Gestapelte Frauen

Roman

Patrícia Melo

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Beschreibung


Sie verliebt sich schnell in Amir – charmant, intelligent, interessiert. Die Unterhaltungen belebend, die Nächte im lebhaften São Paulo berauschend. Dann die Ohrfeige, die Beleidigung. Um so weit weg wie nur möglich von ihm zu sein, nimmt die junge Anwältin eine Stelle im entlegenen Cruzeiro do Sul an. Als Beobachterin nimmt sie an Gerichtsverhandlungen zu brutalen Frauenmorden teil. Immer näher kommt sie dem Leben der Opfer – den Töchtern, den Müttern, den Freundinnen. Und immer eindringlicher verfolgen sie Bilder aus ihrer Kindheit, Bilder ihrer eigenen Mutter.

Um der Wirklichkeit zu entkommen, flüchtet sie sich in eine Traumwelt – in geheimnisumwirkte Wälder und Flüsse, an die Seite von Amazonen, die die Täter verfolgen. In der Realität aber scheint die Gerechtigkeit unerreichbar.

»Patrícia Melo nimmt uns mit auf die Spurensuche, und sie zwingt uns dazu, ganz genau hinzusehen. Eine Recherche mit den Mitteln der Kriminalliteratur – bestechend und bestürzend.«

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 15.02.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-293-00568-6
Verlag Unionsverlag
Maße (L/B/H) 21.5/13.4/2.7 cm
Gewicht 380 g
Originaltitel Mulheres Empilhadas
Auflage 1
Übersetzer Barbara Mesquita
Verkaufsrang 12772

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Die Akten voller Gewalt
von BjoernAndBooks aus Hildesheim am 14.05.2021

Txupira ist tot – und sie ist bei weitem nicht die Einzige. Die brasilianische Provinz Acre wird von einer riesenhaften Welle an Femiziden heimgesucht, die an Schrecklichkeit und Intensität kaum mehr zu überbieten ist. Die namenlose Ich-Erzählerin reist als Juristin nach Cruzeiro do Sul, um die dort stattfindenden Prozesse rund ... Txupira ist tot – und sie ist bei weitem nicht die Einzige. Die brasilianische Provinz Acre wird von einer riesenhaften Welle an Femiziden heimgesucht, die an Schrecklichkeit und Intensität kaum mehr zu überbieten ist. Die namenlose Ich-Erzählerin reist als Juristin nach Cruzeiro do Sul, um die dort stattfindenden Prozesse rund um die Morde an den Frauen der Region mitzuverfolgen. Die Schicksale der weiblichen Opfer ziehen sie mehr und mehr in ihren Bann, und die Gewalttätigkeit macht auch vor der Ich-Erzählerin, die mit Hilfe der Anwältin Carla und der Journalistin Rita weitere Nachforschungen anstellt, nicht Halt. Ein Strudel aus skrupelloser Brutalität und anschwellenden Aggressionen braut sich um die Protagonistin zusammen. „In Wahrheit aber ist die Mehrheit vollkommen normal und gesund, ebenso wie sie vollkommen mörderisch ist“. (S. 95) Patrícia Melo hat einen Roman geschaffen, der auf Tatsachen beruht. Nicht nur die Provinz Acre, sondern im Grunde ganz Brasilien und auch das übrige Lateinamerika sehen sich damit konfrontiert, zahlreiche Prozesse zu führen, denen unvorstellbare Gewaltakte gegen Frauen vorangegangen sind. Ihre Ich-Erzählerin ist eine starke Persönlichkeit, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat, die sie stark in die Thematik involvieren. Melo gelingt dies mit einer sehr direkten Sprache, die nichts beschönigt und die Fakten hart in die Erzählung integriert. Das geht dabei oft bis an die Grenze, und ich sage bewusst nicht „des Erträglichen“, denn diese Wahrheiten gilt es für die Leser*innen auszuhalten, um den Opfern gerecht zu werden. Eine besondere Rolle in der Erzählung spielt auch, dass besonders die Frauen aus der indigenen Bevölkerung, die Opfer dieser Gewalt werden, oftmals nicht als solche anerkannt werden. Die Gewalt an ihnen wird verharmlost, ihren Mördern werden Rechtfertigungen an die Seite gestellt, auch von Seiten der Justiz. Melo weist darauf hin, sie klagt an, sie bleibt niemals leise und konfrontiert permanent. Das ist so eindrucksvoll, mutig und wichtig, dass einem kaum Worte dafür bleiben, welcher Respekt der Autorin mit diesem Werk gebührt. Sie lässt die Ich-Erzählerin durch den Konsum eines Tranks der indigenen Bevölkerung in eine Fantasiewelt abdriften, die Realität und Imagination miteinander zu verschmelzen weiß. Was ist wahr? Was ist erdacht? Diese Fragen stellen sich in der Folge innerhalb der erzählten Handlung und weisen gleichzeitig auf die Absurdität so mancher juristischer Entscheidung in den Femizid-Prozessen hin. Eine wirklich schlaue und unzerstörbare Kraft, die Melo mit ihren „Gestapelten Frauen“ geweckt hat. Danke! [Triggerwarnung: (sexuelle) Gewalt gegen Frauen, Femizide]

von einer Kundin/einem Kunden am 09.04.2021
Bewertet: anderes Format

Dieses Buch hat mich so richtig aufgerüttelt. Ich musste bewusst Pausen einlegen und es dosiert lesen. Harte Kost und sehr authentisch erzählt. Gerade weil Brasilien so für seinen Hohen Anteil an Kriminialität bekannt ist, geht es einem noch näher.


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