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Monster wie wir

Roman

Ulrike Almut Sandig

(2)
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Beschreibung

Ruth spielt Geige und hat Angst vor Vampiren. Sie wächst in einem Pfarrhaus in der ostdeutschen Pampa auf. Aber Gott ist kein Parteisekretär, um dessen Schutz man buhlen könnte. Ihr bester Freund Viktor hat einen Mondglobus und Falten im Gesicht. Er fürchtet sich nur vor seinem Scheissschwager. Aber dann findet er diesen Schalter in seinem Kopf, um rein gar nichts zu empfinden. Und wird selbst zum Fürchten.
Was Gewalt bedeutet, wissen sie beide. Hier, wo der Braunkohleabbau ganze Dörfer und Wälder verschlingt, hilft man sich am besten selbst. Viktor macht jeden Tag Sit-ups und rasiert sich eine Glatze. Dass einer wie er als Au-Pair nach Frankreich geht, versteht niemand. Doch für Viktor ist es überall besser als zu Hause. Und Ruth? Die flüchtet sich ins Geigenspiel.
Wohin es die beiden auch verschlägt, überall werden sie von Gewalt eingeholt. Wann also schaut Ruth von ihrer Geige auf? Und vor allem: Wie rettet man einander?

»Monster wie wir« ist der erste Roman der gefeierten Dichterin und Klangkünstlerin Ulrike Almut Sandig. In funkelnder Prosa voll harter Beats schildert sie ihre Generation, geprägt von Um- und Aufbruch, von Identitätsverlust und der Suche nach Selbstbestimmung.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 21.07.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89561-183-4
Verlag Schöffling
Maße (L/B/H) 21.1/13.4/2.5 cm
Gewicht 375 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 24716

Portrait

Ulrike Almut Sandig

Ulrike Almut Sandig, 1979 geboren, aufgewachsen bei Riesa, lebt in Leipzig. Sie studierte Religionswissenschaft und Indologie sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Bisher erschienen die Gedichtbände Zunder (2005) und Streumen (2007), das Hörbuch der tag an dem alma kamillen kaufte (2006, gemeinsam mit Marlen Pelny) und das Hörspiel Hush little Baby (2008). Ihre Gedichte wurden vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Leonce-und-Lena-Preis 2009. Flamingos ist ihre erste Prosaveröffentlichung.

Artikelbild Monster wie wir von Ulrike Almut Sandig

Kundenbewertungen

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Verraten
von einer Kundin/einem Kunden am 20.08.2020

So dünn dieses Buch ist, so schwer wiegt der Inhalt. Ein Thema, das einen mit dem Zuschlagen des fertig gelesenen Romans nicht verlässt. Es geht um Kinder in verschiedenen Familien und zu verschiedenen Zeiten. Sie alle sind Schutzbefohlene, sie alle werden missbraucht. Menschen die ihnen nahe sind schauen weg, helfen nicht, be... So dünn dieses Buch ist, so schwer wiegt der Inhalt. Ein Thema, das einen mit dem Zuschlagen des fertig gelesenen Romans nicht verlässt. Es geht um Kinder in verschiedenen Familien und zu verschiedenen Zeiten. Sie alle sind Schutzbefohlene, sie alle werden missbraucht. Menschen die ihnen nahe sind schauen weg, helfen nicht, beenden nicht und bringen nicht zur Sprache, was vorfällt. Sie alle tragen Schuld und diese jungen durch Missbrauch verwüsteten Seelen müssen für sich einen Weg finden. Den Weg in ein hoffentlich lebenswertes und harmloses Leben. Keine leichte Kost, dennoch unbedingt lesenswert. Die Autorin erspart uns grausige Details und bewertet nicht. Sie vermittelt mit poetischer Sprache das Grauen, das viele Kinder und junge Menschen überall auf der Welt trifft.

Gewalt und das Schweigen darüber
von einer Kundin/einem Kunden am 10.08.2020

Ruth und Viktor wachsen in einer ostdeutschen Kleinstadt auf, die Mauer ist noch nicht gefallen, die staatliche Gewalt alltäglich, wenn auch für jeden in unterschiedlicher Weise spürbar. Aber auch eine andere Gewalt ist alltäglich: der sexuelle Missbrauch in den Familien. Ulrike Almut Sandig, beschlagen schon im Lyrischen, b... Ruth und Viktor wachsen in einer ostdeutschen Kleinstadt auf, die Mauer ist noch nicht gefallen, die staatliche Gewalt alltäglich, wenn auch für jeden in unterschiedlicher Weise spürbar. Aber auch eine andere Gewalt ist alltäglich: der sexuelle Missbrauch in den Familien. Ulrike Almut Sandig, beschlagen schon im Lyrischen, beschreibt das langsame Einsickern dieser Gewalt in zunächst fast uneindeutigen, aber beklemmenden Szenen, später wird sie dann explizit und es ist wie ein Faustschlag: „Das wievielte Kind er wohl war, das vom Freund der eigenen Schwester gefickt wurde?“ Sowohl Ruth als auch Viktor erleben Übergriffe, aber sie reden nicht darüber. Ebensowenig reden sie mit ihren Eltern. Die Sprachlosigkeit allerorten ist immens, aber nicht unrealistisch. Viktor wendet sich im Erwachsenenalter selbst der Gewalt zu, indem er in der rechten Szene eine Heimat findet. Und er wird bei einem Aufenthalt in Frankreich plötzlich in ganz anderer Position als in seiner Kindheit mit sexueller Gewalt konfrontiert sein. „Monster wie wir“ ist ein intensiver und aufwühlender Roman, vor allem, wenn er das Schweigen der anderen thematisiert. Sie könnten sehen, sie könnten etwas tun, aber sie ziehen es vor, die Wirklichkeit auszublenden. „Monster wie wir“ ist an dieser Stelle nah an der Realität, wie sie tagtäglich für viele Kinder aussieht. Kann man sich irgendwie retten aus Spiralen von Gewalt? Vielleicht. Vielleicht ist es ein Anfang, sie zu sehen und auch sehen zu wollen.


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