Sinka Mensch

Anna Kordsaia-Samadaschwili

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Beschreibung

Es war einmal eine Stadt, deren Bewohner schworen, sie sei die schönste der Welt und in ihr wu¿rden Dinge passieren, von denen andere Städte nur träumen könnten. Genau in dieser Stadt, am ehemaligen Revolutionärsplatz Nummer eins, wohnt der verkru¿ppelte, in einem Kinderheim aufgewachsene Musiker Aleksi Adamiani, dessen Nachname schlicht "Mensch" bedeutet. Auch wenn das Schicksal ihm ein sehr schweres Leben beschieden hatte, lächelte es ihm auch zu und schenkte ihm das treue Akkordeon "Raviata", seine zwei engsten Freunde Kotiko und Data, die heimlich in ihn verliebte Tamriko und ein vermeintliches Enkelkind: Sinka Adamiani - Sinka Mensch. Verschrobene, warmherzige, eigentu¿mliche und vom Leben gezeichnete Charaktere - es ist ihre bittersu¿sse Geschichte, die Anna Kordsaia-Samadaschwili in ihrem neuen Roman erzählt. Sie alle nehmen ihr zumeist sehr hartes Schicksal an, und viele von ihnen werden an ihm scheitern, aber nicht, ohne ihm zuvor ihren Anteil am Glu¿ck abzutrotzen und die hellen Momente des Lebens zu feiern. In den wundersamen, auf den ersten Blick unglaublichen Begebenheiten, die Kordsaia-Samadaschwili zu einem Märchen verwebt,
sind Erdachtes und Wahres untrennbar miteinander verknu¿pft. In ihnen spiegeln sich die Geschichten der Stadt Tbilissi in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, das alltägliche Leben genauso wie die grossen Tragödien, glu¿ckliche Fu¿gungen und schwarze Tage, alles, was das Menschsein ausmacht.

"Anna Kordsaia schu¿ttelt Anekdoten aus den Ärmeln ihrer weit geschnittenen Kleidung wie nichts. Tbilissi ist der Stoff, aus dem ihre Bu¿cher gemacht sind. Dabei schreibt sie nicht nostalgisch, sondern schnell und pointiert, nah dran an den Menschen. Das flirrende Milieu ihrer Texte ist die Bohème, deren Liebling Tbilissi seit u¿ber hundert Jahren ist." (JUDITH LEISTER, NZZ)

Anna Kordsaia-Samadaschwili, geboren 1968, zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen georgischen Autorinnen. Sie lebt und arbeitet als Autorin, Übersetzerin und Kulturjournalistin in Tbilissi und erhielt zahlreiche georgische Literaturpreise. Als Übersetzerin aus dem Deutschen ins Georgische, z. B. Ingeborg Bachmann, Rainald Goetz, Erich Maria Remarque, Bertolt Brecht u. a., wurde sie fu¿r ihre Übersetzung von Elfriede Jelineks Liebhaberinnen vom Goethe-Institut Tbilissi ausgezeichnet. Anna Kordsaia-Samadaschwili lehrt an der Ilia State University in Tbilissi Literatur und Kreatives Schreiben. Zuletzt auf Deutsch erschienen ihre Romane "Kinder von Schuschanik" (2018) und "Wer hat die Tschaika getötet?" (2016).

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 176 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 05.03.2020
Sprache Deutsch
EAN 9783627022853
Verlag Frankfurter Verlagsanstalt
Dateigröße 1082 KB
Übersetzer Sybilla Heinze

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Einblicke
von Kaffeeelse am 29.12.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein interessantes Buch! Ein eigenwilliges Buch! Aus der Feder einer georgischen Autorin, Anna Kordsaia-Samadaschwili, die einen Schreibstil hat, der verwundert, in seiner Erzählart und in seinem Blick auf die skizzierten Personen. "Sinka Mensch" ist ein Blick auf ein kleines Land, auf Georgien und hier besonders auf die Haupt... Ein interessantes Buch! Ein eigenwilliges Buch! Aus der Feder einer georgischen Autorin, Anna Kordsaia-Samadaschwili, die einen Schreibstil hat, der verwundert, in seiner Erzählart und in seinem Blick auf die skizzierten Personen. "Sinka Mensch" ist ein Blick auf ein kleines Land, auf Georgien und hier besonders auf die Hauptstadt Tbilissi und ihre Menschen. Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an sie. Dieses Buch ist ein Blick auf eine fremde Kultur/auf fremde Sichtweisen, einerseits russisch infiltriert, andererseits einer uralten Kultur verhaftet, dem kaukasischen Kulturareal und seiner uralten Welt. Schon zu Zeiten der alten Griechen war der Kaukasus kulturell hochstehend, siehe Iason und die Suche nach dem Goldenen Vlies. Auch Einflüsse aus dem umgebenden Orient und aus dem Judentum sind erkennbar. Geschichtlich ist dieses Buch interessant, doch bietet es nur einige Stichpunkte, die leider nicht näher erläutert werden, was etwas schade ist. Da ich aber dieses Jahr "Das achte Leben" gelesen habe, ein Werk, welches tiefe Einblicke in die georgische Geschichte bietet, sind diese Stichpunkte für mich näher erkennbar. Für andere Leser vielleicht weniger. Die Zeichnung der Personen ist schemenhaft, aber auch pointiert, jedenfalls vollkommen anders. Das Geschriebene wirkt nicht wie ein Fluss, sondern eher wie kleine Einsprengsel, die aber dennoch eine Geschichte erzählen. Eine eigenwillige Erzählart! Ja! Aber das Erzählte ist auch mit einem gewissen Humor unterlegt, einem vielleicht zynischen Humor, aber einem Humor, der das Erzählte etwas auflockert. Einem Humor, der mich an den jüdischen Humor erinnert. Insgesamt betrachtet ist dieses Buch nicht schlecht gemacht und bietet eine schöne Unterhaltung, in einer Zeit, in der Unterhaltung wichtig ist und einen noch höheren Stellenwert bekommt und das Leben weiterläuft! wie es auch für die Charaktere des Buches weiterläuft, das Leben, für Aleksi, Kotiko und Data, und natürlich auch für Sinka.

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