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Atemschaukel

Roman

Hochkaräter Band 18750

Herta Müller

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Beschreibung

Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem grossen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

Herta Müller, 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren, lebt seit 1987 als Schriftstellerin in Berlin. Ihr Werk erscheint bei Hanser. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und ist die Literaturnobelpreisträgerin 2009.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 299
Erscheinungsdatum 17.08.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-23391-1
Verlag Hanser, Carl
Maße (L/B/H) 21/13.7/3 cm
Gewicht 441 g
Auflage 29

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
15
4
0
1
1

Die Jahre im Lager
von margaret k. am 21.10.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Das Buch handelt von einem jungen Mann, der für ein paar Jahre in ein russisches Arbeitslager gesteckt wird. Er erzählt von seinen Erfahrungen und wie es ihm dort ergangen ist. Dabei wird die Geschichte nicht gewöhnlich erzählt. Die Handlung ist zwar chronologisch, aber dennoch verschwimmt sie an einigen Stellen und wirkt allg... Das Buch handelt von einem jungen Mann, der für ein paar Jahre in ein russisches Arbeitslager gesteckt wird. Er erzählt von seinen Erfahrungen und wie es ihm dort ergangen ist. Dabei wird die Geschichte nicht gewöhnlich erzählt. Die Handlung ist zwar chronologisch, aber dennoch verschwimmt sie an einigen Stellen und wirkt allgemein auch etwas distanziert. Und auch wenn die Geschichte so nicht immer ganz einfach zu verfolgen ist, finde ich, dass dieser Stil so wirklich gut gezeigt hat wie leer sich eine Person nach solchen Erfahrungen fühlt. Außerdem ist der Schreibstil der Wahnsinn. Normale, unbedeutende Dinge werden plötzlich lebendig und haben eine tiefe Bedeutung. Es ist wie ein Gemälde, das mit jedem neuen Satz und Wort weitergemalt wird und man bekommt auf einer ganz anderen Ebene einen Eindruck von den Erfahrungen des Protagonisten. Dabei sind diese Erfahrungen echt hart und sogar erschreckend. Es ist unglaublich wie Menschen in solchen Lagern überleben konnten und auf welche Weise sie es getan haben. Während des Lesens lernt man die Mitgefangenen kennen und fühlt so mit ihnen, auch wenn auf die eigentlichen Emotionen nicht eingegangen wird. Ich finde, dass alles zusammen eine unglaubliche Wirkung beim Lesen erzeugt und so diese gewisse leere Stimmung erschafft, die zu dem Thema sehr gut passt. Das Buch ist zwar nicht immer ganz einfach zu lesen und man muss sich Zeit nehmen, um alles richtig zu verstehen, aber mich konnte es auf jeden Fall überzeugen.

zu recht preisgekrönt
von einer Kundin/einem Kunden am 05.12.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Alles, was ich habe, trage ich bei mir. Oder: Alles Meinige trage ich mit mir. Getragen habe ich alles, was ich hatte. Das Meinige war es nicht. Dieses sprachliche Meisterwerk hatte mich bereits nach der ersten Seite. Und zwar nicht wegen seiner Geschichte oder des Inhaltes, sondern einzig wegen seiner Liebe zur Sprache. Ic... Alles, was ich habe, trage ich bei mir. Oder: Alles Meinige trage ich mit mir. Getragen habe ich alles, was ich hatte. Das Meinige war es nicht. Dieses sprachliche Meisterwerk hatte mich bereits nach der ersten Seite. Und zwar nicht wegen seiner Geschichte oder des Inhaltes, sondern einzig wegen seiner Liebe zur Sprache. Ich habe die kunstvoll gewebten Sätze genossen, ebenso sehr wie die Beschreibungen die mir jeden Gegenstand und jede Person irgendwie zu eigen gemacht haben.

Lesenswert !!!
von einer Kundin/einem Kunden am 07.08.2011
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Nach vielen Interviews hat Herta Müller die Erfahrungen von Gulaghäftlingen in diesem Roman zusammengefasst. Die Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht lässt als Leser bei vollem Kühlschrank auf dem Sofa verzweifeln. Die Sichtweise des Gefangen und welche Bedeutung ein weißes Taschentuch bekommt oder die Ehrfurcht vor der fast gottg... Nach vielen Interviews hat Herta Müller die Erfahrungen von Gulaghäftlingen in diesem Roman zusammengefasst. Die Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht lässt als Leser bei vollem Kühlschrank auf dem Sofa verzweifeln. Die Sichtweise des Gefangen und welche Bedeutung ein weißes Taschentuch bekommt oder die Ehrfurcht vor der fast gottgleichen Brotausgeberin in ihrer makellosen Hässlichkeit geben diesem Buch das gewisse etwas.Die Sprache ist ein Gedicht und für alle literarischen Verhungerten die richtige Nahrung.


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