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Ich bin dann mal weg

Meine Reise auf dem Jakobsweg

Hape Kerkeling, Deutschlands vielseitigster TV-Entertainer, lief zu Fuss zum Grab des heiligen Jakob – über 600 Kilometer durch Spanien bis nach Santiago de Compostela – und erlebte die reinigende Kraft der Pilgerreise. Ein aussergewöhnliches Buch voller Witz, Weisheit und Wärme, ein ehrlicher Bericht über die Suche nach Gott und sich selbst und den unschätzbaren Wert des Wanderns.
Rezension
"Kerkeling entpuppt sich als gewitzter Erzähler und schlauer Gotteserklärer. Man wurde nicht missioniert, fühlte sich aber als Deutscher, Europäer, Christ und eklektischer Esoteriker nach der Lektüre besser- nicht zuletzt, weil Kerkeling zeigt, dass man alles zugleich sein kann.", Die Welt, 02.04.2016
Portrait
Hape (eigentlich Hans-Peter) Kerkeling, geboren 1964 in Recklinghausen, arbeitet seit 1984 beim Fernsehen; berühmt wurde er mit der Rolle »Hannilein«. Seitdem folgte eine Vielzahl erfolgreicher Live-Auftritte sowie TV-Shows und -Serien wie »Känguru«, »Total Normal«, »Hape trifft« und »Let’s Dance«, als Königin Beatrix, Uschi Blum oder Horst Schlämmer. Der Entertainer, Schlagersänger, Moderator und Kabarettist wurde u.a. mit der Goldenen Kamera, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Sein Buch »Ich bin dann mal weg« über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg stand 100 Wochen auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und hat fünf Millionen Leser begeistert. Hape Kerkeling lebt in Bonn und Italien. Zuletzt erschien seine Kindheitsgeschichte, der Bestseller »Der Junge muss an die frische Luft«, der ebenfalls ein Millionenpublikum erreichte. Beide Bücher wurden mit grossem Erfolg verfilmt.
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  • 9. Juni 2001 Saint-Jean-Pied-de-Port
    "Ich bin dann mal weg!" Viel mehr habe ich meinen Freunden eigentlich nicht gesagt, bevor ich gestartet bin. Ich wandere halt mal eben durch Spanien. Meine Freundin Isabel kommentierte das sehr lapidar mit: "Aha, jetzt bist du durchgeknallt!"
    Was, um Himmels willen, hat mich eigentlich dazu getrieben, mich auf diese Pilgerreise zu begeben?
    Meine Oma Bertha hat es schon immer gewusst: "Wenn wir nicht aufpassen, fliegt unser Hans Peter eines Tages noch weg!"
    Wahrscheinlich hat sie mich deshalb auch immer so gut gefüttert.
    Und so könnte ich jetzt bei einer heissen Tasse Kakao und einem saftigen Stück Käsekuchen gemütlich zu Hause auf meiner roten Lieblingscouch liegen. Stattdessen hocke ich bei erstaunlich kühlen Temperaturen in einem namenlosen Café am Fuss der französischen Pyrenäen in einem winzigen mittelalterlichen Städtchen namens Saint-Jean-Pied-de-Port. Einer malerischen Postkartenidylle ohne Sonne.
    Von der Zivilisation kann ich mich dann doch noch nicht ganz lösen, deshalb sitze ich direkt an der Hauptstrasse und stelle fest: dafür, dass ich vorher noch nie etwas von diesem Ort gehört habe, brettern hier unglaublich viele Autos durch.
    Auf dem wackeligen Bistrotischchen vor mir liegt mein fast leeres Tagebuch, das anscheinend genauso einen Appetit hat wie ich. Eigentlich hatte ich bisher noch nie das Bedürfnis, mein Leben schriftlich festzuhalten aber seit heute Morgen verspüre ich den Drang, jedes Detail meines beginnenden Abenteuers in meiner kleinen orangefarbenen Kladde aufzuzeichnen.
    Hier also beginnt meine Pilgerreise nach Santiago de Compostela.
    Die Wanderung wird mich über den Camino Francés, eine der Europäischen Kulturstrassen, über die Pyrenäen, quer durch das Baskenland, Navarra, die Rioja, Kastilien-León und Galicien nach etwa 800 Kilometern direkt vor die Kathedrale von Santiago de Compostela führen, in welcher sich, der Legende nach, das Grab des Apostels Jakob befindet, des grossen Missionars der iberischen Völker.
    Wenn ich nur an den langen Fussmarsch denke, könnte ich mich jetzt schon vierzehn Tage ausruhen.
    Das Entscheidende ist: Ich werde laufen! Die ganze Strecke. Ich laufe! Ich muss es gerade selber noch einmal lesen, damit ich es glaube. Allerdings nicht alleine, sondern gemeinsam mit meinem elf Kilo schweren, knallroten Rucksack. Falls ich unterwegs tot umfalle, und die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht, erkennt man mich mit dem wenigstens aus der Luft.
    Zu Hause benutze ich nicht mal die Treppe, um in den ersten Stock zu kommen, und ab morgen müsste ich dann jeden Tag zwischen 20 und 30 Kilometern gehen, um in knapp 35 Tagen ans Ziel zu gelangen.Die bekennende Couch potato geht auf Wanderschaft! Gut, dass keiner meiner Freunde so genau weiss, was ich hier eigentlich vorhabe, dann ist es nicht ganz so peinlich, wenn ich wahrscheinlich schon morgen Nachmittag das ganze Unternehmen aus rein biologischen Gründen wieder abblasen muss.
    Heute Morgen habe ich mal einen ersten vorsichtigen Blick auf den Anfangspunkt des offiziellen Jakobswegs geworfen. Er liegt oberhalb des Stadttores jenseits der Türmchen und Mauern von Saint Jean, dem Schlüssel zu den spanischen Pyrenäen, und läutet die erste Etappe auf dem Camino Francés mit einem recht steilen Aufstieg über einen Kopfsteinpflasterweg ein.
    Dort begibt sich gerade ein etwa siebzig Jahre alter Herr mit einer starken Gehbehinderung sehr entschlossen auf den Pilgermarathon. Ich starre ihm bestimmt fünf Minuten ungläubig hinterher, bis er langsam im Morgennebel verschwunden ist. Ich bin mir sicher, der schafft das!
    Die Pyrenäen sind ziemlich hoch und erinnern mich an das Allgäu.
    In meinem hauchdünnen Reiseführer, den ich schliesslich auch über die schneebedeckten Wipfel der Pyrenäen schleppen muss, steht, dass Menschen sich seit vielen Jahrhunderten auf die Reise zum heiligen Jakob machen, wenn sie, wörtlich und im übertragenen Sinn, keinen ander

  • Inhalt

    9. Juni 2001 – Saint-Jean-Pied-de-Port

    10. Juni 2001 – Roncesvalles

    11. Juni 2001 – Zubiri

    12. Juni 2001 – Pamplona

    13. Juni 2001 – Pamplona

    14. Juni 2001 – Viana und Logroño

    15. Juni 2001 – Navarrete und Nájera

    17. Juni 2001 – Santo Domingo de la Calzada

    18. Juni 2001 – Santo Domingo de la Calzada

    21. Juni 2001 – Castildelgado

    22. Juni 2001 – Belorado, Tosantos und Villafranca

    24. Juni 2001 – Burgos, Tardajos

    25. Juni 2001 – Hornillos del Camino und Hontanas

    26. Juni 2001 – Castrojeriz und Frómista

    27. Juni 2001 – Carrión de los Condes

    28. Juni 2001 – Calzadilla de la Cueza

    29. Juni 2001 – Sahagún

    30. Juni 2001 – León

    1. Juli 2001 – León

    2. Juli 2001 – Irgendwo im Nirgendwo hinter León

    3. Juli 2001 – Astorga

    4. Juli 2001 – Astorga

    5. Juli 2001 – Rabanal

    6. Juli 2001 – Rabanal

    7. Juli 2001 – Foncebadón und El Acebo

    8. Juli 2001 – El Acebo

    9. Juli 2001 – Molinaseca, Ponferrada

    10. Juli 2001 – Villafranca del Bierzo

    11. Juli 2001 – Trabadelo und Vega de Valcarce

    12. Juli 2001 – La Faba und O Cebreiro

    13. Juli 2001 – Triacastela

    14. Juli 2001 – Triacastela

    15. Juli 2001 – Sarria und Rente

    16. Juli 2001 – Portomarín

    17. Juli 2001 – Palas de Rei

    18. Juli 2001 – Castañeda

    19. Juli 2001 – Rúa

    20. Juli 2001 – Santiago de Compostela

    Nachwort 346

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 01.04.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-25175-4
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 18.9/12.1/2.5 cm
Gewicht 261 g
Abbildungen mit 35 Fotos und einer Karte, schwarz-weiss Illustrationen, mit35 Fotoss und einer Karte
Auflage 36. Auflage
Verkaufsrang 6592
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
178 Bewertungen
Übersicht
131
32
8
5
2

Unterhaltsame Erzählung mit viel Witz
von Timo Funken am 08.05.2019
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)

Dieses von Hape Kerkeling selbst gelesene Hörbuch erzählt von seiner Reise auf dem Jakobsweg. Man findet sofort einen Einstieg in seine Erzählung und kann diese einfach verfolgen. Immer wieder gibt es witzige Anekdoten, die einen zum Schmunzeln bringen. Für jeden, der ein leichtes und unterhaltsames Hörbuch sucht, kann ich diese... Dieses von Hape Kerkeling selbst gelesene Hörbuch erzählt von seiner Reise auf dem Jakobsweg. Man findet sofort einen Einstieg in seine Erzählung und kann diese einfach verfolgen. Immer wieder gibt es witzige Anekdoten, die einen zum Schmunzeln bringen. Für jeden, der ein leichtes und unterhaltsames Hörbuch sucht, kann ich dieses nur empfehlen. Liebe Grüße aus Berlin, Timo Funken

von einer Kundin/einem Kunden am 30.03.2019
Bewertet: anderes Format

Eine meiner liebsten Personen aus Funk & Fernsehen - das Hörbuch zu Hapes Pilgerreise auf dem Jakobsweg habe ich kürzlich "neu" für mich entdeckt, einfach wunderbar!

Echt lesenswert!
von einer Kundin/einem Kunden aus Krems an der Donau am 18.03.2019

Von den ersten Seiten weg begleitet einen ein Schmunzeln beim Lesen, und es bleibt nicht an der Oberfläche, sondern führt mit Kerkelings besonderem Blick auf sich und die Welt an ein Selbstbewußtsein und eine Lebenseinstellung heran, um die ich ihn insgeheim beneide. Ganz unaufdringlich, lebendig und mit einem stets wachen Sinn ... Von den ersten Seiten weg begleitet einen ein Schmunzeln beim Lesen, und es bleibt nicht an der Oberfläche, sondern führt mit Kerkelings besonderem Blick auf sich und die Welt an ein Selbstbewußtsein und eine Lebenseinstellung heran, um die ich ihn insgeheim beneide. Ganz unaufdringlich, lebendig und mit einem stets wachen Sinn für Kurioses und menschliche Eigenarten schildert er Erfahrungen und tägliche Erkenntnisse. Die Weisheit wird hier nicht mit dem Löffel gegessen, sondern liegt in dem, was passiert...und mit Hapes unverblümter Reflexion daraus wird. Wer den Film gesehen hat und ihn mochte, wird vom Buch überrascht werden - es ist um soviel gehaltvoller und ereignisreicher!