Träume und Kulissen

Roman

Alida Bremer

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Beschreibung

Sommer 1936: In Split, der »Perle des Meeres« an der Adriaküste, herrschen buntes Treiben und frivole Leichtigkeit. Unter die Touristen der europäischen Hautevolee mischen sich aber zunehmend auch Juden auf der Flucht, Kommunisten und andere Gegner des NS-Regimes und mit ihnen Schlepper und Spione aus aller Herren Länder. Nicht weniger Argwohn wecken deutsche Filmteams, selbst wenn die Einheimischen stolz darauf sind, dass ihre Stadt als beliebter Drehort der internationalen Filmkunst gilt. Die Strände, Cafés und Kneipen sind voll, im Hafen liegen Passagierdampfer und Militärschiffe neben Fischerbooten – und eines Morgens auch eine Leiche. Es gibt wenige Spuren, und die führen in alle Richtungen. Mario Bulat beginnt zu ermitteln, aber tatsächlich scheint jeder schon mehr zu wissen als er. Träume und Kulissen ist ein schillerndes Kaleidoskop mediterranen Lebens in einer überhitzten Epoche, ein an Tönen und Farben reicher Gesellschaftsroman über eine Welt an der Kippe, der trotz aller Fortschrittsversprechen die Katastrophe droht. Und nicht zuletzt ist dieses Buch eine literarische Liebeserklärung an einen Sehnsuchtsort.

Produktdetails

Verkaufsrang 43881
Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 16.07.2021
Verlag Jung u. Jung
Seitenzahl 368
Maße (L/B/H) 18.6/12.4/3.6 cm
Gewicht 420 g
Auflage 1
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-99027-258-9

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Ein Highlight
von Bibliomarie aus Düsseldorf am 01.09.2021

Bibliomariein ein paar Sekunden Sommer 1936 in Split. In der Stadt brodelt es. Ein Vielvölkergemisch hat sich an der Adria eingefunden. Juden versuchen von hier die Flucht aus Europa. Es wimmelt von revolutionären Splittergruppen. Die einen halten zum Duce, die anderen trauern der Habsburger Monarchie nach und Kommunisten wol... Bibliomariein ein paar Sekunden Sommer 1936 in Split. In der Stadt brodelt es. Ein Vielvölkergemisch hat sich an der Adria eingefunden. Juden versuchen von hier die Flucht aus Europa. Es wimmelt von revolutionären Splittergruppen. Die einen halten zum Duce, die anderen trauern der Habsburger Monarchie nach und Kommunisten wollen einen Staat nach russischem Vorbild bilden. Es tummeln sich auch eine Menge deutscher „Filmani“ in der Stadt, die die Adriakulisse für deutsche Filme nutzen. In dieser aufgeheizten Atmosphäre findet ein Fischer einen gut gekleideten Toten inmitten seiner Netze liegen. Als er bei der Polizei den Fund melden will, wird er gleich wegen Mordes verhaftet. Kommissar Bulat hält nichts von diesen voreiligen Schlüssen, steckt aber inmitten der diversen Machtkämpfe. So sucht er auf seine eigene, stille Art nach dem Täter. Bulats Ermittlungen scheinen sich im Kreis zu bewegen, er geht vielen Spuren nach und endet doch immer ein Sackgasse. Die Handlung ist in einer Sommerwoche angesiedelt, aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, Zeuge einer Zeitenwende zu sein. Die leichte, mediterrane Atmosphäre wandelt sich merklich. Man spürt die instabile politische Lage in Europa und vielleicht schon die ersten Vorahnungen eines neuen Kriegs. Die Autorin, eine gebürtige Kroatin, ist Literaturwissenschaftlerin und ihr Roman ist die perfekte Mischung aus Landes- und Geschichtskenntnis und einer farbigen, bildreichen Sprache. Man muss schon sehr genau lesen, um alle Zwischentöne des komplexen Kriminalromans zu erfassen und die Vielzahl an Personal erfordert ebenfalls Aufmerksamkeit. Dabei ist der Krimi – der eigentlich mehr Gesellschaftsroman ist, mit einer mediterranen Leichtigkeit geschrieben und sehr atmosphärisch. Man fühlt sich in die heißen Sommernächte versetzt, kann sich Gerüche und Geräusche geradezu ausmalen. Ein wirklich ausgezeichneter Roman, der mich überrascht und überzeugt hat.

Ein sehr kluger lebendiger und auch vielschichtiger Roman
von Lilofee aus Berlin am 30.08.2021

Die Handlung erstreckt sich über eine Woche im Juli des Jahres 1936. Ein Fischer entdeckt am Strand einen toten Mann im Anzug. Er ruft die Polizei. Anstatt als Zeuge verhört zu werden, wird der Mann von der Polizei festgehalten und verdächtigt, den Mord selbst begangen zu haben. Kommissar Bulat fängt an gewissenhaft zu ermit... Die Handlung erstreckt sich über eine Woche im Juli des Jahres 1936. Ein Fischer entdeckt am Strand einen toten Mann im Anzug. Er ruft die Polizei. Anstatt als Zeuge verhört zu werden, wird der Mann von der Polizei festgehalten und verdächtigt, den Mord selbst begangen zu haben. Kommissar Bulat fängt an gewissenhaft zu ermitteln. Das ist in diesen Zeiten eine Kunst. Im Lauf der Ermittlungen werden immer mehr Honoratioren der Stadt in die Geschichte involviert. Außerdem findet der Kommissar heraus, dass der Reeder zahlreichen betuchten Flüchtlingen aus Deutschland illegal die Überfahrt in die USA ermöglicht hat. Oder haben deutsche Filmemacher, die an der 'Perle der Adria' Filme im Auftrag der Hitlerregierung drehen sollen, etwas mit dem Tod des Reeders zu tun? Kommissar Bulat trifft auf eine Wand des Schweigens. Auch der Klatsch und Tratsch, der sich durch die Gassen windet, hilft ihm nicht viel weiter. Im ersten Moment kommt alles etwas verwirrend daher. Aber je länger man liest, umso klarer werden die Zusammenhänge. Dieser Roman ist mehr als ein Gesellschaftsroman. Es ist eine Liebeserklärung an einen Sehnsuchtsort. Alles ist atmosphärisch dicht und das liegt auch an dem unglaublich schönen Schreibstil der Autorin. Eher ruhig aber voller wunderbarer Details. Komplex, Facettenreich, fast schon poetisch. Das Lebensgefühl der 1930 Jahre kommt so wunderbar auf die Seiten. In sehr anschaulichen Beschreibungen wird das mediterrane Leben eingefangen. Der Duft, das Aroma des Mittelmeeres mit all seinen Köstlichkeiten. Aufgeteilt in 4 Teile mit jeweils kurzen Abschnitten steht jedes Mal eine andere Person im Fokus. Das macht diese Geschichte sehr lebendig. Zumal sich die Ermittlungen des Mario Bulat wie ein roter Faden durch den Roman ziehen. Dazu kommt das aktuelle Weltgeschehen, das in kurzen Tagesmeldungen eingeflochten wird. Der Roman enthält sehr viel Lokalkolorit. Die Orte sind sehr anschaulich und bildhaft beschrieben. Die Charaktere dieser Zeit werden brillant zum Leben erweckt, sind klar gezeichnet und haben eine starke Präsenz. Die verschiedenen Nationen, Touristen, aber auch Juden, die zunehmend auf der Flucht sind, Gegner des NS-Regimes, Schlepper und Spione treffen in Split aufeinander. Mit all ihren Sorgen und Nöten. Im Hintergrund lauert der Zweite Weltkrieg, die politische Stimmung ist am Kippen. Der Sturm ist zu spüren, der in Europa aufzieht. Die Ortsbeschreibungen lassen eine längst vergangene Zeit wieder auferstehen und laden in eine Reise in die Vergangenheit ein. Ein sehr kluger, lebendiger und auch vielschichtiger Roman. 4.5. Punkte hier aufgerundet auf 5.0.

Adriaküste
von stefanb am 20.08.2021

Ein Cover mag einen dazu verleiten das Buch in die Hand zu nehmen, doch entscheidend ist, was sich zwischen den Buchdeckeln befindet. „Träume und Kulissen“ von Alida Bremer hat mich vom Klappentext sehr angesprochen. Das Cover fand ich etwas nichtssagend. Was ich dann beim Lesen vorgefunden habe, hat mich überrascht. Im positiv... Ein Cover mag einen dazu verleiten das Buch in die Hand zu nehmen, doch entscheidend ist, was sich zwischen den Buchdeckeln befindet. „Träume und Kulissen“ von Alida Bremer hat mich vom Klappentext sehr angesprochen. Das Cover fand ich etwas nichtssagend. Was ich dann beim Lesen vorgefunden habe, hat mich überrascht. Im positiven Sinne. Was erst einmal nach einer simplen Geschichte, der Hauptprotagonist Mario Bulat ermittelt in einem Mordfall, klang, entpuppte sich als ein ganz besonderer Gesellschaftsroman. „Das Meer lag vor der Stadt wie ein ewiges Kaleidoskop, dessen Farbe je nach Tages- und Jahreszeit wechselte und die Stimmung in der Stadt mit seinem Farbenspiel bestimmte.“ [115] Wir befinden uns in der Adriaküste. Genauer gesagt im Jahre 1936 in Split. Mit ihrem ganz besonderen Schreibstil, wort- und bildgewaltig, bringt die Autorin den Leser*innen die lebhafte Atmosphäre der Stadt näher. Pointiert beschreibt sie das damalige Geschehen, lässt uns in das bunte Treiben eintauchen und an den Diskussionen, dem Klatsch und Tratsch der einzelnen und verschiedenen Charaktere teilhaben. Aus diesen ganzen Impressionen bekommt man ein gut herausgearbeitetes Gesellschaftsbild. Der Blick auf die politische Lage, deren allmählichen Zuspitzung fand ich sehr gut beschrieben. „Ausgerechnet Deutschland, das Land, aus dem die meisten technischen Neuerungen stammen und nicht zuletzt auch die Mehrzahl unserer gut zahlenden Touristen, soll ein Unrechtsstaat sein?“ [291] Wird in einem Moment noch über die Splitter Torte, „ein ultimativer Beitrag zum Weltfrieden“ [248], gesprochen, so versteht es Bremer perfekt den Blick wieder auf das politische Geschehen zu lenken. Sie gibt Einblicke in Land und Leute, deren Mentalität und hat dabei ein Auge für das Politische, den vorherrschenden Wandel, der auch vor der Adriaküste keinen Halt machen wird. „Die Nacht war ohne Sterne, was durchweg als schlechtes Zeichen gedeutet wurde.“ [262] Man verband in Split „die Erscheinungen der Natur immer mit dem Zustand der Welt.“ [262] Bulat und sein Fall dienen als roter Faden, wobei er nicht immer im Vordergrund steht. Es ist eine fiktive Geschichte, die mit Fakten und sehr feinem Humor glänzt.

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