Gitter vor den Augen

Innere und äußere Realität in der psychoanalytischen Therapie von Kindern und Jugendlichen

Schriften zur Psychotherapie und Psychoanalyse von Kindern und Jugendlichen Band 16

Rose Ahlheim

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Beschreibung

Gitter vor den Augen – mit diesem Bild versucht ein Achtjähriger das psychische Hindernis zu benennen, das ihn in einem pathologischen Binnenraum gefangen hält und ihm den altersgerechten Weg in die äussere Realität versperrt.
Die Frage nach dem dialektischen Verhältnis von 'innerer' und 'äusserer' Welt bildet den theoretischen Rahmen für zehn lebendig erzählte Fallgeschichten.
Aus ihnen allen wird deutlich, wie die Symptombildungen und Auffälligkeiten der Kinder und Jugendlichen – ob es sich um schwere Lernblockaden handelt, um eine Hautkrankheit, eine Ess- oder Kontaktstörung, um Durchbrüche von destruktiver Aggression oder um ängstlichen Rückzug – einen verborgenen Sinn für die Patienten erfüllen. Was nach aussen als Störung erscheint, kann 'innen' die unbewusste Bedeutung eines Schutzes vor Angst und Schmerz haben und kann im intersubjektiven Verstehen entschlüsselt werden.

Inhalt:

1. Einleitung
1.1 An der Schnittstelle zwischen 'innen' und 'aussen' – Kampfszenen aus einer Kindertherapie
1.2 Die Einzelfallgeschichte als Beitrag zur Theoriebildung

2. 'Innen' und 'aussen' im psychoanalytischen Diskurs
2.1 'Primärer Narzissmus' und 'Symbiose'
2.2 Empirische Forschung und der Eigencharakter der Psychoanalyse
2.3 Das Aussen im Innern: 'innere Objekte'
2.4 Trieb, Aggression, Destruktion
2.5 Der Stellenwert der lebensgeschichtlichen Faktizität im therapeutischen Prozess
2.6 Der Kontakt mit dem Inneren des Anderen: Fremdpsychisches szenisch verstehen

3. Szenisches Verstehen in der psychoanalytischen Diagnostik:
Zwei Fallbeispiele
3.1 'Alberto' – wie ein frühes Trauma sich szenisch abbildet
3.1.1 Bearbeitungsschritte: Gedächtnisprotokoll, Fallkonferenz, Diagnoseprofil
3.1.2 Das psychoanalytische Erstinterview mit 'Alberto'
3.1.3 Das Diagnoseprofil im Fall Alberto
3.1.4 Das Gespräch mit Albertos Mutter
3.1.5 Schlussfolgerungen der Fallkonferenz
3.2 'Sascha' – szenische Darstellung einer Beziehungsstörung im Erstinterview
3.2.1 Auftakt der Begegnung
3.2.2 Das erste Elterngespräch
3.2.3 Das Kinderinterview

4. 'Bis ins dritte und vierte Glied'
Das Verfolgungstrauma in der Enkelgeneration
4.1 Einleitung
4.2 Auftakt der Therapie
4.3 Das Kinderinterview
4.4 Informationen nach Therapiebeginn
4.5 Aus der Lebensgeschichte der Eltern
4.6 Der Niederschlag des Verfolgungstraumas in der psychischen Organisation des Kindes
4.7 Probleme von Übertragung und Gegenübertragung
4.8 Schritte zur Aufl ösung der Übertragungskonstellation
4.9 Gesehenwerden und Sich-sehen-Lassen
4.10 Zusammenfassung
4.11 Nachtrag 2007

5. Salz auf der Haut und Tintenwolke
Über die Verwendung der Neurodermitis im psychischen Abwehrsystem zweier Vorschulkinder
5.1 Vorbemerkung
5.2 Lena
5.2.1 Das Erstinterview mit Lena
5.2.2 Der Therapieverlauf
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Florian
5.3.1 Zur Vorgeschichte
5.3.2 Das Erstinterview mit Florian
5.3.3 Die erste Therapiephase
5.3.4 Ein Wendepunkt
5.3.5 Der Fortgang der Therapie
5.4 Schlussfolgerung

6. 'Ich will doch gar nicht wissen, was da steht!'
Zur Psychodynamik der Lese-Rechtschreib-Störungen
Zwei Fallgeschichten
6.1 Vorbemerkung: Neuere Befunde zur Psychodynamik der Legasthenie
6.2 Lesenlernen als Eroberung eines phantasmatischen Raumes: 'Berti'
6.2.1 Vorgeschichte
6.2.2 Die Rolle des Spracherwerbs im Separationsprozess des Kindes
6.2.3 Die Leselernstörung als Ausdruck eines Wiederannäherungs-Konfliktes
6.3 Rechtschreibung als Wiedererkennen: 'Anette'
6.3.1 Vorgeschichte
6.3.2 Auftakt: Eine gelungene Symbolisierung
6.3.3 Ein Bild-Symbol, das keine Bedeutung haben darf
6.3.4 Die Schriftzeichen als Bildsymbole
6.4 Schlussfolgerung

7. Sehnsucht und Destruktion. Zeitgefühl und Selbstkohärenz in der Behandlung eines mehrfach traumatisierten Jungen
7.1 Vorgeschichte
7.2 Der erste Kontakt
7.2.1 Das Erstinterview
7.2.2 Zur Bedeutung primärer 'Bemutterung' für das Kontinuitäts- und Selbstgefühl – diagnostische Überlegungen
7.3 Therapieverlauf
7.3.1 Sexualisierung
7.3.2 Neid, Hass und Vergeltungsangst
7.3.3 Konstruktion einer Kindheit im Spiel
7.3.4 Destruktives Agieren in der Übertragungsbeziehung
7.3.5 Annäherung an eine frühe Überstimulierung
7.4 Resümee

8. 'Ich habe es wohl gewusst, aber nicht verstanden'
Agieren und Sinnverstehen in der Psychotherapie einer Jugendlichen mit Essstörung
8.1 Erste Begegnung
8.1.1 Kontaktaufnahme und Erstinterview
8.1.2 Weitere Informationen zu Beginn
8.2 Der Therapieverlauf
8.2.1 Gute Mutter – schlechte Mutter
8.2.2 Der Überfall
8.2.3 Unfälle
8.2.4 Wut und Schmerz
8.2.5 Trauer und Separation
8.2.6 Stabilisierung

9. 'Gitter vor den Augen' Gescheiterte Individuation
9.1 Das interdisziplinäre Forschungsprojekt 'Konfliktgeschichten unbeschulbarer Jugendlicher'
9.2 Pierres Konflikte mit der Schule und die Geschichte einer fast vergeblichen Hilfs- und Fördermassnahme
9.2.1 Kindergarten und erstes Schuljahr
9.2.2 Beginn einer sonderpädagogischen Hilfsmassnahme
9.2.3 Erste Irritationen unter den pädagogischen Helfern
9.2.4 Offene Konflikte
9.2.5 Stillstand
9.2.6 Rückblick
9.3 Kennzeichen der Interaktion in diesem Hilfeprozess
9.4 Die psychoanalytische Falluntersuchung
9.4.1 Das Erstgespräch mit den Eltern
9.4.2 Das erste Kinderinterview
9.4.3 Kommentar zu Elterngespräch und erstem Kinderinterview
9.4.4 Das zweite Kinderinterview
9.4.5 Aus dem abschliessenden Elterngespräch
9.4.6 Auswertung: Scham, Beschämung und Schamlosigkeit
9.5 Die Dynamik in den sozialen Beziehungen und die Psychodynamik: Gemeinsame Merkmale

10. Schluss

Die Autorin:

Rose Ahlheim, Diplompädagogin, war zehn Jahre lang als Sonderschullehrerin tätig und ist seit 1981 als Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin in eigener Praxis niedergelassen. Sie arbeitet als Dozentin und Supervisorin am Frankfurter Institut für Analytische Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapie. Veröffentlichungen u.a. zur Technik der Kinderbehandlung und der begleitenden Elterngespräche, zu Fragen der Erziehung und zur Aktualität des 'autoritären Charakters'.

Rose Ahlheim, Diplompädagogin, war zehn Jahre lang als Sonderschullehrerin tätig und ist seit 1981 als Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin in eigener Praxis niedergelassen. Sie arbeitet als Dozentin und Supervisorin am Frankfurter Institut für Analytische Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapie. Veröffentlichungen u.a. zur Technik der Kinderbehandlung und der begleitenden Elterngespräche, zu Fragen der Erziehung und zur Aktualität des "autoritären Charakters".

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 01.03.2008
Verlag Brandes & Apsel
Seitenzahl 264
Maße (L/B/H) 20.5/14.5/1.4 cm
Gewicht 334 g
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86099-748-2

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