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Fang den Hasen

Roman

Lana Bastašić

(6)
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Beschreibung

Ein unerwarteter Anruf, der die beiden Jugendfreundinnen Sara und Lejla nach Jahren wieder zusammenführt. Ein verrückter Roadtrip in einem Opel Astra durch den Balkan nach Wien und immer tiefer hinein in die Abgründe der jugoslawischen Geschichte. Eine verzweifelte Suche nach dem verschollenen Bruder und etwas, das Hoffnung verdammt nahekommt.
»Fang den Hasen« ist nicht nur das mitreissende Porträt einer aussergewöhnlichen Frauenfreundschaft, sondern das einer verlorenen Generation, die um ihre Heimat und Identität betrogen wurde. Mit einer fesselnden Sprache zwischen rebellischem Trotz und beissender Komik nimmt uns Bastašić auf eine rasante Reise in Europas »Herz der Finsternis«.

Ein kluger, schonungsloser Roadtrip durch die Historie Jugoslawiens

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 10.03.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-397032-6
Verlag S. Fischer Verlag
Maße (L/B/H) 20.8/12.8/3.5 cm
Gewicht 427 g
Originaltitel Uhvati zeca
Abbildungen 1 schwarzweisse -Abbildung
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Rebekka Zeinzinger
Verkaufsrang 2127

Kundenbewertungen

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Freundschaft, Dunkelheit und Krieg
von einer Kundin/einem Kunden aus Dresden am 31.03.2021

„von vorne anfangen.“ – Mitten im Satz und doch ganz am Anfang einer Geschichte von Freundschaft, Dunkelheit und Krieg beginnt Lana Bastašićs famoses Debüt. Zwölf Jahre sind vergangen, seit sich Lejla, die Bosniakin, und Sara, die Serbin, zuletzt gesehen haben. Was die Mädchen seit der Grundschule zusammenhielt, trennte sie n... „von vorne anfangen.“ – Mitten im Satz und doch ganz am Anfang einer Geschichte von Freundschaft, Dunkelheit und Krieg beginnt Lana Bastašićs famoses Debüt. Zwölf Jahre sind vergangen, seit sich Lejla, die Bosniakin, und Sara, die Serbin, zuletzt gesehen haben. Was die Mädchen seit der Grundschule zusammenhielt, trennte sie nach der Matura unwiderruflich voneinander. Sara zog es nach Dublin, wo sie als Lyrikerin ihre Muttersprache ebenso abzustreifen versuchte, wie die Bürde ihrer Herkunft. Lejla hat das kriegsversehrte Land niemals verlassen (können) und arbeitet als Kellnerin. Jetzt sitzen beide zusammen in einem maroden Opel Astra und sind unterwegs durch die Finsternis ihrer Heimat, die einmal Jugoslawien war. Sie fahren von Mostar nach Wien, weil Lejla in Hoffnung auf Licht behauptet, dass ihr Bruder dort sei. Armin wird seit über 20 Jahren vermisst. Leser*innen folgen den jungen Frauen auf ihrem schonungslosen Roadtrip durch Europa und erkunden die Biografie ihrer Freundschaft. Sara erzählt die Geschichte abwechselnd aus Vergangenheit und Gegenwart. Doch was sie als absolut schildert, entpuppt sich zunehmend als rein subjektive Wahrheit, die durch Lejlas Wahrnehmung korrigiert wird. Die einst unzertrennlichen Mädchen, die gegensätzlicher nicht sein könnten, durchleben eine zwiespältige Nähe aus Befremden und Anziehung. Jede Etappe ihrer Reise bringt sie ihrem Ziel ebenso näher, wie der Wahrheit über Arnim und einem Hasen. „Fang den Hasen“ ist ein wahres Coming-of-Age-Epos über Ungleichheit und Ethnie, eingebettet in die Auswirkungen der Ungerechtigkeiten politischer Machtstrukturen im bosnischen Krieg. Bastašićs Sprache ist poetisch und präzise, voller Einfälle und origineller Gedanken. Mit meisterlicher Leichtigkeit lässt sie doppelbödige Situationen komisch und harmlos erscheinen und verschleiert Bedeutungen im Subtext. Übersetzerin Rebekka Zeinzinger schafft es diese vielschichtigen Sprachbilder vom Bosnischen ins Deutsche zu übertragen. Ich bin absolut hingerissen von diesem Debüt und Lana Bastašić – politisch, persönlich und emotional! Fangt den Hasen, lest dieses Buch – Empfehlung meines Jahreshighlights! Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Lana Bastašić - Fang den Hasen
von Miss.mesmerized am 28.03.2021

Ein Anruf katapultiert Sara aus ihrem Leben in Dublin zurück in ihre Kindheit und Jugend nach Bosnien. Einst waren sie und Lejla unzertrennliche Freundinnen, am ersten Schultag haben sie sich kennengelernt und selbst beim Studium noch die Bank geteilt. So gegensätzlich sie waren – Sara Tochter des Polizeichefs, immer eher zurück... Ein Anruf katapultiert Sara aus ihrem Leben in Dublin zurück in ihre Kindheit und Jugend nach Bosnien. Einst waren sie und Lejla unzertrennliche Freundinnen, am ersten Schultag haben sie sich kennengelernt und selbst beim Studium noch die Bank geteilt. So gegensätzlich sie waren – Sara Tochter des Polizeichefs, immer eher zurückhaltend und nachdenklich, Lejla die Wilde aus der Familie mit zweifelhaftem Ruf – so eng war doch die Freundschaft. Ebenso zu Lejlas Bruder, der nur wenige Jahre älter für Sara der erste Kontakt zu einem Jungen darstellte. Bis Armin verschwand, wie so viele zur Zeit des auseinanderfallenden Jugoslawien. Doch nun ist er scheinbar in Wien und Lejla benötigt einen Fahrer, weshalb sie nach 12 Jahren Funkstille um Saras Hilfe bittet. Lana Bastašićs Roman „Fang den Hasen“ wurde 2020 mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet. Dieser wird jährlich an aufstrebende Schriftsteller:innen verliehen und würdigt den Reichtum der zeitgenössischen Literatur sowie das kulturelle und sprachliche Erbe Europas. Obwohl die Autorin viele Jahre in Irland und auch Spanien lebte, erschien der Roman in bosnischer Sprache. Als Mitbegründerin des „3+3 sisters“ Projekts fördert sie Schriftstellerinnen des Balkans. Dort ist auch ihre Geschichte tief verwurzelt. Das weiße namenlose Kaninchen, dem einst schon Alice in das Wunderland folgte, ist einer der wesentlichen Verbindungen zwischen Lejla und Sara. Immer wieder taucht der Hase und die Erinnerung an diesen bzw. auch dessen Nachfolger im Roman auf. Wie die andere literarische Mädchenfigur stößt auch Sara auf zahlreiche Türen, wenn auch in ihrem Gedächtnis, die sich nach und nach öffnen und all das, was sie viele Jahre vergessen glaubte, wieder hervorbringen. Die Reise der beiden Freundinnen von Mostar nach Wien ist kein fröhlich-freudiges Wiedersehen. Eine hat sich davongemacht, im reichen Europa ein gutes Leben gefunden, während die andere zwischen den Trümmern des Balkankrieges über die Runden kommen muss. Konnten sie als Kinder noch über die Ungleichheiten und die Zugehörigkeit zu verschiedenen Volksgruppen hinwegsehen, war es für die jungen Erwachsenen nicht mehr möglich, die unterschiedlich verteilten Privilegien zu ignorieren. Aus Sicht Saras wird die Begegnung mit der Vergangenheit geschildert. Dies ist notwendigerweise völlig subjektiv und wirft immer wieder auch Fragen auf - ist sie wirklich so unschuldig an der Situation, wie sie sich sieht? Sind ihre Erinnerungen korrekt oder hat sie sich etwas zusammengereimt, was für sie die günstigere Darstellung ist? Diese hindern sie jedoch nicht an einem humorvollen und oft ironischen Erzählton, der locker durch die Handlung trägt, auch wenn diese durchaus nachdenklich stimmende und hochpolitische Aspekte beinhaltet. Es ist kein harmloser Roadtrip, auf den sich beiden jungen Frauen begeben, dieser ist nur der Hintergrund, vor dem sich die Zerrissenheit einer ganzen Region offenbart. Ein beachtenswertes Debüt, das unter einer lockeren Oberfläche einen tiefen Abgrund bereithält.

von einer Kundin/einem Kunden am 13.03.2021
Bewertet: anderes Format

Sicher steckt etwas von der Identität der Autorin in dem Buch. Die Rückkehr in die Heimat, von der sich die Heldin in einschneidender Weise abgewandt hat, kommt nur auf Drängen der ehemals besten Freundin zustande. Erinnerungen kommen auf den Prüfstand, Realitäten ändern sich.


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