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Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes

Erzählungen

Eines Tages ist es da. Steht am Ende einer Sackgasse mitten in der Stadt. Es ist ein grosses Kind. Den Blick hält es demütig zu Boden gesenkt, seine Haut ist rissig. Tagsüber versammeln sich die Bewohner der Stadt um dieses Kind, veranstalten Kundgebungen und Konzerte. Nachts schlagen sie auf es ein, mit Fäusten, Stöcken und Ketten – auf die Skulptur aus weichem, niemals trocknendem Lehm, auf das Mahlstädter Kind. Der Künstler hat es ihnen zur Vollendung überlassen, hat ihnen die Aufgabe übertragen, es »in die allgemein als vollkommen empfundene Form eines Kindes zu bringen«.

Zuerst treibt die Kunstbegeisterung die Bewohner der Stadt, dann kommen sie als Pilger ihrer Wut, verlieren prügelnd die Kontrolle über sich und beinahe auch ihren Verstand.

Nach den beiden von der Kritik bejubelten und mit Preisen ausgezeichneten Romanen "Söhne und Planeten" und "Die Frequenzen" legt der österreichische Autor Clemens J. Setz nun einen Band mit Erzählungen vor. Es sind Geschichten gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror, voller gewalttätiger Momente und zärtlicher Gesten. Wie in den Romanen präsentiert sich Setz auch in der kurzen Form als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer, geradezu liebevoller Porträtist ihrer Eigenarten.
Portrait

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik sowie Germanistik studierte und heute als Übersetzer und freier Schriftsteller lebt. 2011 wurde er für seinen Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman Indigo stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2013 ausgezeichnet. 2014 erschien sein erster Gedichtband Die Vogelstrausstrompete. Für seinen Roman Die Stunde zwischen Frau und Gitarre erhielt Setz den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2015.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 350 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 20.03.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783518745908
Verlag Suhrkamp
Dateigröße 1373 KB
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Unangenehm
von einer Kundin/einem Kunden am 02.10.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Häufig wirkt es, als ob zeitgenössische deutschsprachige Literatur humorlos und vermeintlich tabubrechend sein müsste, um Preise zu gewinnen. Das beste Beispiel dafür in dieser Sammlung ist "Die Blitzableiterin oder Éducation Sentimentale", eine Erzählung, die sich erfolgreich bemüht, so abstoßend wie möglich zu sein. Ebenfalls anführbar: "Das Gespräch der Eltern... Häufig wirkt es, als ob zeitgenössische deutschsprachige Literatur humorlos und vermeintlich tabubrechend sein müsste, um Preise zu gewinnen. Das beste Beispiel dafür in dieser Sammlung ist "Die Blitzableiterin oder Éducation Sentimentale", eine Erzählung, die sich erfolgreich bemüht, so abstoßend wie möglich zu sein. Ebenfalls anführbar: "Das Gespräch der Eltern in Hänsel und Gretel" - mehr oder weniger postmoderne Neuinterpretationen klassischer Texte bieten sehr viel Raum für Spielerei - Setz hingegen wählt den Weg von Sex und Herzlosigkeit. Im Grunde ist das schade, denn viele der Geschichten sind prinzipiell erst mal interesant, verlieren sich aber an dem, was wahrscheinlich die Ambition der Geschichten ist - "Das Herzstück der Sammlung" oder die recht kafkaesken Texte "Die Visitenkarten" und "Die Leiche" haben Potenzial, und möglicherweise hätte ich auch "Eine sehr kurze Geschichte" mehr gemocht, wenn es von einem anderen Autoren gewesen wäre, weil mir zu dem Zeitpunkt die Objektivität verloren gegangen war. Zwei Geschichten stechen positiv heraus: "Mütter" erzählt originell von einer Form von Prostitution, während "Das Riesenrad" den titelgebenden Ort als Wohnhaus konstruiert. Trotzdem ist das Buch nichts für Zartbesaitete, sodass es mir unmöglich ist, das Buch uneingeschränkt weiterzuempfehlen.

fesselnd
von einer Kundin/einem Kunden am 19.11.2013

Nach "Söhne und Planeten" und "Frequenzen" nun Kurzgeschichten von Clemens J.Setz. 18 Erzählungen und jede einzelne davon geht unter die Haut. Fesselnd

Top!
von Anne Baldauf aus Leipzig am 20.06.2013
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Im vergangenen Herbst hat der Grazer Autor Clemens Setz, Jahrgang 1982, mit seinem wunderschön aufgemachten Roman „Indigo“ Furore gemacht. Der Titel landete auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, erhielt allerorten gute Besprechungen, und auch der im deutschen Feuilleton so beliebte „Wunderkind-Verdacht“ wurde in den letzten Jahren schon das ein... Im vergangenen Herbst hat der Grazer Autor Clemens Setz, Jahrgang 1982, mit seinem wunderschön aufgemachten Roman „Indigo“ Furore gemacht. Der Titel landete auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, erhielt allerorten gute Besprechungen, und auch der im deutschen Feuilleton so beliebte „Wunderkind-Verdacht“ wurde in den letzten Jahren schon das ein oder andere Mal auf den kauzigen, fast ‚typisch‘ österreichischen Autor angewandt. Und ein Blick in die Vorgängertexte lohnt sich in der Tat. Wer vor dem fast 500 Seiten starken „Indigo“ zurückschreckt, kann sich wohl am besten mit dem 2011 erschienenen Erzählungsband „Die Liebe zu Zeiten des Mahlstädter Kindes“ einen Eindruck von Setz‘ Erzählkunst verschaffen. Geschichten von einer emotionalen Belanglosigkeit, wie sie viele junge Autoren in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten produzierten, findet man hier nirgends. In den 18 Erzählungen überwiegt das Skurrile, das Urkomische, nicht selten das Abgründige – und durchweg das Originelle. So rekonstruiert der Autor auf vier Seiten „Das Gespräch der Eltern in Hänsel und Gretel“ in der Nacht, bevor sie im Märchen ihre Kinder im Wald aussetzen, er berichtet in einer anderen Erzählung in nahezu wissenschaftlicher Form, inklusive fingierter Fußnoten, aus dem unglaublichen Leben eines mysteriumgebliebenen Computerspielentwicklers. Die vielleicht stärkste Erzählung heißt passenderweise „Das Herzstück der Sammlung“. Sie zeigt am konkretesten, was eine Setz-Geschichte ausmacht. An der grundlegenden Situation – eine Frau besichtigt das Werkarchiv eines Schriftstellers – scheint alles unauffällig. Der junge Mann, dem das Archiv untersteht, verhält sich allerdings merkwürdig, bis die Besucherin ihn darauf hinweist, dass er ihr „nicht alles“ gezeigt habe. Daraufhin begeben sich beide zu einer verschlossenen Tür, hinter der eine grunzende Gestalt mit greisenhafter Stimme in einem Gitterbett liegt. „Herr Setz“, sagt der Archivar zu der Gestalt, „Ich wollte ihnen nur sagen, dass wir dann abschließen.“ Wer Geschichten mit einer guten Prise Absurdität und Phantastik mag, ist bei Clemens Setz und seinem Erzählband „Die Liebe zu Zeiten des Mahlstädter Kindes“ genau richtig aufgehoben.