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Die Macht der Seuche

Wie die Große Pest die Welt veränderte

Volker Reinhardt

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Beschreibung



Die „Sachbücher des Monats Februar 2021"


Die Grosse Pest der Jahre um 1348 war eines der einschneidendsten Ereignisse der europäischen Geschichte. Volker Reinhardt rekonstruiert den Verlauf der Epidemie von den Anfängen in Asien bis zu ihrem vorläufigen Erlöschen in Europa, beleuchtet die unterschiedlichen Verhältnisse in ausgewählten Städten und fragt, wie die Überlebenden politisch und wirtschaftlich, religiös und künstlerisch das grosse Sterben bewältigten. Sein spannend geschriebenes Panorama führt eindringlich vor Augen, was wir dem medizinischen Fortschritt verdanken – und wie verblüffend ähnlich wir heute trotzdem auf eine Pandemie reagieren.

Als im Frühjahr 1348 die Pest nahte, liess der Mailänder Herrscher Luchino Visconti die Stadt komplett isolieren. Kranke in der Stadt wurden vorsorglich eingemauert. So blieb Mailand als einzige Stadt Italiens verschont. Volker Reinhardt hat die verfügbaren Quellen zur Grossen Pest neu gesichtet und zeigt in seinem anschaulich erzählten Buch, dass der vermeintliche europäische Flächenbrand eine Summe von lokalen Dramen war, die die Menschen auf ganz unterschiedliche Weise bewältigten: durch politische Umstürze, Verfolgung von Minderheiten, Restauration alter Verhältnisse oder eben durch ein Lob der Tyrannis à la Mailand. Klassische Pestbeschreibungen wie die von Boccaccio erweisen sich als späte Stilisierung nach antiken Vorbildern, doch Bilder, Bauwerke oder anonyme Chronisten lassen ermessen, wie gross die Verunsicherung war und wie übermächtig die Sehnsucht nach der verlorenen Normalität.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 22.02.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-76729-6
Verlag C.H.Beck
Maße (L/B/H) 22.1/15/2.2 cm
Gewicht 440 g
Abbildungen mit 25 Abbildungen und 1 Karte
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 895

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Die Pest
von Kristall86 aus an der Nordseeküste am 02.03.2021

Klappentext: „Die Große Pest der Jahre um 1348 war eines der einschneidendsten Ereignisse der europäischen Geschichte. Volker Reinhardt rekonstruiert den Verlauf der Epidemie von den Anfängen in Asien bis zu ihrem vorläufigen Erlöschen in Europa, beleuchtet die unterschiedlichen Verhältnisse in ausgewählten Städten und fragt, w... Klappentext: „Die Große Pest der Jahre um 1348 war eines der einschneidendsten Ereignisse der europäischen Geschichte. Volker Reinhardt rekonstruiert den Verlauf der Epidemie von den Anfängen in Asien bis zu ihrem vorläufigen Erlöschen in Europa, beleuchtet die unterschiedlichen Verhältnisse in ausgewählten Städten und fragt, wie die Überlebenden politisch und wirtschaftlich, religiös und künstlerisch das große Sterben bewältigten. Sein spannend geschriebenes Panorama führt eindringlich vor Augen, was wir dem medizinischen Fortschritt verdanken – und wie verblüffend ähnlich wir heute trotzdem auf eine Pandemie reagieren. Als im Frühjahr 1348 die Pest nahte, ließ der Mailänder Herrscher Luchino Visconti die Stadt komplett isolieren. Kranke in der Stadt wurden vorsorglich eingemauert. So blieb Mailand als einzige Stadt Italiens verschont. Volker Reinhardt hat die verfügbaren Quellen zur Großen Pest neu gesichtet und zeigt in seinem anschaulich erzählten Buch, dass der vermeintliche europäische Flächenbrand eine Summe von lokalen Dramen war, die die Menschen auf ganz unterschiedliche Weise bewältigten: durch politische Umstürze, Verfolgung von Minderheiten, Restauration alter Verhältnisse oder eben durch ein Lob der Tyrannis à la Mailand. Klassische Pestbeschreibungen wie die von Boccaccio erweisen sich als späte Stilisierung nach antiken Vorbildern, doch Bilder, Bauwerke oder anonyme Chronisten lassen ermessen, wie groß die Verunsicherung war und wie übermächtig die Sehnsucht nach der verlorenen Normalität.“ Volker Reinhardt beleuchtet hier zwar „nur“ die Jahre 1347 bis 1353 zum Thema Pest, aber wenn man dieses Buch liest, läuft einem doch ein kalter Schauer über den Rücken, denn aktuell steckt die Welt ebenso in einer Pandemie mit dem Namen „Corona“. Ein Virus beherrscht die Welt. Nur sind wir heute auf einem ganz anderen modernen Entwicklungsstand wie damals im 14. Jahrhundert und genau diese Vergleiche und Überlegungen zwischen damals und heute haben mich auf ganzer Linie fasziniert. Reinhardt beleuchtet sehr eindringlich alle möglichen Punkte, die einem zu diesem Thema in den Sinn kommen und hat dabei exakt und intensiv recherchiert um seine Leser zufrieden zu stellen, aber nicht nur das! Als Leser klappt man dieses Buch zu und ist einfach nur erschrocken wie aktuell denn selbst heute so ein Thema wie eben „Seuche“ ist. Wobei auch hier klar ist, Reinhardt kann wirklich nur mit Fakten arbeiten, die bestmöglich belegt sind, und das ist mit Daten aus diesem Jahrhundert ja doch etwas schwierig und speziell - ihm ist es hiermit sehr gut gelungen. Seine Wortwahl ist dabei für jeden Leser erfassbar und wirkt keines Wegs als Fachlektüre für Virologen etc.. Jeder Leser wird hier Zugang finden. Dieses Buch ist ein äußerst lesenswerte Lektüre, die ich nur empfehlen kann! 5 von 5 Sterne!

Eine Analyse zwischen gestern und heute
von Sikal am 15.02.2021

Der Historiker Volker Reinhardt gehört zu den führenden Italien-Experten. Ich durfte bereits einige seiner Sachbücher lesen (z.B. Pontifex) und war von seinem Schreibstil begeistert. Ich finde, ein gutes Sachbuch sollte Wissen in einem angenehm zu lesenden Stil vermitteln – ohne hochtrabende und somit für den Laien wenig ver... Der Historiker Volker Reinhardt gehört zu den führenden Italien-Experten. Ich durfte bereits einige seiner Sachbücher lesen (z.B. Pontifex) und war von seinem Schreibstil begeistert. Ich finde, ein gutes Sachbuch sollte Wissen in einem angenehm zu lesenden Stil vermitteln – ohne hochtrabende und somit für den Laien wenig verständliche Wörter oder Satzstellungen. Das gelingt Reinhardt jedes Mal aufs Neue. „Die Macht der Seuche“ ist eine Analyse über Ausbreitung und Auswirkungen der Pest in Europa während der Jahre 1347 – 1353 (wobei auch auf die nachfolgenden Ausbrüche noch verwiesen wird). Reinhardt versucht Parallelen zwischen dieser Pest-Epidemie des 14. Jahrhunderts und der derzeitigen COVID-Pandemie herzustellen. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Die Pest und die Menschen Die Menschen und die Pest Die Menschen nach der Pest Der Autor verweist auf wenige gesicherte Fakten, weist aber auch darauf hin, dass es kein statistisch auswertbares Material aus dieser Zeit gibt, aus denen sich Opferzahlen genau errechnen ließen. Wir folgen der Ausbreitung von Sizilien über den Norden Italiens, Frankreich, Deutschland bis nach Polen, wobei der Schwerpunkt auf Italien und Avignon (als damalige Papststadt) gelegt wird. Dabei erfahren wir von unterschiedlichen Chronisten, die über Einzelschicksale berichten oder über Regierende, die zu drastischen Maßnahmen greifen, um die Ausbreitung in ihrer Stadt zu unterbinden (oder zumindest zu minimieren). Beispielsweise ließ man in Mailand Infizierte in ihren Häusern einmauern, um diese zu isolieren. Dass es nicht nur Opfer und Verlierer gegeben hat, versteht sich von selbst. Ebenso durften sich die Überlebenden über bessere Lebensbedingungen erfreuen. Reinhardt erwähnt immer wieder, welche zwischenmenschlichen Konflikte diese Krankheit hervorbrachte – wenig Solidarität oder Hilfestellung für die Erkrankten bzw. deren Familien standen an der Tagesordnung. Auch wurden – wie so oft in der Geschichte – die Juden als Sündenböcke deklariert. Was uns der Autor mitgeben möchte, ist, dass diese derzeitige Pandemie weder der Weltuntergang noch der Beginn einer neuen Epoche sein wird. Gelassenheit sollte der Schlüssel zum Erfolg sein und die Aussicht auf ein „Danach“. „So spricht alles dafür, dass nach Überwindung der Corona-Pandemie der Wille zum Vergessen und zur Rückkehr in die vertrauten Bahnen überwältigend sein wird. Das ist keine besonders stimulierende, doch eine einigermaßen beruhigende Perspektive.“ Eine wichtige und spannende Analyse, die für meinen Geschmack ausführlicher hätte sein können. 4 Sterne

Seuchen gestern und heute
von Anne Kaffeekanne am 14.02.2021

„Die Macht der Seuche“ von Volker Reinhardt ist primär ein Werk über das Wüten der Pest in Europa der Jahre 1347-1353. Es erscheint jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem wir ebenfalls mit einer Seuche zu kämpfen haben und diesen Umstand nutzt Reinhardt um Parallelen zwischen den beiden Ereignissen zu ziehen. Dabei konzentriert er s... „Die Macht der Seuche“ von Volker Reinhardt ist primär ein Werk über das Wüten der Pest in Europa der Jahre 1347-1353. Es erscheint jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem wir ebenfalls mit einer Seuche zu kämpfen haben und diesen Umstand nutzt Reinhardt um Parallelen zwischen den beiden Ereignissen zu ziehen. Dabei konzentriert er sich nicht nur auf die nackten Zahlen, die der Forschung über die Pest zugrunde liegen, sondern zeigt auch viele Einzelschicksale und ihren Umgang mit der schwierigen Situation auf. Da es anders als heute zur Corona-Pandemie nur Schätzungen zu den Todeszahlen der Pestepidemie gibt, sind die Schilderungen einzelner Bürger für einen Gesamteindruck umso wichtiger. Aus den Einzelschicksalen stellt Reinhardt ein Gesamtbild her, welches von Angst, Verzweiflung und Wut der Betroffenen zeugt. Interessant hierbei ist, dass die Pest nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner hervorgebracht hat, ähnlich wie es sich heute beobachten lässt. Durch das massenhafte Sterben wurden einerseits lukrative Ämter und Positionen frei, andererseits wurden Ländereien und Güter vererbt. Was zudem alle Schilderungen eint ist die Rat- und Hilflosigkeit aufgrund der plötzlich mit voller Wucht eintreffenden Seuche und ihre Suche nach Erklärungen. Oft wird Gottes Zorn als Grund aufgeführt. Auch versprachen sich viele Chronisten eine Läuterung der Gesellschaft nach der Katastrophe. So bestand die Hoffnung, dass Moral und Tugend mit neuer Stärke hervortreten und Sündhaftigkeit keinen Platz mehr in der Gesellschaft haben würden. Es bleibt abzuwarten, ob dies tatsächlich eintritt. Reinhardts Quellenanalysen lassen sich durchweg gut und flüssig lesen. Sie sind ansprechend und lebendig. Seine wissenschaftlichen Analysen sind gut verständlich und ebnen auch dem Laien einen Zugang zu der Thematik. So lässt sich abschließend sagen, dass „Die Macht der Seuche“ ein interessantes und wichtiges Werk zur richtigen Zeit ist und uns vor allem vor Augen führt, dass jede Katastrophe auch ein Ende hat.


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  • Einleitung - Zeiten der Verunsicherung, einst und heute

    Erster Teil - DIE PEST UND DIE MENSCHEN

    1. Herkunft und Ankunft

    2. Ausbreitung

    3. Symptome und Ursachen

    4. Sterbeziffern und Bevölkerungsverluste

    5. Reich und Arm

    6. Auf der Suche nach Brot, Sinn und Seelenheil

    Zweiter Teil - DIE MENSCHEN UND DIE PEST

    1. Überlebende berichten

    2. Kaufleute, Literaten und Parvenüs in Florenz

    3. Pest und politischer Neuanfang in Rom

    4. Keine Pesttoten: Das Wunder von Mailand

    5. Ein Putsch nach der Pest: Venedig

    6. Viel Rauch und soziale Distanz: Der Papst in Avignon

    7. Eine Stadt rückt zusammen: Die Pest in Paris

    8. Pogrome und Geissler: Würzburg, Strassburg, Frankfurt

    9. Ursachenforschung und Gegenmassnahmen: Europäische Vergleiche

    Dritter Teil - DIE MENSCHEN NACH DER PEST

    1. Gewöhnung, Prävention und kulturelle Prägungen

    2. Wirtschaftliche Vorteile der Besitzlosen

    3. Die Stärkung der Mächtigen

    4. Das neue Selbstbewusstsein der Unterschichten

    5. Der Machtverlust der Päpste

    6. Wie die Humanisten mit der Pest umgingen

    7. Auf der Suche nach der Pest in Bildern und Statuen

    8. Kinder der Pest: Die Heilige und der Kapitalist

    Epilog: Alte Gewissheiten und neue Hoffnungen

    Anhang

    Anmerkungen

    Quellen und Literatur

    Bildnachweis

    Personenregister