Der Kuss des Feindes

Roman.

Titus Müller

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Beschreibung

Kappadokien um 800 n. Chr.: Über zehntausend Menschen haben sich in der unterirdischen Stadt Korama versteckt. Es sind Christen. Sie haben hier Zuflucht gefunden vor den Arabern, die das Land erobert haben. Arif, der Sohn eines arabischen Hauptmanns, lernt bei einem Streifzug die junge Christin Savina kennen und verliebt sich in sie. Unbemerkt folgt er ihr und entdeckt so den geheimen Zugang in das Höhlensystem der Christen. Bald steht er vor einer schwierigen Entscheidung ...

studierte in Berlin Literatur, Mittelalterliche Geschichte, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift "Federwelt". Seine Ratgeber und historischen Romane begeistern viele Leser. Titus Müller ist Mitglied des PEN-Club und wurde u.a. mit dem "C. S. Lewis-Preis" und dem "Sir Walter Scott-Preis" ausgezeichnet.

Seine Bücher werden regelmässig zu Bestsellern. "Der Schneekristallforscher" z.B. hat sich über 10.000 mal verkauft.

Foto: Sandra Frick

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 21.02.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95734-611-7
Verlag Gerth Medien
Maße (L/B/H) 22.1/14.1/3 cm
Gewicht 476 g

Kundenbewertungen

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Hat noch etwas Luft nach oben ...
von smillas_bookworld aus Rheinland Pfalz am 13.06.2020

„Wir Menschen sind verschieden, daran ist nicht Schlimmes. Nuh zum Beispiel hat schwarze Haut. Deswegen ist er nicht weniger wert.“ (S. 112) Eine unterirdisch versteckt lebende Christin und der Sohn eines Kalifen – eine Liebe, die nicht sein darf. Auf Arif liegt die ganze Hoffnung seines Vaters, eines Tages sein Nachfolger zu... „Wir Menschen sind verschieden, daran ist nicht Schlimmes. Nuh zum Beispiel hat schwarze Haut. Deswegen ist er nicht weniger wert.“ (S. 112) Eine unterirdisch versteckt lebende Christin und der Sohn eines Kalifen – eine Liebe, die nicht sein darf. Auf Arif liegt die ganze Hoffnung seines Vaters, eines Tages sein Nachfolger zu sein. Und Savina darf ihren Lebensort um keinen Preis verraten, denn es würde alle anderen dort lebenden Christen in Gefahr bringen. Eines Tages gerät Arifs missgestalteter Bruder al-Qabih durch Bewohner des eigenen Stammes in Lebensgefahr und Arif sieht nur eine Möglichkeit, sein Leben zu retten: Er bittet Savina, seinen Bruder in der unterirdischen Stadt Korama zu verstecken. Das löst allerdings einige Kettenreaktionen aus, die alle durch verschiedene Perspektiven sehr gut herausgearbeitet wurden. Arifs Vater, ein älterer Christ, Savina, Arif, ein Sklavenjunge u.v.m. haben eigene Erzählstränge und beleuchten die Vorgänge innerhalb der verschiedenen Handlungsschauplätze und Religionen. Titus Müller hat sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede des Islam und des Christentums herausgearbeitet. Was sagt der Koran über das Christentum? Man erfährt sehr viel über das Leben in Kappadokien um 800 n. Chr., sehr spannend ist erzählt, wie die Christen ihr Leben unterirdisch organisierten und gestalteten. So richtig konnte ich das aber erst ab ca. der Hälfte des Buches genießen. Anfangs kam ich nur schwer in die Handlung rein – vermutlich aufgrund der verschiedenen Erzählstränge und weil so viel am Rande geschieht, bis der Plot so richtig zum Tragen kommt. Außerdem lasen sich manche Sätze nur so aneinandergereiht und es stellte sich kein Lesefluss ein. Nachdem ich das Buch eine Zeit lang beiseitegelegt hatte, konnte ich aber gut wieder einsteigen und es besser lesen. Ich konnte die geschichtlichen Hintergründe besser genießen und es wurde spannender. Das Buch erschien ursprünglich als Jugendroman im Fischer Verlag. Ich kann es auf jeden Fall erwachsenen Lesern empfehlen, die historisch interessiert sind und Jugendlichen, die auch vor etwas anspruchsvollerer Lektüre (weil man sich mit geschichtlichen Themen auseinandersetzen muss) nicht zurückschrecken.

Das Mondmädchen und ihr Wüstenprinz
von LEXI am 08.03.2020

„Die Feindschaft zwischen Muslimen und Christen, warum ist das so?“ – „Wenn ich das wüsste.“ Arif ibn Haroun ibn Abu Bishr ibn Asad kommt aus dem Jaazirat al-Arab, der sogenannten Insel der Araber im Süden des Landes. Als Sohn des Stammesführers Haroun werden große Erwartungen in den jungen Mann gesetzt, doch er fühlt sich in... „Die Feindschaft zwischen Muslimen und Christen, warum ist das so?“ – „Wenn ich das wüsste.“ Arif ibn Haroun ibn Abu Bishr ibn Asad kommt aus dem Jaazirat al-Arab, der sogenannten Insel der Araber im Süden des Landes. Als Sohn des Stammesführers Haroun werden große Erwartungen in den jungen Mann gesetzt, doch er fühlt sich in seinem Stamm und in seiner Familie als Fremder. Einzig seinem missgestalteten und geistig zurückgebliebenen Bruder al-Qabih, einem Kind, das niemand haben wollte, ist er liebevoll zugetan. Als der junge Muslim auf der Suche nach den Troglodyten (Christen) die Dunkelheit Kappadokiens durchstreift, trifft er auf ein graziles Wesen mit bleicher Haut, pechschwarzem langem Haar und einem zauberhaften Gesicht. Das Mondmädchen, wie Arif sie fortan nennt, lebt mit den anderen Christen in Korama, einer Höhlenstadt. Ab und zu entflieht sie der ständigen Dunkelheit unter Tage und streift durch das verlassene Christendorf. Im Aufeinandertreffen mit dem mitfühlenden und sanften Arif offenbaren sich zwei völlig konträre Glaubensvorstellungen – und dennoch verlieben die beiden jungen Menschen sich in ihren jeweiligen Feind. Es ist eine hoffnungslose Liebe, die nicht sein darf, denn Arifs Vater, der Stammesführer Haroun, ist in seinen Anstrengungen, die Christen aufzustöbern und zu töten, unerbittlich… Titus Müller präsentiert in dieser Neuauflage seines vor acht Jahren erschienenen Romans die Liebesgeschichte zwischen einer Christin und einem Muslim und macht die beiden Religionen zum Mittelpunkt seiner Handlung. Dem Leser werden durch die beiden Protagonisten Arif und Savina die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede ihres Glaubens vor Augen geführt. Anschaulich berichtet der Autor von Arifs Leben in einem gewalttätigen und hasserfüllten Umfeld, beschreibt dessen innere Zerrissenheit. Einzig ein weiser alter Scheich erkennt das Potenzial des jungen Mannes, der sich durch diese verbotene Zuneigung in allergrößte Schwierigkeiten katapultiert. Der Autor beschränkt sich neben seinen beiden Protagonisten auf eine überschaubare Anzahl handelnder Personen. Abgesehen von Arifs Bruder al-Qabih, seinem Erzfeind Marwan, Savinas bestem Freund Jonathan und dem alten Ratsmitglied Onnophrios bleiben sie jedoch allesamt blasse Randfiguren, einige werden namentlich lediglich kurz erwähnt oder in die Handlung verwoben, verschwinden anschließend jedoch in der Versenkung. Ich muss darüber hinaus einräumen, dass mich bis zuletzt auch die beiden Hauptfiguren nicht ganz überzeugen konnten und ich den Eindruck hatte, sie nicht wirklich kennengelernt zu haben. Mir fehlte es bei der Charakterzeichnung an Authentizität und Tiefe, was ich bedauerte. Der Handlung wohnt dank der kriegerischen Konflikte und der abscheulichen Gräueltaten des Araber-Stammes untereinander ein beträchtlicher Spannungsfaktor inne, der auf den letzten Seiten dieses Buches in einem aufregenden Finale seinen Höhepunkt findet. Die Liebesgeschichte zwischen Arif und Savina steht zwar im Zentrum des Geschehens, konnte mich aber ebenfalls nicht ganz überzeugen, es fehlte mir hier ebenfalls an Emotionen und Tiefe. Fazit: „Der Kuss des Feindes“ ist ein Roman, der mich etwas zwiespältig zurückließ. Zwar liefert der Autor durch die unterirdischen Städte Kappadokiens und der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslime einen höchst interessanten Hintergrund, konnte mich jedoch mit der Handlung, der Charakterzeichnung seiner Figuren und der Liebesgeschichte zwischen seinen beiden Protagonisten nicht vollständig überzeugen. Ich hatte mir mehr davon erhofft und vergebe daher nur eine eingeschränkte Leseempfehlung.


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