Letzte Haut

Roman

Volker Altwasser

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Beschreibung

Es ist die unwahrscheinliche und doch wahre Geschichte eines Richters, dessen Auftrag es war, die Korruption in den Konzentrationslagern zu bekämpfen. Karrieresüchtig und blind für die Barbarei in den Lagern bewies Dr. Kurt Schmelz schliesslich in einem verbrecherischen Regime Mord mit Mord und verkörpert so die unvorstellbare Perversion einer Zeit in Deutschland.
18 Monate untersucht der SS-Ermittlungsrichter und Polizeibeamte Dr. Schmelz 1943/44 die Verhältnisse im KZ Buchenwald. Ausgerüstet mit einem personengebundenen Geleitbrief hat er freie Einsicht in alle Bereiche des Lagers. Noch im Winter 1944 wird der Kommandant des Konzentrationslagers, Karl Koch, in einem Geheimprozess wegen Wehrkraftzersetzung, Unterschlagung und Mord zum Tode verurteilt. Dies gelingt Schmelz, weil er nach hartem Ringen mit sich selbst zum Mörder an zwei sowjetischen Kriegsgefangenen wird: Er beweist mit dem Prinzip der Ausschliesslichkeit persönlich motivierte Morde - mit Mord.
Mit diesem atemberaubenden und erschütternden historischen Roman, wird der Staffelstab des Erzählens über die Verbrechen des Nationalsozialismus an die Enkelgeneration übergeben.

Volker Harry Altwasser, 1969 in Greifswald geboren, war nach einer Asubildung zum Elektronikfacharbeiter u.a. tätig als Heizer in der Reichsbahndirektion, Matrose in der NVA, Gefreiter auf der Fregatte »Bremen«, wo er nicht zum Obergefreiten befördert wurde, weil er auf Las Palmas das Auslaufen des Schiffes »verpasste«. 1998 bis 2002 studierte er am Deutschen Literaturinstitut der Uni Leipzig. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter 2003 seinen Debutroman Wie ich vom Ausschneiden loskam. 2011 wurde er mit dem Italo Svevo Preis ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 01.03.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-88221-744-5
Verlag Matthes & Seitz
Maße (L/B/H) 21.2/13.9/4.1 cm
Gewicht 638 g
Auflage 1. Auflage

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Eine deutsche Karriere
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 23.02.2010

Hallo, ein irritierender, gleichwohl spannender und packender Roman. Altwasser hat sehr gut recherchiert. 1943 ermittelt ein „SS-Richter“ in deutschen KZs wegen Korruption und Mordes gegen KZ- Kommandanten und andere „SS-Schergen“. Mehr oder weniger unberührt von dem Leid und dem tausendfachen Tod der Häftlinge wälzt er A... Hallo, ein irritierender, gleichwohl spannender und packender Roman. Altwasser hat sehr gut recherchiert. 1943 ermittelt ein „SS-Richter“ in deutschen KZs wegen Korruption und Mordes gegen KZ- Kommandanten und andere „SS-Schergen“. Mehr oder weniger unberührt von dem Leid und dem tausendfachen Tod der Häftlinge wälzt er Akten und führt schrittweise Beweise zusammen. Er hat Erfolg! Am Ende seiner Ermittlungen stehen Verurteilungen, so wird der KZ-Kommandant von Buchenwald, Karl Koch, zum Tode verurteilt und hingerichtet. Für seinen Erfolg lässt er sich tief in die Intrigen der „NS-Oberen“ wie Kaltenbrunner, Himmler und Oswald Pohl ein. Für seinen Erfolg wird er selbst zum Mörder, indem er vier sowjetische Kriegsgefangene töten lässt, um seine Theorie „gerichtskräftig“ zu beweisen. Die Story des Romans beruht auf historischen Fakten. Der „Held“ des Buches, bei Altwasser Dr. Schmelz, hieß in der historischen Wirklichkeit, Dr. Konrad Morgen. Die Ermittlungen in den KZ hat es gegeben, die Verurteilungen auch. Insoweit hätte es auch ein Sachbuch werden können. Altwasser wollte aber mehr. Er entwickelt seine „Helden“, wie er in karrieristischem Eifer Schritt für Schritt sich in den Sumpf des nationalsozialistischen Verbrechersystems begibt, nicht etwa zufällig, nein ganz bewusst zur Beförderung seiner Karriere. Dieses Spannungsfeld „karrieristisches Streben“ in einem verbrecherischen Regime hat Altwasser gekonnt beschrieben. Ein deutscher Lebenslauf. Am Ende seines Lebens wird sich der „Held“ seiner Schuld bewusst, Altwasser beschreibt das in einer „Haut-Metapher“, die nicht belehrend wirkt, aber das Scheitern eines Lebens beschreibt. Absolut lesenswert.


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