Der Fall Alice im Wunderland

Kriminalroman

Guillermo Martínez

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Beschreibung


Die ehrwürdige Oxforder Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur: Aus dem Tagebuch des weltberühmten Schöpfers von Alice im Wunderland ist eine bis dato verschollene Seite aufgetaucht, die Brisantes offenbart. Doch bevor die Bruderschaft den Fund veröffentlichen kann, geschehen mehrere Morde, die durch das literarische Universum von Lewis Carroll inspiriert zu sein scheinen. Auch in ihrem zweiten Fall müssen Logik-Professor Arthur Seldom und sein junger argentinischer Mathematik-Doktorand scharf kombinieren, um den rätselhaften Fall zu lösen.


Guillermo Martínez, geboren 1962 in Bahía Blanca, ist promovierter Mathematiker und verbrachte zwei Jahre seiner Doktorandenzeit an der Universität Oxford. Für seinen weltweiten Erfolgsroman Die Oxford-Morde erhielt er den Premio Planeta; dessen Nachfolgeband Der Fall Alice im Wunderland wurde mit dem angesehenen Nadal-Literaturpreis ausgezeichnet. Guillermo Martínez lebt in Buenos Aires.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 320
Altersempfehlung 16 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 29.05.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8479-0046-7
Verlag Eichborn
Maße (L/B/H) 21.6/13.7/3.2 cm
Gewicht 402 g
Originaltitel Los Crímenes de Alicia
Auflage 4. Auflage 2020
Übersetzer Angelica Ammar

Kundenbewertungen

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Ausgetüftelter Kriminalroman rund um das Leben des Lewis Carroll
von Cornelia aus Garbsen am 28.02.2021
Bewertet: Medium: Hörbuch-Download

Der Fall Alice im Wunderland handelt von einer auf Tatsachen beruhenden Geschichte mit einer fiktiven Bruderschaft und fiktiven Personen. Guillermo Martinez hat hier die Tatsache, dass 1994 eine zuvor verschollene Seite aus den Notizen von Lewis Carroll auftauchte zum Anlass der Geschichte genommen und - angelehnt an seine Perso... Der Fall Alice im Wunderland handelt von einer auf Tatsachen beruhenden Geschichte mit einer fiktiven Bruderschaft und fiktiven Personen. Guillermo Martinez hat hier die Tatsache, dass 1994 eine zuvor verschollene Seite aus den Notizen von Lewis Carroll auftauchte zum Anlass der Geschichte genommen und - angelehnt an seine Person - sich selbst als Logik-Student und Doktorand in die Geschichte geschrieben. Die Handlung in Der Fall Alice im Wunderland spielt zur Zeit des Fundes jener Original-Seite, im Jahr 1994, in Oxford. Guillermo Martinez hatte in Oxford Mathematik studiert und daher fiel es ihm leicht, die Begebenheiten der Geschichte dorthin zu verlegen, zumal Lewis Carroll dort seinerzeit selbst studierte. In Oxford war Lewis Caroll besser unter seinem Namen Charles Lutwidge Dodgson bekannt. Somit schreibt diese Geschichte ein Mathematiker und Schriftsteller (Guillermo Martinez) über einen Mathematiker und Schriftsteller (Lewis Carroll). In der Geschichte begegne ich unterschiedlichen Charakteren. Faszinierend an ihnen ist, dass sie alle ein öffentliches als auch ein privates, geheimes Leben haben. Über die junge Studentin Kristen Hill, der es gelungen ist eine bis dahin verschollene Seite aus den Aufzeichnungen von Lewis Carroll zu entdecken und als echtes Fundstück, das neue Erkenntnisse über den Schriftsteller ans Tageslicht bringen soll, lerne ich die Lewis-Carroll-Bruderschaft und peu á peu deren Mitglieder kennen. Doch bevor sie das wertvolle Schriftstück den Mitgliedern in einer extra dafür einberufenen Sitzung zeigen und erläutern kann, wird sie von einem Auto erfasst und schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Arthur Seldom, Mitglied der Lewis-Carroll-Bruderschaft, ist beunruhigt. Er stellt sich die Frage, ob es sich tatsächlich um einen Unfall handelte oder ob gar eine böse Absicht dahinter steckte und Kristen womöglich ihr Leben lassen sollte. In seine Überlegungen bezieht er seinen jungen aufmerksamen Doktoranden mit ein und sorgt dafür, dass Kristen im Krankenhaus polizeilichen Schutz erhält. Dem wissenschaftlichen Detektiv Seldom wird während seiner eigenen Ermittlungen bewusst, dass Ereignisse durch Vermutungen verändert werden. Wem darf er vertrauen? Der argentinische Doktorand an seiner Seite ist seine Verbindung zu Kristen. So hofft er jedenfalls, dass - sobald Kristen sich wieder an alles vor dem Unfall erinnern kann - diese genug Vertrauen zu diesem haben werde. Eine Anziehung zwischen den beiden etwa Gleichaltrigen ist jedenfalls spürbar. Während Kristen noch im Krankenhaus liegt und sich von den Folgen des Unfalls erholt, geschieht allerdings ein Mord. Somit gilt für Seldom die Vermutung als bestätigt: es handelte sich im Fall von Kristen nicht um einen Unfall. Das argentinische - eher ironisch gemeinte - Sprichwort "Wenn sie die Polizei rufen, wird es ein Verbrechen geben" scheint damit erfüllt zu sein. So gibt die Geschichte zwei Rätsel auf. Zum einen gilt es die Morde aufzuklären und die polizeilichen Ermittlungen zu begleiten. Zum anderen gibt es die literarischen Ermittlungen um die fehlenden Tagebucheinträge von Lewis Carroll. Und so werde ich in die Ermittlungen mit einbezogen. Was war Lewis Carroll für ein Mensch? Was hat es mit den fehlenden Notizen auf sich? Und hat sich Lewis Carroll schuldig gemacht im Sinne der damaligen Gesetzgebung oder der heutigen? In dem Magazin La Nacion sagte Guillermo Martinez in einem Interview am 3. März 2019 "Es gibt Theorien, die nicht wegen ihres Grades an Wahrheit geglaubt werden, sondern weil es eine Genugtuung ist, ihnen zu glauben. Oder weil es attraktiver oder faszinierender ist." Die Ermittlungen und einzelnen Aufklärungspuzzlestücke sind wohldosiert und mit Spannung verfolge ich, wie sich schlussendlich der Fall aufklärt. Ich bin überrascht und gleichzeitig fasziniert von der logischen Aufklärung dieser klug inszenierten Geschichte. Überraschend für mich ist auch der Erzählstil. Die Geschichte wird very british erzählt und zudem eher antiquiert, als spiele die Handlung zur Zeit von Lewis Carroll und nicht etwa im Jahr 1994. Dann wiederum ist von E-Mails und einem Mobiltelefon die Rede. Das war mir - angelehnt an den Erzählstil - schon zu modern. Die Übersetzung von Angelica Ammar jedenfalls ist gelungen. Im Verlauf der Geschichte Der Fall Alice im Wunderland konnte ich keinerlei Ungereimtheiten feststellen. Die Worte und Ausdrucksweisen waren perfekt gewählt. Die Stimme des Sprechers Sascha Tschorn konnte mich ebenfalls überzeugen. Die unterschiedliche Betonung bei den verschiedenen Charakteren kam sehr gut zur Geltung und ich konnte sie mir in ihren Gebärden und ihrer Körpersprache und Mimik gut vorstellen. - Auch, wenn es in der Geschichte Szenen gab, die ich mir lieber nicht so bildlich vor Augen geführt hätte. Fazit Diese Geschichte ist für alle, die Spaß am Mitermitteln haben und die auch vor gemutmaßten unliebsamen Hintergründen zur Person des Schriftstellers nicht zurückschrecken.

Hochinteressantes Hörbuch und hervorragend gelesen
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 27.01.2021
Bewertet: Medium: Hörbuch-Download

In „Der Fall Alice im Wunderland“ entdeckt eine Studentin eine verschollene Tagebuchseite von Lewis Carroll. Diese Seite soll neue Informationen zum Leben des Alice im Wunderland-Autors beinhalten. Bevor die Finderin der Lewis Carroll-Bruderschaft ihre Entdeckung vorführen kann, wird sie das Opfer eines Verkehrsunfalls, der Ähnl... In „Der Fall Alice im Wunderland“ entdeckt eine Studentin eine verschollene Tagebuchseite von Lewis Carroll. Diese Seite soll neue Informationen zum Leben des Alice im Wunderland-Autors beinhalten. Bevor die Finderin der Lewis Carroll-Bruderschaft ihre Entdeckung vorführen kann, wird sie das Opfer eines Verkehrsunfalls, der Ähnlichkeit zu einer Stelle aus „Alice im Wunderland“ aufweist. Schon bald liegt der Verdacht nahe, dass es sich um keinen Unfall, sondern um Absicht gehandelt haben könnte. Und das ist erst der erste Vorfall mit Verbindung zum berühmten Kinderbuch … Meine Meinung: Der Sprecher des Hörbuchs ist Sascha Tschorn und er hatte hier wirklich keine leichte Aufgabe. Die beiden Hauptfiguren sind nämlich ein Logik-Professor und sein Mathematik-Doktorand. Yay … Das sind nicht gerade die Themengebiete, mit denen ich auf einer Party Smalltalk betreibe. Zeitweise kommt es auch zu der einen oder anderen wissenschaftlich formulierten Stelle, aber mich hat Sascha Tschorn da immer abholen können. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich nicht mehr hinterherkomme und dem Plot nicht mehr folgen kann. In der Geschichte geht es unter anderem auch darum, dass Lewis Carroll gerne Zeit mit Mädchen verbracht und sie dabei auch gerne fotografiert hat. Vor allem die Lewis Carroll-Bruderschaft im Buch diskutiert darüber, dass das zu Lebzeiten des Autors nichts Verwerfliches gewesen sei. Ich finde, dass es hier ein Leichtes gewesen wäre, Missbilligung oder Ekel in die Stimme zu legen. Einfach so ein „Eeewwww!“ Sascha Tschorn liest diese Stellen aber ganz unaufgeregt und ich finde das goldrichtig. Obwohl ich das Hörbuch bereits vor Wochen gehört habe, überlege ich immer noch, wie ich durch die für mich neuen Erkenntnisse über Lewis Carroll denke. Einerseits empfinde ich es als Mensch des 21. Jahrhunderts mehr als bedenklich, dass ein erwachsener Mann Fotos von kleinen Mädchen gemacht hat. Gleichzeitig verstehe ich auch, dass man manche Dinge im historischen Kontext betrachten muss. Der Autor hat diese Fotografien nie heimlich angefertigt. Die Eltern der Kinder waren im Bilde. Damals hat man nackte Kinder offenbar als etwas Reines und Engelsgleiches betrachtet. Das war hochinteressant zu verfolgen und durch den Sprecher sehr gut überliefert. Er hat mir dadurch den Raum für meine eigenen Gedanken gelassen. Die Sätze in „Der Fall Alice im Wunderland“ sind teilweise wirklich sehr lang. Sie so zu transportieren, dass ich in der Lage bin, alles ohne visuelle Unterstützung zu erfassen, ist nicht leicht. Dennoch ist es Sascha Tschorn geglückt. Er hat das richtig gut und unterhaltsam gemacht. Ich konnte alle Figuren von einander unterscheiden, weil er jeder einen eigenen Klang gegeben hat. Besonders an der vergnügten Josephine bei ihrer Tee-Prüfung hatte ich meinen Spaß. Fazit: Für mich war das Hörbuch zu „Der Fall Alice im Wunderland“ ein hochinteressantes Hörvergnügen, dem ich sehr gerne und aufmerksam gefolgt bin. Absolute Hörempfehlung!

Mord in Oxford - spannende Lehrstunde zu Lewis Carroll
von einer Kundin/einem Kunden am 17.01.2021
Bewertet: Medium: Hörbuch-Download

Der Krimi „Der Fall Alice im Wunderland“ ist der zweite Band mit dem Oxforder Logik-Professor Arthur Seldom und seinem argentinische Mathematik-Doktoranden. Die ehrwürdige Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur. Eine verschollene Seite aus Lewis Carrolls Tagebüchern soll aufgetaucht sein. Ihr Inhalt könnte ... Der Krimi „Der Fall Alice im Wunderland“ ist der zweite Band mit dem Oxforder Logik-Professor Arthur Seldom und seinem argentinische Mathematik-Doktoranden. Die ehrwürdige Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur. Eine verschollene Seite aus Lewis Carrolls Tagebüchern soll aufgetaucht sein. Ihr Inhalt könnte ein völlig neues Licht auf Carrolls mutmaßlicher Pädophilie und sein Verhältnis zu Alice und ihrer Familie werfen. Doch bevor der Inhalt bekannt wird, geschieht ein Mordversuch, und bei diesem soll es nicht bleiben. Guillermo Martinez hat auf der Grundlage der Forschung um Lewis Carrolls Tagebücher und seine mutmaßliche Pädophilie einen gut recherchierten und spannenden Krimi geschrieben. Die Ereignisse um Carrolls Tagebücher haben größtenteils realen Hintergrund, in dem sich die Krimi-Handlung wunderbar einfügt. Mich hat das Thema auch dazu veranlasst, selber mehr über Carrolls Tagebücher zu erfahren. Vieles an diesem 1994 spielenden Krimi erinnert an das Flair der Sherlock-Holmes-Romane, besonders wenn die (so nicht real existierende) Lewis-Carroll-Bruderschaft handelt. Aktionreich ist das alles nicht, aber dennoch steigert sich die Spannung in der zweiten Hälfte beträchtlich (während der ersten Hälfte manchmal etwas das Tempo fehlt). Die Personen werden charakterlich anschaulich dargestellt, ihre Motive zu handeln sind gut nachzuvollziehen. Auch sind die meisten Figuren nicht einfach nur gut oder böse, so dass man mit den meisten auch immer wieder Sympathie oder auch Abneigung empfindet. Mir hat die Mischung aus Krimi und Literaturforschung sehr gut gefallen, auch einige Ausflüge in den Bereich der Mathematik hat Martinez ohne groß zu belehren gut eingefügt (mir persönlich gefällt der Exkurs zu Andrew Wiles‘ Beweis der Fermatschen Vermutung sehr gut). Der Hörbuchsprecher Sascha Tschorn macht seine Sache ordentlich. Man kann ihm gut zuhören, jedoch wäre bei der großen Anzahl an Personen manchmal etwas mehr stimmliche Abwechslung gut gewesen. Dennoch macht das Hören Spass, besonders in der zweiten Hälfte, wenn das Tempo schneller wird. Ein guter, etwas anspruchsvollerer Krimi, der gut unterhält und auch informiert.


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