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Das lügenhafte Leben der Erwachsenen

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

Elena Ferrante

(57)
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Beschreibung


Ein kraftvoller neuer Roman von Elena Ferrante, der Bestsellerautorin der »Neapolitanischen Saga«

Neapel in den Neunzigerjahren: Die dreizehnjährige Giovanna ist Vorzeigetochter kultivierter Mittelschichtseltern und eine strebsame Schülerin. Doch plötzlich verändert sich alles, ihr Körper, ihre Stimmung, ihre schulische Leistung und ihr Verhältnis zu den Eltern. Zufällig stösst Giovanna auf ein grosses Tabu: die Vergangenheit ihres Vaters, der aus einem ganz anderen Neapel stammt, einem leidenschaftlichen, vulgären Neapel. Die Geheimnisse, denen sie auf die Spur kommt, verstören Giovanna. Wem kann sie überhaupt noch trauen? Was soll ihr Halt geben? Oder ist sie selbst bereits unrettbar verwoben in dieses lügenhafte Leben der Erwachsenen?

Ungekürzte Lesung mit Eva Mattes

1 MP3-CD, 11h 37min

Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans »Lästige Liebe« 1992 für die Anonymität entschieden. Später veröffentlichte sie »Tage des Verlassenwerdens« und »Die Frau im Dunkeln«. Ihre Neapolitanische Saga umfasst »Meine geniale Freundin«, »Die Geschichte eines neuen Namens«, »Die Geschichte der getrennten Wege« sowie »Die Geschichte des verlorenen Kindes«. Für den vierten und letzten Band der Reihe stand sie auf der Shortlist für den Man Booker International Prize.

Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Eva Mattes hat mit Fassbinder und Zadek gearbeitet und war jahrelang als »Tatort«-Kommissarin Klara Blum im TV zu sehen, wodurch sie einem grossen Fernsehpublikum bekannt wurde.

Produktdetails

Verkaufsrang 552
Medium MP3-CD
Sprecher Eva Mattes
Spieldauer 697 Minuten
Verlag Der Hörverlag
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Originaltitel La vita bugiarda degli adulti (edizioni e/o)
Übersetzer Karin Krieger
Sprache Deutsch
EAN 9783844539769

Kundenbewertungen

Durchschnitt
57 Bewertungen
Übersicht
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Schonungslose Desillusionierung!
von Susanne Probst aus Ulm am 23.09.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nachdem ich bereits die neapolitanische Saga mit Genuss verschlungen habe, war klar, dass ich „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ lesen „muss“. Und ich wurde nicht enttäuscht! Schon die Vorfreude auf die erneute Reise nach Neapel, jetzt ins Neapel der 1990-er Jahre, war es wert, zu dem Buch zu greifen. Erstaunlich, aber ... Nachdem ich bereits die neapolitanische Saga mit Genuss verschlungen habe, war klar, dass ich „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ lesen „muss“. Und ich wurde nicht enttäuscht! Schon die Vorfreude auf die erneute Reise nach Neapel, jetzt ins Neapel der 1990-er Jahre, war es wert, zu dem Buch zu greifen. Erstaunlich, aber durchaus nachvollziehbar, was eine Bemerkung und eine Tante alles auslösen und bewirken können! Giovanna wächst wohlbehütet in einer gesitteten und kultivierten Familie der Mittelschicht auf. Mit 13 Jahren hört sie ihren Vater sagen, dass sie hässlich sei und ihrer Tante Vittoria immer ähnlicher werde. Ihr Selbstbild gerät ins Wanken. Schockiert und neugierig beschließt sie, die bis dato von der Familie verleugnete Tante kennenzulernen. Das Mädchen ist gleichermaßen fasziniert und verstört von ihrer schillernden, leidenschaftlichen und schamlosen Tante und von dem ihr bis dahin völlig unbekannten und schlüpfrigen, vulgären, dreckigen und ungebildeten Neapel. Ihre Kindheit endet, die heile Welt bricht zusammen und die Augen werden ihr geöffnet, denn nach und nach stößt sie auf Geheimnisse, Ungereimtheiten, Halbwahrheiten und Lügen. Giovanna fängt an zu zweifeln, zu hinterfragen, zu spionieren und ... zu lügen, zu demütigen und zu manipulieren. Sie wird erwachsen. Dass ihr geliebter Vater, den sie bis dahin als zuverlässig und ehrlich erlebt hat, seine Herkunft aus niedrigem sozialem Milieu verleugnet (hat), hinterlässt sie sprachlos und dass ihre Mutter eine Affäre mit einem Freund der Familie hat, schockiert sie. Zu entdecken, dass die Erwachsenen sowohl die Wahrheit, als auch ihre Mitmenschen manipulieren und belügen, verstört sie zutiefst. Ihre bisher so heile und geordnete Welt droht einzustürzen. Das tadellose Fundament bekommt Risse. Die makellose Fassade beginnt zu bröckeln und ihr Urvertrauen in die Eltern wird erschüttert. Es ist spannend und unterhaltsam, Giovanna auf ihrem Weg durch die Pubertät zu begleiten, ihr Innenleben kennenzulernen und ihre Reise ins Erwachsenenleben zu verfolgen. Die Autorin beobachtet genau und seziert bis ins kleinste Detail. Was sie dabei entdeckt, beschreibt sie prägnant und unfassbar bildhaft. Die Charaktere werden in all ihrer Vielschichtigkeit, Komplexität und Zerrissenheit gezeigt. Sie haben Ecken und Kanten und wirken dadurch authentisch und lebendig. Die Atmosphäre der jeweiligen Szenen wird von Elena Ferrante derart spürbar vermittelt, dass ich nur den Hut ziehen kann. Es ist faszinierend, wie Ferrante es schafft, tiefe und stimmige Einblicke in die Seele einer Pubertierenden zu gewähren. Ist es Erinnerung? Ist es Empathie? Egal... es ist einfach grandios! Elena Ferrante schreibt gewohnt feinfühlig, berührend, eindrucksvoll und realistisch, aber - ebenfalls gewohnt-, niemals kitschig, rührselig, platt oder klischeehaft. Das Werk ist kurzweilig, hallt nach und stößt Gedanken an. Ist unsere erwachsene Welt tatsächlich so schräg, unehrlich und verlogen? Sehen uns unsere Kinder tatsächlich so, wie Giovanna das erlebt? Das wäre entsetzlich und man müsste sich schämen. Ich möchte den beeindruckenden Roman, gleichermaßen Familiengeschichte wie Milieustudie, der ums Erwachsenwerden, um Einsamkeit, um Neuorientierung und noch vieles mehr geht, ohne wenn und aber empfehlen. Er hat mir äußerst vergnügliche Lesestunden beschert.

Eine Autorin, die sich an sich selbst messen muss
von Schmiesen am 23.09.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

"Es gelang mir nicht mehr, unschuldig zu sein, hinter den Gedanken existierten andere Gedanken, die Kindheit war vorbei." Giovanna wächst wohlbehütet in einem der besten Viertel Neapels auf, hoch oben auf einem Hügel und weit weg von den Abgründen der Stadt. Doch eines Abends hört sie ihren Vater sagen, sie ähnele immer mehr ... "Es gelang mir nicht mehr, unschuldig zu sein, hinter den Gedanken existierten andere Gedanken, die Kindheit war vorbei." Giovanna wächst wohlbehütet in einem der besten Viertel Neapels auf, hoch oben auf einem Hügel und weit weg von den Abgründen der Stadt. Doch eines Abends hört sie ihren Vater sagen, sie ähnele immer mehr ihrer Tante Vittoria - der verhassten, verstoßenen Schwester des Vaters, der Inbegriff alles Schlechten. Giovanna ist am Boden zerstört - doch ihre Trauer wandelt sich schnell in den unbändigen Wunsch, diese Tante kennenzulernen. Und so begibt sie sich auf eine Suche, die das Leben aller Beteiligten bis in die Grundfesten erschüttern wird. Als ich gesehen habe, dass es einen neuen Roman von Ferrante geben wird, schlugen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits freute ich mich wahnsinnig darauf, nach der neapolitanischen Saga etwas Neues von ihr zu lesen, nicht nur die neu übersetzten alten Romane. Und gleichzeitig hatte ich Angst davor, dass Ferrante an der Großartigkeit ihrer eigenen Saga scheitern würde. Beides ist eingetreten - ich habe einen ausgereiften, stilistisch hochwertigen und ausdrucksvollen Roman bekommen. Aber an der Neapolitanischen Saga scheitert er trotzdem. Warum? Giovanna und ihr Leben mit den Freundinnen Angela und Ida ähnelt in gewisser Weise dem von Lenù und Lila. Immer geht es um Mädchen, die in der Stadt Neapel ihren Weg finden müssen - die einen von unten nach oben, Giovanna eben von oben nach unten. Ferrantes Symbolik bleibt dabei ähnlich, es kommen Puppen vor und ein irgendwie verhextes Armband, das sich durch die Geschichte windet wie die Schlange am Baum im Paradies. Geschickt lenkt uns Ferrante mit ihrem ausufernden, detaillierten, paradoxerweise verträumt-realistischen Stil durch die Untiefen ihrer Geschichte, die alle ihren Anfang bei Tante Vittoria und diesem Armband nehmen. Natürlich ist Vittoria nicht die Teufelin in Person - da wir ja alle erwachsene Menschen sind, können wir das ahnen, denn die Dinge sind immer komplizierter als wir sie verkaufen. Trotzdem, sympathisch ist diese Frau nun wirklich nicht - sie ist cholerisch, anhänglich, kalt, abweisend, liebevoll, überdreht und depressiv. Alles in einem. Das verwirrt nicht nur Giovanna, sondern auch die Leserin. Giovanna scheint irgendwann zu resignieren, und Vittoria rückt aus dem Erzählfokus. Hier liegt auch die Krux der Geschichte - etwas erscheint mir nicht fertig erzählt, der ewige Streit zwischen Vittoria und Giovannas Vater am Ende zu schnell und oberflächlich beigelegt. Aber gut, vielleicht hat das für Giovannas Geschichte dann auch keine Relevanz mehr. Mir war Vittoria ab dem letzten Drittel nicht mehr präsent genug, obwohl über sie noch längst nicht alles gesagt war. Das Buch wartet durchaus mit überraschenden Momenten auf. Es war für mich zum Beispiel ein Schock, wie Giovannas Familie zerbricht, und ihre Beobachtungsgabe für die Menschen um sie herum ist erstaunlich. Dafür lässt sie bei sich selbst zu wünschen übrig - wie jede ordentliche Roman-Jugendliche schwankt sie zwischen "Ich bin eine Schönheitskönigin" und "Ich bin eine hässliche, von allen verachtete Kröte." Diese Coming-of-Age-Dilemmas sind auf Dauer ganz schön anstrengend und auch nicht wirklich lesenswert. Von ihrer Umwelt wird ihr immer wieder bestätigt, dass sie schön und v.a. intelligent sei (manchmal bekommt sie aber auch zu hören, sie sei hässlich - Thema Fremd- und Eigenwahrnehmung!), aber wie schon Lenù zweifelt sie an der Tiefe dieser Intelligenz, betrachtet sie als schönes Beiwerk, das irgendwo an der Oberfläche schwimmt. Sie meint, das tiefere Verständnis für - ja, für was eigentlich? - fehle ihr völlig. Ihre Neigung, sich an Besserem zu messen, findet im geistigen Raum ein Echo in Roberto, der das letzte Drittel des Romans beherrscht und für mich zur anstrengendsten Figur überhaupt wurde - denn im Grunde existiert er nur im Kopf von Giovanna, der MENSCH Roberto ist ein Fremder. Der Roman verliert in diesem letzten Drittel an Spann- und Aussagekraft, versandet in den romantischen Vorstellungen einer 15-Jährigen, die einen 26-Jährigen anhimmelt. Und das Ende des Roman lässt mich ratlos, frustriert, enttäuscht zurück. Es läuft darauf hinaus, dass Sex für Frauen niemals schön sein kann, außer wenn sie in derben Worten darüber sprechen. In Ferrantes Roman ist Sex für Frauen konnotiert mit Unterwerfung, Passivität, Erdulden. Und das mag ich nicht. Wie in ihrer Saga gelingt es Ferrante auch hier, die Standesunterschiede in Neapel eindrucksvoll herauszuarbeiten. Hoch oben wohnen die gebildeten, reichen Leute, unten die armen, ungebildeten. Oben sprechen sie reinstes Italienisch, unten derbsten Dialekt. Die Berührungspunkte sind rar, und alle Beteiligten bewegen sich auf dem jeweils fremden Gebiet mit Unbehagen und Wut. Giovanna verbindet die Welten, doch der Spagat will ihr nie recht gelingen. Am Ende gehört sie einfach nirgends dazu, was natürlich nicht zur Besserung ihrer Gemütslage beiträgt. Doch eins wird klar: Egal, wo die Leute leben und wie gebildet sie sind, Dreck am Stecken haben sie alle. Denn es sind alles nur Menschen. Und das ist wahrscheinlich die Quintessenz aus Giovannas Lernprozess hin zum Erwachsenwerden. Was man sich allerdings beim Lesen unwillkürlich fragt, ist, woran es liegt, dass die Dialoge oftmals wirken wie aus einer schlechten Parodie. Liegt es an der sprachlichen Varietät, die sich in der deutschen Übersetzung nicht adäquat vermitteln lässt? Reden die Leute da echt so merkwürdig - entweder aneinander vorbei, oder extrem gestelzt, oder so herrisch, dass es jeglicher Glaubwürdigkeit entbehrt? Oder liegt es an Ferrante selbst, die an ihrem Versuch, soziale Strukturen zu artifiziell in Sprache zu übersetzen, scheitert? Nachdem ich dieses Buch zugeklappt hatte, war ich erst einmal wütend - denn der Anfang, der hatte mich begeistert, absolut gepackt und mitgerissen. Doch das ganze letzte Drittel, und insbesondere die Schlussszene, haben das Steuer herumgerissen. Man merkt einfach, dass Ferrante ihre Figuren auswälzen möchte, eben wie in der Saga, und bei diesem einzelnen Roman ist es ihr nicht gelungen, die Balance zu halten. Vittoria tritt zu früh und zu abrupt in den Hintergrund, Giovannas Selbstzweifelei nervt, und Roberto ist halt die endlose Sehnsucht eines Teenagers. Alle anderen Figuren sind gewohnt grauschattiert, man bekommt sie nicht zu fassen und verzweifelt manchmal fast an ihnen. So viele Geheimnisse sind noch ungelöst - Ferrante hätte einfach eine neue Reihe schreiben sollen.

Eine Jugend in Neapel
von einer Kundin/einem Kunden aus Neu-Ulm am 23.09.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Name der Autorin des Buches "Das lügenhafte Leben der Erwachsenen" Elena Ferrante war mir durch ihre Bücher, die schon lange auf meiner Noch-Lesen-Liste stehen, durchaus bekannt. Allerdings war dieses Buch, das Erste von ihr, dass ich dann wirklich gelesen habe. Kurz zum Inhalt. Giovanna wächst als Einzelkind ein... Der Name der Autorin des Buches "Das lügenhafte Leben der Erwachsenen" Elena Ferrante war mir durch ihre Bücher, die schon lange auf meiner Noch-Lesen-Liste stehen, durchaus bekannt. Allerdings war dieses Buch, das Erste von ihr, dass ich dann wirklich gelesen habe. Kurz zum Inhalt. Giovanna wächst als Einzelkind eines Lehrerehepaares, der gehobenen Mittelschicht Neapels, behütet heran. Sie liebt ihren Vater, als den Ankerpunkt ihres Lebens sehr und fühlt sich zuhause sehr geborgen. Eines Tages belauscht sie ein Gespräch ihrer Eltern. Es geht um die Schwester des Vaters, der Giovanna jetzt immer ähnlicher wird. Es ist das erste Geheimnis, dass ihre Eltern vor ihr haben. Es folgen noch einige Andere. Sie versucht auf ihre Weise diesen Teil ihrer Vergangenheit aufzudecken. Durch das lügenhafte Verhalten der Eltern gerät ihr Leben immer mehr durcheinander. Die Autorin beschreibt mit ihrer besonderen Sprache bildhaft die Entwicklung von Giovanna zu einer jungen Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Von erster Liebe, bis zum Kennenlernen der eigenen Sexualität. Sie schafft es den Leser mitzunehmen und zeigt damit auch ein Bild Italiens, wie es ist in einem doch immer noch sehr von Dogmen und Vorurteilen und einer Familienkultur, die zwar von außen modern erscheint es aber meist nicht ist, groß zu werden. Mir haben der Schreibstil und die Geschichte gut gefallen. Ich werde sicherlich noch mehr von der Autorin lesen.

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