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Hawaii

Roman

Cihan Acar

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Beschreibung

Cihan Acars brisantes Debüt über Heimatlosigkeit und Toleranz in unserer zerrissenen Gesellschaft ist „ein rauschhafter Trip durch Heilbronn, der den Leser sofort in seinen Bann zieht.“ Benedict Wells

Es sind die heissesten Tage im Jahr, Hundstage, die, so glauben manche, schweres Unheil bringen. Kemal Arslan läuft durch Heilbronn, ein Fussballstar, der nach einem Unfall seine Karriere beenden und von vorn anfangen muss. Unbeteiligt steht er auf einer türkischen Hochzeit herum, geht in ein Striplokal und ins Wettbüro, gerät mitten hinein in eine Strassenschlacht zwischen Rechten und Migranten, trifft seine Exfreundin Sina und besucht seine Eltern, die, wie die meisten Türken der Stadt, in Hawaii wohnen, einem Problembezirk mit heruntergekommenen Hochhäusern und rauem Strassenleben, der rein gar nichts mit dem Urlaubsparadies gemeinsam hat. Cihan Acar erzählt von zwei Tagen und drei Nächten eines jungen Mannes, in denen er alle Stadien von Illusion, Sehnsucht und Einsamkeit durchquert. Ein Buch über all die Heimatlosen, Nachtgestalten und Romantiker, die im Dazwischen leben.

Cihan Acar, geboren 1986, studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg und lebt in Heilbronn. Zuletzt erschienen von ihm Bücher über Hip-Hop und über den Istanbuler Fussballclub Galatasaray.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 17.02.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-26586-8
Verlag Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Maße (L/B/H) 20.8/13.2/3 cm
Gewicht 367 g
Auflage 3
Verkaufsrang 4599

Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
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Das Problemviertel Hawaii in Heilbronn
von einer Kundin/einem Kunden aus Kyritz am 14.04.2020
Bewertet: eBook (ePUB)

Kemal ist ein junger Deutschtürke in den besten Jahren. Er lebt in einem Viertel in Heilbronn, das von den Einheimischen Hawaii genannt wird. Er hat einen mächtigen Nackenschlag kassiert, denn er war auf den besten Weg ein Fussballprofi zu werden, ja währe da nicht dieser Unfall gewesen, der nicht nur seine Kariere und damit sei... Kemal ist ein junger Deutschtürke in den besten Jahren. Er lebt in einem Viertel in Heilbronn, das von den Einheimischen Hawaii genannt wird. Er hat einen mächtigen Nackenschlag kassiert, denn er war auf den besten Weg ein Fussballprofi zu werden, ja währe da nicht dieser Unfall gewesen, der nicht nur seine Kariere und damit seine Träume sondern auch seinen Fuß kaputt gemacht hat. Nun sitzt er in eben jenen heruntergekommenen, tristen Viertel fest. Das Geld ist ihm gerade ausgegangen, ohne Job und seine alten Freunde aus besseren Zeiten in besseren Wohngegenden haben ihn schon fast vergessen. Sein Vater besorgt ihm einen Job bei einem zwielichtigen Geschäftsmann. Der Hacken daran, sein Vater zahlt eben jenen zwielichtigen Geschäftsmann eine nicht unerhebliche Summe, das der Sohnemann überhaupt dort arbeiten kann. Zu allem Überfluss brechen die Temperaturen mal wieder sämtliche Rekorde und promt gehen sich eine Bürgerwehr und eine rechtsradikale Vereinigung auf einander los. Stürzen Heilbronn ins Chaos und Kemal mitten drin. Dabei will er weder mit den einen noch mit den anderen was zu tun haben. Fast orientierungslos irrt er durch die Straßen und trifft eine Entscheidung. Der Autor schafft es zwar den Leser mit flüssigen Schreibstil und den einen oder andern Witz bzw. komische Einlage zu fesseln. Jedoch reicht ein Witz eben nicht aus, um den Leser dauerhaft an ein Buch zu binden. Die Handlung ist auf wenige Tage beschränkt, in der der Leser Kemal durch sein Leben und seine Stadt begleitet. Man lernt ihn durch etliche Rückblenden und auch durch aktuellen Geschehen und Verhalten kennen. Der Autor bedient wirklich jedes Klischee von trister krimineller Wohngegend, über kriminelle Geschäftsmänner, Bürgerwehren, Rechtsradikale und der Zwickmühle in der sich so manche Deutschtürken befinden. Beschreiten sie einen ehrlichen Weg oder begeben sie sich in das kriminelle Milieu. Die Figuren sind zwar gut beschrieben, jedoch wachsen sie einen nicht wirklich ans Herz. Zumal man nur sieht wie sich die Hauptfigur treiben lässt ja regelrecht rumeiern und nicht wirklich ein Ziel vor Augen hat. Selbst die Chance einen Schulabschlusses auf das Abi hat er einfach sausen lassen, weil er älter war als alle anderen in der Gruppe. Und dann am Ende zieht der Autor sich ganz einfach raus indem er die Figur auf eine Reise schickt. Und was ist danach? Er kehrt womöglich in dieses Viertel zurück und steht wie auch am Beginn des Buches vor den gleichen Problemen. Mir fehlt hier einfach eine dauerhafte Entwickelung. Er will sich offensichtlich aus dem kriminellen Milieu heraushalten, aber hat damit seine liebe Not. Dabei gibt es garantiert auch in dieser Stadt einen Weg einen rechtstreuen Weg zu gehen. Fazit: Eine Milieustudie über ein Problemviertel mit allen ihren Schattenseiten. Zeitweise ist es wirklich unterhaltsam. Nur dreht sich irgendwie alles im Kreis und eine wirkliche Entwicklung des Protagonisten, der dann das Weite sucht findet kaum statt. Eigentlich schade man hätte mehr aus diesem Buch machen können. Denn auch in Problemvierteln gibt es auch immer positive Geschichten. Insgesamt also recht einseitig und klischeehaft erzählt. Ein Witz kann nun mal nicht eine ganze Geschichte tragen.

Beeindruckendes Debüt übers Scheitern, über Migration und über die Suche nach einem Platz im Leben
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 12.04.2020

Dieses Buch spielt nicht auf den Hawaii-Inseln im Pazifik. Sondern in Heilbronn und in der dortigen Siedlung Hawaii. Und diese Siedlung hat so gar nichts mit dem Inselparadies in der Südsee zu tun. Heilbronn scheint ziemlich hässlich zu sein - und die Siedlung Hawaii erst recht. Dort wohnen die Menschen am Rand der Gesellschaft,... Dieses Buch spielt nicht auf den Hawaii-Inseln im Pazifik. Sondern in Heilbronn und in der dortigen Siedlung Hawaii. Und diese Siedlung hat so gar nichts mit dem Inselparadies in der Südsee zu tun. Heilbronn scheint ziemlich hässlich zu sein - und die Siedlung Hawaii erst recht. Dort wohnen die Menschen am Rand der Gesellschaft, die Migranten, Arbeitslosen, HartzIV-Empfänger. Dort ist auch Kemal Arslan irgendwann mit seinen Eltern gelandet. Aber er hat es geschafft, dort raus zu kommen. Er ist Fußballprofi geworden, bei einem berühmten Club in der Türkei. Aber durch einen blöden, selbstverschuldeten Unfall war seine Karriere schnell zu Ende. Jetzt hängt Kemal in Heilbronn rum, sein Geld geht zur Neige, seinen kaputten Jaguar will er trotzdem nicht verkaufen. Seine Eltern machen sich Sorgen, sie hätten es eh lieber gesehen, er hätte Abitur gemacht statt die Schule vor dem Abitur wegen einer Profikarriere zu beenden. Und seine große Liebe Sina, eine Tochter aus begütertem Haus, hat Kemal auch verloren. Auch aufgrund eines blöden Fehlers. Und Kemal wird im Laufe der Handlung, die nur einige Tage umfasst, noch viele blöde Fehler machen. Geld verspielen, Streit anfangen, sich verzetteln..... aber er wird auch gute Freunde treffen. Und eine Entscheidung über sein weiteres Leben treffen. Zwischendurch wollte ich als Leserin Kemal am liebsten kräftig schütteln. Zu dumm stellt er sich manchmal an. Obwohl er eigentlich intelligent ist und Dinge schon durchschauen kann. Aber er macht nichts draus. Andererseits ist Kemal erst 21. Und sein großer Traum ist schon geplatzt. Er fühlt sich nicht nur am Ende seiner Karriere (was er ist) sondern auch am Ende seines Lebens (was nicht stimmt). Natürlich fehlt Kemal noch Lebenserfahrung. Und er verweigert sich den liebevoll gemeinten Ratschlägen seiner Eltern. Und er merkt zwar irgendwie, dass manche Werte von manchen seiner Freunde nicht so ganz das Richtige sind - aber so richtig entscheiden tut er sich nicht. Es kommen viele (vermeintliche) Klischees über Deutsch-Türken zur Sprache (Ehre, Protzen mit teuren Uhren und teuren Autos), die aber anscheinend recht authentisch sind. Aber andererseits kann ich das als Deutsche eben auch nicht nachvollziehen. Ich bin mit ganz anderen Werten aufgewachsen - teure Uhren und Ehre gehörten nicht dazu. Auch deshalb war das Buch für mich eine Entdeckung und Bereicherung. Folgender Abschnitt hat mich sehr beeindruckt, es geht dort um die Heimatlosigkeit, die Migranten erleben, auch wenn sie in die vermeintliche Heimat, nämlich das Land ihrer Vorfahren zurückgehen: "Wir sind hier aufgewachsen, wir denken und leben ganz anders, als die Leute dort, das kann man gar nicht vergleichen. Ich lieb die Türkei über alles, aber ich könnte es dort keine drei Monate aushalten. Du verabredest dich mit einem, und er sagt zu dir: Ich bin dann so um halb da (...). Dann taucht er zwei Stunden zu spät auf und tut so, als wär das ganz normal. Daran kann man sich nicht gewöhnen, wenn man hier geboren ist (...)." (S. 181. Ich denke, Kemal wird eine Weile nach einem Platz im Leben suchen müssen - aber er wird es schaffen. Das Buch vermittelt neben einer teilweise düsteren Bestandsaufnahme der Gegenwart für mich auch Hoffnung.

ein Streifzug durch Heilbronn
von einer Kundin/einem Kunden aus Neckarsulm am 12.04.2020

Kemal Arslan, ein junger Mann, der nach einem Unfall seine Fußballkarriere an den Nagel hängen musste und wieder zurück nach Heilbronn gekommen ist, nimmt uns mit auf einen Streifzug durch Heilbronn und dessen Bezirk Hawaii. Unbeteiligt steht er auf einer türkischen Hochzeit herum, geht in ein Striplokal und ins Wettbüro,... Kemal Arslan, ein junger Mann, der nach einem Unfall seine Fußballkarriere an den Nagel hängen musste und wieder zurück nach Heilbronn gekommen ist, nimmt uns mit auf einen Streifzug durch Heilbronn und dessen Bezirk Hawaii. Unbeteiligt steht er auf einer türkischen Hochzeit herum, geht in ein Striplokal und ins Wettbüro, gerät mitten hinein in eine Straßenschlacht zwischen Rechten und Migranten, trifft seine Exfreundin Sina und besucht seine Eltern, die, wie die meisten Türken der Stadt, in Hawaii wohnen, einem Problembezirk mit heruntergekommenen Hochhäusern und rauem Straßenleben, der rein gar nichts mit dem Urlaubsparadies gemeinsam hat. Da ich im Landkreis Heilbronn lebe und aufgewachsen bin, war von vorne herein klar, das ich das Buch auf alle Fälle lesen werde. Für mich war es wirklich interessant und teilweise auch bedrückend zu lesen, wie Kemal das Leben in Heilbronn erlebt. Jedem Heilbronner ist das Hawaii bekannt, doch lernt man es durch das Buch nochmals von einer anderen Seite kennen. Dem Autor ist es gelungen, einen einfachen Streifzug durch seine Stadt mit soviel Spannung zu versehen, das man das Buch nicht aus der Hand legen kann und möchte. Nun weiß ich endlich auch mal, wie es in der Bierhölle von innen ausssieht ;-) Mit seinem Schreibstil schaffte er es, die Stimmung von Kemal perfekt einzufangen. Man spürt die Einsamkeit, Sehnsucht und Ungewissheit. Für mich ist das Buch eine Bereicherung, da ich nun auch mal Heilbronn von einer anderen Seite kennen lernen durfte. Auf alle Fälle sollte jeder, der in und um Heilbronn lebt, das Buch lesen!


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