Tod in Fremantle

Chronik einer Nachforschung

Walter Kaufmann

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Beschreibung

Hätte ich mir nicht auf dem Weg zum Trilby Crocker Hostel so eine Art Safarihut gekauft, ein breitkrempiges Ding aus grünem Denim, ich wäre womöglich auf der Strecke geblieben. Unbarmherzig brannte die Sonne, und das Hemd klebte mir zwischen den Schulterblättern und unter den Armen wie eine zweite Haut, ehe ich ans Ziel gelangte - ein verfallenes Holzhaus am Rand der Stadt, auf dessen Treppe im Schatten des vorstehenden Wellblechdachs ein alter Mann hockte, ein Schwarzer, zerlumpt, runzlig und dürr, der mich wie eine Erscheinung bestaunte.
Am Ende war es einer, der nichts mehr zu verlieren hatte und, innerlich zerrüttet, nur noch auf Rache sann, ein zu lebenslanger Haft verurteilter Strafgefangener namens Mahoney, der die Wahrheit auspackte, die furchtbare Wahrheit - es war Mord und kein Unfall!
Der Handlungsbogen unserer Chronik erstreckt sich über zwanzig Jahre, von 1964 bis 1984, und über die halbe Welt - von Karl-Marx-Stadt bis zum Hafen von Fremantle an Australiens Westküste, wo die Hintergründe des Mordes an einem jungen Mann aufgeklärt werden, der, wie alle Aborigines, in seinem Land gebrandmarkt und auf der Flucht war.

Walter Kaufmann (eigentlich Jizchak Schmeidler) wurde 1924 in Berlin als Sohn einer jüdischen Verkäuferin geboren und 1926 von einem jüdischen Anwaltsehepaar adoptiert. Er wuchs in Duisburg auf und besuchte dort das Gymnasium. Seine Adoptiveltern wurden nach der Reichskristallnacht verhaftet, kamen ins KZ Theresienstadt und wurden im KZ Auschwitz ermordet. Ihm gelang 1939 mit einem Kindertransport die Flucht über die Niederlande nach Grossbritannien.
Dort wurde er interniert und 1940 mit dem Schiff nach Australien gebracht. Anfangs arbeitete er als Landarbeiter und Obstpflücker und diente als Freiwilliger vier Jahre in der Australischen Armee.
Nach 1945 verdiente er seinen Lebensunterhalt als Strassenfotograf, auf einer Werft, im Schlachthof und als Seemann der Handelsmarine. 1949 begann er seinen ersten Roman, der 1953 in Melbourne erschien.
1957 übersiedelte er in die DDR, behielt jedoch die australische Staatsbürgerschaft. Seit Ende der 1950er Jahre ist Walter Kaufmann freischaffender Schriftsteller. Ab 1955 gehörte er dem Deutschen Schriftstellerverband und ab 1975 der PEN-Zentrum der DDR, dessen Generalsekretär er von 1985 bis 1993 war. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.
Walter Kaufmann war ausserdem in mehreren DEFA-Filmen als Darsteller tätig, teilweise unter dem Pseudonym John Mercator.
Auszeichnungen
1959: Mary Gilmore Award
1961, 1964: Theodor-Fontane-Preis des Bezirkes Potsdam
1967: Heinrich-Mann-Preis
1993: Literaturpreis Ruhrgebiet

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 140 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 04.11.2020
Sprache Deutsch
EAN 9783965212824
Verlag EDITION digital
Dateigröße 387 KB

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