Krach

Roman

Tijan Sila

(4)
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Beschreibung

»Ein furioser Roman über das Erwachsenwerden im toten Winkel der Gesellschaft und eine kalte Dusche für lauwarmes Erzählen.« Arno Frank.

Eine Punkband in der Pfälzischen Provinz der Neunzigerjahre – was kann da schon schiefgehen? In seinem unverwechselbaren Ton schreibt Tijan Sila einen humorvoll wilden, zarten Roman über die identitätsstiftende Kraft von Subkulturen. 1998, inmitten der Baseballschlägerjahre, gründet der 18-jährige Gansi mit seinen Freunden in der Kleinstadt Calvusberg die Punkband Pur Jus. Während es seinen Eltern, die vor vielen Jahren aus Bosnien nach Deutschland gekommen sind, lieber wäre, würde er wie sein älterer Bruder Predrag Chirurg werden und in eine Villa am Heidelberger Neckarufer ziehen, veranstaltet er Radau im heimischen Club Fiasko, tourt durch das tief gespaltene Land vom blitzsauberen Jugendzentrum in Freiburg zum besetzten Haus in Heidenau, lässt sich von einem Fascho die Lippe spalten und von der finsteren Gitarristin Ursel das Herz brechen. Dann trifft er Katja, die in »Texas« lebt, einem Viertel in Calvusberg, das sogar die Punks fürchten. Sie lernt fürs Abi, ist sehr für gewaltfreie Konfliktlösung und hört lieber Madonna statt Buzzcocks. Gansi ist bis zur geföhnten und blondierten Haartolle verliebt in sie. Alles scheint perfekt – doch bald sind es nicht mehr nur die omnipräsenten Nazis, die für Pur Jus zur Gefahr werden. Tijan Sila führt die Leser*innen ins Herz einer Szene, die er sehr gut kennt: Er zog in den Neunzigerjahren selbst mit seiner Punkband Atlas Lanze durch Deutschland und hat gerade mit seiner neuen Band Korrekte Drinks eine Single aufgenommen.

»Aufs Maul, aber zärtlich: Wunderbarer Punk-Roman aus der Provinz.«

Produktdetails

Verkaufsrang 2213
Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 06.05.2021
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Seitenzahl 272
Maße (L/B/H) 20.8/12.6/2.7 cm
Gewicht 373 g
Auflage 2. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05375-3

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Cool, cooler, Krach
von Lesendes Federvieh aus München am 01.08.2021

Was für ein tolles Buch! Dieser rasante, rotzige Roman kracht wirklich ordentlich. Von der ersten Seite an wurde ich durch die flotte, ehrliche, herrlich lebendige und bildhafte Erzählweise mitgerissen in die Welt des Punks zu Gansi und seinen Freunden. Zu Figuren, die jeder für sich genommen „echte Typen“ sind, schräg, schrulli... Was für ein tolles Buch! Dieser rasante, rotzige Roman kracht wirklich ordentlich. Von der ersten Seite an wurde ich durch die flotte, ehrliche, herrlich lebendige und bildhafte Erzählweise mitgerissen in die Welt des Punks zu Gansi und seinen Freunden. Zu Figuren, die jeder für sich genommen „echte Typen“ sind, schräg, schrullig und stark – und gerade deshalb auch so sympathisch und liebenswert. Diese Charaktere vor Augen, erfährt man eine Menge über das Leben einer Punkband aus der Provinz Ende der 1990er Jahre, über die Freude einfach Musik zu machen und Konzerte zu spielen, spürt die Coolness, die für Punks eine große Rolle spielt, man gewinnt obendrein aber noch eindringlichere Einblicke hinter die Kulissen: Denn auch Gewalt, die jederzeit aufflammen kann, wenn Menschen unterschiedlicher Gruppierungen aufeinandertreffen, spielt eine große Rolle in diesem Roman. Doch das gehört eben hier dazu und deshalb dürfen Prügel und Schlägereien auch ein Teil von Literatur sein, wenn sie, wie hier, einfach spürbar sein sollen und sich nicht als Machtdemonstration anfühlen. In „Krach“ dreht sich vordergründig zwar alles um Punk und um Musik, doch hinter den Seiten steckt soviel mehr, denn diese Geschichte sagt auch viel über die menschliche Seele aus, hier konkret über das Erwachsenwerden und die Hürden, die auf diesem Weg zu überspringen sind. Darüber hinaus wird auch immer wieder das Thema Migration eingeflochten, unaufdringlich und sensibel. „Krach“ ist ein flotter, mitreißender und gleichzeitig warmherziger Roman, den ich von der ersten Seite an geliebt habe. Obwohl ich bisher mit Punkrock eigentlich nicht viel am Hut hatte, gingen der Spaß und die Leidenschaft der grandiosen Protagonisten unwillkürlich auf mich über, es war eine coole Tour zurück in Jugendzeiten.

Punk ist Liebe. Punk ist Krach!
von einer Kundin/einem Kunden aus Dresden am 07.06.2021

Kennt ihr diesen (seltenen!) Moment, in dem ihr ein Buch aufschlagt, den ersten Satz lest und lächelt, weil ihr wisst, dass ihr es lieben werdet? Tijan Silas „Krach“ hat so mein Herz erobert: „Es waren etwa fünfzig Faschos, und obwohl sie selbst für Naziverhältnisse ziemlich schlecht angezogen waren, ging mir bei ihrem Anbli... Kennt ihr diesen (seltenen!) Moment, in dem ihr ein Buch aufschlagt, den ersten Satz lest und lächelt, weil ihr wisst, dass ihr es lieben werdet? Tijan Silas „Krach“ hat so mein Herz erobert: „Es waren etwa fünfzig Faschos, und obwohl sie selbst für Naziverhältnisse ziemlich schlecht angezogen waren, ging mir bei ihrem Anblick der Arsch zu: die reinsten Kannibalen.“ …doch wie hat das Ganze eigentlich angefangen? Wir befinden uns in Calvusberg, einem Kaff der pfälzischen Provinz. Sabahudin, genannt Budo oder Gansi, zieht als Gitarrist gemeinsam mit seiner Punkband PUR JUS Ende der Neunzigerjahre durch die Clubs der Republik. Oder jedenfalls durch die Jugendzentren. Also die kleinen, versifften, die nur von denen gefunden werden können, die bereits wissen, wo sie sind. Aber das tut dem Gefühl keinen Abbruch, alle Großen haben schließlich einmal klein angefangen. Deswegen steht der Erfolg der Band für Budo auch klar im Vordergrund, das anstehende Abi nur in seinem Weg. Während sich seine bosnisch stämmigen Eltern noch eine Karriere für ihn ausmalen (sein Bruder ist immerhin Chirurg), überschlagen sich die Ereignisse in Budos Leben und zwischen Schlägereien mit (Neo-)Nazis und erster Verliebtheit, entwickelt sich alles anders, als er sich vorgestellt hat… Ich habe jetzt lange versucht, all meine Gedanken in diese Rezension zu legen, alles genau zu beschreiben – und bin (schlicht – und passend) krachend gescheitert – Silas dritter Roman hat nämlich einfach alles! „Krach“ ist die laute, aber sehr (!) lustige, wunderbar trockene, aber vor allem liebevolle Ode an die Verunsichertheit des jugendlichen Ichs, ein Coming-of-Age fernab ironischer Pop-Romane und eine entwaffnend authentische, liebevoll umschriebene Reise ins Herz (m)eines Sehnsuchtsorts, zurück in die Jugend! Und seit _damals_ hat sich gar nicht so viel verändert, denn Punk ist immer noch Spaß und Mitmachen. Punk ist Liebe. Punk ist Krach! Meine Herzensempfehlung für grundsätzlich Krachbegeisterte und vermeintlich Lärmgeschädigte, Dorfkinder und Stadtblagen, Kleinstadtexzentriker und Großstadtneurotiker. Eine Hommage an die Jugend, das Leben und die Musik – eine Liebe, die nie zu Ende gehen wird!

`Good and Bad Vibes'
von Constanze Pachner aus Viernheim am 05.06.2021

"1998, inmitten der Baseballschlägerjahre, gründet der 18-jährige Hansi in der pfälzischen Provinz die Punkband 'Pur Jus'. Statt für das Abitur zu lernen, veranstaltet er Radau im heimischen Club 'Fiasko', tourt vom blitzsauberen Jugendzentrum in Freiburg zum besetzten Haus in Heidenau, lässt sich von Faschos die Lippe spalten u... "1998, inmitten der Baseballschlägerjahre, gründet der 18-jährige Hansi in der pfälzischen Provinz die Punkband 'Pur Jus'. Statt für das Abitur zu lernen, veranstaltet er Radau im heimischen Club 'Fiasko', tourt vom blitzsauberen Jugendzentrum in Freiburg zum besetzten Haus in Heidenau, lässt sich von Faschos die Lippe spalten und von der finsteren Gitarristin Ursel das Herz brechen. Doch bald sind es nicht mehr nur die omnipräsenten Nazis, die für 'Pur Jus' zur echten Gefahr werden." (Klappentext) Vor zwei Tagen gab es mit Tijan Sila eine online übertragene Lesung bei der Leipziger Buchmesse. Drei Wesensmerkmale erwähnte er dort, die er mit der Umsetzung seines Romanes erreichen wollte: In dieser so gelähmten Zeit wollte er den Lesern mit einem humorvollem Ton begegnen, selbst wenn er neben 'Good Vibes' auch 'Bad Vibes' aus den 90ern zum Thema macht, die weit über die Punkrock-Szene hinausgehen. KRASS gelungen, der zum schmunzeln bringende, bissig humorvolle Ton wackelt auf keiner Seite. Die Erinnerungen an die erziehende Elterngeneration wollte er mit dankbarer Wertschätzung beseelen und nicht mit einem erhobenen Zeigefinger. KRASS gelungen, die unerschütterlich zusammen haltende Liebe in der Familie von Gansi schärft wärmend den Blick auf bosnisch kulturelle Einflüsse. Eine Hommage an die Möglichkeiten aus seiner Coming-of-age - Zeit wollte er mit popkulturellen Mitteln sowohl seiner als auch der heranwachsenden Generation von heute hinterlassen. Junge Menschen, die in dieser Pandemie die größten Bürden tragen müssen für die Älteren. Verzicht um Verzicht, eingesperrt, Glückshormone suchend in den sozialen Medien, keine Party, kein Sport, kein Konzert, keine Reibung, keine Berührung, und brutal aus dem Fokus der Medien genommen. KRASS gelungen, denn - ein Jahr jünger als Tijan Sila-, rief er genau dies in mir auf. Ja, welch ein Glück hatten wir damals, was war für das Abstoßen unserer Hörner, für das mit anderen im 'real life' bis in jede Faser spürende 'Sau-raus-lassen' alles möglich? Tijan Sila schreibt empathisch, scharfsinnig und unglaublich humorvoll. Die Arbeit mit jungen Menschen an einer Berufsschule strahlt auf sein Reden und Schreiben ab, denn zart und laut vereint er jeden Satz mit jugendlichem Schwung. Ein krasser Trip!


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