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Kriminalroman

Hideo Yokoyama

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Beschreibung

Der 49-jährige Sochiro Kaji geniesst als vorbildlicher Polizist einen tadellosen Ruf – bis er sich eines Tages vor seine Kollegen stellt und berichtet, seine Frau getötet zu haben. Im anschliessenden Verhör gibt er an, dass seine Frau an Alzheimer erkrankt war und ihn gebeten habe, ihr Leben zu beenden. Der Fall scheint aufgeklärt, doch Kriminalkommissar Kazumasa Shiki findet keine Ruhe. Als er auf eigene Faust weiterermittelt, stösst er in der Wohnung von Sochiro auf eine geheimnisvolle Kalligrafie mit dem Text: »50 Jahre – ein Leben«. In Shiki keimt der Verdacht, dass Sochiro sich mit fünfzig das Leben nehmen wollte. Shiki beschliesst, das Rätsel um jeden Preis zu lösen – und taucht immer tiefer ein in die dunkle Geschichte eines Ehepaares, für das der Tod keine Sache des Zufalls war.

Hideo Yokoyama, geboren 1957 in Tokio, arbeitete als investigativer Journalist und gilt als der japanische Stieg Larsson. Er veröffentlichte mehrere Romane und Kurzgeschichten-Bände, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden und regelmässig die japanischen Bestsellerlisten anführten. In Deutschland wurde er mit dem Kriminalroman ›64‹ (Atrium, 2018) bekannt, der ein Sensationserfolg wurde und den Deutschen Krimipreis 2019 gewann. Zuletzt erschien
der Erzählungsband ›2‹ (Atrium, 2019).

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 22.05.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-85535-097-1
Verlag Atrium Verlag AG
Maße (L/B/H) 22.1/14.1/3.2 cm
Gewicht 555 g
Übersetzer Nora Bartels
Verkaufsrang 1910

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Seppuku
von einer Kundin/einem Kunden am 18.06.2020

Seppuku ist der japanische Begriff für den ritualisierten männlichen Suizid. Auf diese Weise kann der Mann, der durch Pflichtverletzung Schande über Familie oder Arbeit gebracht hat, deren Ehre wiederherstellen. In Hideo Yokoyamas neuem Roman geht es um einen Polizisten, der seine schwer an Alzheimer erkrankte Frau auf ihr Verla... Seppuku ist der japanische Begriff für den ritualisierten männlichen Suizid. Auf diese Weise kann der Mann, der durch Pflichtverletzung Schande über Familie oder Arbeit gebracht hat, deren Ehre wiederherstellen. In Hideo Yokoyamas neuem Roman geht es um einen Polizisten, der seine schwer an Alzheimer erkrankte Frau auf ihr Verlangen hin erwürgt hat – sich jedoch nicht das Leben nahm, um seiner Familie und der Polizei die „Schande“ zu ersparen. Leben will er noch genau ein Jahr, bis er 50 ist, um dann erst den Seppuku zu begehen, doch warum? In jedem der sechs Kapitel wird der erzählerische Staffelstab an einen anderen Beteiligten übergeben: Vom ermittelnden Kriminalbeamten zum Staatsanwalt, einem Journalisten zum Strafverteidiger und von diesem an einen Richter sowie bis abschließend hin zum Gefängnisaufseher. Jeder dieser sechs Männer blickt auf die Tat von Sōichirō Kaji und setzt sich damit auseinander, welches das gerechte Urteil für ihn wäre und wie sie selbst in ihren Leben mit den Fragen von Ehre, Schande und den von der Gesellschaft und ihrer Umwelt an sie gestellten Erwartungen konfrontiert waren. Das besondere Talent des japanischen Ausnahmeautors besteht darin, Spannungsromane zu verfassen, die auf der Oberfläche Krimis sein mögen, sich aber in ihrem Kern mit dem Wesen des Gesellschafts- und Wertesystems beschäftigen und ein vielschichtiges Psychogramm der Beziehungen innerhalb des Polizeiapparates einer japanischen Präfektur zeichnen. Fragen nach Recht und Unrecht, familiärer und beruflicher Verantwortung lassen keine einfachen Schwarz-Weiß-Antworten zu und seine Protagonisten finden sich nicht selten in moralischen Konflikten, bei denen sie auf keinem Weg gut aussteigen können. Darf und kann man das Leben seiner Frau beenden, wenn sie auf Grund ihrer Erkrankung die Kontrolle über ihre Erinnerungen, ihren Geist und damit ihr Leben zusehends verliert und sich wünscht, nicht so weiterleben zu müssen? Darf und kann ein hoch angesehener Polizeibeamter sich über das geschriebene Gesetz und seine Rolle als gesellschaftliches Vorbild hinwegsetzen, um seinen privaten Vorstellungen zu entsprechen? Antworten auf diese und weitere Fragen werden im Verlauf der sechs Kapitel dieses Buchs in verschiedenen Formen den LeserInnen angeboten und gerade eigene Auseinandersetzung damit vor dem Hintergrund des japanischen Wertekonzepts machen diesen Roman zu einer außergewöhnlichen Lektüre.

von einer Kundin/einem Kunden am 13.06.2020
Bewertet: anderes Format

Einen eindrucksvoller und seltener Einblick in das japanische Justizsystem! Der Mordfall scheint klar, aber 2 Tage nach dem Mord bleiben im Dunkeln. Nach " 64" ein weiterer spannender Kriminalroman aus Japan, wo alles so anders ist...

Was einen antreibt...
von einer Kundin/einem Kunden am 12.06.2020

Dadurch, das alle Beteiligten Personen den Mörder seiner an Alzheimer erkrankten Frau, Sochiro Kaji, für einen sympathischen Menschen halten versucht sich der Leser von Beginn an mit ihm zu identifizieren. Was hätte ich an seiner Statt getan ist eine der Fragen die man sich unbewußt stellt. Vom Verhörspezialisten Shiki über Staa... Dadurch, das alle Beteiligten Personen den Mörder seiner an Alzheimer erkrankten Frau, Sochiro Kaji, für einen sympathischen Menschen halten versucht sich der Leser von Beginn an mit ihm zu identifizieren. Was hätte ich an seiner Statt getan ist eine der Fragen die man sich unbewußt stellt. Vom Verhörspezialisten Shiki über Staatsanwalt Sase bis hin zum Gefängniswärter Koga haben alle ein intuitives Verständnis für die Tat sind aber gleichzeitig im Sumpf ihrer jeweiligen Behörde fest verstrickt. Alle stehen vor der Frage was Vorrang hat: Moral, Gesetz oder der Apperat der entsprechenden Behörde. Dabei greift Yokoyama die Alzheimer Erkrankung, das Älterwerden der japanischen Gesellschaft und Selbstmord immer wieder auf. Wie schon "64" für mich eines der faszinierendsten Bücher der letzten Jahre!


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