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Der Zirkel der Literaturliebhaber

Roman

Amir Hassan Cheheltan

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Beschreibung

Jeden Donnerstag kamen in das Elternhaus Cheheltans acht Gäste, um mit den Eltern und später auch ihm selbst über Literatur zu sprechen. Sie sprachen vorzugsweise über die klassische persische Literatur, über Rumi, Hafis, Saadi, Ferdowsi und andere. Über Jahre hielten diese Treffen an und eröffneten einen Raum der Sprache, der Poesie, der Interpretation, was die grossen Themen des Lebens und des Geistes anbelangt, verbanden die Teilnehmer, verstrickten sie aber auch miteinander, weil die Staatsmacht auch in ihren Zirkel reinregierte.

Denn in diesem Zeitraum seit den sechziger Jahren herrscht erst der Schah mit seinem Repressionsapparat und dem Geheimdienst SAVAK, bis die islamische Revolution von 1979 das Regime durch die Macht der Mullahs ersetzt. In seiner dichten und detaillierten Erzählung kehrt Amir Hassan Cheheltan immer wieder zu dem Zirkel der Literaturliebhaber, den Gesprächen über die Poesie, der Rolle seiner Eltern, den Impulsen für die eigene Lektüre und der Wirkung der Literatur zurück. Denn diese ist älter, weiser, komischer, subversiver und sexuell weitaus freizügiger, als die offizielle Sittenlehre und die gesellschaftlichen Zwänge es dulden wollen.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 252
Erscheinungsdatum 17.02.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-75090-8
Verlag C.H.Beck
Maße (L/B/H) 21.1/12.8/2.5 cm
Gewicht 374 g
Auflage 1
Übersetzer Jutta Himmelreich
Verkaufsrang 31965

Kundenbewertungen

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Macht. Unterdrückung. Regimes. Literatur.
von einer Kundin/einem Kunden aus Neu Darchau am 16.07.2020

Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Aber auch Fragen aufgeworfen. So frage ich mich immer noch, wie es dazu kommen konnte, dass eine im Buch beschriebene offene Kultur im ehemaligen Persien, sich derart zu seinem Nachteil entwickeln konnte. So ungefähr stellte der Autor, als junger Teilnehmer des Zirkels, sich dieselbe Frage.... Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Aber auch Fragen aufgeworfen. So frage ich mich immer noch, wie es dazu kommen konnte, dass eine im Buch beschriebene offene Kultur im ehemaligen Persien, sich derart zu seinem Nachteil entwickeln konnte. So ungefähr stellte der Autor, als junger Teilnehmer des Zirkels, sich dieselbe Frage. Nicht über einen Zeitraum, wie ich ihn zu Grunde lege, sondern aus seiner Gegenwart. Eine wesentliche Frage ist für ihn dabei, wieso in den Schulbüchern nur die dunkle, negative Seite der klassischen persischen Literatur gezeigt wird. Durch dieses Buch habe ich sehr viel über die persische Literatur und dessen Entwicklung gelernt, wobei ich immer mehr zu der Überzeugung kam, es hier nicht mit einem Roman zu tun zu haben. Für mich geht es bei dem Werk eher über eine Erfahrungserzählung des Autors und nicht um eine fiktive Geschichte. Die Realität aus Sicht des Autors geht von Erzählungen über Gehorsam und Unterordnung bis hin zu Verschwörungen gegen Tyrannen, welche das Land und dessen Bewohner unter Druck setzen. Die politische Realität ist ein ständiger Begleiter im Zirkel der Literaturliebhaber. Spannend und interessant ist das Verhalten der Zirkelteilnehmer. Lange leben sie weit entfernt von der realen Außenwelt und es hat den Anschein, sie wollen die Entwicklung nicht sehen. Aber irgendwann werden sie damit gnadenlos konfrontiert. Ein Spitzel des Schah-Geheimdienstes wird in der Runde enttarnt. Welche Folgen hat dieses auf die weitere Entwicklung des Zirkels? Ich kann dieses Buch nur empfehlen, muss aber darauf hinweisen, dass es keine „leichte Kost“ ist, welche nur mal eben nebenbei gelesen werden kann. Die Erzählung macht nachdenklich und stärkt die Hoffnung, dass solche Regimes und Machthaber irgendwann keinen Platz auf unserer Welt mehr finden werden.

Ein Bildungsroman über die Literatur. Oder wie man durch Bücher erwachsen wird
von einer Kundin/einem Kunden am 13.07.2020

Wie in so vielen Bereichen haben wir auch bei Büchern unsere ganz speziellen Vorlieben, beim Gewohnten wissen wir schließlich was wir haben. Doch mitunter kann es passieren, dass wir uns in unserer Komfortzone einrichten und Bücher anderer Genres oder Herkunftsländer einfach verpassen. Mal Hand aufs Herz, was wissen wir beispiel... Wie in so vielen Bereichen haben wir auch bei Büchern unsere ganz speziellen Vorlieben, beim Gewohnten wissen wir schließlich was wir haben. Doch mitunter kann es passieren, dass wir uns in unserer Komfortzone einrichten und Bücher anderer Genres oder Herkunftsländer einfach verpassen. Mal Hand aufs Herz, was wissen wir beispielsweise über die große Literaturtradition Persiens, des heutigen Irans? Amir Hassan Cheheltans vielschichtiges Buch bringt den Leser*innen die Literaturtradition dieses geheimnisvollen Landes näher. Zum einen ist ‘Der Zirkel der Literaturliebhaber‘ eine Geschichte vom Erwachsenwerden, zum anderen ein Roman über die Literatur. Jeden Donnerstagabend veranstalten Cheheltans Eltern einen Lesekreis, in welchem Klassiker & aktuelle Werke der persisch-iranischen Literatur gelesen, besprochen & diskutiert werden. Trotz aller Unruhen, der Islamischen Revolutionen & dem Machtwechsel vom Shah zum Ayatollah. besteht dieser Club über Jahrzehnte. Der Zirkel wird für Cheheltan zum Erweckungserlebnis. Ebenso wie die Literatur. Im Laufe der Jahre entdeckt völlig neue Seiten an ihr. So findet er beispielsweise heraus, dass sie voller erotischer & homosexueller Beschreibungen steckt, mal vulgär, mal wunderschön poetisch. Für westliche Ohren klingt dies höchst befremdlich, ist der heutige Iran doch ein konservatives & streng gläubiges Land. Doch genau in dieser Entdeckung liegt die Stärke von ‘Der Zirkel der Literaturliebhaber‘, denn es sensibilisiert die Leser*innen & zeigt ihnen, dass die persisch-iranische Kultur nicht immer so war, wie sie heute ist.

Literatur unter Beobachrung
von Anne Kaffeekanne am 05.04.2020
Bewertet: eBook (ePUB)

Amir Hassan Cheheltan wächst in einem Elternhaus auf, das Literatur über alles schätzt. Jeden Donnerstag lädt der Vater Gäste ein, um mit ihnen über klassische persische Literatur zu sprechen. Amir ist hin und hergerissen zwischen jugendlicher Rebellion und dem Wunsch von diesem Literaturzirkel als Mitglied anerkannt zu werden. ... Amir Hassan Cheheltan wächst in einem Elternhaus auf, das Literatur über alles schätzt. Jeden Donnerstag lädt der Vater Gäste ein, um mit ihnen über klassische persische Literatur zu sprechen. Amir ist hin und hergerissen zwischen jugendlicher Rebellion und dem Wunsch von diesem Literaturzirkel als Mitglied anerkannt zu werden. Zunächst ist der Literaturzirkel ein unpolitischer privater Raum, doch die Unruhen im Iran der 60er Jahre und schließlich die islamische Revolution hinterlassen Spuren. Ich kenne mich in der klassischen persischen Literatur gar nicht aus, habe gerade mal ein paar Namen gehört, konnte also gerade zum Forschungsstand nicht immer alle Gedanken nachvollziehen. Das ist aber nicht schlimm, denn es wird sehr deutlich, wie sehr der Autor Literatur liebt und diese Begeisterung steckt an. Sehr wichtig ist es ihm, die wenig bekannten/erforschten Seiten der klassischen persischen Literatur zu beleuchten. Der pubertierende Amir interessiert sich dabei vor allem für (homo-)erotische Darstellungen und vulgäre Scherze, die so gar nicht zur offiziellen Lesart passen wollen. Für ihn ist persische Literatur nicht nur trockene moralische Leitlinie, sondern in ihrer unverblümten Offenheit auch bodenständig und sogar subversiv. Damit stößt er auf viel Unverständnis. Mit dem wachsenden moralischen Druck im Land und der Verfolgung von Kritikern wird das Lesen klassischer Literatur auf einmal politisch. Eindrücklich erzählt der Autor, was für einen fatalen Einfluss das Misstrauen, die Dennunziationen und die ständige Bedrohung auf das Leben der Mitglieder des Literaturzirkels hat. Mir hat das Buch sehr gefallen. Dem Autor gelingt es hervorragend die Geschichte seines Aufwachsens in einen größeren Kontext zu stellen und die schwierige Situation eines Zirkels von Intellektuellen unter Beobachtung zu beschreiben. Ein Plädoyer für freies Lesen, Schreiben und Denken.


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