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Rollinger, M: Milch besser nicht

Ein kritisches Lesebuch

Dieses Buch handelt von einem uns selbstverständlich und lieb gewordenen Nahrungsmittel, von der Milch. Unser Verhältnis zur Milch ist kaum reflektiert und heute fast ausschliesslich vom massenhaften Konsum der sehr vielfältigen Milchprodukte und von der Werbung bestimmt. Daraus resultiert ein gängiges Motto: Milch ist gut und gesund. Ein bisschen schimmert dabei der Mythos durch, der daher rührt, dass wir Milch als mütterliche Urnahrung für Mensch und Tier kennen. Die unbestreitbare Tatsache, dass Milch ausschliessliches und einziges natürliches Lebensmittel für den jeweiligen Nachwuchs ist, führt offenbar zur kritiklosen Akzeptanz eines heute üppigen Konsums von Milchprodukten auch im Leben von Erwachsenen. Und darin unterscheiden wir uns von allen anderen Säugetieren. Denn diese nehmen nach der Saugperiode als Heranwachsende und Erwachsene keine Milch mehr zu sich. Ihr Gesundheitszustand ist im Allgemeinen unter natürlichen Bedingungen hervorragend. Im Gegensatz dazu nehmen wir Menschen - vor allem in den westlichen Ländern - noch bis ins hohe Alter täglich Milchprodukte zu uns, jedoch keine der eigenen Spezies, sondern aus fremder Milch, überwiegend aus Kuhmilch.
Wie wir uns die Körper unserer Haustiere als Nahrungsquelle aneignen, so verfahren wir auch mit den Fruchtbarkeitserzeugnissen der weiblichen lebenden Tiere, mit Milch und Eiern. Nicht nur der mythische Aspekt von beiden als Urnahrung kommt in der industriellen Milch- und Eiproduktion zum Tragen, sondern auch die menschliche Dominanz über das Tier, das uns ganz selbstverständlich zusätzlich zu seinem Leben die Produkte seiner Fruchtbarkeit abtreten muss. Diese beiden Aspekte lassen kaum Zweifel darüber zu, ob es gut ist, dass sich der Mensch im heute üblichen Mass tierische Körperflüssigkeiten einverleibt.
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  • "Milch, das historisch neue Nahrungsmittel
    Milch ist das jüngste Lebensmittel auf dem menschlichen Speiseplan. An Jugend wird es nur von Gen-Food übertroffen, das entwicklungs geschichtlich betrachtet noch im Embryonalzustand steckt. Weil Milch erst seit kurzer Zeit eine Rolle in der menschlichen Ernährung spielt, sind wir global gesehen ungenügend an sie angepasst. Um das zu verstehen, genügt ein Blick in die jüngere Vergangenheit allein nicht. Wir müssen mit der Evolutionsgeschichte beginnen und anthropologische Erkenntnisse über die Ursprünge des homo sapiens einbeziehen. Erst dann lässt sich nachvollziehen, wie neu die moderne Milchernährung in Wirklichkeit ist.
    Menschen werden heute zu den Omnivoren (Allesessern) gezählt, weil sie sich ebenso von pflanzlicher wie von tierischer Kost ernähren können. In unseren Ursprüngen waren wir jedoch ganz auf pflanzliche Nah rung eingestellt. Anhand der Entwicklung von Gebissen gefun dener Urmensch-Fossilien ist dies zu erkennen und ferner an physiologischen Gegebenheiten, wie unserer Unfähigkeit Vitamin C im Körper selbst her zu stellen. Dies gilt als typisches Merkmal aller Pflanzen(fr)esser. Denn wer sich von Pflanzen ernährt, erhält quasi nebenbei eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung, die eine eigene Synthetisierung überflüssig macht. Auch haben wir den für Pflanzen(fr)esser typischen langen Dünndarm mit Zotten. Im Vergleich zu den Primaten hat der Mensch den längsten Dünndarm und den kürzesten Dickdarm. Karnivoren (Fleischfresser) dagegen besitzen nur kurze glatte Verdauungsschläuche, damit schädlicher Eiweiss verwesung vorbeugend, das tierische Eiweiss möglichst schnell ausgeschieden werden kann. Wir Menschen sind physiologisch also noch heute eher Pflanzenesser. Aus den Verhaltensforschungen über Menschen affen, die als Pflanzenfresser gelten, wissen wir jedoch, dass diese gelegentlich mit grosser Freude und Genuss auch Fleisch von grösseren Tieren verspeisen. Ähnlich wird man sich unsere Ursprünge vorstellen dürfen: grundsätzlich pflanzliche Kost mit gelegentlicher Einlage tierischer Proteine. Diese Kost war wohl die geeignetste, um uns zum homo sapiens zu entwickeln.
    Worin bestand nun diese Kost im Einzelnen? Der Speiseplan sah Knollen, Wurzeln, Grünzeug wie Binsen und Riedgras, Samen, Nüsse und Beeren vor, ferner Käfer, Schnecken, Insekten, Muscheln und Eier der verschiedenen Vogelarten, neben Fisch und Fleisch von Kleintieren eines unserer ältesten tierischen Nahrungsmittel. Viel früher als gemeinhin angenommen, nämlich seit ungefähr 1,5 Millionen Jahren kennen Hominiden das Feuer. Seither hat man immer weniger rohe Lebensmittel gegessen, dafür mehr zubereitete, gegarte, also erwärmte Nahrungsmittel, überwiegend jedoch pflanzliche, zum geringeren Teil auch tierische. Tierische Kost in Form von grösseren Tieren nahm erst im jüngeren Paläolithikum zu, parallel zur weltweiten Entwicklung der Jäger- und SammlerInnenkulturen."
  • Aus dem Inhalt:
    Vorwort 15
    Einleitung 17
    Das schöne weite Land, in dem Milch und Honig fliessen 17
    Sprachgebrauch 20
    1 Historie 23
    Milch, das historisch neue Nahrungsmittel 23
    Niedriger Milchertrag und die ersten Milchprodukte 26
    Urgeschichte der Milch 29
    Römer und Griechen 33
    Germanen und Skythen 35
    Geschichte, die noch nicht geschrieben ist 36
    Ziegen- und Schafsmilch 43
    Die weitere Entwicklung in Deutschland 44
    2 Von der Subsistenz zu industrieller Produktion (1870-1970) 49
    3 Folgen industrieller Milchproduktion und Milchverarbeitung 79
    Überproduktion 79
    Die kleinen Erzeuger werden zum Aufgeben veranlasst 80
    Der Milchertrag pro Kuh steigt immer weiter an 80
    Mastitis, Berufskrankheit unserer Hochleistungskühe 85
    Milch ist nicht mehr die Alte, sie hat sich gravierend verändert 86
    Rückstände und Schadstoffbelastung 91
    Das Leiden der Tiere 91
    4 Milchproduktekonsum vorgestern, gestern und heute 103
    Ein historischer Doktorschmaus und die Doktorandenfete 2000 103
    Die Zahlen 105
    Von 1800 bis zum Zweiten Weltkrieg 106
    Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg 109
    140 Jahre 112
    Internationale Statistik 113
    5 Milch, Zivilisationskrankheiten und die Unverträglichkeit
    von Grundnahrungsmitteln 115
    Krankheit und Umwelt - wissenschaftlicher Streit ohne Ende 115
    Westlicher Lebensstil? 116
    Milch - Diabetes - Multiple Sklerose 118
    Epidemiologische Betrachtungen 120
    Unverträglichkeiten von Grundnahrungsmitteln 130
    6 Laktase 135
    7 Milch, Kalzium und die Widersprüche 157
    Widersprüche und Denkverbote 157
    Was spricht gegen Kalzium aus Milchprodukten?
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 350
Erscheinungsdatum 2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-940236-00-5
Verlag JOU-Verlag e.K.
Maße (L/B/H) 21.3/15.4/1.7 cm
Gewicht 460 g
Auflage 5. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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"Die Milch macht's" ??? - Milch ade!
von einer Kundin/einem Kunden aus Kaarst am 06.03.2009

Ein großes Kompliment an die Autorin, der mit diesem Buch ein sehr gut recherchiertes und ausführliches Werk über die Geschichte der Milchwirtschaft, die gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen durch Milch- und Milchprodukteverzehr für den Menschen, die Widerlegung des Märchen von den "glücklichen Kühen" und die Skrupellosig... Ein großes Kompliment an die Autorin, der mit diesem Buch ein sehr gut recherchiertes und ausführliches Werk über die Geschichte der Milchwirtschaft, die gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen durch Milch- und Milchprodukteverzehr für den Menschen, die Widerlegung des Märchen von den "glücklichen Kühen" und die Skrupellosigkeit der weltweit agierenden Milchindustrie geglückt ist. Ich habe das Buch in drei Tagen durchgelesen und bin schockiert, was Menschen unter dem Deckmäntelchen von "gesunder Ernährung" in den Industrieländern oder unter "Entwicklungshilfe" für die sogenannte Dritte Welt alles für Lügen aufgetischt werden. So genannte Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Diabetes, bestimmte Krebsarten (insbesondere Brustkrebs, Prostatakrebs, Eierstockkrebs), Osteoporose, Morbus Crohn etc. kommen merkwürdigerweise in den Ländern gehäuft vor, die einen hohen Milch(produkte)konsum aufweisen. Auch die Lüge von den "starken Knochen" durch fleißigen Milchverzehr dürfte hiermit eindeutig widerlegt sein (das Gegenteil ist der Fall). Last but not least das Elend der Kühe, die unter unerträglichen Haltungsbedingungen brutal ausgebeutet werden und nach einer Leidenszeit von zwei bis max. acht Jahren ins Schlachthaus geführt werden. Soviel zu den "glücklichen Kühen". Dieses Buch müßte Pflichtlektüre für jeden Bürger werden (was natürlich nicht im Interesse der Regierung oder der Milchindustrie wäre). Seitdem ich "Milch besser nicht" kenne, habe ich meinen Verzehr von Milchprodukten schon drastisch eingeschränkt und werde diesen demnächst auf Null herunterfahren. Von mir gibt es eine ausdrückliche Kaufempfehlung für dieses Buch - laßt Euch nicht länger von sogenannten Ernährungsexperten, der Regierung und der Milchindustrie verschaukeln und nicht von der Werbung einlullen! Es ist Zeit, dass wir alle endlich aufwachen (und auch entsprechend handeln)!