Persepolis

Marjane Satrapi

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Beschreibung

Im Jahr 1979 fegt die Iranische Revolution unter Ayatollah Chomeini den Schah von Persien vom Thron. Marjane ist zehn Jahre alt und das einzige Kind einer linksintellek­tuellen Familie aus dem Teheraner Bürgertum, die hofft, dass nun bessere Zeiten anbrechen. Bald jedoch wachen Revolutionswächter über den Kopftuchzwang, und der Iran­-Irak­-Krieg bricht aus. Marjane lässt sich nicht unter­kriegen und rebelliert mit Kim-­Wilde-­Kassetten und Nike-­Turnschuhen. Zu ihrer eigenen Sicherheit wird sie von den Eltern als 14­Jährige allein nach Österreich geschickt. Doch mit der westlichen Lebensart kommt sie nicht zurecht und kehrt nach vier Jahren wieder in den Iran zurück.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 356
Erscheinungsdatum 01.02.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-03731-210-0
Verlag Edition Moderne
Maße (L/B/H) 24.4/17.1/3.5 cm
Gewicht 860 g
Auflage 7. überarbeitete Auflage
Übersetzer Stephan Pörtner
Verkaufsrang 29018

Kundenbewertungen

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Persepolis von Marjane Satrapi
von Io am 13.06.2020
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

Lässig, wie hier eine komplexe Geschichte als Graphic Novel erzählt wird. Gleichzeitig eine Geschichtslektion.

Der Wunsch nach Freiheit und Frieden
von einer Kundin/einem Kunden am 27.06.2018
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

Eine Graphic Novel, die mich noch lange beschäftigt hat. Die Geschichte spielt zwar Ender der 1970er/ Anfang der 1980er Jahre, ist aber trotzdem hochaktuell.

Auch 18 Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe noch aktuell
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 24.02.2018
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

Bei autobiographischen Werken widerstrebt es mir, sie nach meinen normalen Kriterien zu besprechen, wie "Originalität", "Spannungsbogen" oder "Charakterentwicklung" – denn sie sind eben so originell und spannend wie das Leben, und die Charaktere entwickeln sich für gewöhnlich so, wie sie es in Wirklichkeit taten. Wie soll man da... Bei autobiographischen Werken widerstrebt es mir, sie nach meinen normalen Kriterien zu besprechen, wie "Originalität", "Spannungsbogen" oder "Charakterentwicklung" – denn sie sind eben so originell und spannend wie das Leben, und die Charaktere entwickeln sich für gewöhnlich so, wie sie es in Wirklichkeit taten. Wie soll man das objektiv bewerten? Deswegen möchte ich nur ein paar Gedanken zu diesem Comic mit euch teilen: "Persepolis" ist ursprünglich zwischen 2000 bis 2003 in vier kürzeren Einzelbänden auf Französisch erschienen. Es folgten Übersetzungen in verschiedene Sprachen sowie diverse Auszeichnungen, 2007 wurde die Geschichte als Zeichentrickfilm umgesetzt. Auch achtzehn Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen des ersten Bandes ist "Persepolis" in meinen Augen immer noch immens wichtig, denn es ermöglicht dem Leser, hinter die Kulissen des Islamischen Regimes zu blicken. Und dort sieht man zwar auch Menschen, die den Vorurteilen entsprechen – fanatisch oder zumindest sehr rigide in ihren religiösen Ansichten –, aber vor allem Menschen, deren Hoffnungen und Träume ein ganz anderes Bild zeichnen. Eltern, die sich mehr Bildungsmöglichkeiten für ihre Töchter wünschen. Frauen, die als kleiner Akt der Rebellion Jeans unter dem Hidschāb tragen. (Was schon zur Verhaftung führen kann, wenn sie der Sittenpolizei in die Arme laufen.) Kurz gesagt: Menschen, die sich gar nicht mal so sehr von uns unterscheiden, nur leben sie in Umständen, die ihre Freiheit gravierend beschneiden. Wer zum Zeitpunkt der Revolution von 1979 noch nicht geboren oder sehr jung war, ist sich vielleicht gar nicht bewusst, dass sich die Frauen im Iran nicht immer schon verschleiern mussten. Aber Marjane Satrapi erinnert sich noch gut an eine Zeit, als ihre Mutter westliche Kleidung trug und die Nachbarin sogar vorzugsweise im knappen Minirock herumlief. Marjane war zehn Jahre alt, als sie plötzlich ihre liberale Schule verlassen und in ihrer neuen religiösen Schule Verschleierung tragen musste. Die kleinen Mädchen, die sich der Gefahr nicht bewusst sind, rebellieren, werfen ihre Kopftücher von sich oder knüpfen sie zu einem Springseil zusammen. Aber es dauert nicht lange, bis sie sich zweimal am Tag Musik anhören müssen, die die "Märtyrer" preist, und sich dabei wiederholt heftig gegen die Brust schlagen. Und das ist erst der Beginn. Die Autorin schildert ihre Erlebnisse in den folgenden Jahren, während Revolution und Krieg, mit viel Humor, ohne die Tragik zu schmälern, bei der einem manchmal die Luft wegbleibt – auch dann, wenn man den Luxus genießt, in einem freien Land gemütlich mit dem Comic auf dem Sofa zu sitzen. Vor allem bringt sie dem Leser die Menschen näher, die nichts von all dem wollten, aber machtlos waren, es zu stoppen. Die das alles nicht verdient haben, und dazu gehört, dass sie es nicht verdient haben, pauschal als Fanatiker und Terroristen betrachtet zu werden. Marjane selber ist ein entschlossenes intelligentes Mädchen, manchmal stur, manchmal frech, oft am Rande dessen, was noch sicher ist. Als Teenager kauft sie Musikkassetten und Anstecker auf dem Schwarzmarkt, trägt eine Jeansjacke über dem Schleier oder widerspricht wütend der Propaganda ihrer Lehrerin – was letztendlich dazu führt, dass ihre Eltern sie zu ihrer eigenen Sicherheit aus dem Land schaffen, nach Wien, wo sie sich entwurzelt fühlt und jeden Halt verliert. Ich rechne es der Autorin hoch an, dass sie ihr eigenes Verhalten mit schonungsloser Ehrlichkeit schildert, ohne Entschuldigungen dafür zu finden. Denn sie ist nicht perfekt, sie tut sogar Dinge, die ich schockierend fand - einmal denunziert sie zum Beispiel einen unschuldigen Mann, um die Sittenwache von sich abzulenken, was in krassen Kontrast zu dem steht, was sie eigentlich denkt und glaubt. Dieser Comic zeigt, was ständige Angst aus Menschen macht – aber auch, dass es immer Widerstand gibt und dass Liebe und Mitgefühl noch unter schlimmsten Bedingungen treibende Kräfte sind.


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