Meine Filiale

Ben

Roman

Reihe Prosa Band 12

Annika Scheffel

(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 28.90
Fr. 28.90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
zzgl. Versandkosten
Versandfertig innert 3 Wochen,  Kostenlose Lieferung ab Fr.  30 i
Versandfertig innert 3 Wochen
Kostenlose Lieferung ab Fr.  30 i

Weitere Formate

Beschreibung

Benvolio Antonio Olivio Julio Toto Meo Ho Schmitt weiss Bescheid: Lea wird sterben. Dreimal darf er seine grosse Liebe treffen, beim vierten Mal kommt der Tod und steckt sie in seinen Stoffbeutel. Ben flieht. Unterwegs verliert er seine Namen und ohne es zu wollen nimmt er Einfluss: Er setzt Herrn May in Bewegung, verursacht den Weltuntergang hinter dem Spiegel und bringt seinen Vater auf die Insel. Und Ben stellt fest: Alleinbleiben ist gar nicht so einfach.

Annika Scheffels Romandebüt ist verspielt und existenziell, märchenhaft heutig und zeitlos schön. Mit "Ben" ist ihr eine Figur gelungen, die uns, sind wir ihm einmal begegnet, noch lange begleiten wird. Und sie erzählt von ihm mit einer so klaren und zugleich berückend eigensinnigen Stimme, dass man ihr vom ersten Satz an verfällt.

Annika Scheffel wurde 1983 in Hannover geboren und studierte in Giessen und Bergen/Norwegen Angewandte Theaterwissenschaft. Sie war als Performerin unter anderem in "Dreckig Tanzen" und "Das Beste Theatertück der Welt" von Susanne Zaun zu sehen. 2007 war sie Preisträgerin beim Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen, 2008/2009 Teilnehmerin des Münchner textwerk-Seminars. Zurzeit ist sie Stipendiatin der Drehbuchwerkstatt an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Annika Scheffel lebt und arbeitet in Berlin. "Ben" ist ihre erste Buchveröffentlichung.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Daniela Seel
Seitenzahl 269
Erscheinungsdatum 01.03.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-937445-40-3
Verlag Kookbooks
Maße (L/B/H) 21.6/13.9/3.3 cm
Gewicht 454 g
Auflage 1. Auflage
Illustrator Andreas Töpfer

Weitere Bände von Reihe Prosa

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertungen
Übersicht
0
1
0
0
0

Liebenswertes Wirrwarr
von einer Kundin/einem Kunden am 01.07.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Um ihn vor absoluter Normalität und Alltäglichkeit zu schützen, geben die Schmitts ihrem Sohn nicht einfach nur den Namen Ben. Sie nennen ihn Benvolio Antonio Olivio Julio Toto Meo Ho und heben ihn schon so von der grauen Gleichförmigkeit ab. Und Ben ist natürlich kein gewöhnlicher Mensch. Praktisch schon immer weiß er, wer se... Um ihn vor absoluter Normalität und Alltäglichkeit zu schützen, geben die Schmitts ihrem Sohn nicht einfach nur den Namen Ben. Sie nennen ihn Benvolio Antonio Olivio Julio Toto Meo Ho und heben ihn schon so von der grauen Gleichförmigkeit ab. Und Ben ist natürlich kein gewöhnlicher Mensch. Praktisch schon immer weiß er, wer seine große Liebe sein wird, Lea, und schon immer weiß er, dass er Lea nur 3 x begegnen kann, dann ist sie tot. Um sie zu retten flieht Ben, läuft davon vor allem, was er bis zur ersten Begegnung mit seiner Liebe an Realität kannte. Er reist sogar in die traumhafte Welt hinter dem Spiegel und verliert auf seinem Weg fast alle seine Namen. Ein Roman mit vielen Bildern und dem Hang zum Wirrwarr. Wen das beim Lesen nicht abschreckt, der findet in dem kleinen Buch eine Vielzahl von wunderschönen Sätzen und auf jeden Fall eine nicht alltägliche Geschichte.


  • Artikelbild-0
  • BENVOLIO

    1

    Ein weicher Tag mit Licht, das aus allen Richtungen strahlt. Die Sonne kann das nicht alleine schaffen. Gleissend steht die Stadt zwischen zwei Flüssen, hindurch führt keiner, geschnitten wird sie von Strassen und Wegen und einem Rinnsal, dem die Flüsse den Titel versagen. Da ist so eine Ahnung, und vom Bürgersteig aus läuft er, so schnell er kann, zwischen den wartenden Autos hindurch auf die Insel zu. Hinwerfen. Schnell Deckung suchen. Und da ist Lea. Lea fährt Rad. Ihn wird sie gleich treffen, und zwar zum ersten Mal. Lea fährt Rad und sieht vor sich auf der Strasse jemanden liegen. Sie wird langsamer, hält schliesslich an, stützt sich mit einem Bein ab und beugt sich hinunter zu dem, der da liegt und den Kopf unter den grossen Händen verbirgt. Lea fragt, ob sie helfen kann.
    Der, den sein Mitbewohner Ben nennt, liegt auf dem winzigen Grünstreifen, den man der Strasse zum Schmuck ihrer Mitte gegönnt hat. Er liegt, wo er liegt, weil er weiss, was geschehen wird, aber nicht, was er dagegen tun kann. Es war angekündigt, es muss also geschehen. Er kann es nur aushalten, er sieht sie nicht an.
    Ben sagt jetzt:
    Dankeschön.
    Und dass es ihm wirklich gut geht, und dann sagt er noch, und das ist jetzt nur noch ein Flüstern:
    Ich würde gerne noch ein bisschen hier liegen bleiben, wenn das in Ordnung ist.
    Lea sagt:
    Ich weiss nicht, ob das in Ordnung ist, wenn du hier liegst. Meinetwegen kannst du das natürlich tun, aber
    pass auf, hier fahren Autos, und zwar schnell, und es ist eigentlich auch noch zu kalt. Zum Liegen.
    Es ist sehr schwierig, sich durch das Gehupe hindurch zu verständigen. Er mag das, was er von ihrer Stimme
    hört, es fällt ihm schwer, sie nicht anzusehen. Lea beobachtet, wie der Mensch, ungefähr in ihrem Alter, sich
    versteckt, und jetzt betrachtet er eine verfrühte Osterglocke. Er gefällt ihr ganz gut, vor allem, weil er sie an niemanden erinnert, den sie kennt. Ausserdem trägt er eine rote Mütze, die eindeutig selbstgestrickt ist, und er hat sie nur auf, da ist sie sich sicher, falls ihm derjenige begegnet, der sie ihm geschenkt hat. Und der soll sich dann freuen. Das grüne Männchen verschwindet, die Autos tragen ihre Insassen weiter, und Lea hebt zum Abschied die Hand. Der mit der Mütze auf der Insel grüsst zurück, ohne ihr in die Augen zu sehen. Sie hat keine Ahnung, was soeben seinen Anfang genommen hat, Lea weiss nicht, dass in diesem fast Frühling der Tod so richtig begonnen hat.