierten Zusammenleben gelitten. Beide sind wirklich toll dargestellt und mir hat äußerst gut gefallen, dass auch Afra in zwischengeschobenen Kapiteln immer wieder zu Wort kommen darf und ihre Perspektive deutlich machen kann. Sie ist nicht blind und weiß sehr gut, was ihr Arthur so treibt, wenn auch hier nicht genau was hinter seinem seltsam, nachgiebigen Verhalten steckt. Joost und Wouter, die beiden eingeweihten Golffreunde sind raffinierter und sicher auch durchtriebener als Arthur selbst, ohne deren tatkräftige Unterstützung wäre es sicher beim Planen und Träumen geblieben. Lehrer Stijn der Golferfreunde wird nicht eingeweiht. Sicher auch besser so, denn er ist ein empfindlicheres Pflänzchen, das einiges einstecken muss und ein gutes Gegengewicht zu den anderen beiden bildet. Besonders amüsiert habe ich mich auch über Maskenbildner Toon, der Arthur für sein weiteres Leben Pferdeschwanz und Warze verpassen will und Bestatter Hummel, der sichtlich die Hosen voll hat, zu blöd nur, dass Joost ihn so im Griff hat. Alles in allem eine witzige Geschichte, die mit vielen berührenden Momenten vom Alt werden und von der Suche nach dem Glück im Leben erzählt und bei mir ganz knapp an fünf Sternen vorbeischrammt. Aber sehr gute vier sind mehr als verdient und eine Leseempfehlung ist der Roman auf jeden Fall wert.

Leben und Leben lassen
von einer Kundin/einem Kunden am 07.10.2019

Ein typischer Hendrik Groen - Schonungslos offen, eine herzerfrischend andere Denkweise, eine Portion Selbstironie, einfallsreich, ein kurzweilig schwarz-humoriges Lesevergnügen. Arthur Ophof‘s Leben verläuft alles andere als rund: Seine langjährige Ehe trostlos, dann die Kündigung vom ungeliebten Job, da muss etwas geschehen. ... Ein typischer Hendrik Groen - Schonungslos offen, eine herzerfrischend andere Denkweise, eine Portion Selbstironie, einfallsreich, ein kurzweilig schwarz-humoriges Lesevergnügen. Arthur Ophof‘s Leben verläuft alles andere als rund: Seine langjährige Ehe trostlos, dann die Kündigung vom ungeliebten Job, da muss etwas geschehen. Also warum nicht gemeinsam mit den besten Freunden den eigenen Tod inszenieren und dann ab in die Toskana? Zu früh gefreut! Bei der minutiösen Planung der eigenen Beerdigung unterläuft ihm ein folgenschwerer Fehler.