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Johannes Paul II.

Der Papst, der aus dem Osten kam

Johannes Paul II. (1920 - 2005) war ein Jahrhundertpapst. Er begeisterte die Massen, und seine Besuche in Polen zeigten den Menschen im Ostblock: Es gibt eine Kraft, die stärker ist als der kommunistische Staatsapparat. Doch so sehr Karol Wojty?a in seiner Heimat stets die Reformer in der Kirche unterstützt hatte - als Papst regierte er selbst autoritär, beschnitt die Unabhängigkeit der Ortskirchen und massregelte Theologen. Matthias Drobinski und Thomas Urban erzählen keine Heiligengeschichte, sondern porträtieren eine faszinierende Persönlichkeit, die Revolutionär und Reaktionär in Einem war.

Unter dem Eindruck des nationalsozialistischen Terrorregimes entschied sich Karol Wojty?a für das Priestertum. Er entwickelte eine Theologie, die von der Freiheit und Würde des Menschen ausgeht, der über sich und seine materielle Existenz hinausstrebt. Er half durch sein Auftreten gegen den Kommunismus, den Eisernen Vorhang einzureissen, aber unerbittlich kritisierte er auch den Materialismus des Westens. In einem mutigen Schritt hat er als Papst um Vergebung gebeten für die Schuld der Vergangenheit. Doch mit seinem Festhalten an einer rigiden Sexualmoral, dem Nein zur Frauenordination und der Verkennung des Missbrauchsskandals hinterliess Johannes Paul II. seiner Kirche ein schweres Erbe.
Portrait
Matthias Drobinski ist seit 1997 in der "Süddeutschen Zeitung" zuständig für Kirchen und Religionsgemeinschaften. Als Journalist begleitete er die Amtszeiten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Nun berichtet er über Papst Franziskus.

Thomas Urban war als Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" von 1988 bis 2012 Zeitzeuge der grossen Umwälzungen in Osteuropa.

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  • Vorwort

    1. Non sum dignus

    Helden des Fussballs und der Romantik

    Jüdische Freundinnen und Freunde

    2. Deutscher Terror und Leben im Untergrund

    Zwangsarbeit, Askese und Meditation

    Vom verbotenen Theater zum verbotenen Priesterseminar

    3. Suche nach Nischen im Stalinismus

    Römische Studien und Begegnungen

    Kulturkampf an der Weichsel

    Kaplan für Bauern und Studenten

    Non possumus!

    Christlicher Personalismus vs. absoluter Personalismus

    4. Jüngster Bischof der Volksrepublik Polen

    Wonne, Liebe und Verantwortung

    Fleissiger Netzwerker auf dem Konzil

    Triumph mit Freude und Hoffnung

    5. Ein unbequemer Gegner für die Parteiideologen

    Der Irrtum des kommunistischen Chefideologen

    Stichwortgeber für «Humanae vitae»

    Brot und Recht auf Freiheit

    Grosse Auftritte bei Reisen in den Westen

    6. Habemus papam

    Überraschende Wahl des Aussenseiters

    Weisser Rauch aus der Sixtinischen Kapelle

    Alarm in den Parteizentralen in Warschau und Moskau

    7. Frischer Wind in der Kurie

    Ein eigenes Machtzentrum im Vatikan

    Dialog der Kirchen und Religionen

    Charisma und spontane Begegnungen

    8. Triumph in der Heimat, Skepsis bei den Nachbarn

    Bestürzung und Unmut in der Parteiführung

    Papstbilder auf der Lenin-Werft

    Erste Konflikte mit den Deutschen

    Massregelung der Niederländer und Jesuiten

    9. Schüsse auf dem Petersplatz

    Die drei Geheimnisse von Fátima

    Gescheiterter Prozess um die «bulgarische Spur»

    Gesäuberte Archive und falsche Gerüchte

    10. Krieg der Kommunisten gegen das eigene Volk .

    Spitzel und Spione im Herzen der Kirche

    «Auf den Knien vor dem Papst rutschen»

    11. Rigider Kurs nach innen, Dialog nach aussen

    Die Aufwertung des Opus Dei und der Legionäre Christi

    Streit um die Befreiungstheologie

    Konfrontation mit den Sandinisten

    Ein revolutionäres Treffen in Assisi

    Begeisterung bei der Jugend, Skepsis bei den Frauen

    Reform der Kurie und Bruch mit den Traditionalisten

    Ein Kardinal für Köln

    12. Das Ende des Ostblocks

    Werben für ein «neues Europa»

    Ärger und Enttäuschung über die polnischen Landsleute

    Vergebliche Einsätze für Frieden

    13. Positionsbestimmung in der globalisierten Welt

    Kritik am Kapitalismus und am moralischen Relativismus

    Warnungen vor einer «Kultur des Todes»

    Aufruf zur Ökumene, Dialog mit den Juden

    Gemeinsam mit Postkommunisten für Europa

    Spannungen mit dem Dritten Rom

    Ein neues Bild Martin Luthers

    14. Sorgen im neuen Jahrtausend

    Vom Garten Gethsemane zur Grabeskirche

    Ungehörte Warnungen vor Krieg in Nahost

    Skandale um die sexuelle Gewalt

    Unterstützung für die Europäische Union

    15. Santo subito!

    Am Ende des Lebenswegs

    Die grosse Pilgerfahrt

    Jubel in Polen über den deutschen Nachfolger

    Nachwort

    Anhang

    Anmerkungen

    Abkürzungsverzeichnis

    Literaturverzeichnis

    Abbildungsnachweis

    Personenregister

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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 17.02.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-74936-0
Verlag C.H.Beck
Maße (L/B/H) 22.5/15.1/2.9 cm
Gewicht 561 g
Abbildungen mit 25 Abbildungen
Auflage 1
Verkaufsrang 33686
Buch (gebundene Ausgabe)
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von einer Kundin/einem Kunden am 08.03.2020
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Eine differenzierte Biografie, die einerseits fasziniert erzählt, wie der junge Karol es schafft, aus dem Ostblock in das Amt des Pontifex Maximus aufzusteigen und andererseits mit seiner konservativen Haltung hadert umd seiner Amtszeit ein durchwachsenes Zeugnis ausstellt.