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Homo sacer

Die souveräne Macht und das nackte Leben

edition suhrkamp 2068

(1)
Der homo sacer ist die Verkörperung einer archaischen römischen Rechtsfigur: Zwar durfte er straflos getötet, nicht aber geopfert werden, was auch seine Tötung sinnlos und ihn gleichsam unberührbar machte – woraus sich der Doppelsinn von sacer als ›verflucht‹ und ›geheiligt‹ ableitet. Giorgio Agamben stellt im Anschluss an Foucault und als philosophische Korrektur von dessen Konzept der Biopolitik die These auf, dass Biopolitik, indem sie den Menschen auf einen biologischen Nullwert zurückzuführen versucht, das nackte Leben zum eigentlichen Subjekt der Moderne macht. Ausgehend von Carl Schmitts Souveränitätskonzept, kommt Agamben zu einer Interpretation des Konzentrationslagers als »nomos der Moderne«, wo Recht und Tat, Regel und Ausnahme, Leben und Tod ununterscheidbar werden. In den zwischen Leben und Tod siechenden Häftlingen, aber auch in den Flüchtlingen von heute sieht er massenhaft real gewordene Verkörperungen des homo sacer und des nackten Lebens. Die philosophische Begründung dessen, dass diese Möglichkeit keineswegs nur historisch ist, hat eine Diskussion entfacht, die weit über Italien und Europa hinausreicht.
Portrait
Giorgio Agamben wurde 1942 in Rom geboren. Er studierte Jura, nebenbei auch Literatur und Philosophie. Der entscheidende Impuls für die Philosophie kam allerdings erst nach Abschluss des Jura-Studiums über zwei Seminare mit Martin Heidegger im Sommer 1966 und 1968. Neben Heidegger waren seitdem Michel Foucault, Hannah Arendt und Walter Benjamin wichtige Bezugspersonen in Agambens Denken.

Als Herausgeber der italienischen Ausgabe der Schriften Walter Benjamins fand Agamben eine Reihe von dessen verloren geglaubten Manuskripten wieder auf. Seit Ende der achtziger Jahre beschäftigt sich Agamben vor allem mit politischer Philosophie. Er lehrt zur Zeit Ästhetik und Philosophie an den Universitäten Venedig und Marcerata und hatte Gastprofessuren u.a. in Paris, Berkeley, Los Angeles, Irvine.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 211
Erscheinungsdatum 25.02.2002
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-12068-2
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,6/10,8/1,3 cm
Gewicht 137 g
Originaltitel Homo sacer. Il potere sovrano e la nuda vita
Auflage 11
Übersetzer Hubert Thüring
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Das Lager als ein Paradigma.
von einer Kundin/einem Kunden am 01.07.2018

Man braucht kein Freund von Jean-Claude Juncker sein, um zu verstehen, was er vor dem EU-Migrationsgipfel in Brüssel (28. Juli 2018) mit seiner Warnung vor einem europäischen Neokolonialismus meinte. Es ist verblüffend wie erschreckend, welche Konjunktur der Begriff des Lagers erfahren kann, nach all den grauenvollen Tatsachen, die man... Man braucht kein Freund von Jean-Claude Juncker sein, um zu verstehen, was er vor dem EU-Migrationsgipfel in Brüssel (28. Juli 2018) mit seiner Warnung vor einem europäischen Neokolonialismus meinte. Es ist verblüffend wie erschreckend, welche Konjunktur der Begriff des Lagers erfahren kann, nach all den grauenvollen Tatsachen, die man von den Lagern des Kolonialismus, von den Flüchtlingslagern für sogenannte ?Ostjuden? vor dem Nationalsozialismus, von den Vernichtungslagern des Nationalsozialismus und den stalinistischen Lagern hörte. Gewiss, es wird mit rhetorischen Finten gefochten, und manch ein Politiker wird behaupten, dass er sich die Begriffe nicht von der Geschichte rauben lässt, auch wenn diese Finten nichts anderes als Kausalitätsinversionen sind. Um sich zu besinnen, was auf dem Spiel steht, sobald von der Errichtung von Lagern die Rede ist, wenn territoriale Zonen des Ausnahmezustands ? ob innerhalb der EU oder außerhalb ? gebaut werden sollen, ist es angebracht auf Lektüren von Kotek und Rigoulot, von Bauman, Sofsky und Agamben zurückzukommen. Einen Beitrag zur Diskussion um den Begriff des Lagers hat Agamben mit seiner Trilogie zum homo sacer und seinen Arbeiten zum Ausnahmezustand angeboten. In den Analysen heißt es, dass seit der Antike das Lager ? und nicht der Staat ? das Paradigma der abendländischen Politik darstellt. Das Lager ist, wie der Ausnahmezustand, keine Anomalie, die jenseits des Staates, des Politischen und des Rechts liegt. Mit dieser These stellte Agamben die Annahme in Frage, dass die souveräne Gewalt in sublimierter Weise in die politische Rechtsordnung des Staates aufgehoben ist, der wiederum mit seinen Instrumenten der Staats- und Rechtsgewalt garantiert, politische Formen des Totalitarismus in Schranken zu halten. Agamben wies hingegen darauf hin, dass sich in der metaphysisch-ontologischen Grundordnung abendländischen Denkens ein dichotomisches System von Einschlüssen und Ausschlüssen herausgebildet hat, das bis heute intakt ist und wirkt. Darin sind jene Elemente angelegt, die dem Totalitarismus, aber auch der Demokratie ? dort als eine ?versteckte Matrix? ? eigen sind: der Ausnahmezustand, die Souveränität, der Bann und das Lager. In diesem Sinne stellt die Moderne keinen Bruch mit der abendländischen Tradition dar, wie auch das politische Konzept der Demokratie nicht mit wesentlichen Mechanismen des Totalitarismus bricht. Abendländische Politik konstituiert sich stets über Ausnahmezustände und erzeugt mittels des Rechts rechtloses Leben, um es der souveränen Macht zu unterwerfen.