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Jakob der Lügner

Roman. Nachw. v. Louis Begley

Die Rote Armee ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt, das hat Jakob Heym zufällig erfahren. Und er erzählt es den anderen, die mit ihm eingeschlossen sind im Ghetto einer polnischen Stadt und schon fast alle Hoffnung verloren haben. Und damit die anderen ihm auch glauben, behauptet Jakob, er habe ein Radio. Nun kommen alle zu ihm, um nach Neuigkeiten zu fragen, die Mut machen, weiter auszuhalten in einer Welt, in der die Deutschen die Vernichtung der Juden betreiben. So wird aus ihm Jakob der Lügner, er lügt, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben und damit die Kraft zu widerstehen.

Jakob der Lügner erschien erstmals 1969. Jurek Beckers ausserordentlicher Debütroman wurde inzwischen in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und gehört zum Kanon der deutschen Literatur, ja der Weltliteratur. Louis Begley, der wie Jurek Becker als jüdisches Kind im von Deutschen besetzten Polen überlebte, hat für diese Neuausgabe ein Nachwort verfasst.
Portrait
Becker, Jurek
Jurek Becker wurde am 30. September 1937 in Lodz/Polen geboren und starb am 14. März 1997 in Sieseby/Schleswig-Holstein. Von 1939 bis 1945 wuchs Becker im Ghetto in Lodz auf und wurde später in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen inhaftiert. 1945 siedelte er in den Ostteil Berlins über, wo er von 1957 bis 1960 Philosophie an der Humboldt-Universität studierte. 1960 wurde Becker aus politischen Gründen vom Studium ausgeschlossen und ging an die Filmhochschule Babelsberg. Becker ist Autor zahlreicher Drehbücher. 1969 wurde sein erster Roman veröffentlicht - Jakob der Lügner wurde weltbekannt. Jurek Beckers Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold und dem Bundesverdienstkreuz.

Begley, Louis
Louis Begley, 1933 in Polen geboren, arbeitete bis 2004 als Anwalt in New York. Als Schriftsteller wurde er mit seinem Roman Lügen in Zeiten des Krieges weltweit bekannt. Seine Bücher wurden in 18 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Auf Deutsch erschienen zuletzt Schmidts Einsicht (2013), Erinnerungen an eine Ehe (2013) und Zeig dich, Mörder (2015).

Krüger, Christa
Christa Krüger übersetzte u.a. Werke von Louis Begley, Penelope Fitzgerald und Richard Rorty. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 301
Erscheinungsdatum 17.09.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-41944-1
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 20.9/13.2/2.7 cm
Gewicht 406 g
Originaltitel (c) Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main. (c) des Nachworts: 2007 by Louis Begley
Auflage 1
Übersetzer Christa Krüger
Verkaufsrang 13564
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
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Es lebe Jakob!
von einer Kundin/einem Kunden am 05.06.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Jurek Beckers Roman ist ein Klassiker, ein Gleichnis über die Beschaffenheit menschlicher Natur und zugleich ein Zeugnis grausamer Zeitgeschichte. Zu lügen um zu retten, Hoffnung zu geben in einer hoffnungslosen Situation. Das Buch zeigt, wie wertvoll Leben ist, wie wichtig das "Jetzt-Leben" ist, dass Leben in diesem Moment pass... Jurek Beckers Roman ist ein Klassiker, ein Gleichnis über die Beschaffenheit menschlicher Natur und zugleich ein Zeugnis grausamer Zeitgeschichte. Zu lügen um zu retten, Hoffnung zu geben in einer hoffnungslosen Situation. Das Buch zeigt, wie wertvoll Leben ist, wie wichtig das "Jetzt-Leben" ist, dass Leben in diesem Moment passiert und Zukunft immer ungewiss bleibt. Und dass es großartig ist, das Leben!

Jakob der Lügner
von einer Kundin/einem Kunden aus Meine am 27.01.2015
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Lt. meinem Sohn ist das Buch prima. Er brauchte es für die Schule, 10. Klasse, Realschule. Es war genau das Richtige. Aufsatz gut gelungen :-)

Die Lüge als Geschenk
von Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 20.04.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Puh, was für ein Buch. Mit einer beiläufigen, klaren und oft sehr humorvollen Sprache schildert Becker den hoffnungslosen und dramatischen Alltag der Bewohner eines Ghettos unter dem menschenverachtenden Naziregime, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben. Stattdessen verpackt er seine Kritik an der damaligen Zeit in der... Puh, was für ein Buch. Mit einer beiläufigen, klaren und oft sehr humorvollen Sprache schildert Becker den hoffnungslosen und dramatischen Alltag der Bewohner eines Ghettos unter dem menschenverachtenden Naziregime, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben. Stattdessen verpackt er seine Kritik an der damaligen Zeit in der Geschichte selbst. Aufgrund des auktorialen Erzählers, der selbst im Ghetto lebt und die Grausamkeiten und Probleme durch seine Erzählweise (das Dokumentarische wird mit dem Erfundenen vermischt und durch Rückblicke unterbrochen) auflockert, wirkt der Plot von Beginn an authentisch, wird er vor unseren Augen lebendig. Während andere thematisch ähnliche Romane den Leser durch das deprimierende Leid und die Schuldzuweisungen erdrückt, liest sich„ Jakob, der Lügner“ trotz eben dieses historischen Hintergrunds seltsam erfrischend, wenngleich die liebevolle Beleuchtung der Figuren dazu führt, dass man sich des drohenden Unheils stets bewusst ist. Unmöglich, das Buch einfach an die Seite zu legen, ohne sich Gedanken zu machen. Unmöglich, trotz des immer wieder aufkeimenden Glücks nicht todtraurig und den Tränen nahe zu sein. Beckers Erstlings hinterlässt tiefe Spuren beim Leser, da man sich unwillkürlich direkt angesprochen und sich zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte gezwungen fühlt. Die heimliche Hochzeit von Mischa und Rosa, die Mütze Herschels, welche er nie absetzt oder die kleine Lina unter dem Dachboden. Gerade die kleinen Episoden, die das Geschehen immer wieder aus einem anderen Blickwinkel zeigen, füllen dieses gerade mal 283 Seiten lange Buch mit soviel Leben. „Jakob, der Lügner“ ist nicht die Anklage der Täter. Die Tragik des Romans liegt nicht in der Aufzählung von den Verbrechen an den Juden. Ghettoaufseher und Gestapopolizisten sind bis auf wenige Ausnahmen nur namenlose Vertreter des Antisemitismus, welche nur beiläufig erwähnt werden. Nein, es sind diese anrührenden Momente der aufflackernden Hoffnung, welche Jakob entfacht, die zu Herzen gehen. Becker entlässt den Leser am Ende, wie angesichts der Geschichte nicht anders zu erwarten, ernüchtert und nachdenklich, aber auch mit der Erkenntnis, dass menschliche Freuden selbst unter den schlimmsten Umständen möglich sind. Ein Buch der leisen und bescheidenen Töne, dem jeglicher Hass gänzlich fehlt und das trotz düsterer Dramaturgie, die verschmitzte Heiterkeit des osteuropäischen Witzes einfängt. Ein literarisches Ereignis und ein Klassiker, der einfach in jedes gut sortierte heimische Bücherregal gehört, aber auch ein Buch, für das man reif genug und bereit sein muss. Eins ist in jeden Fall klar: Vergessen wird man "Jakob, den Lügner", wohl nie. Und vielleicht war eben das Beckers Absicht.