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Die Marschallin

Roman (ungekürzte Lesung)

Zora del Buono

(28)
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Beschreibung

Zora del Buono hat von ihrer Grossmutter nicht nur den Vornamen geerbt, sondern auch ein Familienverhängnis, denn die alte Zora war in einen Raubmord verwickelt. Ihre Geschichte und die Folgen bis heute erzählt dieser grosse Familienroman.
Die Slowenin Zora lernt ihren späteren Ehemann, den Radiologieprofessor Pietro Del Buono, am Ende des Ersten Weltkriegs kennen. Sie folgt ihm nach Bari in Süditalien, wo sie, beide überzeugte Kommunisten, ein grossbürgerliches und doch politisch engagiertes Leben im Widerstand gegen den Faschismus Mussolinis führen. Zora ist herrisch, eindrucksvoll, temperamentvoll und begabt, eine Bewunderin Josip Broz Titos, dem sie Waffen zu liefern versucht und dem ihr Mann das Leben rettet. Sie will mehr sein, als sie kann, und drückt doch allen in ihrer Umgebung ihren Stempel auf. Ihr Leben und das Leben ihrer Familie, ihrer Kinder und Enkelkinder, vollziehen sich in einer Zeit der Kriege und der Gewalt, erbitterter territorialer und ideologischer Kämpfe, die unsere Welt bis heute prägen. In einem grandiosen Schlussmonolog erzählt die alte Zora Del Buono ihre Geschichte zu Ende, eine Geschichte der Liebe, der Leidenschaft, des Hasses und des Verrats. "Die Marschallin" ist ein farbiger, lebenspraller Roman über eine unvergessliche Frau und ein fatales Familienverhängnis.

"'Die Marschallin' setzt nicht nur einer faszinierenden, widersprüchlichen Figur ein Denkmal, sondern lässt eine ganze Epoche erstehen, und wir bewegen uns staunend durch eine Welt, in der Multikulturalität zum ganz selbstverständlichen Alltag gehörte." NZZ Bücher am Sonntag, Manfred Papst

Umschlaggestaltung: Judith Schalansky, Berlin und Rothfos & Gabler, Hamburg
Umschlagabbildungen: Lungomare di Bari (Historische Postkarte) und Portrait © Shutterstock, Everett Collection

Zora del Buono, geboren 1962, wuchs in Zürich auf undlebt seit 1987 in Berlin. Nach ihrem Architekturstudium ander ETH Zürich arbeitete sie mehrere Jahre als Architektinund Bauleiterin, bevor sie sich zu einem Berufswechselentschloss und mit dem Schreiben begann. Sie ist Gründungsmitgliedder Zeitschrift mare und betreut das Kulturressort.2008 erschien im mareverlag ihr erster RomanCanitz′, Verlangen.

Produktdetails

Verkaufsrang 269
Abo-Fähigkeit Ja
Medium MP3
Sprecher Brigitte Trübenbach
Spieldauer 793 Minuten
Erscheinungsdatum 16.07.2020
Verlag C.H.Beck
Format & Qualität MP3, 792 Minuten, 513.51 MB
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783406761232

Kundenbewertungen

Durchschnitt
28 Bewertungen
Übersicht
7
9
7
5
0

Eine beeindruckende Protagonistin mit einem tragischen Familienschicksal
von einer Kundin/einem Kunden aus syke am 30.07.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Wer etwas bewandert ist in der Ideologie des Kommunismus, vor allem seiner Ausgestaltung in Italien und dem ehemaligen Jugoslawien in der Zeitspanne zwischen Ende des Ersten Weltkriegs und Ende der 1940er Jahre, sowie dem Faschismus unter Mussolini, dem fällt es sicherlich leichter, diesen anspruchsvollen, biografischen Roman zu... Wer etwas bewandert ist in der Ideologie des Kommunismus, vor allem seiner Ausgestaltung in Italien und dem ehemaligen Jugoslawien in der Zeitspanne zwischen Ende des Ersten Weltkriegs und Ende der 1940er Jahre, sowie dem Faschismus unter Mussolini, dem fällt es sicherlich leichter, diesen anspruchsvollen, biografischen Roman zu lesen. Alle anderen – wie auch ich – sollten während der Lektüre des besseren Verständnisses wegen den ein oder anderen Namen oder Ereignis „googeln“. Für alle Leser erschließt sich aber sehr schnell, das die slowenische Protagonistin Zora Del Buono (die Großmutter der Autorin) eine ganz besondere, zutiefst beeindruckende Person ist – mit ihrem süditalienischen Ehemann, einem renommierten Radiologen, ein feudales, großbürgerliches Leben in Italien führend und dennoch völlig dem Kommunismus verhaftet, mit Marschall Tito als großem Vorbild. Bezeichnend ist für Zora, dass sie eigensinnig ist und in ihrer verzweigten Familie das Regime führt und über Ehemann, Söhne, Brüder, Schwiegertöchter „herrscht“, weshalb sie die Marschallin genannt wird. Die manchmal anekdotenähnlichen familiären Ereignisse habe ich am liebsten gelesen, ebenso wie den erst auf S. 317 beginnenden zweiten Hauptteil, in dem Zora in der Gegenwart im Jahr 1980 in ihren Achtzigern verarmt und körperlich angeschlagen in einem jugoslawischen Altenheim lebt und ihr Schicksal sowie das ihrer Familie resümiert. Der erste Hauptteil umfasst die Jahre 1919 bis 1948 und spielt jeweils mit einigen Jahren Abstand an wechselnden Orten in Italien und Jugoslawien, aus der Perspektive unterschiedlicher Personen dargestellt. Hier geht es eigentlich immer um kleinere Szenen, die gerade so viel offen legen, dass sich die großen Zusammenhänge dennoch erschließen.

Eine Frau mit starkem Willen
von einer Kundin/einem Kunden aus Heinsberg am 26.07.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Roman erzählt von Zora Del Buono, einer slowenischen Kommunistin, die durch ihre Heirat mit einem italienischen Radiologen den Großteil ihres Lebens in Bari verbringt. Ihre politische Gesinnung hält sie nicht davon ab, kapitalistische Vorzüge für ihre Familie zu nutzen. Den Beginn des Buches fand ich etwas schleppend, da... Der Roman erzählt von Zora Del Buono, einer slowenischen Kommunistin, die durch ihre Heirat mit einem italienischen Radiologen den Großteil ihres Lebens in Bari verbringt. Ihre politische Gesinnung hält sie nicht davon ab, kapitalistische Vorzüge für ihre Familie zu nutzen. Den Beginn des Buches fand ich etwas schleppend, das Leben in Slowenien ist wenig spannend und aufgrund des nüchternen Sprache der Autorin fast langweilig. Die Geschichte nimmt an Fahrt auf und ist auf unterschiedlichen Ebene interessant. Die Themen sind facettenreich und gut recherchiert. Der Faschismus in Italien rund um Mussolini ist sicherlich vielen bekannt, das Gegenspiel der Kommunisten auch. Aber die fundierten Details zu den Ereignissen in Slowenien in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts waren für mich neu und so geht es wohl auch anderen Lesern. Dieser Teil war interessant und lesenswert, wenn auch die Sprache oft etwas zäh ist. Die Lebensgeschichte einer Frau mit starken Willen, die einige prominente Zeitgenossen kennenlernt, wird von ihrer Enkelin erzählt. Man erkennt, dass sie einen tiefen Einblick in deren Leben hatte; auch der Abschluss im Jahr 1980 zeigt in einem letzten Rückblick, was ihre Großmutter ausgemacht hat. Das Buch zeigt auch, dass zu dieser Zeit die Frauen keine Rechte, sondern hauptsächlich Pflichten hatten. Ich habe es selten erlebt, dass ein Buchtitel so passend ist. Der Charakter der Protagonistin entspricht den Wesenszügen, die im allgemeinen einer Person des Titels zugeordnet werden. Sie übernimmt sowohl im privaten wie auch im politischen Bereich das Kommando, solange es ihr möglich ist. Ein interessanter Roman, der leider durch einige Längen etwas an Überzeugung vermissen lässt. Dennoch ist er lesenswert.

Ein interessantes und unterhaltsames Werk, das den Horizont erweitert!
von Susanne Probst aus Ulm am 26.07.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Roman startet 1919 in dem Dorf Bovec, das heute zu Slowenien gehört, das damals, nach dem Krieg, aber Italien zugeschrieben wurde. (Vor dem Krieg gehörte es zu Österreich.) „Die Marschallin“ beginnt mit Paukenschlägen: Da wird vom Hass auf die Mutter geredet und davon, dass diese eine Verräterin sei. Da wird davon erz... Der Roman startet 1919 in dem Dorf Bovec, das heute zu Slowenien gehört, das damals, nach dem Krieg, aber Italien zugeschrieben wurde. (Vor dem Krieg gehörte es zu Österreich.) „Die Marschallin“ beginnt mit Paukenschlägen: Da wird vom Hass auf die Mutter geredet und davon, dass diese eine Verräterin sei. Da wird davon erzählt, dass die Mutter ihre Kinder verlässt und fünf Monate später schwanger zurückkehrt. Da wird der gerade mal wenige Monate zurückliegende 1. Weltkrieg, insbesondere der italienisch-österreichische Bergkrieg, erwähnt. Da wird auf die beschwerliche 2wöchige Flucht vor den Italienern zu Beginn des Krieges zurückgeblickt. Da wird davon erzählt, dass Kinder beim Spielen Munition finden und schwer verletzt werden. Dieses erste Kapitel ist, wie sich jetzt vermutlich jeder vorstellen kann, ein fulminanter und dramatischer Einstieg. Aber es endet versöhnlich, denn Zora, die 21jährige Lastwagenfahrerin, die verantwortlich ist für den Abtransport von Kriegsschrott zur Deponie, lernt in einem Krankenhaus, in das sie ein verletztes Kind bringt, ihren zukünftigen Mann Pietro, einen 23jährigen rothaarigen Sizilianer, kennen, der dort als Arzt arbeitet. Im weiteren Verlauf erleben wir Pietro in Berlin. Er arbeitet gerade in der Charité und spezialisiert sich in Radiologie. Wir lernen drei Kommilitonen kennen und begleiten sie und Pietro durch ihren Alltag. Pietro plant, in Kürze in Süditalien eine radiologische Abteilung zu eröffnen. Aber nicht nur das. Zora hat ihm den Kopf verdreht. Sie sind inzwischen verlobt und planen, bald zu heiraten. In Neapel gründen sie eine Familie und jetzt, Mitte der 1920er Jahre, haben sich Mussolini und die Faschisten schon einen gravierenden Einfluss verschafft. Dann lernen wir Pietros Vater Giuseppe kennen, der noch immer auf der Insel Ustica, die Heimat von Pietros Familie, lebt. Giuseppe ist dort inzwischen Bürgermeister. Auf die Insel werden Regimegegner, politische Gefangene und Kriminelle abgeschoben bzw. verbannt und auch Giuseppe, der seine anpackende, aufmerksame, diskussionsfreudige und selbstbewusste Schwiegertochter Zora bewundert, wird von den Faschisten argwöhnisch beobachtet. Dann schwenkt die Kamera wieder zurück zu den kommunistisch gesinnten Eheleuten Pietro und Zora. Sie leben nun mit ihren inzwischen drei Söhnen in der Hafenstadt Bari. Dort haben sie sich einen noblen Palazzo bauen lassen, in dem Wohnung und Privatklinik untergebracht sind und den die in viele Richtungen interessierte und begabte Zora selbst entworfen hat. Auch Pietros Vater Giuseppe, inzwischen ein imposanter und von Frauen umschwärmter Witwer, lebt seit seiner Flucht von Ustica in Bari. Als Leser taucht man ein in die Welt der Protagonisten, in der Faschismus und Nationalsozialismus eine immer größere Rolle spielen. Der zweite Weltkrieg naht... Über Jahrzehnte hinweg erlebt man politische Geschehnisse und Entwicklungen und Veränderungen der Protagonisten. Am besten lernt man dabei Zora kennen, die, schon immer allseits interessiert, engagiert und anpackend, immer politischer und kämpferischer wird, wohingegen sie mit ihrer weiblichen oder mütterlich-warmherzigen Seite mehr und mehr „auf Kriegsfuss“ steht. Sie ist eine Frau auf Zack, die gern das Ruder in die Hand nimmt. Ihr Mann Pietro wiederum engagiert sich mehr und mehr für die Medizin. Auf dem Gebiet der Radiologie ist der Arzt zur Koryphäe avanciert und er steigt immer tiefer in die Forschung ein. Es gibt in dem Roman vieles zum Staunen: Ich habe bis dato z. B. noch nie von Automaten gehört, die Briefpapier auswarfen und ich war ziemlich baff, zu lesen, dass in Süditalien schreiende Säuglinge mit gezuckertem und angewärmten Rotweischorle beruhigt wurden. Ich erfuhr viel Neues, z. B. dass es unter Mussolini eine Junggesellensteuer und einen Tag der Treue („Oro per la Patria“ = „Gold für’s Vaterland“) gab. Verrückt und interessant! Dass Homosexuelle auf die Insel San Domino verbannt wurden, „damit sie keine Unruhe stiften und arglose junge Männer verführen konnten“ (S. 154) war mir bis zur Lektüre dieses Werks auch nicht bekannt. Es gibt neben allem Ernsthaften auch einiges zum Schmunzeln. Was mir besonders gefällt, sind die Einschübe in Klammern: Gedanken, Kommentare, Erklärungen, konkretisierende Bemerkungen... ernsthaft, ironisch, sarkastisch oder witzig. Um „die Marschallin“ zu mögen, sollte man sich grundsätzlich für Politik und Geschichte interessieren und kein Problem damit haben, zu recherchieren. Der Roman ist eine interessante, unterhaltsame Lektüre, die den Horizont erweitert. Er ist kein leichter Lesestoff für zwischendurch oder vor dem Schlafen, sondern anspruchsvolle, interessante und unterhaltsame Literatur für Stunden, in denen man fit genug ist, um sich zu konzentrieren und in denen man Lust hat, über den Tellerrand zu schauen. Für mich war es ein Highlight!

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